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to the cold and the static.

„Darf ich dich besuchen kommen?", lehnte Brooklyn mit verschränkten Armen in der Tür und sah Otis aufmerksam zu, wie er versuchte, sich die Schuhe zu binden, während Jasper immer wieder zwischen seinen Beinen umher streifte. Bear und Dozer saßen folgsam neben der mittleren Farrell und sahen ebenfalls dem Spektakel zu.

Otis, der es nun geschafft hatte eine Schleife zu binden, hob nun Jasper auf und strich ihm über den Kopf.

„Sicherlich", beantwortete er ihre schüchtern gestellte Frage und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen, „Mum freut sich immer auf Besuch. Besonders jetzt", senkte er leicht den Kopf, ehe er sie wieder anlächelte, „und ich natürlich noch mehr."

Darauf nahmen ihre Wangen einen leichten Rotschimmer an und ein warmes Lächeln stand auf ihren Lippen, bevor sie sich den letzten Kuss des Tages von ihrem Freund stahl, der nun halb nass, mit dem Hund unter dem Arm, den Weg nachhause antrat.

Doch war Otis mit seinem Kopf während dem Weg nach Beverly Hills ganz wo anders. Ihm ging immer noch nicht der Gedanke aus dem Kopf, wo Onkel Jason war. Niemand hatte gesprochen von ihm, Otis hatte ihn nicht auf dem Friedhof erblickt. Soweit er wusste, war der Bruder seines Vaters auch beteiligt gewesen, was das Geschehnis anbelangt, an welches Otis nicht einmal einen Gedanken verschwenden wollte.

Der Hund rannte bellend und die Ankunft verkündend, in das Haus. Um einiges glücklicher als vorhin und machte damit auch Anna aufmerksam, dass nun der nächste Shinoda das Haus betrat, während Jojo und Abba sich vorhin nur eine Tasse Kaffee geholt hatten. Danach wieder im alten Kinderzimmer verschwunden waren.

„Otis", begrüßte sie ihn, als er vom Flur in das Wohnzimmer trottete und sofort in den Arm genommen wurde. Eine Geste, die er mit zunehmendem Auftreten immer mehr mochte.

„Wie ist es gelaufen?"

„Brooklyn war", überdachte er kurz seine Wortwahl, „sie sorgt sich wahnsinnig um mich. Ich hätte sowas nie gedacht."

Anna lächelte ihm nur entgegen, da seine Mundwinkel nur bei der Aussprache des Namens seiner Freundin leicht nach oben gegangen waren.

„Das ist schön zu hören. Natürlich sorgt sie sich um dich", tippte sie nun auf seine Brust, auf ungefährer Höhe des Herzens, „weil ihr dadurch verbunden seid. Wenn es dir schlecht geht, geht es ihr auch schlecht und umgekehrt."

Otis ließ ein paar Sekunden vergehen, um diese Aussage in seine Gehirnzellen sickern zu lassen, bevor er das Thema wechselte.

„Mum, warum hat mich niemand angerufen, als es passiert ist?"

„Was passiert?", war Anna leicht verwirrt und konnte ihrem Sohn nicht folgen, „dass Brooklyn sich sorgt?"

„Nein", schüttelte Otis den Kopf und atmete tief durch, „das mit Dad."

Als traf es sie wie eine Faust ins Gesicht, entwich ihr die Gesichtsfarbe und wurde von einem krankhaften Blass ersetzt.

„Weil es keiner gewusst hat", murmelte sie leicht in sich hinein, ihm etwas die Wahrheit verschweigend, was Otis ungemein bemerkte. So gut kannte er seine Mutter schon, wie sie war, wenn sie nicht alles preisgab, was sie wusste.

„Weil ihr mich vergessen habt, nicht wahr?", schluchzte er kurz, versuchte aber nun nicht vor ihr in Tränen auszubrechen. Hatte er doch heute schon genug vergossen.

„Nein", fuhr sie ihn leicht an, worauf er nur zurückzuckte, „ich wollte es dir nicht antun."

„Was antun", wurde Otis ein wenig von seiner Ungeduld übermannt und legte seine Arme auf die Schultern seiner Mutter. Als würde er ihr die Kraft zurückgeben wollen, die er ihr in all den Jahren mitgegeben hatte.

„Bitte rede mit mir."

Sie hob ihren Kopf. In ihren Augen hatten sich schon längst wieder Tränen gesammelt, öffnete sie den Mund, doch brachte sie nichts hervor. Nicht mehr als ein kurzes Stammeln, welches sie aber nun unterließ. Otis wusste doch, wie sehr sie es hasste, wenn sie sprachlos war.

„Ihn so zu sehen", hauchte sie schlussendlich hervor und warf sich in seine Arme, bevor Anna sich an den Stoff des feuchten Hoodies klammerte und zu weinen begann. Kaum mehr ein Ende fand und auch Otis einen weiteren Denkanstoß verpasst hatte, der ihm Kopfschmerzen bereitete.

„Wo ist eigentlich Onkel Jay?", fragte er aus dem Nichts und Anna richtete sich auf, um ihn mit starken Augen ansehen zu können, deren darin schwimmenden Tränen diese Stärke in Verzweiflung umzuwandeln schienen.

