
𝟎𝟓. 𝐉𝐨𝐲 𝐚𝐧𝐝 𝐒𝐨𝐫𝐫𝐨𝐰
Die Morgendämmerung im Kapitol brachte ein weiches, ätherisches Licht, das sanft durch die luxuriösen Vorhänge im Zimmer Emilias. Der mit komplizierten Mustern verzierte Stoff, der das Schaltkreisthema ihres Distrikts nachahmte, ließ die Morgensonne eine Reihe zarter Schatten in den Raum werfen. Als das Sonnenlicht in den Raum fiel, zeigte sich erneut die ungewohnte Opulenz ihrer Umgebung. Die Sonnenstrahlen spielten auf den prächtigen Stoffen ihres Bettes und verwandelten die Satinbettwäsche in ein goldenes Meer, das sie in einen Kokon aus Wärme hüllte. Das Kapitol scheute keine Kosten, um die Tribute mit dem Inbegriff von Komfort zu versorgen, und das Mädchen aus Distrikt 5 erwachte im Schoß des Luxus. Die Einrichtung des Zimmers, eine sorgfältige Zusammenstellung der Extravaganz des Kapitols, erstrahlte in einem inneren Glanz, als das morgendliche Sonnenlicht sie zum Leben erweckte. Von der Decke hängende Kristallkronleuchter brachen das Licht und warfen eine Kaskade von Miniatur-Regenbögen an die Wände. Der weibliche Tribut bewegte sich unter der weichen Umarmung ihrer vom Kapitol entworfenen Bettdecke und wechselte langsam vom Reich der Träume in die Realität der Hungerspiele. Das Erwachen war ein delikater Tanz der Kontraste - die harte Realität des bevorstehenden Wettkampfs stand im Gegensatz zur heiteren Schönheit des Morgens im Kapitol. Mit jedem Augenblick stieg die Sonne höher am Himmel und beleuchtete die Skyline des Kapitols jenseits des Fensters. Die Architektur der Stadt schimmerte im Morgenlicht, ein Beweis für die Erhabenheit des Kapitols. Als sich die Rothaarige aus ihrem üppigen Bett erhob, flatterten die Vorhänge leicht und fingen die Wärme der Sonne ein. Der Morgen im Kapitol war angebrochen, geprägt vom Spiel des Lichts und des Luxus, ein Auftakt zu einem Tag, der von der inszenierten Extravaganz des Kapitols und den bevorstehenden Herausforderungen der Hungerspiele geprägt sein würde. Emilias Gedanken jedoch noch etwas gefesselt von ihrer gestrigen Begegnung, welche doch so unerwartet wie angenehm gewesen war, nahezu auch etwas absurd. Die ungewohnten Gefühle regten sich in ihr wie eine verborgene Unterströmung. Das Kapitol mit seiner Pracht und seinem oberflächlichen Charme schien für einen Moment von der echten Verbindung, die sie in der Stille der Nacht gefunden hatte, in den Schatten gestellt zu werden. Die Anwesenheit des jungen Mannes, unbelastet von den Erwartungen des Kapitols, hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in ihren Gedanken. Noch in ihrem Nachthemd gekleidet öffnete das Mädchen das Fenster und ließ die frische Morgenbriese in ihr Zimmer, ihr Blick erneut auf das Fenster gerichtet, aus der dieser jemand geblickt hatte.
