
Kapitel 5
Als sie auf wachte, überzog Nebel den Boden. Neben ihr lag Tao, zusammengerollt zu einer Kugel. Kris lag als Wolf an ihren Beinen. Vorsichtig richtete sie sich auf und lief so leise wie möglich in den Schatten der Bäume.
Was hast du vor?, knurrte ihre Wölfin.
Ich weiß nicht. Die Wölfin schnaubte und rollte sich zusammen.
„Solltest du nicht bei deiner Gruppe sein?“ Sie fuhr herum und sah erstaunt Sehun und Luhan an.
„Ich wollte einen Morgenspaziergang machen“, antwortete sie. Sehun kniff seine Augen zusammen.
„Ich verstehe nicht, wieso D.O. dich zu Kris und Tao geschickt hat. Immerhin hat Kris es schon zwei Mal geschafft, dass dein Wolf die Kontrolle übernommen hat“, sagte Luhan und sah sie mitfühlend an.
„Du kannst mit uns kommen“, schlug Sehun vor.
Sie schüttelte den Kopf: „Es geht schon. Vielleicht wird es noch besser.“ Sehun und Luhan sahen nicht überzeugt aus.
Sie lächelte: „Ich bin mir sicher, dass es besser wird.“
„Lola?“, Tao stand hinter Sehun und Luhan und sah die beiden erstaunt an.
„Wo ist Kris“, Sehun kniff die Augen zusammen.
„Der packt unsere Sachen zusammen.“
„Hat es Probleme gegeben bei euch?“, Luhan sah besorgt aus.
Zögerlich nickte Tao: „Xiumin ist gestern aufgetaucht und hat Lola angegriffen. Kris hat ihn verjagt.“ Sehuns Miene verschloss sich.
„Wir kommen mit euch“, sagte er entschlossen.
„Das glaube ich weniger“, knurrte Kris. Mit schief gelegten Kopf beobachtete sie das Geschehen.
„D.O hat gesagt wir sollen in der Gruppe bleiben, solange bis wir bei der Halle sind.“ Kris sah die beiden scharf an.
„Seit wann akzeptierst du was D.O sagt? Deiner Meinung nach wärst du der bessere Anführer“, sagte Sehun.
Kris zuckte mit den Schultern: „Kommt, wir gehen. Gib mir deine neue Jacke, sonst endet sie wie das neue Shirt.“ Er streckte ihr die Hand hin.
„Wäre es nicht weiser, wenn wir mit ihnen gehen? Was wenn Xiumin wieder kommt?“, fragte sie zögerlich. Er knurrte leise.
„Er wird nicht mehr kommen“, sagte er, gefährlich leise und seine dunklen Augen wurden leicht rot.
Reg ihr nicht weiter auf, sein Wolf ist schon ganz unruhig, warnte ihre Wölfin.
„Lass deine schlechte Laune nicht an ihr aus“, mischte sich Sehun mit ruhiger Stimme ein. Kris Augen wurden gefährlich rot. Sie trat einen Schritt zurück.
„Kris, beruhig dich wieder“, sagte Luhan, und legte seine Hand aus Kris Schulter. Er grollte wütend.
Mach was Welpe!, jaulte ihre Wölfin erschrocken auf. Zögerlich trat sie einen Schritt auf ihn zu. Sofort fixierte er sie.
„Bleib zurück“, befahl Sehun.
Noch einen Schritt, knurrte ihre Wölfin nun ruhiger und sie tat es. Kris Brustkorb knackste.
Lass mich raus, forderte ihre Wölfin ungeduldig, doch sie schüttelte den Kopf. Sein Gesicht begann sich zu verformen. Seine Hände wurden zu Pfoten, ebenso wie seine Beine und er fiel auf alle Vier.
„Lola!“, zischte Luhan.
Ihre Wölfin warf sich gegen die Gitter, wenn du mich nicht sofort raus lässt, dann mach eben das, was ich dir sage. Sie nickte.
Streck deine Hand aus. Aber langsam, befahl ihre Wölfin. Vorsichtig streckte sie ihre Hand aus. Kris knurrte mit zurück gezogenen Lefzen warnend.
Bleib stehen und rühr dich ja nicht, knurrte ihre Wölfin und trabte unruhig im Kreis. Sie versuchte nicht zu zittern. Plötzlich zerriss der Schrei eines Hähers die Stille und sie zuckte zusammen.
Dummes Huhn, knurrte ihre Wölfin und brach an die Oberfläche. Keine Sekunde zu spät, denn Kris schnellte vor und verbiss sich in ihren dicken Nackenpelz. Er schüttelte sie wie hilflose Beute und schleuderte sie von sich. Benommen rappelte sie sich wieder auf. Ihre Wölfin übernahm die Kontrolle und wich den Schnappern von Kris aus. Sie spannte ihre Beine an und warf sich auf Kris. Der Dunkelbraune ging zu Boden sofort schoss Sehun in Wolfsgestalt heran und drückte ihn mit seinen Pranken zu Boden. Die Wölfin lenkte ihren Körper immer noch, weshalb sie auf ihn zu tappte und ihm die Schnauzte auf den Kopf legte. Kris wand sich unter Sehun und versuchte ihn abzuwerfen. Sie begann zu brummen.