„Im Musikzimmer", schniefte sie ein letztes Mal und nahm seine Hände ab, „du solltest mit ihm reden."

Otis nickte kurz und sah auffordernd zu seiner Mutter, die ihm nur ein unterstreichendes Kopfnicken schenkte, bevor seine Füße ihn in das besagte Zimmer trugen, welches keiner mehr seit einer Woche betreten hatte.

In seinem Kopf, hatte er doch geglaubt er würde zu schwer werden, mit nichts als Fragen befüllt sein, hatte sich ein unendlich leeres Universum dort stattdessen ausgebreitet.

Als er nun mit zittriger Hand die Tür öffnete, stieg ihm der Duft von Parfüm in die Nase, welches er zu vermissen schien. Doch auch sanfte Musik vernahm er. Klänge von harten Gitarren und starkem Schlagzeug, vermischt mit Gegröle und wundervoller Zweistimmigkeit.

„Hast du gewusst, dass die jetzt schon 30 Jahre alt ist?", wurde er mit Worten anstatt einem Gruß empfangen, worauf er die Person erblickte, die sich ins Musikzimmer verkrümelt hatte. Der Otis dazu veranlasste, einmal genauer hinzuhören.

Es war ein alter Song. Das war alleine schon am Klang und dem Rap-Gesang zu hören.

„Warum hörst du, With You?", fragte Otis leicht verwirrt und ließ sich schweren Herzens in den Schreibtischstuhl fallen, bevor er sich zu Jason drehte, um ihn ansehen zu können. Er scheint leicht in Gedanken versunken, starrte auf den Boden, während er im Stoff des weißen Sofas zu versinken drohte.

Now I'm trapped in this memory and I'm left in the wake of the mistake", murmelte er genau an der passenden Stelle mit, worauf Otis nun verstand und die Musik nicht mehr beachtete.

„Wie geht es dir?", fragte er vorsichtig und lehnte sich seufzend zurück, worauf Jay aufsah. In seinem blassen Gesicht waren noch Kratzer vertreten, die durch die Hautfarbe noch mehr hervorstachen. Man sah aber nicht nur die Wunden in seinem Gesicht, sondern auch die seiner gebrochenen Seele durch die Augen.

„Schlecht?", schnaubte er kurz und legte nun den Kopf zurück, um die Decke zu mustern, richtete seinen Blick danach aber wieder zu Otis, „ich kann nicht sagen wie es mir geht."

„Nicht besser wie mir wahrscheinlich", seufzte Otis erneut und stützte seine Ellbogen nun auf den Oberschenkeln ab.

Jason richtete sich langsam auf und sah Otis mit dem Hauch Sorge an: „Mum hat gesagt, dass du zu Brooklyn gefahren bist. Wie geht es euch?"

„Sie sorgt sich sehr um mich", lächelte er leicht, „ich kann mich nicht beschweren. Sie ist eine so wundervolle Frau."

„Sieht man", zog Jason Kreise in der Luft, die das Lächeln des Jüngeren einbeziehen sollten.

„Warum hat mir niemand gesagt, was los ist?", wechselte er wieder so schnell das Thema wie vorhin beim Gespräch mit Anna, worauf auch Jason einen Grad blasser wurde, wo er sonst schon so geisterhaft wirkte.

„Wie meinst du das", murmelte er und schloss kurz seine Augen, bis ihm Otis erneut eine Frage stellte.

„Was passiert ist, wie es passiert ist und als es passiert ist."

Jason schüttelte den Kopf. Er wollte diese Worte nicht hören, weder noch darüber sprechen. Hatte er in den letzten Tagen kaum mehr etwas gesprochen. Nur noch dem Weinen seiner Mutter zugehört, die das Wohnzimmer hunderte Male auf und ab gerannt war. Der Vater war schon lange nicht mehr im Haus geblieben, es war zu viel um die Jahrhundertwende hier passiert, um es bei jedem Schritt erneut in seinem Kopf schmerzhaft Revue passieren zu lassen.

„Warum fragst du mich das", hauchte er, „willst du mich quälen oder...", brach Jason ab, als er den empörten Blick von Otis erkannte, der seine vorherige Frage wohl mehr als nur mit einem Funken Ernst ausgesprochen hatte.

„Mir hat niemand gesagt, was passiert ist", schniefte er kurz, „ich wurde nur angerufen, dass in einer Woche die Beerdigung ist."

„Du hättest ihn nicht sehen wollen", starrte Jason leicht paralysiert in die Ferne, als würde er auf dem schimmernden Parkett einen Fehler erkannt haben, „nicht wie er ausgesehen hat."

„Vielleicht wollte ich es", fuhr er sich mit einer Hand wild durch die Haare, um unmittelbar darauf seine vorherige, leicht nach vorne gebeugte Position wieder einzunehmen, „vielleicht würde ich mich dann nicht so schlecht fühlen. Ich-ich...", stotterte er und richtete sich auf, um darauf auf sich selbst zu deuten, „ich kann nicht mehr schlafen, so quält es mich. Einfach nichts mehr gesagt zu haben."