>> Der Mond taucht die Stadt in ein silbriges Licht und verleiht dem ohnehin schon faszinierenden Charme des Kapitols noch mehr Zauber. Es gab Emilia einfach ein friedliches Gefühl das der Mond über sie zu wachen schien, während er es gleichzeitig für seine Familie tat, der sie sich gleich viel verbundener Fühlte. „Ein angenehmer Anblick, nicht wahr?" war eine fremde Stimme zu hören, welche sie aus ihren Gedanken zucken ließ. Ihr Blick ging in die Richtung aus der die sie die Worte hatte gehört. Ein Junger Mann der wohl ebenso versuchte der Realität zu entfliehen, eine Etage tiefer ebenso auf dem Fensterbrett saß. Seine kurzen blonden Haare schimmerten im Schein des Mondes und die Flasche Whiskey in seiner Hand schien das Licht nahezu in ihre Richtung zu blenden. „Das Kapitol oder die Sternklare Nacht?" fragte sie etwas belustigt und bekam einen doch sehr vielsagenden Blick „Umso öfter man hier ist, umso mehr verschwindet die Schönheit der Stadt. Doch der Sternenhimmel hat eine gewisse Faszination" waren seine Worte gewesen „Ein wenig sehr philosophisch denkst du nicht? Jedoch muss ich dir gewiss recht geben, auch wenn dies mein erster Besuch ist, empfinde ich all dies hier als übertrieben, wenn man bedenkt wie die Menschen in den Distrikten leben.." sprach sie und hörte vom anderen dann nur ein „Amen" während er die kleine Flasche mit der goldig braunen Flüssigkeit anhob, um einen weiteren Schluck zu nehmen „Ich bin übrigens Emilia" stellte sie sich mit einem leichten lächeln vor „Ich weiß, ich hab mich vorhin mit Clara unterhalten und Ophelia hat mir erzählt das ihr eine Allianz bildet" erklärte der blonde Mann mit einem Schmunzeln, während er seinen Blick nun nach oben richtete, seine hellen Augen sogar in der Dunkelheit leuchtend, ein Anblick in denen man sich sicher leicht verlieren könnte „Aber woher?" fragte Emilia, die jedoch immer mehr feststellte, dass ihr der andere bekannt vorkam „Mein Name ist Haymitch, Mentor von Distrikt 12" erklärte er es ziemlich kurz und knapp, doch selbst in dieser kurzen Antwort merkte sie eine gewisse Bitterkeit, etwas gebrochenes, das nur schwer zu verstecken war. „Du bist der Gewinner der 50. Hungerspiele" stellte sie überrascht fest „Hundert Punkte, Sweetheart" stellte er schmunzelt klar und da war wieder diese Maske, eine die jeglichen Schmerz hinter einem Grinsen zu verstecken schien. „Aber genug geredet, du solltest dich langsam in dein Bett verkriechen, morgen stehen die Einzeltrainings an und ich möchte mir nicht vorhalten, dich vom Schlafen abgehalten zu haben" sprach er schmunzelnd und ein leichtes lachen kam über ihre Lippen „Glaub mir, dass übernehmen die flackernden Neonlichter und die Geräusche der Straßen schon zur Genüge. Aber ich weiß deine Sorge zu schätzen" stellte sie mit einem leichten grinsen fest „Trink nicht zu viel, sonst hat Ophelia keinen Mentor mehr, weil du aus deinem Fenster gefallen bist" scherzte sie und bekam einen gespielt empörten Blick des anderen, während sie sich bereits in ihr Bett legte und die Decke über sich zog<<
Mit einem Seufzer riss Emilia ihren Blick vom Fenster los, als sie das Klopfen an ihrer Tür vernahm und zu diesem noch Claras liebliche Stimme „Wenn du nicht gleich am Tisch setzt, schleife ich dich aus deinem Zimmer, angezogen oder nicht" während die flüchtigen Bilder des jungen Mannes in ihren Gedanken verweilten. Draußen erwartete sie die Fassade des Kapitols, aber im Schutz ihrer Gedanken hatte die Nacht eine andere Art von Reiz - ein Hauch von Rebellion, ein Flüstern von Authentizität inmitten der orchestrierten Symphonie des Kapitols. Erneut trug sie den tristen Overall, gehalten in tristen grau, als würde man jegliche Lebensfreude au den Tributen saugen wollen, bevor diese überhaupt die Arena betraten. „Bin ja schon da" kam es kaum fünf Minuten nach Claras Klopfen von Emilia, die sich an den Tisch setzte. Das Mädchen hatte eine weitaus bessere Laune, als sie es noch am gestrigen gehabt hatte, was wohl allen am Tisch aufzufallen schien „Ich habe einfach besser geschlafen" klärte sie alle auf, bevor jemand auch nur eine dumme Frage stellen