
Paranoid Schizophrenia
"Dir ist bewusst, das meine Diagnose Paranoider Schizophrenie keinesfalls ein Fehler ist, nicht wahr? Aber du willst es irgendwie einfach nicht glauben, da dir alles so real erscheint", schloss Doktor Kim als Jungkook am nächsten Tag diesmal zum zweiten mal vor dem Psychologen Platz genommen hatte und begann somit das Gespräch.
"Ich weiss nicht", sagte Jungkook kühn.
"Willst du mir von den Geschehnissen erzählen?", fragte er, in der einen Hand den Stift, mit dem er ohne auch nur auf den Block zu schauen, sich eifrig Notizen in meine Patientenakte machte.
"Was schreiben sie da eigentlich auf", traute sich der 15-jährige frech zu Fragen, "ich habe ihnen doch noch gar nichts erzählt." "Ach, es gibt immer etwas lehrreiches womit man sich bereichern kann, mein Guter", meinte er ohne auch nur eine Sekunde das Schreiben zu unterbrechen.
Falsch belustigt schnalzte der Junge gegenüber ihm mit der Zungen und schaute seinen Psychologen herausfordernd an.
"Haben sie es immer noch nicht geschafft ihren Stolz abzulegen Herr Jeon", fragte der Mann dann lächelnd. Er legte den Stift weg, strich sich kurz durchs weiss gefärbte Haar und setzte sich mit geradem Rücken hin.
Eine Weile lang wurde geschwiegen. Seokjin war Spezialist auf seinem Gebiet, er wusste, was er tun musste, um seine Patienten zum Reden zu bringen.
Nach etlichen Minuten, in denen Jungkook dauernd gegen sein Ego kämpfte, liess er es mit einem übertriebenen Seuftzen gut sein und begann schliesslich zu reden.
"Gestern, als ich nach Hause kam. Da war jemand. Jemand stand genau hinter mir", fing er an, "aber, wissen sie, als ich mich umgedreht habe"; er liess sich eine kurze Pause um seiner Schilderung ein wenig mehr Dramatik zu verleihen, "da war niemand. Nichts. Dann stellte ich mein Glas neben dem Kühlschrank ab. Als ich in mein Zimmer gehen wollte, hörte ich Geschirr zerklirren. Ich bin zurück gerannt und habe die Scherben mit einem Lappen aufgesammelt. Plötzlich stand Taehyung vor mir", Jungkook schluckte.
"Hat er mit dir gesprochen?"
"Ja."
"Was hat er gesagt?"
"I- Ich.... Ich solle auf meine Hände schauen", schilderte Jungkook leise, "Der Lappen war auf einmal weg, meine Hand dafür voller Blut. Und... und Tae war.... er war weg..."
"Gab es weitere solche Vorfälle?", fragte Seokjin mit zusammengezogenen Augenbrauen.
"Ja", gab er zu.
"Welche?"
"Das hat sie einen Dreck zu interessieren", giftete Jungkook auf einmal wie ein anderer Mensch. Seine dunklen Augen funkelten zornig.
"Wissen sie ich habe auch Medizin studiert", fuhr Herr Kim fort, als hätte er ihn nicht gehört, "das heisst ich bin sowohl als Psychologe als auch als Psychiater ausgebildet."
Der Mann wurde nur von zu schlitzen verengten Augen beobachtet.
Schweigen.
"Mein Bettlaken. Er hat es beschmiert. Er hat darauf geschrieben, dass ich am Leben bleiben soll", fing er seine Erzählung wieder auf, "Manchmal, da schreie ich. Ich weiss es nicht und ich merke es nicht, aber meine Familie hört es. Jeder hört es, nur ich bekomme nichts davon mit."
"Dir geschehen unerklärliche Dinge. Du tust Dinge, an die du dich nicht erinnern kannst, sie getan zu haben oder denkst, dass du Dinge tust, die du in Wirklichkeit niemals vollbracht hast. Du siehst und hörst seit Monaten einen Jungen, den niemand anders sehen kann.", versuchte Seokjin die Lage zusammenzufassen.
Jungkook nickte;" und ich spreche mit ihm. Er versucht mich vor irgendwas zu warnen."
"Ich bin schon gestern sicher gewesen, dass du unter dieser psychischen Krankheit leiden. Aber was du mir jetzt erzählst, lässt nur meine Vermutung, dass es sich verschlimmern wird bestätigen", merkte Herr Kim nach ein paar hastigen Notizen an.
Jungkook seufzte.
"Das ist etwas ernstzunehmendes"; bekräftigte der Psychiater.
"Jaja, ist mir bewusst", gab Jungkook augenrollend seinen Kommentar ab, der bei seinem Ego natürlich niemals fehlen durfte. Taehyung hätte ihn jetzt wohl angelächelt, ihm durch die Haare gefahren und mit einem breiten Lächeln gesagt wie sehr sein Freund doch auf die Zeilen "Harte Schale, weicher Kern" zutraf.
Prüfend schweifte der Blick des weiss haarfarbigen auf die Wanduhr, wodurch er merkte, dass er sich etwas beeilen sollte.
"Jedenfalls würde ich zwingend einen Urin und einen Bluttest durchführen", kündigte er offen an und liess somit den Teenager unübersehbar zusammen zucken. "Bah", entwich es diesem, der sich ehrlicherweise extrem davon ekelte.
"Das muss man leider durchführen. Ist unangenehm, weiss ich", Kim klatschte sich zufrieden in die Hände.
"So dann mach am besten einen Termin für diese Woche noch, schliesslich sind ja Sommerferien. Dann entnehmen wir die Proben."
"Was genau soll den dabei Untersucht werden", skeptisch schaute Jungkook sich sein Gegenüber an.
"Naja, rein theoretisch könntest du auch unter Drogeneinfluss stehen. Gab Schon viel, glaub mir, ich mach das hier nicht sein zwei Tagen", kam die Antwort.
Seokjin faltete entspannt die Hände zusammen.
"Ich hoffe für dich, es sind die Drogen. "
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