„Du gibst dir die Schuld, weil du so wenig zuhause warst, nicht wahr?", hauchte Jason erneut und durchschaute nun den ältesten Nachwuchs der Familie Shinoda.

„Ja", vergrub er nun das Gesicht hinter seinen Händen, „er hat so lange darauf gewartet, dass ich endlich wieder mal nachhause komme. Aber ich habe immer abgesagt. Dafür hasse ich mich", nahm er seine Hände ab und hauchte in Richtung seines Onkels, „ich kann dir nicht sagen, wie."

Jason nickte nur als Antwort. Er wusste nicht wirklich, was er darauf sagen sollte. Doch schuldete er nun Otis die Wahrheit, da mit seinem Unwissen die Schuldgefühle sich weiter durch seine Seele fraßen. Das wusste Jason. Denn spätestens als er selbst mit seiner Mutter darüber gesprochen hatte, konnte er wieder halbwegs schlafen, subtrahierte man die Albträume.

„Willst du es wirklich hören?", kam es fragend in Richtung Otis, der nur nickte, sich innerlich aber nicht wirklich sicher war.

„Vielleicht bin ich danach besänftigt."

Jason nahm einen tiefen Atemzug und bevor er von Crawling begleitet wurde, wie er in der Zeit zurückdrehte und versuchte, stark zu bleiben, während er Otis die Lage so gut wie möglich zu beschreiben versuchte.

„Ich hab' was getrunken, ich fahr' nicht mehr", kicherte Jason leicht, bevor er halb zum Auto schwankte. Nüchtern war er schon lange nicht mehr an diesem heutigen Abend, der amüsanter gewesen war, als ursprünglich angenommen.

„Typisch", boxte Mike seinem Bruder auf die Schulter und öffnete die Beifahrertür.

„Hey!", meldete sich Jason empört, bevor er von Mike in das Auto gedrückt wurde und die Tür mit einem Knall zufiel. So hastete Shinoda auf die Fahrerseite und sprang hinein, um sich von den herunterfallenden Regentropfen zu schützen, die schwer waren. Die Kälte des Novembers hing in der Luft und ließ die Straße nur spiegelglatt wirkend aussehen. War sie auch ein wenig vereist, da Mike beim ersten Schritt aus dem Gebäude schier einen Spagat hingelegt hätte. Vom Lachen von Jason begleitet.

„Also ich muss sagen", murmelte dieser vor sich hin, als Mike den Motor startete und ausparkte, „war lustiger als angenommen."

„Ich habe es dir ja gesagt", lächelte Mike kurz seinem Beifahrer entgegen, bevor er sich wieder auf die Straße in der anbrechenden Nacht konzentrierte.

„Hättest du mir früher gesagt, dass dein Freund eine Star Wars Kunstausstellung betreibt, wäre ich auch ohne Überreden mitgegangen", schmollte Jason leicht und dachte an die Diskussion von vor einem halben Tag zurück.

Mike konnte nur lachen und den Kopf schütteln. War es doch so etwas wie eine kleine Überraschung als nachträgliches Geburtstagsgeschenk gewesen. Auch wenn sein jüngerer Bruder nicht wirklich ein Mensch für solche Ausstellungen war, wusste Mike doch, wie sehr es ihm dann doch gefiel, wenn es um ein Thema ging, was ihn ansprach. Jason wollte einfach nicht wirklich seine Arbeit in der Freizeit sehen, wo Mike ganz anders war.

„Hast du immer noch nicht verstanden, dass es eine Überraschung sein sollte?", schüttelte er erneut den Kopf und Jason konnte nur wieder lachen. Nach Mikes Vermutung, müsste es doch mehr als nur ein Glas Sekt gewesen sein.

„Hab' ich ja verstanden", beschwerte er sich leicht, „und es war nur ein Glas Sekt. Nicht mehr."

„Erzähl' das jemanden, der es dir abkauft, aber nicht deinem großen Bruder, der dich schon aus unzähligen Kneipen gezogen hat", kam ein verschmitztes Lächeln zurück, welches Jason nur mit einem Augendrehen erwiderte. Nun kehrte Schweigen über die Autofahrt, während das Radio die Songs der älteren Tage hinausposaunte.

Bis sich Jason vor beugte und am Lautstärkeregler zu spielen begann, um sich ganz den Klängen des Songs hinzugeben, worauf sein Bruder nur große Augen bekam.

„Jetzt mach doch leiser!", stieg er vom Gaspedal, um mit einer Hand sich dem Regler zu näher, was Jason mit einer Handbewegung vereitelte.

„Ist doch cool", grinste er Mike entgegen und drehte zur Verärgerung des Älteren noch ein wenig lauter, „mir gefällt es."

„Mir gefällt es aber nicht, dass du dich darüber lustig machst", drehte er nun etwas leiser, zur Empörung von Jason, „woher haben die das überhaupt?"

Now I See? Hast du schon mal nach Demos gesucht? YouTube hat tausende davon", bemerkte Jason und lehnte sich zurück, „das war die Zeit, in der du immer durch das Wohnzimmer gehüpft bist und die Worte nur so aus dir herausgesprudelt sind. Jeden Tag noch schneller."

