Replay - Shinee
*:.。. .。.:*・゜゚・*{ I swear I know my grave) *・゜゚・*:.。..。.:*
{アルコール}
Ich fühlte mich ein bisschen , wie in einem Flughafen.
Oder wie in einem Wartezimmer beim Arzt.
Ich saß in einem großen weißen Raum, einige schwarze Sitzreihen standen im Raum verteilt , ab und zu ein kleiner Tisch auf dem einige Magazine lagen. Der Raum wirkte ziemlich kalt , was nicht nur an der immensen Größe , sondern auch an der nicht vorhanden Einrichtung , Farbe und auch an der nicht vorhanden Heizung lag. Es war so kalt , dass ich trotz zwei Jacken (eine war von Jimin und roch immer noch nach ihm) immer noch frierte.
Für einen Flughafen war es eindeutig zu still. Das einzige ,was man hörte war das Ticken einer Uhr , die an einer Wand hing, und vielleicht das klappern meiner Zähne vom zittern. Manchmal hörte ich ein Piepsen , jedoch konnte ich nicht sagen , ob ich es mir nur einbildete oder ob es wirklich da war. In letzter Zeit bildete ich mir oft Dinge ein. Ich wusste nicht was echt ist und was nicht. Und es machte mich wahnsinnig. Ich war am verrückt werden. Und dieser Raum , der genauso gut in eine Psychiatrie passen würde , machte es nicht besser.
Für ein Wartezimmer beim Arzt war es hier definitiv zu leer. Ich war praktisch der einzige im Raum , zusammen mit einer Polizistin und einem Drogenspürhund. Und obwohl ich Ärzte irgendwo hasste , wäre mir das Wartezimmer gerade echt lieber. Denn mir war nicht ganz bewusst ob es an der extremen Nervosität und der Paranoia lag , aber mit kam es vor als würde dieser Drogen Hund mich anstarren. Die ganze Zeit. Wie als würde er mich gleich angreifen wollen. Mit guten Grund.
Zu sagen ich hätte Angst wäre etwas untertrieben. Ich war kurz davor mich zu übergeben , los zu heulen oder einfach ohnmächtig zu werden. Vielleicht sogar alles zusammen. Mir ging es den ganzen Tag schon so. Eigentlich sogar seit gestern Abend. Aber es wurde von Minute zu Minute schlimmer.
Ich hatte meinen Vater seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Und vor zwei Jahren sah der Wartebereich im Gefängnis auch etwa anders als jetzt aus. Nicht so kalt. Und nicht so verlassen. Ich hatte mir schon oft vorgestellt selbst mal im Gefängnis zu sitzen , da dies bei meiner dreiseitigen Situation nicht so unwahrscheinlich wäre. Und die Vorstellung brachte mich innerlich um , sodass ich mir geschworen habe mich zu erhängen , in der Minute in der ich in so eine Zelle eingesperrt werden würde. Es würde dann eh keinen anderen Ausweg mehr geben.
Ich zuckte zusammen , als plötzlich durch den Lautsprecher eine unangenehme, leicht angepisste , Stimme rief :"Nummer 12 zur Durchgangskontrolle." Und zitternd stand ich daraufhin auf.
Das war meine Nummer. 12. Den Zettel auf dem die Nummer stand hielt ich fest in den Händen. Ich hatte ihn beim Eingang bekommen, bevor ich ins Wartezimmer gekommen bin.
Zittern machte ich mich humpelnd auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Ein beängstigender Vorgang. Man wurde einzelne in einen Raum gerufen , und sobald die Tür hinter mir geschlossen wurde ging die Panik richtig in mir durch , und ich begann sogar noch stärker zu Zittern. Der Gefängsniswärter fragte mich sogar leicht überfordert , ob alles in Ordnung sei. Doch ich winkte nur ab und lies die Prozedur über mich ergehen.
Meine Jacke , Gürtel und alles was in meinen Taschen war musste ich abgeben. Mein Ausweis wurde eingesammelt , Formulare wurden ausgefüllt, dann musste ich durch den Metalldetektor , und ich wurde auf Sprengstoffspuren und Drogen getestet.
Als ich endlich fertig war durfte ich dann mit Begleitung eines Wärters in den Besucher Bereich. Als ich letztes Mal hier war mussten wir in einen extra Raum ,mein Vater bewacht hinter einer Scheibe sitzen , damit er mich nicht verletzten könnte. Immerhin hatte er mich versucht umzubringen. Aber schon damals wusste ich , dass er mir nichts mehr tun würde. Das damals lag alles an den Drogen , und nach seinem Entzug im Gefängnis hat er sich verändert. Sehr verändert. Das merkte man in seinen Briefen , und in der Art wie er schrieb. Er hatte mich nicht vergessen. Und Ich war extrem nervös ihn wieder zu sehen. Wie er wohl reden wird? Wie er aussieht? Es war wie als würde ich gleich völlig fremden Menschen kennen lernen.
Dieses Mal durften wir uns in dem normalen Besucher Bereich sehen. Ein großer Raum , indem ganz viele Tische und Stühle wie in einem Klassenzimmer standen. Der Raum war komplett leer. Nur der Wärter , der mich begleitet hatte blieb an der Tür stehen und beobachtete mich , wie mich an einen der Tische setzte. Alles war voller Kameras , jedoch beruhigte mich die Anwesenheit des Wärters etwas. So wusste ich dass mir nichts passieren konnte.
Und keine zwei Minuten später ging dann die Tür auf.
Und dann stand er da. Mein Vater. Er trug eine dunkle Jogginghose , und ein komplett weißes T Shirt. Seine Hände waren in Handschellen , als er durch die Tür trat und von dem Gefängniswärter an den Platzt geführt wurde. Mein Herz schlug mir bis zum Hals , als ich ihn in die Augen sah.
Er hatte die gleichen Augen wie ich. Das hatte mir Mama immer gesagt. Und sie hatte recht. Sie hatten die gleiche Farbe , die Gekichers Form. Und sie waren genauso tot wie meine.
Mein Blick war auf ihn fixiert als er sich gegenüber von mir an den Tisch setzte. Seine Handschellen durfte er nicht abnehmen , doch der Wärter lies ihn los und stellte sich zu dem Arbeiter anderen an den Eingang.
Nun saß er vor mir. Er sah mich schluckend an , und schien mich genauso zu analysieren wie ich ihn gerade. Er sah anders aus. Nicht mehr so dünn wie früher, er hat an Muskeln zugelegt. Er sah im allgemeinen viel gesünder aus , seine schwarzen Haare sahen gepflegt aus, und seine ganze Erscheinung war um einiges heller als die Jahre davor. Er sah aus als wäre auf einem guten Weg der Besserung. Er hatte mehr Farbe im Gesicht und nicht mehr so dunkle Augenringe.
Das genaue Gegenteil von mir. Ich war viel blasser als letztes Mal , viel dünner , und meine Augen waren eingefallen. Ich sah aus wie eine wandelnde Leiche , die ununterbrochen vor sich hin zitterte , und hatte einige Narben dazu bekommen. Manche blaue Flecken auf meinem Körper waren zu sehen , die ich von meinen Sturz noch trug , und dann war der Gips an meinem Oberschenkel. Ich glaube man sah mir an , dass mein Leben nicht so sanft zu mir war. Und dem schockierten Ausdruck meines Vaters zu urteilen , wusste er es auch. Er sah geschockt aus, als er mich sah. Irgendwie sogar besorgt und verletzt.
