11.1| Cool bleiben
Verschlafend öffne ich meine Augen. Vom Licht geblendet kneife ich sie, bis ich mich an das Licht gewöhnt habe. "Kirishima, Bakugou ist wach!", ruft Jiro laut - Zu laut für meinen Geschmack. "Halt die Klappe", grummle ich. "Steh auf, Grummelbär. Zeit für Mittagessen", meint er lachend. ich setzte mich auf und strecke mich ausgiebig, bevor ich aus meinen Bett steige. "Ich gehe mal Zähne putzen"; murmle ich. "Mach dann aber schnell", rufen sie mir gleichzeitig zu.
Im Badezimmer schnappe ich mir meine Zahnbürste und die Zahnpasta. Während ich versuche die Reste der Zahnpastatube raus zuquetschen, stelle ich fest, dass Ira immer noch nicht erreichbar ist. Meine Sorgen von vorhin verstärken sich. Mir ist schon klar, dass sie auch Ruhe braucht, aber so lange? Vor allem würde sie mich nicht jetzt alleine lassen! Herr Aizawa, Todoroki und Deku sind schließlich noch da draußen.
Was soll ich nur Herr Aizawa sagen, wenn er mich nachdem Grund meines Fehlens fragt. Er denkt bestimmt, ich habe geschwänzt, um nicht mit ihm über die Geschichte vor paar Tagen zu sprechen. Fuck! Vor mir warten die unangenehmsten Gesprächen. Ein Weg drum herum werde ich nicht finden. Das ist mir klar. Vielleicht ist es besser nicht daran zu denken und es einfach hinter sich zu bringen, denke ich zuletzt ehe ich die Zahnbürste, auf die jetzt Zahnpasta ist, in meinen Mund steckte.
Nachdem Zähneputzen spritze ich Wasser ins Gesicht, um wacher zu werden. Zufrieden bemerke ich, dass ich nicht mehr so schlimm aussehe, wie vorher. Mag sein, dass ich die Augenringe noch da sind. Dafür aber nicht so schlimm wie vorher.
"Bakugou, mach schneller", höre ich gedämpft im Nebenraum von Jiro, die wie immer schnell ungeduldig wird. Ich stoße mich vom Waschbecken ab und gehe aus dem Badezimmer raus. "Endlich! Lass uns was zum Essen holen. Ich sterbe gleich", meint Jiro dramatisch. Augen verdrehend stampfe ich zur Tür und öffne sie theatralisch.. " 'ier entlang, Mademoiselle", sage ich verbeugend in einem französischen Akzent. "Das Essen erwartet Sie schon"
Ein Grinsen bildet sich auf Jiro, der schnell verschwindet. Stattdessen macht sich einen arroganten Ausdruck breit. Mit der Bemerkung "Das hoffe ich auch für Sie, Mister Butler" stolziert sie gespielt hochnäsig hinaus. Kirishima legt ein Arm um meine Rücken. "Lass uns gehen Bakubro. Wie wollen die Lady nicht warten lassen, oder?" Lachend folgen wir Jiro und machen uns auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum.
Jedoch wurden wir mitten auf den Weg aufgehalten von einer Person, die ich am allerwenigsten treffen möchte. "Bakugou, schön, dass ich dich auch hier treffe", sagt Herr Aizawa in einem sarkastischen Ton. Meinen Blick richte ich peinlich gerührt auf den Boden. Nicht jetzt. Bitte nicht jetzt! Wie soll ich das ganze überstehen, wenn Ira nicht da ist? Wie?!
Cool bleiben, würde Ira mir raten. Also schleiße ich für paar Sekunden meine Augen, ehe ich meinen Kopf hebe. "Es freut mich auch Sie zu sehen, Herr Aizawa", antworte ich in dem selben Ton wie er. Er zieht seine Augenbrauen zusammen und nickt nur. Dann starrt er mich an, was ich mir natürlich gefallen lasse, weshalb ich ihn auch zurück an starre.
"Wo ist die Kette?" Zuerst wusste ich nicht wovon Herr Aizawa redet. Dann erinnere ich mich schlagartig wieder. Er spricht von der Kette, die anzeigt, ob der Wolf aktiv ist der nicht. Die habe ich total vergessen. Wo habe ich sie nur hin getan. Gestern hatte ich sie noch, das weiß ich. In meinen Zimmer ist sie auf jeden Fall nicht, im Klassenzimmer auch nicht, da ich sie noch an hatte, als ich den Klassenraum mit Deku verließ...
Sie ist in Dekus Zimmer! Dort habe sie ausgezogen bevor ich duschen gegangen bin. Auf seine Kommode müsste die Kette liegen, denn da habe ich sie liegen lassen. "In meinen Zimmer", lüge ich. Herr Aizawa zu sagen, dass die Kette bei Deku ist, würde nur komisch klingen. Vor allem für Kirishima und Jiro, die wissen, dass ich schwul bin.
Unser Klassenlehrer nickt knapp. "Wir haben noch vieles besprechen... unter vier Augen beziehungsweise unter unter acht. All Might und Midoriya werden noch dazu kommen." Deku? Fehlt nur noch Todoroki und das Trio, das ich heute nicht treffen wollte, ist komplett. Wer weiß, mit meinen Glück wird er bestimmt auch noch dazu kommen.
"Bis Später, Bakugou", verabschieden sich meine beiden Freunde von mir mit einer Umarmung, "Viel Glück", fügt Kirishima flüsternd hinzu mit einem Zwinkern. Sie setzten den Weg fort. Zurück bleiben Herr Aizawa und ich.