„Ja", seufzte Mike kurz und schwelgte leicht in Gedanken, „du suchst nach uns?"

„Es gibt viele Dinge, die du mir nie vorgespielt hast", verschränkte Jason seine Arme vor der Brust, „und ich war damals dein größter Fan. Carousel zum Beispiel", zuckte er kurz mit den Augenbrauen und entlockte Mike damit ein amüsiertes Lachen.

„Der Song hat Anna auch immer gefallen", zauberte sich ein Lächeln auf seine Lippen, während die Bäume der Landstraße an ihnen vorbeirasten.

„Wie lange seid ihr jetzt dann verheiratet?", warf Jason die Frage in den Raum, konnte er sich nicht wirklich an das Datum oder das Jahr erinnern, wo er zu diesem Anlass das erste Mal mit Annas Eltern zu tun gehabt hatte. Und gab er auch dem Alkohol ein wenig die Schuld, der seine Sinne leicht benebelte.

„2003 haben wir geheiratet. Jetzt sind es dann schon 27 Jahre."

Diese Aussage wurde mit einem kurzen Huh von seinem Bruder kommentiert, dem es nur leicht die Sprache verschlagen hatte.

„Und ich bin so glücklich wie am ersten Tag", lächelte Mike stolz und wurde nun mit einer Frage überrumpelt, die für ihn etwas zu schnell gefragt wurde.

„Und Otis? Wie geht es ihm?"

Mike grübelte kurz über seine Worte. Wollte er es doch schön verfassen. So wie er es empfand. Auch wenn es nicht immer einfach war.

„Er ist langsam aber sicher auf seinem Karrierehöhepunkt. Wir telefonieren sehr wenig, aber er erkundigt sich dann immer viel, wie es uns und Abba und Jojo geht. Es ist okay so", klang es alles andere als in Ordnung, was Jason nun auch von sich gab.

„Überzeugt klingt es aber nicht."

Mike schüttelte kurz den Kopf, nicht das erste Mal an diesem Tag und antwortete nun erneut. So, als hätte er sich diese Worte schon lange vorher in seinem Kopf zurechtgelegt, was auch nicht aus der Luft gegriffen war.

„Klar tut es weh, ihn nicht mehr zu sehen, aber du musst wissen, dass ich stolz bin. So richtig stolz, was er mit seinen jungen Jahren schon aufgebaut hat. Ich bin so stolz, ich kann es kaum in Worte fassen", lachte Mike kurz und Jason stimmte mit ein.

„Du hast dreimal stolz in einer Aussage verwendet. Das heißt wohl was."

„Und wie, ich..."

Mike erstarrte nur, als ihn die Lichter gleisend blendeten. Er keine Straße mehr vor sich sah. Nur noch einen rechteckigen Umriss mit Licht, der auf sie zuraste.

„Mike!", schrie Jason energisch und drückte sich in den Fahrersitz, doch sein Bruder scheint nicht zu reagieren. Sah er schon, was kommen wird.

Er spürte nichts als Luft. Kalte, bittere Luft. Auf seinem Kopf, im Gesicht, auf seinen Armen. Luft, die das fließende Etwas auf seiner Haut zum Frieren brachte.

Sein Körper hing an die Tür gepresst, während sich die Haut seines Hinterkopfes in die scharfen Kanten der zerbrochenen Fensterscheibe bohrte. Glassplitter hatten sich in den blutverklebten schwarzen Strähnen verfangen, während er langsam seine Augen öffnete. Die Lider fast zu schwer waren, um sie offen zu halten.

Mit enormen Kraftaufwand, hob er seine Hände und erkannte die tiefen Schnittwunden, die sich in seine Unterarme zogen. Durch sein Hemd geschnitten, welches sich mit dem freigewordenen Blut vollsaugte. Bei jedem weiteren Atemzug, den er zitternd tätigte, füllte sich sein Körper mit mehr Schmerzen, die seine Muskeln langsam taub werden ließen. Einem unaushaltbaren Schmerz, der nun durch sein Husten noch unerträglicher wurde, was Mike einen bebenden Schrei entlockte, der sich in ein Weinen verwandelte.

Erschrocken fuhr Jason auf, der mit dem Kopf vorhin noch auf dem Handschuhfach verweilt war. Sein Atem war erschrocken schnell, während er sich mit beiden Armen vom Armaturenbrett aufstemmte und sich kurz sammelte. Anscheinend die Bilder sortierte, die durch seinen Kopf rauschten.

Danach fuhr er herum, als er das gehauchte Jason vernahm, welche Bewegung ihm einen Schmerzimpuls durch den Kopf jagte. Er biss die Zähne zusammen, um sich das Aufheulen zu verkneifen. Er wusste kaum, wie sie es geschafft hatten, der Kollision etwas auszuweichen, da doch ihr Wagen quer zur Straße stand. Müssten sie leicht geschlittert sein, als Mike das Lenkrad verrissen und mit der Schnauze des Autos am LKW gestreift war, der ihnen auf der falschen Fahrbahn entgegen gekommen war. Mehr hatte er nicht im Kopf.