Einige Minuten schweigen wir uns an. Es war eine komische Stimmung im Raum. Angespannt und kalt , aber gleichzeitig konnte man die Sorge und den Schock meines Vater spüren. Ich hingegen fühlte mich plötzlich so klein und hilflos. Es war seltsam ihn wieder zu sehen, und ich hatte Angst.
Und nach einiger Zeit des Schweigens hauchte ich dann ein kleines leises :"Hallo Papa."
:"Hey Großer." Meinte er dann ebenso leise, und schluckte schwer :"Wow." stotterte er dann fassungslos:"Du bist , also du bist echt groß geworden , ich mein schau dich an du bist so...."
Jedoch stockte er dann , und sah mich durchdringend an. Seinen besorgten Blick hielt ich dann nicht mehr aus und ich starrte zu Boden. Mir kam plötzlich alles so überwältigend vor. Ich hatte meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle und eine Welle an Traurigkeit überrollte mich.
:"Du bist so blass..." hauchte mein Vater dann traurig , und ich hörte seine Stimme Zittern, als er leise hauchte :"Was zur Hölle ist mit dir passiert?"
:" Wie gehts dir Papa ?" versuchte ich abzulenken , und schluckte meine Traurigkeit runter:"Du siehst gut aus."
Mein Vater schluckte schwer , und sah mich immer noch mit einem fassungslosen Blick an , jedoch begann er dann zu erzählen , ohne aber den besorgten Blick von mir abzuwenden :"Besser. Wirklich. Ich hab endlich das Gefühl das ich das Richtige tu. Seit neustem ist hier eine Bücherei im Block , in der man sich Bücher ausleihen kann. Ich lese viel und lerne eine Menge über Menschen und deren Gefühle. Es hilft mir auf dem richtigen Weg zu bleiben , jetzt wo meine Therapie zu Ende ist. Die hat mir sehr geholfen und ich fühle mich zum ersten Mal wieder wie ein richtiger Mensch. Es geht wirklich bergauf, es ist nur sehr einsam hier aber dafür schreib ich dir ja die Briefe das hilft mir immer."
Seine Worte erfreuten mich. Sei hörten sich wirklich gut an , und es fühlte sich toll an , endlich mal wieder gute Nachrichten zu hören:"Ich hab dir auch einen Brief geschrieben." meinte ich dann leise :"Vor ein paar Wochen, hast du den bekommen?"
Und der Blick meines Vaters erhellte sich plötzlich:"Ja ich hab ihn bekommen. Er hat mich wirklich sehr berührt Yoongi , und ich hab mich wirklich , wirklich gefreut , als du meintest du kommst mich besuchen. Ich hab dann auch sofort angefangen Überstunden zu machen , und hab sogar etwas extra Geld verdient , damit ich mir neue Sachen kaufen kann , um einen guten Eindruck zu machen , ich hoffe das hab ich geschafft..."
Dann aber hörte auf zu erzählen und hob zitternd seine Hände , die zwar immer noch in Handschellen waren , jedoch hob er sie über die Tischplatte und legte seine beiden Hände über meine eigene zitternde Hand ,die flach auf dem Tisch lag. Er umschloss sie fest mit seinen sanften Händen und sah entsetzt auf meine zerbrochene Gestalt:"Aber Yoongi..." hauchte er leise, plötzlich so entsetzt :"Du bist so dünn.Was ist mit dir passiert ?"
Unsicher starrte ich auf unsere Hände. Es fühlte sich warm an. Sowas hatte ich noch nie gespürt. So etwas wie Fürsorge. Seine Hand fühlte sich warum auf meiner an und ich spürte , dass er sich verändert hatte. Er strahlte nun so eine Wärme aus , und die Art wie er redete wirkte beruhigend. Und diese vertraute Ausstrahlung löste irgendetwas in mir aus , sodass ich meine Sehnsucht nicht mehr zurück halten konnte und verletzt hauchte :"Ich vermisse dich." bevor ich leise schniefte :"Und ich brauch dich grade wirklich Papa."
Mit glasigen Augen sah ich ihn an. Ich sah ihm den Schock auf dem Gesicht an , und ich spürte wie er meine Hand immer fester in seine legte. :"Ich hab Angst Papa. Ich weis nicht was ich tun soll." Völlig überfordert mit meinen aufkommenden Gefühlen sah ich ihn an. Ich brauchte halt. Irgend wen , irgend wen der mich festhält , der mich rausholt aus dem dunklen Loch ,in das Ich gefallen bin .
:"Ich bin abgehauen." erzählte ich dann :"Mit Tae. Ich hab es zuhause nicht mehr ausgehalten. Mama hat nicht mehr gearbeitet , sie hat nur noch gesoffen und geschrien. Manchmal ist für Tage nicht mehr aufgetaucht. Ich hab versucht Geld zu verdienen damit wir irgendwie überleben , ich hab alles getan was ich konnte damit wir zuhause etwas zu essen haben , damit wir das Haus nicht verlieren. Aber irgendwann hab ich's nicht mehr ausgehalten und ich bin mir Tae abgehauen. Seitdem hab ich nichts mehr von Mama gehört , oder sie gesehen. Ich weis ja nicht mal mehr ob sie noch lebt." verzweifelt schluchzte ich auf:" Ich weiß nicht was ich tun soll Papa bitte hilf mir , ich weis nicht was ich noch tun soll."
Dann brach ich völlig zusammen. Schluchzend fiel mein Kopf auf den Tisch , direkt auf die Hände meines Vaters. Mit meiner Stirn spürte ich die kalten Handschellen und meine Tränen liefen auf die Hände meines Vaters:"Ich Versuch stark zu sein wirklich." Schluchzte ich laut :"Aber ich kann nicht mehr. Es ist so einsam da draußen , und ich brauch Hilfe Papa , ich brauch deine Hilfe."
Mit zitternden Knien stand ich auf , ehe ich dann ohne wirklich nach zu denken um den Tisch lief und meinem Vater um den Hals fiel. Ich hatte keine Kraft mehr mich auf meinen Beinen zu halten , also krallte ich mich um seinen Hals während meine Beine wegknickten , sodass ich nur noch wie eine Leiche halb auf ihm drauf lag. Eine heulende Leiche voller Schmerzen. Genauso fühlte ich mich. Mein Vater war von der plötzlichen Aktion überwältigt , ich konnte spüren wie er in einer totalen Schockstarre war. Trotzdem schaffte er es noch mich an der Taille zu halten und verhinderte so , dass ich auf den Boden knallte. Er hielt mich fest in den Armen , während ich nur immer lauter sein komplettes T-Short vollweinte. Und ich könnte schwören ich sah wie auch ihm die Tränen aus den Augen liefen.
Ich krallte mich an ihm als hinge mein Leben davon ab. Und ich wollte nie wieder loslassen.
Er war doch alles was ich noch hatte.