konnte und begann dann bereits sich ein wenig Joghurt mit ein paar Himbeeren und Müsli in eine Schüssel zu tun. Nyko neben ihr dagegen biss genüsslich in sein Brötchen „Heute stehen eure Einzeltrainings an, dabei werdet ihr Einzeln in Folge eurer Distrikte hineingerufen und die Sponsoren begutachten euer können. Danach werdet ihr mit Punkten von 1 bis 12 bewertet, je mehr Punkte, desto besser steht eure Chance auf viele Sponsoren" erklärte ihr Mentorin nochmal mit Nachdruck, was den innerlichen Druck in der Rothaarigen nochmal steigen ließ. Denn man konnte wohl wirklich nicht sagen, dass sie im Kampf spezielle Fähigkeiten hatte, sie war nicht besonders stark oder besonders gut mit irgendwelchen Waffen, eher war sie noch sehr untalentiert darin. Ihre Stärken lagen woanders, sie war eben keine Kriegerin. Doch dies war hier schlichtweg irrelevant. „Nyko du wirst ihnen aufjedenfall deine Fähigkeiten mit dem Schwert zeigen und so doof es klingt, bei dir müssen wir hoffen, dass sie deine Sympathie einfließen lassen, Emilia" sprach Clara die niederschmetternde Wahrheit nochmal aus. „hmm..." gab die rothaarige deswegen nur von sich und aß stumm ihr essen. Zumindest bis die Uhrzeit sie daran erinnerte, dass sie sich auf den Weg machen sollten „Gebt euer Bestes und bis später" erklärte die Mentorin nur, während Emilia und Nyko sich nur wenige Momente später im Fahrstuhl wiederfanden. Nervös spielte sie mit ihren Fingern, zumindest bis Nyko ihre Hände ergriff „Ich weiß du bist nervös, explizit wegen Claras Worten, aber du hast eine natürliche Gabe Menschen auf deine Seite zu ziehen und wenn diese dumme Punktzahl dir nichts bringt, so werden es spätestens die Interviews" versicherte er ihr und blickte sie an, man merkte da er wirklich versuchte sie aufzumuntern „außerdem bist du verdammt intelligent, deine Fähigkeit in der räumlichen Orientierung und Analyse sind wahnsinnig gut, zeig ihnen all das, das hinter deinem hübschen Gesicht noch mehr steckt" waren seine letzten Worte, auf die sie nichts mehr erwidern konnte, denn die Fahrstuhltür öffnete sich bereits und einige Tribute blickten sie an. Ophelia schenkte ihr ein kurzes lächeln, während sie Elodias feindseligen Blick auf sich spürte und mal ehrlich, wenn diese Blicke töten könnten, wäre sie jetzt sicher mit dem Fahrstuhl in den Tod gestürzt. Stück für Stück versammelten sich nun alle Tribute und nahmen auf den extra bereitgestellten Bänken vor der schweren Metalltür Platz. „Riker MacNeil" wurde nun der männliche Tribut von Distrikt 1 aufgerufen und darauf Elodia, immer so weiter bis sie bei Distrikt 5 ankamen „Nyko Fraser" hörte man aus den Lautsprechern „Zeig ihnen dein können" kam es von Emilia, die ihm kurz seicht auf die Schulter klopfte. Jetzt wo sie so alleine saß und sich mental auf ihr Training vorbereitete, verging die Zeit so langsam, wie noch nie. Ein leichtes zittern in ihrer Hand wurde deutlich, ihr Herz raste immer schneller, als würde es jeden Moment aussetzen. Ophelia legte ihr letztlich eine Hand auf die Schulter „Hey, Emilia, alles gut" sprach diese mit sanfter Stimme und blickte sie an, die blauen Augen des Mädchens aus Distrikt 12 schimmerten sie mit einer Ruhe an die sie wirklich nötig hatte „atme tief ein und aus" erklärte die etwas Ältere, während Emilia folge leistete „Du schaffst das, ich glaube an dich, wie es auch Nyko tut, aber falls es dich mehr beruhigt, deine Punktzahl würde auch nichts an unserer Allianz ändern. Emilia du bist stärker als du denkst, hast du mich verstanden!" stellte sie klar und erneut hörte man die kratzige Stimme durch die Lautsprecher „Emilia Dawson" So stand eben aufgerufene auf und blickte nochmal kurz zu Ophelia, die ihr nur andeutete ihr die Daumen zu drücken. Emilia betrat die große Halle, dort wo sich normalerweise Mentoren befanden, waren nun mögliche Sponsoren und der oberste Spielmacher Curio Whitehorn, ein großer schlanker Mann, mit glattrasiertem Gesicht, einem ausgefallenen schwarzen Eyeliner und Knallroten Lippen, die sich von seiner nahezu weißen Hautfarbe perfekt abhoben und nur noch durch seine nahezu Neon blauen Haaren