Kapitel 16
(Mia)
Am nächsten Morgen werde ich durch meinen Wecker wach und habe absolut keine Lust auf Schule. Einerseits habe ich keine Lust mich wieder dumm machen zu lassen, weil es einfach nur nervt. Andererseits ist es gerade so gemütlich neben Pa...ich meine Łukasz. Vielleicht bemerkt er es nicht, wenn ich mich einfach wieder an ihn kuschel und so tue als wäre nichts gewesen. "Mia, du musst zur Schule.", murmelt Łukasz verschlafen. Okay, das war es mit dem Plan einfach liegen zu bleiben. "Ich will nicht. Es ist gerade so gemütlich.", nuschel ich. Lukasz schmunzelt und steht dann auf. "Nichts da. Du musst zur Schule und ich...", fängt er an und schluckt dann einmal, "Und ich muss zum Training." Was ist das in seinem Blick? Ich kann es nicht deuten. Łukasz bemerkt anscheinend, dass ich versuche irgendwas in seinem Blick zu finden und lenkt vom Thema ab. "Du gehst jetzt ins Bad und ziehst dich um. Und ich mache dein Frühstück fertig.", versucht er die Stimmung zu heben. Ich seufze und gehe dann an ihm vorbei ins Bad. 20 Minuten später gehe ich in die Küche und setze mich an den Tisch. "Hast du heute wieder Training mit Roman?", fragt Łukasz leise. "Ja, wir wollen heute richtig mit der Fallschule anfangen.", erzähle ich, trinke meinen Kaffee aus und muss dann auch schon los. "Bis dann Łu!", sage ich und umarme ihn nochmal ganz fest.
Lässig auf meinem Board stehend fahre ich zur Schule. Die ersten Stunden sind relativ langweilig. In Physik langweile ich mich zu Tode, starre aus dem Fenster oder male irgendwas auf meinen Block. Als Herr Riemann mich ermahnt und mich darum bittet die Aufgabe an der Tafel zu rechnen und ich das ohne Probleme erledigen kann, ist er sprachlos. Er dachte wahrscheinlich ich könnte nichts, so wie der Rest der Klasse. Falsch gedacht!
Im Sportunterricht ist es dann soweit. Chloe fängt wieder mit ihren Sprüchen an. "Weißt du was Mia? Erst siehst du aus wie ein Junge und dann bist du auch noch so flach. Damit wirst du niemals ein Kerl finden.", lacht sie in ihrer hohen Quietschstimme. Ich verdrehe die Augen und verlasse umgezogen die Kabine. Heute spielen wir Volleyball und sofort wird Chloe gewählt. Wenigstens etwas, was sie anscheinend kann. Sie scheint sich sicher zu sein zu glänzen, so wie sie grinst. Aber die Rechnung hat sie ohne mich gemacht. Ich auf der Angreiferposition, das wird zum Alptraum für das gegnerische Team. Natürlich ziele ich mit meinen Schmetterbällen immer auf Chloe, die damit gar nicht rechnet.
Als die Stunde dann vorbei ist, gehe ich wieder in die Kabine. Chloe ist natürlich sauer und stellt mir ein Bein, sodass ich nach vorne falle und meinen Kopf an der Bank stoße. Dann wird es für einen Moment schwer auf mir, bis Chloe mit ihrer Tasche aus der Kabine verschwindet und in eine andere Kabine geht. Ich rappel mich auf, ziehe mich um und fahre dann nach Hause.