Das letzte Stück Familie neben Tae den ich noch hatte. Er war der einzige der mich noch Beschützen konnte. Ich konnte niemanden mehr beschützen, nicht einmal mich selbst. Ich hatte keine Kraft mehr , ich war schutzlos ausgeliefert.
:"Hey hey hey ,Yoongi , kleiner ,komm her." Hauchte mein Vater sanft , und es war das erste Mal , dass ich so etwas wie Väterliche Fürsorge spürte , als mein Vater mich ganz fest an sich drückte.
:"Nicht weinen kleiner , es wird alles gut."
:"Nichts wird gut Papa." schluchzte ich verzweifelt , und erstickte fast an meinen Tränen:"Gar nichts wird gut."
Doch in genau diesem Moment , in welchem ich in meiner eigenen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu sterben schien , war er plötzlich da. Er war zum ersten Mal für mich da , nicht nur seelisch durch Bilder , oder durch seine Briefe. Er war hier , in meinen Armen. Er hielt mich fest. Da war endlich jemand der mich fest hielt. Endlich , irgendwer , sodass ich nicht mehr alleine war:"Yoongi hör mir zu." hauchte mein Vater , und strich mir sanft durch die Haare :"Ich weiß nicht was da draußen passiert ist , aber du musst mir jetzt gut zuhören." und dann löste er sich aus der Umarmung , und platzierte seine Hände auf meinen Schultern , sodass er vor mir stand und mir tief in die Augen sehen konnte. Ich wollte mich zwar nicht aus der Umarmung lösen , und hätte mich am liebsten sofort wieder in seine Arme geworfen. Nun jedoch stand ich in dem durchdringenden Blick meines Vaters , der nun mein einziger Leitfaden in dieser ewigen Dunkelheit war.
:" Du bist stark Yoongi , das weiß ich. Und was auch immer da passiert , du musst dich immer daran erinnern , dass du nie alleine bist. Du hast doch Tae und mich hast du auch. Ich kann zwar nicht für dich da sein , aber du musst wissen , dass ich immer an dich denke. Jeden Tag. Und ich hab dich so lange nicht gesehen aber ich wusste genau wer du bist , Min Yoongi. Du bist ein wundervoller und vor allem starker Mensch , und du bist so unfassbar klug , dass ich weis , dass du alles richtig machen wirst, und egal welche unüberwindbare Situation vor dir liegt , du wirst sie bewältigen. Du kannst das. Das weiß ich. Du kannst das."
:"Ich versuche es." murmelte ich leise , völlig weggetreten von seinen Worten :"Versprochen." und daraufhin konnte ich meine Tränen nun einigermaßen unter Kontrolle halten.
Eine letzte Träne fiel mir aus den Augen , die mein Vater dann aber mit seinem Daumen unter meiner Wange vorsichtig wegwischte.
:"Shhh alles ist gut kleiner , alles ist gut." meinte Mein Vater dann , und schnappte sich schnell einen Stuhl , den er dann neben seinen stellte. Er setzte mich vorsichtig auf den Stuhl und hielt dann wieder meine Hand. Seine Hand fühlte sich warm an , und sie war so groß , dass meine im Gegensatz dazu winzig erschienen. Mein Blick starrte die ganze Zeit nach unten auf unsere Hände. Ich wollte sie nie wieder loslassen.
:"Sag Yoongi wo wohnst du denn jetzt?" fragte mein Vater dann besorgt.
Verlegen biss ich mir darauf auf die Lippe:"Bei Jimin." hauchte ich leise, und müde seufzte ich.
:"Wer ist Jimin?" fragte er daraufhin weiter , und man sah ihm die unendlichen Fragen auf dem Gesicht an. Verübeln konnte ich es ihm nicht. Er war besorgt , das zeigte er mir :"Ist das ein Erwachsener."
:"Nein." antwortete ich kleinlaut:"Jimin ist mein Freund, mein bester Freund." und dann stockte ich kurz.
:"Mein einziger Freund. Seine Familie hat Taeyong und mich aufgenommen, wahrscheinlich adoptieren sie uns , sie wollen aber erst mit Mama reden , und dann schauen ob sie eine Anzeige erstatten, oder nicht. Irgendwann dann , wenn wir Mama wieder finden."
Mitleidig strich mein Vater mir über den Handrücken:"Sind sie gut zu dir und Tae ? Behandeln sie euch gut?"
Bei diesem Kommentar musste ich leicht schmunzeln:"Sie sind die liebsten und fürsorglichsten Menschen die ich kenne. Sie haben uns aufgenommen , als wäre es selbstverständlich, als wären wir wirklich ein Teil ihrer Familie und sie sorgen für uns , und passen auf , dass wir gesund und glücklich sind. Sie haben so viel aufs Spiel gesetzt , nur um mich und Tae zu retten, ich weiß nicht wo ich nun ohne sie wäre." bei diesem Kommentar musste auch mein Vater grinsen :"Das ist so schön zu hören." meinte er , und grinste breit. Und trotz des Grinsen konnte ich noch den Schmerz in seinem Gesicht sehen. Er strahlte den Schmerz praktisch aus. Auch seine Stimme zitterte schmerzvoll als er meinte :"Das ist gut oder ? Wenn sie euch adoptieren. Dann seid ihr eine richtige Familie , alle zusammen , und du und Tae , ihr werdet glücklich , und müsst euch nie wieder Sorgen machen , oder ? Dann habt ihr endlich eine Familie , etwas , was eure Mutter und ich euch nicht geben konnten oder?"
Ich jedoch spürte nur mit jedem Wort , dass mein Herz immer ein Stück mehr schmerzte :"Nein das ist nicht gut." schniefte ich , und sah den enttäuschten Blick meines Vaters.
:"Wenn sie mich adoptieren , dann kann ich nicht mehr mit dir leben." Erklärte ich traurig , und dem Schock , dem mein Vater ins Gesicht fiel , sagte mir dass mein Vater mit so einer Antwort wohl nicht gerechnet hatte. Ich hatte selbst nie damit gerechnet , dass ich so etwas mal sage , aber ich träumte schon so lange davor , ohne dass ich es wusste. Von einer Familie. Mit ihm und Tae. Von unserer Familie.
:"Was wird dann aus unserem kleinen Haus ?" fragte ich traurig :"Ich will bei dir leben , wenn du hier raus kommst."
:"Yoongi..." hauchte mein Vater traurig. Ich sah den Schmerz in seine Augen , und es tat mir mehr weh als alles andere:"Es dauert doch noch fast fünf Jahre bis ich hier raus bin. Außerdem..."
Doch ich lies ihn nicht ausreden , sondern schrie dazwischen:"Das ist mir egal , ich warte auch zehn Jahre auf dich!" und mir kamen schon wieder die Tränen hoch.
:"Aber du bist doch dann schon 21 Yoongi. Du musst doch dann dein eigenes Leben führen. Außerdem kann ich nicht sagen , ob ich jemals wieder das Sorgerecht für ein Kind bekommen werde. Ich war ein Junkie Yoongi , man muss doch Kindern vor Leuten wie mir beschützen." und nun musste er die Augen zukneifen , weil die Worte so schmerzhaft waren:"Die Gefahr , dass ich rückfällig werde ist zu hoch , und ich muss euch davor beschützen , ich wünschte ich könnte es ändern , ich würde alles dafür geben mit euch eine Familie zu gründen , aber es ist zu gefährlich Yoongi."