"Folg mir", ordnet Herr Aizawa und geht auch schon los ohne auf mich zu warten. Angst kriecht in mir auf. Hoffentlich wird alles gut.
* * * * *
Genervt tippt Herr Aizawa mit seiner Fingerspitzen auf dem Tisch, während ich unruhig da sitze. Wann kommen All Might und Deku? Ich will es hinter mir bringen. Also wieso lassen sie uns warten. Zum tausendsten Mal schaue ich auf die Uhr. Es ist genau eine halbe Minute vergangen seit ich zuletzt auf die Uhr geschaut habe.
Mein linker Bein wippt vor Nervosität auf und ab. Kein Wunder. Mein Omega-Instinkt ist auf dem Weg sich geradewegs zu aktivieren. Das nur durch den bloße Gedanken daran an Deku. Ich hasse ihn dafür, dass er soviel Kontrolle über mich hat. Ich schüttele den Kopf. Wem machen ich hier was vor? Es ist egal wie oft ich es mir einrede. Ich kann ihn nicht wirklich hassen. Er ist ... Deku. Ihn zu hassen ist unmöglich.
Dann gibt es noch Todoroki, der allen ernsten behauptet, dass wir Seelengefährten sind. Ich gebe zu, dass es seltsam ist, dass er herausgefunden hat, dass ich ein Omega bin, aber gleichzeitig muss man sagen, dass Todoroki nicht wirklich zusammen passen. Wir beide haben Probleme, die wir noch nicht gelöst haben. Er braucht kein Freund, sondern einen Therapeut, der ihn zuhört. Die Kohle dafür hat er schon. Das einzig positive an ihm ist, ist sein gutes Aussehen vielleicht. Das war's. Im Gegensatz zu Deku fehlt mir das Hassen bei ihm viel leichter. Liegt wohl daran, dass ich nicht in ihn verliebt bin und wir uns nicht sehr lange kennen.
Erneut schaue ich auf der Uhr. Eine Minute sind jetzt vergangen. Ich lecke über meine trockne Lippen. Keine Spur von den beiden. Meine Augen wandern hin und her. Meine schwitzenden Hände wischen an meine Hose ab. Oh Mondgöttin!
Diese Anspannung ich halte sie nicht aus! Ruckartig stehe ich vom Stuhl auf, sodass sie auf dem Boden hin knallt. Herr Aizawa sieht mich überrascht, aber auch sauer an. "Setzt dich sofort wieder hin!", knurrt er. Man erkennt, dass er auch gerade nicht froh darüber ist, dass die Beiden ihn warten lassen.
"Nein!", brüllte ich ihn an. Meine Nerven sind am Ende. Diese Warterei, die Spannung in der Luft und die Aufregung, all das führt dazu, dass ich es nicht mehr hier aushalte. Dieses Gefühl ähnelt meinen Gefühl, als ich im Krankenzimmer war. "Ich habe kein Bock mehr zu warten. Ich gehe jetzt", schrie ich ihn an.
"Was ist plötzlich los mit dir! ", ruft unser Klassenlehrer aufgebracht. Er steht von seinem Sessel auf und stellt sich mir im Weg, als ich gerade dabei bin, die Tür zu öffnen. "Habe ich schon gesagt", erwider ich im gereizt. "Jetzt lass mich gehen."
Herr Aizawa drückt mich sachte zurück, als ich an ihn vorbei wollte. Er mustert mich, besondere meine Augen. Nachdenklich sieht mich mein Gegenüber. "Bakugou", meint er urplötzlich in einem sanften Ton. "Wir wollen hier nur reden. Keiner wird in diesem Raum verletzt. Sowohl psychisch als auch physisch. Du kannst dir Sicher sein, dass deine Angst hier unbegründet ist."
"Ich habe keine Angst!" "Es bringt mir nichts etwas vorzumachen. Das erkennt man an deiner Körperhaltung und an deine Aggressivität. Nimm wieder Platz." "Wie oft noch: Nein!", wiederhole ich mich. Das Ganze soll aufhören.
Herr Aizawa legt eine Hand auf meine Schulter. "Hinsetzen, Bakugou."
Zähneknirschend komme ich der Aufforderung anschließend doch nach. Herr Aizawa schüttelt Wasser in einem Glas und überreicht ihn mir. Stumm nehme ich es an. Mit einem Zug habe ich es schon geleert.
Dann lehne ich mich zurück und schließe meine Augen. Somit will ich versuchen mein rasendes Herz und mein schnellen Atem unter Kontrolle zu kriegen, um mich zu beruhigen.
Die ganze Zeit starrt mich Herr Aizawa an, als würde er versuchen wollen, meine Gedanken zu erraten. "Sollen wir schon mal anfangen?" Ich schüttle meinen Kopf. Daraufhin nickt Herr Aizawa nur. Doch nach paar Minuten bricht er wider die Stille. "Sollen wir Rescovery Girl rufen? Du siehst nicht gut aus." Wieder schüttle ich den Kopf. Herr Aizawa seufzt.
Eine halbe Stunde später beziehungsweise nach tausenden Versuchen von Herr Aizawa, der mit mir ein Gespräch anfangen wollte, klopft es dann. "Guten Tag, Herr Aizawa", ertönt eine bekannte Stimme. Ein letztes Mal atme ich tief durch. Bitte lass es gut gehen,
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