Was machst du da?
Lass mich einfach machen, knurrte ihre Wölfin und brummte weiter. Kris beruhigte sich langsam und lag schließlich ruhig am Boden und lauschte ihrem Brummen. Schließlich zog sich ihre Wölfin zurück. Auch Sehun verwandelte sich wieder in einen Menschen. Kris lag ruhig in seinem Wolfkörper am Boden und starrte vor sich hin. Sie hievte sich hoch und taumelte kurz. Tao fing sie auf.
„Was hast du gemacht?“, fragte er sie.
„Ich habe keine Ahnung. Das war meine Wölfin.“ Auch Kris kam wieder auf die Beine.
„Wir ziehen weiter“, brummte er. Tao ließ sie los und trat neben Kris. Sehun und Luhan sahen sich unschlüssig an.
„Wir treffen uns bei der Lagerhalle. Kris, achte darauf, dass dein Wolf nicht wieder deinen Körper kontrolliert. Du hast selbst gesehen, dass du nichts dagegen machen kannst“, meinte Luhan schließlich.
Kris nickte kurz und bedeutete Tao und Lola, ihm zu folgen. Sie folgte ihnen, wurde aber von Sehun zurück gehalten, der seine Hand auf ihre Schulter legte.
„Überlass ihr nicht zu oft deinem Körper. Sie sind alle gierig und versuchen so oft wie nur möglich aus zu brechen.“ Ihre Wölfin knurrte leise auf, blieb aber liegen. Sie nickte und lief auf Kris und Tao zu, die stehen geblieben waren und auf sie warteten.
Der Weiße denkt ich sei genauso. Aber du kannst mir glauben, ich habe schon mehr Erfahrung als dieser aufgeblasene Welpe, knurrte ihre Wölfin.
Wie meinst du das?
Ihre Wölfin schnippte mit dem Ohr, jeder von ihnen trägt die Seele eines neugeborenen Wolfes in sich. Die Wölfe sind jung, gierig und denken nicht nach, wenn sie etwas tun. Sie legte ein wenig verwirrt ihren Kopf schief.
Und was ist mit mir?
Die Wölfin schnaubte amüsiert, ich bin keine neugeborene Seele. Ich habe schon einige Male heraus gefunden, was passiert wenn man den Körper des Trägers steuert. Ich werde alles tun, dass du zu dem kommst, zu dem du bestimmt worden bist. Nun war sie vollkommend verwirrt.
Zu was bin ich den bestimmt worden?
Doch ihre Wölfin rollte sich anstelle einer Antwort zusammen. Tao sah sie fragend an.
„Was?“
Er lachte auf: „Ist schon gut.“ Kris wich ihrem Blick aus.
„Bist du verwirrt?“, Tao sah sie mitfühlend an. Sie nickte. Ohne ein weiteres Wort zu wechseln gingen sie weiter bis sich die Sonne wieder dem Horizont zu neigte. Immer wieder hatte sie versucht ihre Wölfin zum Sprechen zu bringen, doch diese schwieg eisern.
„Wir werden hier übernachten. Tao du bleibst bei ihr. Falls einer von ihnen kommen sollte, ruf mich“, sagte Kris, verwandelte sich in eine Wolf und verschwand mit großen Sprüngen im Wald.
Hey könntest du mir bitte antworten?, versuchte sie es wieder. Ihre Wölfin schnaubte und versteckte ihr Gesicht unter ihren Pfoten. Genervt stand sie auf und begann herum zu tigern.
„Ist sie es?“ Sie fuhr herum und starrte Xiumin an. Der weiß graue Wolf stand im vorsichtigen Abstand zu ihnen. Tao sah ihn an.
„Vielleicht. Wir wissen es nicht“, antwortete er. Sein Gesicht war starr wie eine Maske, doch sie sah, dass seine Augen unsicher funkelten. Xiumin trat näher.
„Xiumin geh wieder. Kris ist in der Nähe und wenn er dich sieht, wird er dich wieder angreifen“, sagte Tao.
Xiumin legte seinen Kopf schief: „Ist es schon wieder passiert?“
„Verschwinde Xiumin“, Taos Augen wurden hart. Xiumin verharrte und wand sich schließlich zu gehen.
„Möchtest du nicht wieder zu uns kommen?“ Tao knurrte.
„Du weißt, dass Kris dich auch im Stich gelassen hat. Wir haben uns um dich gekümmert. Kaum war er wieder da, war es vergessen, dass er die Truppe verlassen hat“, Xiumin sah Tao starr an.
„Verschwinde Xiumin. Er ist wieder gekommen. Das ist das einzige was zählt.“ Taos Augen flackerten und wurden rot. Xiumin neigte den Kopf und verschwand. Tao ließ sich zu Boden gleiten und kauerte sich zusammen.
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So endlich habe ich es geschafft ein neues Kapitel hoch zu laden.
Hat es die gefallen? Ich hoffe doch sehr.
Danke fürs Lesen
Ich wünsche noch einen schönen Abend.
Lomnia
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