Diese Worte zerstörten alles. Sie zerstörten all das bisschen Hoffnung , dass noch in mir aufgebaut war. Sie zerstörten alle Gefühle in mir , alle Mauern und Fassaden. Alles war zerbrochen.
Nun konnte ich mir auch die Tränen nicht mehr zurück halten , und ein schluchzen nach dem anderen verließ meinen Mund. Es tat so weh , es war so schmerzhaft , ich wusste nicht wo hin mit all dem Schmerz. Mir fiel sogar das Atmen schwer.
:"Wieso hast du das dann gemacht?" schluchzte ich laut :"Wieso hast du das Zeug genommen? Wieso hast du uns verlassen?" ich konnte gar nichts mehr erkennen , meine komplette Sicht war durch die Tränen verschwommen:"Alles wäre so viel einfacher wenn du diese Drogen nie genommen hättest. Dann wärst du bei uns , dann wäre alles gut. Wieso hast du uns das angetan?"
Mein Blick ging nach unten. Stumm starrte ich auf den Boden. Diese Frage hatte ich mich so lange gestellt. Jahre lang.
Die Hände meines Vaters zitterten ununterbrochen , und die Handschellen klapperten laut durch die Bewegung. Abrupt stand mein Vater plötzlich auf , was mich zusammen Zucken ließ , und völlig perplex sah ich meinem Vater an , der sich komplett unerwartet plötzlich vor mich auf den Boden warf.
Scharf zog ich die Luft ein , als er sich vor mich Kniete , und erneut meine Hand in seine zitternden Hände legte:"Yoongi hör mir zu." hauchte er , und sah von unten zu mir hoch , direkt in meine Augen.
:"Diese Drogen haben mir den Verstand vernebelt. Ich hab dadurch nur den Rausch gesehen , nichts anderes. Damals dachte ich , wenn ich nur den Rausch sehe , dann sehe ich die negativen Dinge im Leben nicht mehr. Dann sehe ich das Geld nicht mehr , dann sehe ich die Trauer und den Schmerz nicht mehr. Aber das war mein größter Fehler Yoongi. Denn dadurch habe ich nicht nur den Schmerz nicht mehr gesehen , viel schlimmer, ich habe dich nicht mehr gesehen. Meinen eigenen Sohn. Ich habe die Liebe nicht mehr gesehen , und all den Stolz den du mir gebracht hast , und das alles obwohl du doch noch so klein warst." und dann Grinste er als er mir mit seiner zitternden Hand die Höhe vom Boden aus zeigte , die deutlich unter die Tischkante ragte. Auch ich musste bei der Vorstellung leicht auflachen, dass ich wirklich einmal so klein war. Damals , als noch alles in Ordnung war.
:"Ich habe das alles nicht erkannt. All das Glück , das ich hatte. Ich habe nur noch die Drogen gesehen , und ich dachte , dass sie mir gut tun. Ich dachte sie geben mir Freiheit und Glück , dabei haben sie genau das Gegenteil bewirkt. Sie haben mir alles gekommen. All mein Glück , meine Freiheit !" Schmerzhaft musste ich mit ansehen , wie es mein Vater nun nicht mal mehr schaffte in die Augen zu sehen. Er schaute beschämt zu Boden , als er leise wisperte :"Und sie haben mir fast das Wichtigste und Wertvollste genommen das ich je in meinem Leben hatte. Dich Yoongi. Meinen Sohn."
Völlig am Ende saß ich auf diesem Stuhl , und versuchte krampfhaft mir die Tränen zu unterdrücken. Ich drückte die Hand meines Vaters an mich , als hinge mein Leben davon ab. Doch es war einfach zu schmerzhaft diese Worte aus seinem Mund zu hören , und so konnte ich die Tränen nicht zurück halten , und eine nach der anderen lief mir aus den Augen. Ich verstand nicht wieso ich weinte. Diese Worte fühlten sich so überwältigend an. Völlig überfordert mit der Situation weinte ich einfach drauf los , um all das Gesagte irgendwie verarbeiten zu können.
Er hatte sich so verändert. Das spürte man. Man spürte das Leben in ihm , dass immer mehr zurück kam. Der Tod war aus seinen Adern verschwunden , das Licht war zurück in seinen Augen. Er spürte wieder etwas. Er spürte Liebe. Und er wollte das Richtige tun.
Dann sah mein Vater wieder vom Boden auf. Direkt in meine strömenden Augen. Doch sein Anblick sorgte dafür , dass ich nur erneut in mich zusammen brach , und laut zu schluchzen begann. Er hatte ebenfalls Tränen in den Augen. Und in seinen Augen lag so ein leid. So viel Reue.
:"Wie kannst du noch hier sein?" hauchte er , und sah zu mir auf:"Wie kannst du hier sitzen und meinen , dass du mich vermisst Yoongi? Ich hab dir weh getan , ich hab das schlimmste gemacht was ein Vater tun kann. Ich hab all das getan , wovor ich dich doch eigentlich beschützen sollte , ich hab dich in Gefahr gebracht , ich hab nicht auf dich aufgepasst , ich hab dich nicht vor dieser Welt geschützt. Yoongi..." hauchte er, und stockte. Kurz war ganz still im Raum , Ganz ruhig.
Und dann flüsterte er leise:"Wie kannst du mir verzeihen?" und immer mehr Tränen flossen aus seinen Augen:"Ich hab versucht dich umzubringen."
Ich konnte seiner Stimme Zittern hören. Und ich konnte mir nicht mit ansehen wie seine Augen sich beschämt schlossen und er gedemütigt zu Boden sank. Ich musste meine Augen schließen, weil ich das Bild nicht ertragen konnte. Zitternd musste ich nach Luft schnappen , und ich wusste , an dieses Gefühl werde ich mich mein Leben lang erinnern.
An diesen Schmerz in meinem Herzen, an diese Zerrissenheit heut , und an den Scham , den ich spürte , als ich es über mein gebrochenes Herz bringen musste , meinen Vater zu Beichten
:"Ich doch auch."
Es war nur ein Wimmern. Ein kleines Hauchen.
Doch es war der Auslöser dafür , dass die Zeit in den Raum still zu stehen schien.
:"Nein." hauchte mein Vater fassungslos, und Hob ganz langsam seinen Blick. Jegliche Farbe aus seinem Gesicht war verschwunden. Voller Angst sah er zu mir hoch , und ich habe noch nie einen Menschen in so großer Angst gesehen. Es zerbrach mir das Herz. Ich konnte ihn nicht ansehen:"Ich wollte doch nur dass sie mir aufhören weh zu tun." wisperte ich leise:"Ich wollte nur das alles endlich aufhört so verdammt schwer zu sein. Deshalb bin ich von der Brücke gesprungen , damit dieses Leiden endlich aufhört."
Das wars, dachte ich mir. Es ist raus.
Wir waren am Ende. Beide. Mein Vater lag kraftlos vor mir auf dem Boden. Stumme Tränen rollten ihm noch aus den Augen , doch er bewegte sich kaum. Auch ich hatte keine Kraft mehr. Ich konnte das alles nicht mehr ertragen.