abgerundet wurden, die perfekt nach hinten gegelt waren. Dieser Mann war trotz seines lustigen Aussehens dafür bekannt gewesen, grausam zu sein, jemand der wirklich seinen Spaß an den Spielen hatte, der diese Jahr für Jahr noch schlimmer zu machen schien, sodass es in seinem ersten Jahr, bei den 51. Hungerspielen nahezu keinen Sieger gegeben hatte, weil er mit allem übertrieben hatte. Als das Mädchen hinein trat blickte er mit seinen Orangenen Kontaktlinsen hinab und schenkte ihr ein grinsen „Zeig uns was du kannst" sprach er „Du kannst alles was diese Halle bietet nutzen" sprach er mit einem Glas Champagner in der Hand. Einige Momente brauchte das Mädchen doch, bevor sie sich für die Simulationsarena entschied, dem Herzstück der Trainingshalle. Eine Scheinarena, eine verkleinerte Version der tatsächlichen Arena der Hungerspiele. In diesem Bereich können die Tribute üben, sich auf verschiedenen Terrains zurechtzufinden, sich an die Herausforderungen der Umgebung anzupassen und Strategien für mögliche Begegnungen mit anderen Tributen zu entwickeln. Das Gelände kann so angepasst werden, dass es von dichten Wäldern bis hin zu offenen Ebenen alles simuliert. Also perfekt das Emilia ihren Grips beweisen konnte, doch dies schien dem Spielmacher so gar nicht zuzusagen, welcher nur lachte „Das ist ja langweilig, kleines wir wollen ein wenig Action sehen, so ein Kinderkram wird dir nichts bringen" stellte dieser klar und brachte damit auch einige Sponsoren zum Lachen. Emilia spürte die Panik wieder in sich hochkommen und ihr Körper spannte sich merklich an. Was sollte sie nun tun? Verdammt! Ihre Gedanken rasten, ihr Hände bekamen erneut das nervöse Zittern. Letztlich nahm sie sich den Dolch, sie musste eben versuchen alles zu zeigen, was Ophelia ihr am Vortag beigebracht hatte. Aber keiner schien ihr mehr Beachtung zu schenken, bis ihre 15 Minuten dann aber schon vorbei waren. Es war frustrierend und schon jetzt wusste sie, dass es ein komplettes Desaster werden würde. Sie betrat das Apartment, wo alle sie bereits mit erwartungsvollen Augen anblickten „Wie ihr vorausgesagt habt, ein Desaster" fasste sie zusammen und selbst Claras Blick wurde weicher, als sie das Mädchen sah, das nicht nur ihre Schultern hängen ließ, sondern nun auch den Tränen nah war. Es war wohl einer der wenigen Momente in denen sich die sonst so harte Mentorin ein Herz fasste und das Mädchen einfach nur in ihre Arme zog „Es ist okay, liebes, mach dir nichts draus. Du wirst die Interviews rocken, okay? Wir bekommen das trotzdem hin" es war als würde eine komplett andere Clara mit ihr sprechen, als würde endlich mal nicht die Siegerin, sondern der Mensch mit ihr sprechen. „Jetzt setz dich hin, ich mache dir einen Tee" erklärte Nyko nebenbei, der bereits auf den Weg in die Küche war „Brauchst du nicht" murmelte die Rothaarige, die jetzt nochmal tief durchatmete „Wie lief es bei dir?" fragte sie, während sie ihren Platz auf dem großen Sofa einnahm und sich Kissen in ihre Arme schloss „Ich denke ganz gut" sprach er und Emilia schaffte es irgendwie sich zu einem Lächeln durchzuringen „Scheinbar hat immerhin einer von uns eine Chance" stellte sie doch etwas bitter klar und es war wohl das erste Mal das Nyko ihr gegenüber laut wurde „Jetzt reicht es aber mal!" stellte er klar „Die Emilia die ich kennenlernen durfte lässt sich von so etwas nicht runterziehen! Denn diese hat das Beste aus allem gezogen und wenn du ja ach so schlecht warst, dann streng dich gefälligst bei den Interviews an, wir beide brauchen die Sponsoren!" diese Worte ließen sie alle verstummen und selbst Clara hatte diesen wohl nichts hinzuzufügen. Nur Emilia nickte etwas „Du hast Recht" stellte sie klar und schlug ihn dann sanft gegen seinen arm „Aber schrei mich gefälligst nicht nochmal so an!" stellte sie klar und ihr Gegenüber grinste nur unschuldig. In jenem Moment kam dann aber June hineingestürmt „Schaltet den Fernseher an, die Punktvergabe hat begonnen" stellte diese aufgeregt klar und wie machte Hortensia dies, als man Caesar Flickermann bereits sah
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