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januar

Die Anzeigetafeln des Zuges zeigten jetzt völlig andere Ziffern, ihn wunderte das, er kannte die Zahlen nicht, Daten sahen bei ihm zu Hause total anders aus. Außerhalb der Bahn türmten sich weiße Berge, Schneeflocken wirbelten in eiligem Tempo umher. Grau war der Himmel. Keine Wolke war zu sehen, Weltuntergangsstimmung.

Ein kleiner, versteckter Teil in ihr sprang, nach einem Blick aus dem Fenster, glücklich durch die Gegend. Erinnerungen an ihre Kindheit drängten sich in ihr beschäftigtes Gehirn, zauberten ihr ein sekündliches Lächeln auf die Lippen. Gedanken an einen baldigen, drängenden Termin schoben die Vergangenheit wieder zurück in die längst verstaubte Schublade.

Heute hatte sie ein Kleid in der Farbe rosa an. In den letzten Tagen war es schon orange und gelb gewesen. Grün, blau und lila. Er hatte wieder denselben Platz wie beim ersten Mal gewählt. Von dort aus hatte er die beste Sicht, konnte ohne entdeckt zu werden beobachten. Schon immer war er eher derjenige gewesen, der sich auf seine Augen statt den Mund verlassen hatte.

Genauestens betrachten, verriet ihm viel mehr als mit Menschen in Gesprächen verwickelt zu sein. Und sie anzusehen machte ihn auf eine Art und Weise glücklich, wie er sie noch nicht kannte. Er hatte nie Frauen beobachtet. Seine Mutter hatte ihm etwas Anderes beigebracht. Aber jetzt, jetzt war alles anders. Die Versuchung zu groß, seine Mutter tot.

Energisch schüttelte er den Kopf, verdrängte die Erinnerung, die aufkommende Trauer. Er hatte alles verloren. Jetzt blieb ihm nur noch die Zeit in der Bahn, die unvollkommene Schönheit der Unbekannten.

Sie sah so unwirklich aus. Wie eine einzige Perfektion, als hätte sie noch nie etwas in ihrem Leben falsch gemacht. Die Autorität, die sie ausstrahlte hatte ihn zu Beginn verunsichert. Eises Kälte war von ihr ausgegangen, hatte ihn überrascht, getroffen, selbst in der Wärme frösteln lassen. Aber sie hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er konnte einfach nicht aufhören, konnte sich auf nichts anderes mehr konzentrieren.

An diesem Tag hatte sie ihre braunen Haare hochgesteckt, sie mit einer glitzernden Spange befestigt. Die Form ihres Gesichtes war so noch ausgeprägter, ihre Kieferknochen schienen spitzer, denn je. Lange, dünne Beine wurden mit einer schwarzen Strumpfhose bedeckt, zeigten jedoch die Formen ihrer Figur. Der Stoff des Kleides lag eng an ihrer Haut an, kein Stückchen Luft passte mehr dazwischen.

Es kribbelte in seinen Fingern. Entgeistert musste er feststellen gerade an verbotene Dinge zu denken, versuchte dies aus seinem Kopf zu bekommen. Fassungslos verfolgte er seinem inneren Kino, saß wie ein aufgeregtes Kind in den Zuschauersitzen um kein Detail zu verpassen.

Mit der Zunge befeuchtete sie ihre Lippen, fuhr sich einmal darüber. Nervös hämmerte sie mit der Spitze ihres Kulis einen sinnlosen Takt auf das Holz des Zugtisches, sah verzweifelt aus dem Fenster. Vor ihr türmten sich neben einem Kaffeebecher Notizbücher und Terminplaner. Eine Seite war geöffnet, Klebezettel in allen Farben verzierten die vollgeschriebenen Linien.

Ein Seufzer ging durch ihren zierlichen Körper, hob ihren Brustkorb, ließ sie für einen kurzen Moment die Augen schließen. Auf ihren Lidern lag sauber aufgetragene, schwarze Farbe. Als sie sie wieder aufschlug, schien eisblau direkt auf ihm zu liegen.

Ein Stromschlag durchfuhr ihn, Hitze stieg in seinen Kopf. Erschrocken drehte er den Kopf, fühlte sich ertappt. Seine Hand berührte die warmgewordene Stirn, fast hätte er sich darauf geschlagen, so entsetzt war er darüber, gerade erwischt worden zu sein.

Sie jedoch hatte ins Leere gesehen. In ihrem Kopf drehten sich Zahlen wild im Kreis, Sätze führten wilde Tänze aus. Sie versuchte sich zu konzentrieren, versuchte klar zu werden, Ordnung zu finden. Schmerz erfüllte sie, nahm ihr weg, was sie dringend gebraucht hätte.

Zitternd griff sie nach süßduftendem Kaffee, nippte energisch an der Pappe des Bechers. Kurz schien das Getränk sie zu beruhigen, verschaffte ihr einige Sekunden der Ruhe. Schneller als sie kamen gingen sie wieder, nach einem Blick auf die aufgeschlagenen Seiten überrannte sie wieder die Mutlosigkeit. Das Verlangen laut zu fluchen, um sich zu schlagen oder schlimmeres zu tun brachte sie fast um, sie brauchte frische Luft.

Eine blecherne Stimme durchbrach das gesamte Geschehen. Jeder stoppte in seinen Tätigkeiten, sah hinauf zu den Lautsprechern. Passagiere schüttelten genervt die Köpfe, begannen laut zu schimpfen. Die Lautstärke schwoll an, wurde zu einem einzigen Geräusch.

Er jedoch saß immer noch in seinem Sitz, war etwas hinuntergerutscht um nicht wieder von den Augen der Frau entdeckt zu werden. Im Gegensatz zu all den anderen blieb er ruhig, folgte ihnen nach draußen, als sie alle sich erhoben um in klirrende Kälte zu treten.

Er verstand den Ärger der anderen nicht, bemerkte ihn nur an der Änderung ihrer Stimmung und den schlecht gelaunten Ausdrücken auf ihren Gesichtern.

Sie war mitten in ihrem Ärger versunken, fast gelähmt von ihm. Ihre Gedanken würden nicht mehr zur Ruhe kommen, sie wusste nicht mehr, wo ihr der Kopf stand.

Die Gleise konnten nicht mehr befahren werden, der Schnee lag zu hoch, die Kälte war zu kalt.

Sie alle waren gestrandet mitten zwischen meterhohen Schneebergen in einem unbekannten Dorf. Eine Weiterfahrt war nicht in Sichtweite.

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