:"Tu mir das nicht an Yoongi." hauchte mein Vater fassungslos :"Ich bitte dich , tu mir das nicht an."
Sein Blick war so schmerzhaft leer. Seine komplette Ausstrahlung war plötzlich in eine tiefe Aura aus Trauer und Schmerz gefallen:"Der einzige Grund warum ich das hier durchstehe Yoongi bist du . All die Isolation , die Angst und die Schlaflosen Nächte die ich hier drin durchmache. Das tu ich alles nur für dich Yoongi. Damit ich irgendwann bei dir sein , damit ich dich wiedersehen kann." und nun begann sogar er herzzerbrechend zu schluchzen:"Du kannst nicht einfach gehen Yoongi , das kannst du nicht machen."
:"Das werd ich nicht." sagte ich dann , so schnell wie möglich , damit ich diesen Anblick nicht mehr ertragen musste:"Ich werd nicht gehen , ich muss doch auf Jimin und auf Tae aufpassen. Ich hab wieder einen Grund gefunden zu bleiben , wieder zu leben." erklärte ich , und stand nun ebenfalls von meinem Stuhl auf , um mich wie mein Vater auf den Boden zu knien. Dieses Mal war ich derjenige , der seine Hände in meine legte , und ihm in die Augen sah , um dem zerbrochenen Mann etwas halt zu geben:"Jimin hat mir Hilfe angeboten. Heute Nachmittag fängt meine Therapie an." erklärte ich ihm darauf :"Jimins Eltern haben mich bei einem Psychotherapeuten angemeldet. Der wird mir bestimmt helfen." meinte ich kleinlaut. Und in meiner Stumme hörte man wie klein und Hilflos ich mich fühlte.
Doch das war jetzt egal. Alles was zählte , war der Fakt dass mein Herz noch schlug. Dass ich noch hier war. Am Leben.
:"Mach das nie wieder Yoongi." hauchte mein Vater:"Nie wieder hörst du? Du musst leben Yoongi, du bist doch noch so jung und hast noch so viele Dinge zu erleben. So viele wundervolle Dinge zu sehen. Mach nicht den gleichen Fehler wie ich und ruinier dir das alles , bitte. Ich könnte nicht mehr leben , wenn dir da draußen etwas passiert und ich nicht da bin."
Und ich könnte nicht leben , wenn ich wüsste ,dass ihm wegen mir etwas passiert. Nicht nach allem , was er hier für mich durchgemacht hat.
:"Werd ich nicht. Ich hab selbst gemerkt dass es etwas gibt , für das es sich lohnt zu leben..."
Jimin. Ich sprach es nicht aus , aber sein Name war das erste ,dass mir durch den Kopf schoss wenn ich nach einem Grund zu Leben suchte. Ihn und sein Lachen. Für ihn musste ich weiter machen, und all den Schmerz auf mich nehmen. Für ihn , für Tae und für Dad.
:"Es ist ganz einfach." meinte ich dann:"Ich gebe nicht auf , und du gibts nicht auf ,ok?"
Einverstanden nickte mein Vater , und trotz Tränen in den Augen , hob er mit sanftem Lächeln daraufhin seine Hand , und hielt mir seinen kleinen Finger entgegen. Es war sehr kitschig , doch ich konnte nicht wiedersehen , und hackte dann meinen kleinen Finger in seinen ein.
:"Pinky promise ?" fragte er , und grinsend antwortete ich mit einem verweinten:"Pinky promise."
:"Ist das auch bei dem Versuch passiert?" fragte mein Vater dann traurig, und zeigte auf meinen Gips , der um mein Oberschenkel gewickelt war.
Stumm nickte ich , und schaute beschämt zu Boden. Über all das zu Reden fühlte sich anders an als ich dachte. Sehr viel unangenehmer.
Doch als ich dann zur Seite auf den Tisch sah , und dort ein verlassener Kugelschreiber lag , kam mir eine fast schon kindische Idee:"Willst du unterschreiben?" fragte ich grinsend , und griff dann nach dem Stift , und hielt ihn meinen Vater entgegen.
Auch dieser lächelte leicht auf , nahm den Stift dann , und rückte ein Stück zu mir damit er dich nach vorne lehnen konnte , und seine Unterschrift auf den Gips setzten konnte. Direkt neben die von Taeyong (Jimin und er waren die einzigen die unterschrieben hatten)
:"So." meinte mein Vater , und betrachtete stolz das Endbild:"Und da hat sogar Taeyong unterschreiben." kommentierte er dann , und zeigte auf die leicht schiefe Schrift , die neben seiner eigenen lag:"Kann er gut schreiben ? Und lesen? Lernt er auch viel?"
:"Er ist der klügste Junge den ich kenne." beruhigte ich ihn daraufhin , und sogar bei Taeyong konnte man sehen , dass er voller stolz auf ihn war, obwohl er ihn doch nur von meinen Erzählungen kannte.
:"Er ist so glücklich und voller Energie. Ich kenne wenige Menschen sie so freundlich und gutherzig sind wie er. Ich glaube er weiß schon , dass es uns nicht so gut geht wie anderen Kindern , aber trotzdem ist er so voller Leben und Energie. Für ihn mach ich alles. Ich kümmere mich gut um ihn , und spiele ganz viel mit ihm, damit er auch viel lernt und klug wird. Außerdem ist es dann nicht so einsam. Er beschützt mich also vor dieser Einsamkeit , wie beschützen uns gegenseitig."
Diese Worte machten meinen Vater unfassbar glücklich. Man sah die Hoffnung wieder in ihn aufblühen. Das freute mich.
Und ich freute mich noch mehr , als mir einfiel , dass ich etwas dabei hatte , worauf ich mich schon so lange gefreut hatte es ihm zu zeigen.
:"Hier schau." meinte ich dann , und kramte in Jimins Jackentasche ein kleines Bild von Taeyong vor:"Das ist er." erklärte ich , und hab meinem Vater das Bild.
Seine Augen leuchteten sofort, als er das Bild von Taeyong sah , wie in der Küche stand , vor sich eine Schüssel mit Mehl , als er mich beim Kochen helfen wollte , und dann mehr beim Zubereiten gegessen hatte , als am Ende noch übrig war.
Meine Vater strahlte als er das Bild sah. All seine Gesichtszüge wurden weich. Er sah so stolz aus.
:"Guck ihn dir an." wisperte er , und zum ersten Mal an diesem Tag waren es Freudentränen, die sich in seinen Augen bildeten:"Er ist genauso wunderschön wie du."
Ich warte am Ende. Fertig. Erledigt. Mein kompletter Körper war ausgelaugt.
Kraftlos lies ich mich zurück in die Arme meines Vaters fallen und schloss müde meine Augen. Dunkelheit umgab mich , doch auch dieses Mal war er da um mich auf zu fangen. Er war da. Er hielt mich fest.
Er lehnte sich Schenkung auch gegen mich , und dieses Mal war da nichts. Keine Worte , keine Tränen, kein Schmerz. Nicht mal wirklich noch Gefühle. Es war angenehm still , und die Ruhe tat so gut. Einfach nur die Stille zu genießen ,und die Wärme des anderen zu fühlen.
