8. Ring, Ring, Ring
„Warum schießt jemand auf ihn?" fragte Stefan, so glaubte Alec.
„Ganz ehrlich, er ist doch selbst dran Schuld!" sagte eine Männerstimme.
„Wo bin ich?" knurrte er unverständlich mit geschlossenen Augen.
„Im Krankenhaus!" sagte Sascha knapp, dessen Stimme er nun erkannte.
Alec schoss hoch, als er seine Stimme hörte und wurde mit unsäglichen Schmerzen wieder zurück in das harte Krankenhausbett gezwungen.
Er starrte Sascha an, der Kopfschüttelnd und mit verschränkten Armen dasaß.
„Wie geht's dir?" fragte Stefan besorgt.
„Ging mir schon mal besser!" sagte er mit einem gequälten Augenzwinkern.
„Was machst du denn Alter?!" fragte Stefan weiter.
„Keine Ahnung was das letzte Nacht war, aber ich glaube da hat es jemand auf mich abgesehen!" meinte Alec nachdenklich.
Sascha begann zu lachen, stand auf und verließ den Raum. Alec schaute ihm verwundert hinterher.
Auch Stefan schien sich über die Reaktion von Sascha genau so zu wundern, denn beide schauten ungläubig zur Tür.
„Was hab ich nur verbrochen, dass er so zu mir ist!" begann Alec langsam wieder zu sprechen.
„Keine Ahnung, Boss! Ich finde es nur reichlich merkwürdig. Auch seine Reaktion als Tobi ihn angerufen hat, war echt seltsam!" sagte Stefan.
„Wieso?" fragte Alec.
„Naja, er..." begann Stefan, brach dann jedoch ab.
„RUSS!" sagte er jetzt etwas lauter.
„Alec, er hat gesagt: Wenn interessierts!" sagte Stefan nun gerade heraus.
Er war geschockt. Sie waren doch beste Freunde. Was ist nur passiert?
Alec wusste nicht was er sagen sollte. Ihm standen die Tränen in den Augen.
So schwiegen sich die beiden noch eine ganze Weile an, bis es plötzlich klopfte und eine Krankenschwester herein kam.
„Sie müssen jetzt gehen! Herr Völkel braucht seine Ruhe. Wenn morgen alles gut ist, dann kann er ja morgen auch schon wieder nach Hause." sagte die kleine Brünette.
Sie nickten beide.
„Alec, ruh dich aus! Und wenn du wieder auf dem Damm bist, dann finden wir heraus was hier los ist okay?" meinte Stefan.
„Ja. Machs gut!" sagte Alec in Gedanken versunken.
„Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen" flüsterte Alec vor sich hin.
Er schaute aus dem Fenster und sah der Sonne beim Untergehen zu. Er schien fast den ganzen Tag verschlafen zu haben, trotzdem war er todmüde. Doch seine Gedanken rasten. Immer wieder dachte er an die Frau im Auto, die aus seinem Traum, an die schwarze Gestalt und an Sascha.
Was war nur zwischen ihnen passiert, dass er so sauer auf ihn war. Das ihm egal war, dass er angeschossen wurde. Er verstand es nicht.
Und schließlich siegte doch die Müdigkeit und er fand in einen unruhigen Schlaf.
Alec durchlebte noch einmal diese schreckliche letzte Nacht. Er lief und lief, rannte um sein Leben und erwachte total verschwitzt und schwer atmend.
Er setzte sich langsam auf und versuchte sich zu beruhigen. Er schaute zum Fenster.
Der Vorhang bewegte sich. Alec kniff die Augen zusammen.
„Ist da jemand?" fragte er in die Dunkelheit.
Keine Antwort. Er schüttelte den Kopf.
„Ich werde wohl langsam Paranoid!" lachte er in sich hinein.
Langsam lehnte er sich zurück und starrte nun an die Decke! Plötzlich hörte er etwas rascheln. Sein Kopf schnellte in Richtung Badezimmer und er wurde mit einem stechendem Schmerz in seiner Schulter belohnt.
„Hallo?" krächzte er lautstark.
Eine Schwester kam herein. Er erschrak.
„Was machen sie denn hier für einen Lärm?" fragte sie böse.
„Da ist jemand im Badezimmer!" sagte er ängstlicher als beabsichtigt.
Sie zog die Augenbrauen hoch, drehte sich in Richtung Tür und stapfte hinein.
„Da lag ein Handtuch auf dem Boden, mehr nicht!" sagte sie, als sie wieder heraus kam.
Er lachte laut auf und verabschiedete sich von der Schwester die ihn verwirrt ansah. Nach langem Nachdenken über seine auftretenden Ängste, schlief er schließlich wieder ein.
Dieses mal verfolgten ihn keine unruhigen Träume. Keine Frauen, keine Gestalten und auch kein Sascha.
Doch der heilende Schlaf sollte nicht lange anhalten.
Das Telefon klingelte. Erst dachte er, dass er immer noch träumte. Doch als das penetrante Klingeln des Telefons nicht verstummen wollte, schlug er seine Augen auf.
Er ging ran.
„Alec. Du hattest recht, da war jemand im Badezimmer!" eine verzerrte dunkle Stimme sprach zu ihm. Er war sofort wieder hellwach.
„Und auch mit deinem Blick in Richtung Vorhang, hast du nicht ganz unrecht gehabt!"
Seine Augen weiteten sich. Er hielt den Atem an.
„Wer... Wer ist da?" stammelte er.
„Du hast dich mit den falschen Leuten angelegt mein Lieber!" sagte die metallisch klingende Männerstimme.
„Aber was..." begann Alec zu sprechen.
Die Person auf der anderen Seite des Telefons hatte aufgelegt.
Alec liefen Tränen über die Wangen. Er hatte keine Ahnung, was er getan hatte. Verzweiflung panische Angst machte sich in seinem Kopf breit.
Sascha wusste etwas und ihm war egal, wenn er sterben würde.
Was ist nur passiert?
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