
스물셋
Nachdem sich die aufgebrachten Stimmen wegen Jimins Idee, in unsere Wohnungen einzubrechen, ein wenig gelegt hatten, ergriff Taehyung wieder das Wort.
"Gibt es Einwände gegen diesen Plan?", fragte er und schien selber noch recht überrascht zu sein. Ich warf Jimin einen beeindruckten Blick zu, welchen er lächelnd erwiderte. Ob er sich die Sache mit Namjoon ausgedacht hatte? Ich konnte es mir gut vorstellen.
"Und gibt es Ideen, wie wir anschließend im Inneren der Oberschicht weitermachen sollen?", lautete Taehyungs nächste Frage und er schien sich selber schon Notizen zu machen. Sofort meldeten sich die ersten und langsam aber sicher entstand der wohl größte Plan, den Hades jemals kreiert hatte.
Nachdem einige Pläne zusammen gestellt wurden, kam die Frage auf, wer in welches Apartment eindringen würde. Jimin und ich sollten dabei sein, da wir die Codes wussten und wir erklärten, wie viele Plätze zum Schlafen dort vorhanden waren.
Taehyung und Namjoon wollten ebenfalls mit, da sie die höchsten Positionen hatten und ihre Anwesenheit somit am wichtigsten war. Außerdem meldeten sich noch einige Mitglieder der Organisation, während andere hier die Stellung halten mussten. Schnell merkte ich, dass Taehyung wahrscheinlich bei mir wohnen würde und auch wenn es deswegen aufgeregt in mir kribellte, wusste ich, dass wir uns voneinander fernhalten mussten. Das wurde mir noch deutlicher durch die skeptischen Blicke mancher Mitglieder gemacht.
[...]
Zwei Nächte verbrachte ich noch in einem Gästezimmer im Herrenhaus und packen brauchte ich nichts, schließlich ging ich sozusagen zurück nach Hause, auch wenn ich den Ort am liebsten nicht mein Zuhause nennen wollte. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir zumindest, dass ich definitiv nicht mehr so aussah, als würde ich dort hingehören, mit meinem braunen Haar, welches ich fasziniert berührte. Es fühlte sich an, als würde langsam aber sicher ein Bann von mir abfallen.
In Gedanken versunken zuckte ich zusammen, als die Tür aufging und Taehyung dort stand, mit einem kleinen Rucksack auf den Schultern.
"Bist du soweit?", fragte er und schien mich kaum anschauen zu wollen. Ich konnte es ihm nicht verübeln, denn so war es besser für ihn.
"Ich denke ja..", gab ich zögernd von mir, denn mental fühlte ich mich noch überhaupt nicht bereit, zurück nach Hause zu gehen, aber das spielte wahrscheinlich keine große Rolle.
Taehyung zögerte kurz, nickte dann aber und deutete mir an, ihm zu folgen, welchem ich nachging. Wir begaben uns bis zum Ausgang des Herrenhauses, wo der Rest der Truppe auf uns wartete. Jimin und Namjoon waren schon los, weshalb ich mir Sorgen um sie machte und hoffte, dass sie gut ankamen.
Die meisten feindlichen Blicke waren tatsächlich abgeebt, was mich zumindest ein wenig fröhlich stimmte. Dass Taehyung mich aber gar nicht anschaute, tat umso mehr weh. Es schien so, als fiele es ihm plötzlich überhaupt nicht mehr schwer. Was, wenn es das wirklich nicht tat? Wenn er mich eigentlich nur loswerden wollte? Zweifelnd folgte ich ihm, als wir durch den Ausgang traten und schnappte nach Luft.
An allen Straßenseiten standen Bewohner der Unterschicht, welche uns zujubelten. Erwachsene, Kinder und sogar ihre Haustiere waren präsent, was mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Zwar schauten sie nicht mich, sondern vor allem Taehyung an, doch die Freude erfüllte mich trotzdem mit.
Eine Frau reichte mir eine weiße Blume, die ich dankend annahm und auch einige andere warfen mir ein Lächeln zu. Ich hätte das nicht erwartet, doch eigentlich war es nur logisch, dass alle hier Hades unterstützten. Trotzdem war es faszinierend, wie die Menschen zusammenkamen und uns Mut gaben, für die bisher größte Mission der Organisation. Sie kämpften für Freiheit und langsam aber sicher fühlte ich mich, als ob ich auch zu ihnen gehörte, da ich ja schon immer den selben Wunsch vertrat.
Unser Abschied war viel zu schnell vorbei und plötzlich gingen wir durch genau den Weg, durch den ich immer die Unterschicht betreten hatte, in die Mittelschicht. Sofort zogen sich alle die Kapuzen über und teilten sich auf. Taehyung und ich würden die erste Schwebebahn nehmen, danach andere in Gruppen. Er hatte darauf bestanden, bei mir zu bleiben, was mich doch ein wenig hoffen ließ, dass das mit uns genauso schwer für ihn war wie für mich.
Er warf mir einen letzten Blick zu, ehe er vor mir in die Bahn stieg und ich ihm folgte. Dort drin gab es Kameras, doch mit den Kapuzen tief in unserem Gesicht, sollte uns niemand erkennen. Das Adrenalin pumpte durch meine Adern und ließ meinen Bauch unangenehm kribbeln, als wir losfuhren. Nur Taehyungs Präsenz gab mir etwas Ruhe, obwohl er sicherlich auch aufgeregt war.
Es schien unendlich lange zu dauern, bis wir bei meinem Apartment ankamen. Dort stiegen wir schnell aus und huschten zur Tür, bei welcher ich mit zitternden Händen den Code eingab. Ich zuckte zusammen, als sich die Tür tatsächlich einen Spalt öffnete. Sie hatten wohl gar nicht darüber nachgedacht, den Code zu ändern.
"Fuck, es funktioniert wirklich..", hauchte Taehyung und ich bekam Gänsehaut von seiner Stimme, als wir eintraten. Er sah nun zum ersten Mal, wo ich aufgewachsen war und ich fragte mich wirklich, was er davon hielt.
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