Nach einiger Zeit der Stille hörte ich eine Uhr ticken. Ich öffnete meine Augen einen Spalt , und sah dann tatsächlich eine kleine Uhr an der Wand des Besucher Raumes.
Und dieser kurze Blick auf die Uhr an der Wand lies meine Herz dann doch einen kleinen Satz machen
:"Papa?" nuschelte ich kraftlos, in deine Schulter:"Wir haben die Besuchszeit total überschritten."
Und mit diesem Kommentar konnte ich meinem Vater endlich wieder kleines Schmunzeln entlocken , und dieses Schmunzeln fühlte sich gerade so gut an wie noch kein anderes.
:"Das ist egal kleiner." meinte er , und fuhr mir durch die Haare , genauso , wie ich es immer bei Taeyong tat
:"Das ist alles egal , Du bist hier , bei mir , und das ist alles was gerade zählt..."
{外傷}
Vollgepackt mit zwei Tüten von Burger King traten Jimins Vater und ich irgendwann um 21 Uhr dann durch die Haustüre. Ursprünglich waren es drei Tüten jedoch hatte ich es geschafft zwei Cheeseburger , zwei Packungen Pommes und neun Chili Cheese Nuggets , zusammen mit fünf curry dip Tüten auf dem Weg hier her alleine zu verdrücken. Und ich war noch längst nicht fertig.
Die drei Tüten waren allein für Jimin und mich gedacht , da Jimins Vater der Ansicht war dass wir beide viel zu dünn seien. Also hatten wir Proviant besorgt , nachdem Jimins Vater meinte nach allem was heute passiert war hätte ich es verdient. Und die Energie aus dem Zeug konnte ich gerade echt gebrauchen. Das das ganze wahrscheinlich das ungesündeste und Schlechteste ist was ich im Bereich Ernährung gerade machen könnte war mir dabei relativ egal. Ich wollte einfach nur meine Leere weg essen.
Zu unserem Erstaunen war das ganze Haus dunkel und leise. Normalerweise sitzen Liu und Jimin um diese Zeit vor dem Fernseher und schauen sich irgendetwas zusammen an. Doch dieses Mal war niemand im Wohnzimmer:"Wo sind sie denn?" fragte Jimins Vater verwirrt :"Sind sie etwa auch noch was zu Essen holen gegangen?" fragte er , während wir die Tüten mit dem Essen in der Küche abstellten. Ich zuckte mit den Schultern und irgendwie war die Situation leicht beängstigend :"Ich schau mal ob Tae auch weg ist." meinte ich leise und Mr Park nickte und wir gingen zusammen ins obere Stockwerk zu Taes Zimmer.
Es war dunkel und sah so aus als würde niemand drin sein. Doch kaum öffneten wir die Türe sahen wir nicht nur Tae in seinem Bett liegen , der seine kleinen Hände fest um einen Teddybären geklammert hatte, und seine kleinen Füße unter der Bettdecke hervorscheinen.
Neben ihm auf dem Bett saß auch Jimin , in einem viel zu großen T Shirt (es war sogar eines meiner T Shirts) und seine Arme waren um Liu geklammert. Diese hingegen saß mit einem leichten Grinsen neben dein beiden Jungs auf dem Bett , und hielt ein Kinderbuch in der Hand, aus welchem sie sanft vorlas.
Ein sanftes Lächeln huschte über mein Gesicht als ich die Situation erfasste, und auch Jimins Vater lächelte berührt.
Tae liebte es wenn man ihm etwas vorliest , das wusste ich , nur leider hatte ich nie genug Zeit dafür gehabt. Und zu wissen , dass nun Liu diese Aufgabe übernommen hatte , und so Tae wohl ein wunderschönes Geschenk gemacht hat , lies mein Herz erwärmen.
Jimin war der Erste der uns bemerkte :"Yoongi!" Rief er , sodass auch die anderen uns bemerkten , und uns ebenfalls begrüßten.
:"Hyung du bist zurück!" Schrie Tae aufgeregt ,und schmunzelnd lächelte ich den kleinen an:"Natürlich Taebaby." Meinte ich , und lief dann durch den Raum auf den Kleinen zu , ehe ich mich zu ihm ans Bett setzte:"Ich muss dich doch wie jeden Abend ins Bett bringen oder ?" Vorsichtig strich ich ihm durch die Haare, ehe ich ihn dann an den der Taille packte , und vorsichtig mit der Decke zusammen hochlebte. Ich legte ihn sanft neben Jimin auf den Rücken , sodass er kleine mich mit müden Augen von unten anstarrte. Den Teddybären immer noch fest in seinen Armen. Vorsichtig deckte ich ihn zu und mir ging mein Herz auf , als ich sah wie süß der kleine aussah , als unter der riesigen Decke nur sein Kopf hervor schaute. Fürsorglich hab ich ihm dann einen kleinen Kuss auf die Stirn :"Hab dich lieb Tae."
:"Hyung , darf Liu mir bitte noch das Buch zu Ende lesen ? Bitte es ist grade so spannend!" rief er müde , und erhielt durch seine Aussage nicht nur von mir ein langgezogenes :"Awww." sondern auch von allen anderen.
:"Natürlich darf sie das ." hauchte ich , und fragte mich wie ich ihm jemals auch nur eine Sache ablehnen sollte.
Glücklich lehnte sich der Kleine daraufhin wieder nach hinten und drehte seinen Kopf zur Seite um Liu anzuschauen, während ich dann vorsichtig von dem großen Bett aufstand. Auch Jimin , der immer noch auf dem Bett neben Taeyong lag ,löste sich plötzlich von seiner Mutter , und lehnte sich vor um ihr etwas ins Ohr zu flüstern , das ich nicht verstand. Dann kroch er aber auch aus dem großen Berg an Decken raus , und stand dann ebenfalls auf.
Jimins Vater kam dann schließlich auch in den Raum und umarmte seinen Sohn von hinten. Leicht schwankten die Beiden hin und her und Jimin schien das ganz ziemlich zu genießen:"Ich glaub wir müssen die anderen beiden auch ins Bett bringen." meinte er dann belustigt , und küsste Jimin auf die Stirn. Jimin grinse amüsiert , und auch ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen :"Ich glaube das kriegen wir alleine hin Dad." meinte Jimin und umarmte seinen Vater dann richtig:"Gute Nacht." nuschelte er leise in die Brust seines Vaters , ehe sich aus der Umarmung löste und dann noch Tae und Liu zum Abschied winkte.
Ich stand etwas perplex nur in der Gegend rum und wusste nicht wirklich was ich tun sollte. Irgendwie brachte ich dann noch ein schüchternes :"Gute Nacht ." raus, bevor ich aus dem Raum verschwinden wollte. Jimin sah mich grinsend an , und noch bevor ich dir Tür erreichen konnte packte mich Mochi an meinem Handgelenk , und zog mich schon fast aus dem Raum , und steuerte direkt auf sein eigenes Zimmer am anderen Ende des Ganges zu.
Jimins Zimmer war mittlerweile für mich nicht nur der Ort an dem ich in Ruhe schlafen konnte, es war ein Ort der mit Sicherheit gab. Hier drin war eine entspannte Aura. Man trat in den Raum und es war , als wären alle Sorgen beglichen. Der Ort war magisch. Hier drin war alles einfacher. Hier drin fühlte man sich frei.
Jimin setze sich unsicher auf sein Bett , und schaute zu mir , der immer noch an der Tür stand. Ich wusste nicht wo ich hin soll.
:"Und?" fragte Jimin dann schließlich neugierig :"Was hat der Arzt gesagt?"
Ich hatte mit der Frage gerechnet, und ich hatte mir überlegt was ich darauf antworten sollte. Doch jetzt wo er es aussprach hatte ich keine Ahnung mehr was ich sagen sollte. Keine Ahnung was ich darauf antworten soll.
Seufzend lehnte ich mich nach hinten an die Tür , ehe ich dann langsam die Tür mit dem Rücken herunter glitt , sodass ich wie ein zusammen geklapptes Päckchen auf dem Boden saß:"Nicht viel." meinte ich :"Ich hab nicht viel geredet , also konnten sie auch nicht viel zu mir sagen."
Die Erinnerungen an den Termin bei Jimins Psychologen heute waren tatsächlich präsenter in meinem Kopf als es mir lieb war. Mir kam es vor als wäre ich noch in diesem Raum, genau in der Sekunde, und vor mir wäre immer noch dieser Fremde Mann der mit mir über meiner Vergangenheit reden wollte. Und genau dieser Gedanke an diesen Mann und an diesen Raum machte mir Angst.
Ich hatte mit Jimin darüber geredet , dass es mir bestimmt helfen würde , mit einem Therapeuten über meine Vergangenheit zu reden , und irgendetwas , tief in mir drinnen glaubte auch fest daran , dass es mir wirklich helfen würde. Aber es machte mir einfach so eine unfassbare Angst darüber zu reden , und ich wusste ja selbst nicht mal wovor.
:"Die meinten ich zeige Anzeichen auf ein schweres Trauma und eine darauf basierende Posttraumatische Belastungsstörung. Deshalb leide ich wahrscheinlich auch an einer Sozialphobie und schweren Depressionen. Außerdem bin ich wohl nach drei Substanzen süchtig." seufzend starrte ich Jimin die Augen , der mich wiederum nur mitleidig ansah :"Sieht nicht so geil aus für mich." meinte ich dann. , bevor sich ein angespanntes Schweigen über uns zog.
Der Raum war sehr dunkel, wodurch ich nichts erkennen konnte , dass weiter als zwei Meter von mir weg war. Deshalb konnte ich nicht anders, als Jimin anzusehen , der knapp einen Meter gegenüber von mir , auf seinem Bett saß , und seine Füße herunter baumeln ließ. Er sah so perfekt aus. Wie ein Engel. Für mich war er schon fast kein Mensch mehr. Er war alles für mich. Schönheit , Sicherheit, Liebe , Freiheit , Schmerz, Trauer. Er war alles, was ich mir je erträumt hatte, und der saß direkt vor mir. Am liebsten würde ich ihm das alles irgendwie sagen. Ich wollte, dass er weiß wie ich ihn durch meine Augen sehe , ich wollte dass er genau das für sich selbst spürt , wie ich für ihn.
Doch wie sagst du so etwas? Kann man solche Gefühle überhaupt in Worte fassen ? Denn ich hatte nicht das Gefühl , dass es in unserer Sprache einen passenden Ausdruck für die Gefühlsspanne gab , die ich fühlte , wenn ich Jimin ansah. Doch irgendetwas musste ich ihm sagen. Ich musste ihm irgendwie zeigen , wie sehr ich ihn liebte.
:"Ich wünschte ich wäre wie du..." Hauchte ich deshalb leise, ohne ihn erschrecken zu wollen. Jimin riss daraufhin , wie erwartet, erschrocken die Augen auf, bevor er dann ein entsetztes Lachen von sich gab :"Hast du mal mein Leben angesehen ? Das ist ein einziges Desaster, glaub mir man ,sowas willst du nicht." lachte er, und schüttelte amüsiert den Kopf.
Jedoch glaubte ich nicht , dass er verstand wie Ernst ich das meinte :"Schon."Erklärte ich ihm:"Das ist alles in der Vergangenheit gewesen. Früher bist du durch die Hölle gegangen , aber du hast das überwunden . Du hast all das hinter dir gelassen , und bist trotz dem geschehen so ein unfassbar inspirierender Mensch. Du hast dich zurück ins Leben gekämpft, und nicht aufgegeben , nicht so wie ich , der wahrscheinlich bald in seinen eigenen Eingeweiden verreckt." Kurz schnaufte ich auf , um meinem Sarkasmus Bedeutung zu verlein.
Ich sah Jimins Gesichtsausdrücke an , dass er verunsichert war. Er glaubte mir nicht , was ich extrem traurig fand:"Man sieht ja , wie gut ich zurecht komm." meinte er kleinlaut , und zeigte schüchtern auf seine Arme:"Mein Kampf zurück ins Leben besteht daraus , mir die Arme auf zu schneiden , damit ich über die Runden komme, ganz inspirierend."
Sein Sarkasmus gefiel mir. Auch wenn es nicht angebracht war musste ich schmunzeln:"Na und , uns selbst wenn? Ich bin neidisch Jimin. Alle lieben dich , alle mögen dich , weil du zumindest den Schein erweckst als seist du perfekt. Alles an dir ist perfekt , keine könnte irgendwas an dir bemängeln. Das ist doch alles was zählt. Und ich will auch endlich perfekt sein. Nur einmal im Leben. So perfekt wie du."
:"Ich bin nicht perfekt Yoongi." hauchte Jimin. Es war schon ein wispern. Ganz klein und verletzt. Hatte ich ihn verletzt?
Jimin stand leise von seinem Bett auf , und ging zu seinem Schreibtisch. Er sah so klein aus in der Dunkelheit.
Es kam sehr unerwartete , dass Jimin nun mit einer Braunen Mappe wieder zurück an sein Bett kam. Er setzte sich stumm hin und öffnete dann die Mappe , sodass mehrere eingeordnete Papiere zum Vorschein kamen:"Hier." meinte er:"Hier sieht man wie perfekt mein Leben ist" und dann begann er plötzlich vorzulesen.
:" Psychatrische Institution für Kinder und Jugendliche , DalGuBeolDaeRo 415-Gil. Name es Patienten : Park Jimin. Alter :16. Geboren am 13.10,03. Grund zur Behandlung: Post traumatische Belastungsstörung nach zwei jährigen emotionalem Missbrauch durch damaligen Beziehungspartner, Selbst verletzendes Verhalten, Suizidales Verhalten und Anorexie , mit folge von Depressionen und Vertrauensängsten. Starke Soziale Angststörung und Verfolgungswahn. Behandlung: Zwei Stunden Einzeltherapie und zwei Stunden Gruppentherapie pro Woche. Wochenend Aufenthalte in der abgegrenzten Klinik einmal pro Monat. Hypnose Therapie empfohlen, Vorschlag abgelehnt. Patient macht leichte Fortschritte kleinere Rückfälle. Keine besonderen Auffälligkeiten, für weitere Informationen halten sie sich an den behandelnden Arzt Dr. Kim-ChouSong."
und mit diesem Vortrag ließ mich Jimin Sprachlos zurück, und in diesem Moment wäre ich nun gerne im Boden versunken.