Mike hatte seinen Bruder hauchend auf ihn aufmerksam gemacht. Er fühlte sich wie gelähmt. Anders, konnte er seine Situation wohl kaum beschreiben.

„Mike", murmelte sein Bruder und versuchte sich krampfhaft und etwas ungeschickt, aus dem Würgegriff des Gurtes zu befreien, während das Blut der großen Platzwunde auf der Stirn sich über seine linke Gesichtshälfte verteilte und mit dem freigewordenen Blut der feinen Schnitte auf den Wangen vermischte.

So hatte er sich nun den Gurt vom Leib gerissen und kniete auf der Mittelkonsole, obwohl sein Kopf hämmerte, als hätte er den Kater seines Lebens.

Mike sah ihn nur leicht von oben herunter an, was Jason verwirrt betrachtete. Versuchte er doch den Gurt seines Bruders zu lösen.

„Ich kann mich nicht bewegen", hauchte dieser kraftlos und schloss kurz seine Augen, bevor er zu schluchzen begann. Das einzige, was nicht schmerzte.

„Was?", verstummte Jason und sah nur das leichte Nicken von Mike, der nun wieder seine Augen öffnete. Wie Tränen über seine Wangen liefen. Darauf Jason wieder am Gurt zerrte, als wäre er verrückt.

„Lass' es", legte Mike eine Hand auf die seines Bruder, der nun leicht blass wurde, als er das viele Blut sah, „es bringt sich doch nichts."

„Du gibst doch nicht etwa auf, oder?", fragte Jason verwirrt und ließ sich zurückfallen, da er von einer Schwindelattacke übermannt wurde.

Mit zitternden Händen, öffnete Mike die Knöpfe seines karierten Hemdes und traute sich kaum das zu erblicken, was darunter lag. Ihm war der Schmerz genug, um zu wissen, wie es um ihn stand.

„Mein Verstand sagt mir, dass es schon zu spät ist", hauchte er erneut und die Farbe entwich Jason noch mehr, als seine Sicht sich wieder klärte und er mit einem Finger statisch angezogen auf die Stelle zufuhr, die sich nur durch eine ungewöhnliche Erhöhung und Blut durch das Shirt sichtbar machte. Eine Millisekunde Berührung auf diese Stelle ließ Mike nicht nur einen Schrei an die Decke jaulen, der sogar Jason erzittern ließ, hatte der jüngere Shinoda auch erschreckend viel Blut an der Hand kleben.

„Entschuldige", kam es erschrocken von Jason und Mike versuchte seinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen, während sein Herz gegen seine schmerzende Brust hämmerte.

„Schon", schluckte Mike hart und stieß schwer die Luft aus, „okay, Jason. Schon okay."

So löste er nun den Blick auf seinem verletzten älteren Bruder und lehnte sich nach hinten, um die Jacken beider zu durchstöbern, die sie während der Fahrt auf die Rückbank geworfen haben.

Fündig wurde er letztendlich nach seinem Smartphone, was er auch gesucht hatte und konnte kaum glauben, wie unkontrolliert seine Finger zitterten. Kaum dazu fähig, den Daumen auf den Homebutton des iPhones zu legen und es damit zu entsperren.

Viel zu langsam für seinen Geschmack, tippte er die dreistellige Notfallnummer der Vereinigten Staaten ein, um irgendjemanden zu erreichen. Nur Hilfe war ihm jetzt wichtig. Befanden sie sich doch im Nirgendwo. Auf irgendeiner Landstraße zwischen Hesperia und Glendale. Für Jason, im Nirgendwo.

„Verdammt!", warf er das Smartphone vor seine Füße auf die Fußmatte, als er zuerst niemand erreicht und danach auch noch bemerkte, dass er keinen Empfang hatte.

„K-Kannst du mir, das Familienfoto aus meiner Smartphonehülle geben", hauchte Mike hervor und Jason bemerkte nun, wie sein Bruder spürte, dass es immer aussichtsloser wurde.

Jason nickte stumm und beugte sich abermals nach hinter, um nun die Jacke von Mike zu durchsuchen, aus der er ein leicht mitgenommenes Smartphone entnahm, ebenfalls von der Marke Apple und das gewünschte, leicht lichtgebleichte Bild hervorzog. Es an Mike weiterreichte, der es in seine roten Hände nahm, die er nur schwer auf seine Oberschenkel gelegt hatte. Seine Tränen mehr wurden.

„Ich werde sie nie mehr wieder sehen", murmelte er und schloss seine Augen, bevor er das Bild in seiner Hand zerknüllte, „ich will nicht alleine sterben."

„Wirst du nicht, du wirst nicht sterben", legte Jason nun eine Hand auf die Schulter seines Bruders, der nur halb hustend, ein kurzes Lachen hervorbrachte und eine Hand auf die seines Bruders legte. Ein Lächeln machte sich auf den Lippen von Mike breit, worauf Jason nur Worte hauchte, ein japanisches Sprichwort, welches ihnen ihre Großmutter immer zu verbreiten gelehrt hatte.