Nachdem ich kurz zu Hause war, bin ich auch schon wieder auf dem Weg zum Trainingsgelände. Es mag stressig klingen, Schule und Training, jeden Tag. Aber Fußball ist eine perfekte Ablenkung. Nur leider geht das Training mit Roman viel zu schnell vorbei. Aber ich merke jetzt schon, dass ich enorme Fortschritte mache. Danach setze ich mich auf die kleine Tribüne und warte bis meine Mannschaft auf das Spielfeld kommen. "Wir machen heute viel Torschuss. Aus dem Stand, aus dem Lauf, einfach alles. Mia, du bist bereit ins Tor zu gehen?", fragt Michael und schaut mich an. Anstatt etwas zu sagen, grinse ich und gehe ins Tor. Dort liegen zwei Handschuhe. Das sind doch Roman seine?! Die kann ich ja Łukasz mitgeben, damit er sie morgen mit zum Training nehmen kann. Aber erstmal muss ich mich jetzt auszeichnen, was mir auch ziemlich gut gelingt. Fünf Minuten vor Trainingsschluss sehe ich, dass Chloe und die anderen Barbies auf der Tribüne Platz nehmen. Was wollen die denn hier? Achso, die wollten doch heute ins Kino. Haben ja laut genug davon geschwärmt in der Schule. Anscheinend holen sie Sina ab. "So Mädels, das war ein gutes Training!", lobt uns Michael. Die ersten gehen in die Kabine und ich nehme Roman seine Handschuhe, bevor ich mich auch auf den Weg mache. Ich bin total in Gedanken, dass ich in jemanden rein laufe. "Sorry Mia. Alles okay?", höre ich Roman seine Stimme. "Hey, was machst du denn hier? Oder bist du wegen deinen Handschuhen hier?", frage ich grinsend. Roman nickt lächelnd und ich gebe ihm seine Handschuhe. "Darf ich dich als Dankeschön nach Hause fahren?", fragt mich Roman. Ich nicke sofort und gehe mich schnell umziehen. Danach gehe ich wieder zu Roman und zusammen laufen wir zum Parkplatz. Natürlich entgeht mir Chloe ihr Blick nicht, aber das ist mir gerade herzlich egal.
Hallo Mia!
Falls du Hunger hast, im Kühlschrank ist noch eine Kleinigkeit für dich. Ich bin schon schlafen gegangen. Ich fühle mich nicht so gut. Hoffentlich geht es dir gut. Schlaf schön und gute Nacht :)
Łu
Den Zettel finde ich auf dem Küchentisch, als ich nach Hause komme. Ich esse schnell besagte Kleinigkeit und gehe dann ins Bett.
Am nächsten Morgen bin ich tatsächlich etwas motiviert. Schließlich ist Freitag und das heißt Wochenende, sobald die letzte Stunde vorbei ist. Zu meinem Glück gehen die Stunden schnell vorbei und mit einem Lächeln auf den Lippen gehe ich aus dem Schulgebäude. Das beste ist, dass heute kein Kommentar von Chloe kam.
Plötzlich werde ich zur Seite gezogen und finde mich ein paar Augenblicke später auf dem Hinterhof der Schule wieder. Tja, zu früh gefreut. "Was willst du denn Chloe?", frage ich genervt. Sie kommt näher an mich heran und schaut mich böse an. "Was hast du mit Roman Bürki zu tun? Also eigentlich ist es mir egal, aber halte dich von ihm fern! Er gehört mir!", zischt sie. "Bitte was? Das ist nicht lache. Er ist 27, du bist 15. Du kennst ihn nicht und außerdem würde er vor so etwas wie dir nur wegrennen. Und von dir lasse ich mir gar nichts sagen.", meine ich mit fester Stimme. Chloe zischt und nimmt mir dann mein Board weg. "Gib das wieder her.", fordere ich. "Wie du willst!", lacht sie und rammt mir das Board in meinen Magen. Vor Schmerzen stöhnend, lasse ich mich nach vorne fallen und schaue nah oben in das fiese Grinsen von ihr. "Halt dich lieber daran, was ich sage!", zischt sie und stolziert dann davon. Schlimmer kann es echt nicht mehr werden.
Doch jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Der Tag ist jedenfalls versaut. Genauso wie meine Stimmung. Lange halte ich das nicht mehr aus.
Ich hoffe das Kapitel gefällt euch!
Lasst gerne Feedback da :)
~M💛
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro