3. Everything counts
„Hey André!“ rief Alec schon von weitem ins Wohnzimmer. Er ging durch den Torbogen in den geräumigen Raum. Die riesige Fensterfront erhellte jeden Winkel. Davor war ein kleiner Essbereich für zwei, vielleicht auch irgendwann einmal drei. Das große, weiße Ledersofa stand vor der blutroten Wand an der rechten Seite.
Überall diese Farbe. An Wänden, Hemden und Händen.
André knurrte nur kurz und hob die Linke Hand zum Gruß. Er sah wirklich schlecht aus. Kreidebleich und grob geschätzt um gute 5 Kilo leichter.
„Welch hoher Besuch in unserer bescheidenen Hütte!“ witzelte er leise und umklammerte dabei eine Tasse voll Tee.
Alec setzte sich zu ihm und sah ihn einen Moment an.
„Was?“ fragte André.
„Nichts! Wie geht’s dir?“ fragte er.
„Alec, du bist doch jetzt nicht gute 2 Stunden gefahren um hier Smalltalk zu halten?! Wie solls mir schon gehen. Das Bad ist meine zweite Heimat in den letzten Tagen geworden! So und nun erzählt!“ meinte André und nippte an seinem Tee.
Er verzog das Gesicht, anscheinend keine sonderlich leckere Sorte.
„Sehr gewählt ausgedrückt. Ach André! Ich fühl mich so alt!“ antwortete Alec um nicht gleich mit der ganzen Wahrheit heraus zu rücken.
„Alt? Davon hat man bei deiner Party aber nichts gemerkt!“ lachte André.
„Warum?“
„Al, also wir waren zwar nur bis kurz nach 0 Uhr da aber es war die Party des Jahres!“ sagte Guss.
Alec sank in die Kissen des Sofas und strich sich mit den Händen durch das Gesicht. Irgendwie hatte er eine andere Antwort erwartet. Plötzlich hörte er seinen Kumpel und Bandkollegen würgen.
Er öffnete die Augen und sah André Richtung Badezimmer rennen.
Auf irgendeine Weise amüsierte ihn diese Situation.
Er war so lange gefahren, um nun kein Stück weiter gekommen zu sein und André beim kotzen zu zuhören. Innerlich merkte er, dass es nicht so einfach werden würde heraus zu finden was passiert war. Langsam drehte er seinen Kopf nach rechts und schaute aus dem Fenster. Wieder zermarterte er sich sein Gehirn darüber was vor drei Tagen passiert sein könnte. Doch keine Erinnerung erhellte die Dunkelheit in seinem Gedächtnis.
Nach einigen Minuten kam André wieder von der Toilette.
„Sorry Alter! So war das eben nicht geplant!“ sagte er mit einem leicht gequältem Lächeln.
„Du André, ick packs dann wieder!“ meinte Alec kurz angebunden.
Er wollte plötzlich ganz schnell verschwinden.
„Tschuldige, dass es hier momentan nicht sonderlich einladend ist!“ sagte er mit ehrlichem bedauern.
„Hey Dicker, du bist krank! Dafür brauchst du dich nicht entschuldigen! Bleib sitzen, ich kenn den Weg!“ grinste er André an.
Er ging zur Tür, ging langsam die Stufen vor dem kleinen Häuschen hinab und lief langsam zu seinem Wagen. Er holte sich eine Zigarette aus dem Auto und sog den Rauch tief in seine Lungen.
„Zum Teufel mit den guten Vorsätzen!“ flüsterte er zu sich selbst.
Noch ein weiteres Mal zog er kräftig an der Zigarette und trat sie danach aus.
Er setzte sich in sein Auto und starrte in die Leere.
Den Schlüssel hatte er im Schloss stecken lassen, er drehte ihn und fuhr los.
Ohne klares Ziel vor Augen!
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