„Hyaku go yori isshō."

„Genau", schmunzelte Mike und schloss erneut die Augen, „ein Lächeln ist hundert Worte wert. Es ist okay Jason, wahrscheinlich muss es so sein. Pass' auf die Kinder auf."

„Kann ich das denn?", murmelte er hervor, während sich Tränen seinen Weg bahnten, da er es einfach nicht wahrhaben wollte, das Ganze mitzuerleben, „kann ich Anna vor die Augen treten?"

„Du kannst", öffnete Mike nun seine Augen und hob seinen Kopf leicht, „weil du ihr die Wahrheit sagen kannst. Sonst schläft sie nichts mehr. Also erzähl' ihnen allen, dass ich dankbar bin, mit ihnen mein Leben verbracht zu haben und dass ich in Frieden gestorben bin, okay?"

Jason sah seinen Bruder nur mit großen Augen an, der sich nun wieder zurücklehnte und kurz vor Schmerz stöhnte. Es grenzte fast an die Situation vor unzähligen Jahren, als Mike auf der Straße vor dem Haus gelegen war, Arme und Beine aufgeschürft. Das Skateboard meterweit entfernt. Jason neben ihm gekniet, der ihn nur mit großen Augen angestarrt und darauf gewartet hatte, bis endlich seine Mutter aus dem Haus kam, um zu verkünden, dass der Krankenwagen unterwegs war. Damals hat Mike auch gelacht. Seinem Bruder schon davon erzählt, wie er darauf wartete, die leicht wütende Standpauke seiner Mutter zu hören und dass sie ihm schon unzählige Male gesagt hätte, dass sein betriebenes Spät dran sein, nur das gerade passierte herausgefordert hatte.

So wie auch jetzt. Wo das Lächeln auf den Lippen von Mike kaum zu übersehen war. Er sich der Ruhe hingab und nur darauf wartete, von den Schmerzen erlöst zu werden. Und nicht darauf brennend, die erste Stunde Mathe zu versäumen.

„Machst du das für mich, Jason?", hauchte Mike erneut hervor und visierte die dunklen Augen seines Bruders an, in die er wohl seinen letzten Blick werfen wird.

„Ja", nickte Jason und spürte, wie die Tränen in seinen Kratzern brannten, „ich mache es. Ich verspreche", griff er nach der Hand von Mike.

„Dann sehen wir uns später", starrte Mike an die Decke und stöhnte erneut, was Jason nur eine Gänsehaut aufzog, „denn auf der anderen Seite klingt so ewig lang."

Seinen Bruder so zu sehen, hätte Jason sich nie erträumt. So war das Verlangen in ihm, dies alles zu vergessen, groß, doch sein Versprechen hielt ihn davon ab.

„Dann hat er seinen letzten Atemzug gemacht", rieb Jason sich über das Gesicht, worauf er nun jedem Blick von Otis auswich, „und ich bin nur dagesessen und habe geweint", nahm seine Stimme einen leicht quietschenden Ton an, da er erneut in Tränen ausbrach, „eigentlich wäre ich mit dem fahren dran gewesen, aber ich habe es nicht eingehalten und dann könnte er hier sitzen und nicht ich und ich..."

Viel zu überwältigt von seinen Gefühlen, legte Jason nun seinen Kopf in die Hände und begann zu weinen. Otis hatte zugehört. Von Anfang bis Ende. War dankbar nun über die Wahrheit, an welcher unwissenden Stelle er in seinem tiefsten Inneren lieber eine Leere gelassen hätte. Fachte diese Geschichte doch seinen Schmerz erneut an.

So nahm sein Onkel sich nun Mut, kaum wissend woher und hob sein Gesicht aus den betropften Handflächen, bevor er tief durchatmete. Anscheinend noch Worte zu sagen hatte, worauf aber Otis ihm nur beim Gedanken, den er sich zu erraten traute, ins Wort fiel.

„Du warst nicht schuld, Onkel Jay", seufzte er, „es war so bestimmt. Schätze ich, außerdem ist er nicht alleine gestorben, wovor Dad doch Angst gehabt hat. Du warst bei ihm."

Ein wenig erstaunt von den Worten Otis', starrte Jason nur auf ihn. Ein Nicken als Unterstreichung für seine halbe Rede. Auch wenn diese Worte ihm schwer gefallen waren.

„Du hättest ihn sehen sollen, als er von dir gesprochen hat", sah Jason Otis nach, der sich nun neben ihm auf dem Sofa niederließ.

„Ich bereue es, nicht öfter gekommen zu sein", rieb Shinoda sich nervös die Hände und bekam nun eine Hand seines Onkels auf die Schulter gelegt.

„Ihr habt getan, was er immer wollte. Eure Träume erfüllen, wie unsere Eltern uns auch die Wahl gelassen haben."

Somit wurde die Tür geöffnet, als sich eine angenehme Stille ausbreitete. Die Musik während der Erzählung sich dem Ende zugeneigt hatte.

„Otis?", fragte Anna leicht zurückhaltend, da sie nicht wusste, ob die beiden ihr Gespräch schon beendet oder sie gerade in eine unpassende Situation reingeplatzt war, „hast du kurz Zeit?"

Ihr Sohn nickte nur, während sie Jason im Raum zurückließen, der nur bemerkte, dass er sich durch ein paar alte Songs arbeiten würde.

So standen schon Abba und Jojo in Mitten des Wohnzimmers, in welches Otis und Anna nun kamen. Durch die Fenster konnte er erkennen, dass bereits die Nacht angebrochen war.

„Es gibt noch etwas, was ihr bekommt", begann sie leise und zog drei Umschläge hinter ihrem Rücken hervor, „Mike hat es mir immer wieder gesagt, als ihr noch klein wart. Es war ihm besonders wichtig", sah sie auf die weißen Kuverts, auf denen jeweils schwungvoll die Namen der Kinder platziert waren, als würde sie darin weitere Worte suchen, „ich hab' es vorher nicht geschafft, sie euch zu geben."

„Schon okay, Mum", strich Abba ihr über die Schulter und wurde zu ihrer eigenen Überraschung von Otis ergänzt, „wir verstehen dich."

„Und dafür bin ich euch auch sehr dankbar. Einfach, weil ihr da seid", überreichte sie jedem den jeweiligen Brief, worauf sich alle der Shinoda Kids in eine andere, für sie wohl mit bedeutenden Erinnerungen geschmückte Ecke des Hauses verkrochen.

Jojo zwängte sich in den kleinen Korbstuhl, der sich im Wintergarten befand, während Abba sich entschied, in den Keller zu den Spraydosen und alten, verstaubten Bilder zu gesellen. Otis wandelte nur über die Treppen in sein Zimmer und mit geschickten Schritten über den Schreibtisch durch das Dachfenster.

Sofort empfing ihn eine Kälte, worauf er seine Hände noch etwas weiter in den Hoodie versteckte. Die Sterne strahlten ihm klar entgegen. Der Himmel machte keinen Anschein mehr auf das vorhin noch geherrschte müde Wetter. Und der Mond stand hoch und leuchtete stark genug, dass Otis seinen Namen auf dem Umschlag erkennen konnte. Vorsichtig darüber strich, als wäre die Schrift zerbrechlicher als alles andere existierende auf der Welt. So zerbrechlich, wie seine Seele es momentan war.

Doch erinnerte er sich an den Tag, als er hier sein erstes richtiges Männergespräch mit Dad geführt hatte. Über Mädchen, wie widerlich er es damals auch gefunden hatte. Wie Mike über den Gesichtsausdruck von ihm gelacht hatte. Wie sie danach die Sternschnuppen beobachtet haben. Bis spät in die Nacht.

So sah er in den Sternenhimmel. Sie schimmerten. Schimmerten ihm entgegen. Ließen seine Tränen noch mehr in seinen Augen glitzern. Sie gaben ihm Morsezeichen. Er gab ihm ein Zeichen.

Antworten, die er verstehen wollte. Aber nur in dem Brief vor ihm finden konnte. Von welchem Umschlag er nur sanft die hineingeschobene Lasche löste und ein zusammengefaltetes Papier herauszog. Das Parfüm von Mike kam ihm entgegen, sowie der sanfte Geruch von Stahlsaiten und alter Sprayfarbe.

Mit zitternden Händen faltete er den Brief auseinander und begann die sorgfältig, in Großbuchstaben geschriebenen Wörter zu lesen. Langsam und aufmerksam, um auch nichts zu überspringen.

LIEBER OTIS!

WENN DU DAS HIER LIEST, DANN WIRST DU WAHRSCHEINLICH SEHR TRAURIG SEIN, ABER DAMIT WILL ICH DICH AUFMUNTERN UND DIR DAS GEFÜHL GEBEN, IN MEINER NÄHE ZU SEIN.

DANKE FÜR DIE VIELEN MALE, IN DENEN ICH ALS STOLZER VATER DICH VOM KINDERGARTEN ABHOLEN DURFTE UND DIE KINDERGARTENTANTE ERNEUT VON DEINEN ZEICHENKÜNSTEN GESCHWÄRMT HAT.

DANKE, DASS ICH BEI DEINEM ERSTEN SCHLAGZEUGKONZERT DABEI WAR, WO DU SOGAR ONKEL ROB ZUM STAUNEN GEBRACHT HAST.

DANKE, DASS DU IMMER DER EINZIGE WARST, DER ES AKZEPTIERT HAT, DASS ICH MIT CHESTER, BRAD, DAVE, JOE UND ROB IMMER GEREIST BIN UND MICH SOGAR ÜBER SKYPE AUFGEMUNTERT HAST.

DANKE FÜR ALLES, WAS ICH MIT DIR ERLEBEN DURFTE.

AUCH WENN DU IN LETZTER ZEIT, WEIT WEG WARST, ES WAHRSCHEINLICH DANACH AUCH IMMER NOCH BIST, MÖCHTE ICH DIR HIERMIT ÜBERMITTELN, AUCH WENN ES NIE ÜBER MEINE LIPPEN GEKOMMEN WAR, DASS ICH UNENDLICH STOLZ AUF DICH BIN. DU HAST DIE STÄRKE DEINER MUTTER GENUTZT UND MEIN TALENT, OBWOHL ICH IM TANZEN ZWAR EINE NIETE BIN UND DEINEN WEG GEMACHT. EGAL WAS SIE DIR IN DER SCHULE IMMER GESAGT HABEN UND JA, ICH HABE DAVON GEWUSST. WAR BEI MIR JA SCHLIEßLICH NIE ANDERS GEWESEN, WAS AUCH MEINE REBELLISCHE PHASE MIT DEN BUNTEN HAARFARBEN EIN WENIG ERKLÄRT.

ABER DER EIGENTLICHE GRUND, WARUM ICH DAS HIER VOR JAHREN SCHON VERFASST HABE WAR, DASS ICH EUCH ETWAS GEBEN WOLLTE, WENN ICH NICHT MEHR BEI EUCH SEIN UND NUR MEHR ÜBER EUCH WACHEN KANN, DAMIT IHR EUCH IMMER AN MICH ERINNERT. AUCH WENN ICH SCHWER HOFFE, DASS IHR MICH NICHT VERGESST. SONST WERDE ICH ES WAHRSCHEINLICH TAGELANG REGNEN LASSEN ODER DREI TAGE HEIßES WETTER GEBEN. DARÜBER BIN ICH MIR NOCH NICHT WIRKLICH IM KLAREN, ABER ICH WERDE WAHRSCHEINLICH TRANSFORMERFIGUREN VOM HIMMEL PRASSELN LASSEN.

MEINE TRANSFORMERSAMMLUNG AUS MEINER JUGENDZEIT, ES MÜSSTE DIE DRITTE KISTE RECHTS IM DACHBODEN NEBEN DEM ALTEN SCHAUKELPFERD MIT DER ROTEN LACKIERUNG SEIN, GEHÖRT NUN DIR. WENN SIE NOCH DA STEHT.

MACH EINFACH ETWAS DAMIT. SPENDE SIE AN EIN MUSEUM, SOLLTE MIR EINMAL EINES GEWIDMET WERDEN, WAS ICH SCHWER GLAUBE, MACHE EINE SKULPTUR DARAUS, STELLE SIE BEI DIR IN JAPAN AUF ODER WERFE SIE EINFACH WEG. MIR IST NUR WICHTIG, DASS DU ETWAS DAMIT TUST, DASS DU DABEI AN MICH DENKST.

UND WAHRSCHEINLICH, ICH FÜHLE MICH LANGSAM SCHON WIE EIN KLEINER HELLSEHER, SITZT DU NEBEN DEM DACHFENSTER, GENAU EINEN METER ZU DEINER RECHTEN DANEBEN UND STARRST AUF DEN KLAREN STERNENHIMMEL. DAFÜR SORGE ICH SCHON. ICH HOFFE, ICH WAR AUF DER ERDE BRAV GENUG UND HABE MEINE AUFGABE ERFÜLLT, DAMIT ICH AUCH DAZU MÄCHTIG BIN, DAS WETTER EIN WENIG ZU LENKEN. DU WEIßT JA, WIE SEHR ICH DAS IMMER KÖNNEN WOLLTE.

ICH GLAUBE AUCH ZU WISSEN, MEINE AUFGABE ERFÜLLT ZU HABEN, ALS ICH 2009 IN DEINE AUGEN BLICKEN DURFTE UND GLÜCKLICH WAR. DASS IHR MICH ALS VATER IMMER UNTERSTÜTZT UND AUCH AKZEPTIERT HABT, WENN ICH EINMAL EINE SCHREIBBLOCKADE HATTE ODER EINFACH NUR MÜDE VON DER TOUR WAR UND NICHT MIT EUCH SPIELEN WOLLTE.

SEID ALSO FÜR EURE MUTTER DA UND STEHT IHR BEI, DENN ICH WEIß, DASS SIE UNUNTERBROCHEN NACHDENKEN UND NICHTS MEHR SCHLAFEN WIRD.

DANKE FÜR DIE VIELEN MOMENTE, IN DENEN IHR MIR EIN LÄCHELN AUF DIE LIPPEN GEZAUBERT HABT UND WIR GELACHT HABEN.

DENN WIE BESAGT EIN ALTES JAPANISCHES SPRICHWORT SO SCHÖN:

EIN LÄCHELN IST HUNDERT WORTE WERT.

AN MEINEN BEAR

DAD

So ließ er diese Worte auf sich wirken und atmete tief durch. Hatte er eigentlich mit Tränen gerechnet, doch die lebendige Schreibweise seines Vaters hat das Ganze erst recht mehr zu einem Abenteuer, als zu einem traurigen Abschied gestaltet.

So hat Mike es soweit gebracht, in Otis alte Erinnerungen loszureißen, die er schon geglaubt hatte, längst vergessen zu haben.

Und nun, hatte er doch nur den Absatz eines Songs vor Augen, welcher sich vorhin, beim Betreten des Musikzimmers in seinen Kopf gebrannt hatte.

It's true the way I feel
was promised by your face
the sound of your voice
painted on my memories
even when you're not with me

I'm with you


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