Was antwortest du auf so etwas? Wie reagierst du auf so etwas? Oder wie drückst du so einen tiefen Schock in dir aus. Ich wollte irgendetwas sagen ,aber meine Worte steckten mir im Hals fest. Zu meinem Glück musste ich auch nichts sagen, denn das Übernahm Jimin für mich:"Wir haben wohl mehr gemeinsam als wir dachten." meinte er, und dieses Mal Stimmte ich ihm zu.
Doch gleichzeitig tauchten so viele Fragen in meinem Kopf auf. Was zur Hölle wurde ihm angetan , dass er ein Trauma von seinem Partner hat? Und wer war dieser Mensch, dass er so einer Seele wie Jimin so etwas schreckliches antun konnte?
:"Weißt du." hauchte Jimin dann:"Das alles , also dieses ganze Trauma , hätte man verhindern können , in dem man mir beigebracht hätte , dass ich über meine Gefühle reden soll." er schluckte schwer , und sah mich traurig an:"Aber damals war meine Familie in einem Kompletten Chaos , und meine Leibliche Mutter ist gerade gestorben, Deshalb hab ich mich so allein gefühlt und dann dachte ich , da wäre niemand zum reden und, dass es nichts bringt darüber zu reden." und damit beschrieb er genau meine Lage, genau die Situation, in der ich so fest sitze.
:"Erst später habe ich dann raus gefunden , dass all das verhindert werden hätte können, wenn ich damals geredet hätte , und nicht alles für mich behalten hätte. Dann wäre jetzt vielleicht ein normaler Junge. Stattdessen hab ich alles für mich behalten , und dadurch so einen Schaden angerichtet , dass ich wahrscheinlich nie wieder in der Lage bin ein normales Leben zu führen. Deshalb bitte ich dich Yoongi..." hauchte er zu mir , und plötzlich war da ein Moment , in dem Jimin nicht mehr so klein , und schwach wie sonst wirkte. Er wirkte stark , er wirkte voller Kraft ,, und so viel Wärme , als er dann besorgt meinte
:"Bitte rede mit irgendwem Yoongi. Bevor alles schlimmer wird. Du musst nicht mit mir reden , oder mit dem Therapeuten , oder mit Mom. Aber du musst mit irgendwem reden Yoongi. Bitte , bevor es zu spät ist..."
Solche Emotionen hatte ich noch nie in seiner Stimme gehört. So eine Stärke in seiner Stimme , mit der er die Größe seine Sorge verdeutlichte. Da waren so viele Worte in ihm , so viele Gedanken die er nie ausgesprochen hatte. Und nun begann er mir all das zu erzählen. Seine Gedanken. Er begann sie mir zu offenbaren. Und ich wusste nicht wie ich damit umgehen soll.
Denn ich wusste , dass er recht hatte. Das war mir schon bewusst , seitdem ich heute morgen mit meinem Vater geredet hatte. Und für kurze Zeit war ich auch dazu bereit mit jemandem über meine Geschichte zu reden. Aber je länger ich es vor mich hin schönste , desto größer wurden die Zweifel. Und irgendwann waren die Zweifel zu groß und ich konnte sie nicht überwinden.
Die Wahrheit war. Ich hatte Angst. Unfassbare Angst über all das was geschehen war zu reden. Nicht nur weil ich mich schämte , und nicht mal Ansatzweise eine Ahnung hatte , wie ich das Geschehene in Worte fassen sollte. Aber vor allem weil ich Angst davor hatte mich an all das erinnern zu müssen.
In der letzten Zeit hatte ich es geschafft meine Erinnerungen zu meinem Erstaunen erfolgreich zu verdrängen. Nur manchmal nachts , wenn alle ganz still war kamen die Erinnerungen an all die Nächte , und an all die Berührungen zurück. Doch tagsüber erinnerte ich mich kaum daran. Wieso sollte ich auch. Ich wollte mich nicht daran erinnern , wie ich stundenlang in der Kälte stehen musste und warten musste. Warten darauf dass jemand kommt ,der mich dann dafür bezahlt mich anzufassen. Ich hatte Angst davor ,daran zurück zu denken , weil ich diesen Schmerz nicht nochmal spüren wollte. Ich wollte mich nicht daran erinnern. Und deshalb wollte ich auch nicht darüber reden.
:"Wie soll mir das denn helfen?" fragte ich ihn dann verzweifelt:"Wie soll mir darüber reden helfen, wenn es genau das ist , dass mich doch so fertig macht." Kalte Flashbacks tauchten in meinem Kopf auf. Erinnerungen an die Angst , an die Gefahre , und an die ständigen Qualen. Ich wollte mich nicht daran erinnern , ich wollte vergessen :"Ich kann da nicht drüber reden Jimin , wenn ich darüber reden , dann muss ich all das , was passiert ist nochmal durchleben . Ich muss mich an alles erinnern ,an all den Schmerz durch den ich durchgehen musste , und das kann ich nicht. Ich kann nicht darüber reden , weil ich dann zurück zu dem Ort muss , wo alles passiert ist."
Dann muss ich zurück in diese Dunkelheit. Auf die Straße. Auf den Strich. Zurück in die Angst, in die Unsicherheit. Zurück in die Armut. An de Ort an dem ich nie Sicher war. An dem ich ständig fürchten musste, gleich zu sterben . Wo sich niemand für mich interessierte , und wo ich ganz alleine war. Völlig alleine und isoliert. Zurück in die Drogen. Zurück in den Tod.
Schon allein der Gedanke, an diese dunklen und gefährlichen Gassen , sorgte dafür, dass mir durch die riesige Angst Tränen in die Augen stiegen , und ich ängstlich begann zu zitter. Ich spürte sogar meinen Puls hochfahren , aus lauter Angst. Mein Herz raste und ich wollte einfach nur wegrennen. Ganz , ganz weit weg , vor meinen Erinnerungen wegrennen.
Mit roten , glasigen Augen sah ich Jimin an, der mich mit traurigem Blick musterte, als ich ihm erklärte:"Und wenn ich nicht darüber rede , dann sind all diese Schmerzen sicher. Sie sind sicher in mir drin , ganz tief, wo ich sie nicht spüre. Wenn ich nicht drüber rede muss ich nicht zu all diesen Erinnerungen zurück, sondern ich bin sicher hier , in Sicherheit."
Es war so kalt. Auch hier in Jimins Zimmer. Es war so kalt , als wäre ich da draußen. Da draußen ,wo der Tod um die Ecke auf einen wartete. Ich konnte nichts sehen , es war zu dunkel im Zimmer , und so konnte ich nicht sicher sein , dass ich nicht da draußen bin. Ich wusste nicht wo ich war , was passiert ist und was ich mir nur einbildete. Angst kroch in mir hoch , so viel Angst , dass ich mich nicht mehr bewegen konnte.
:"Jimin?" hauchte ich ängstlich , und klammerte mich an meine dünnen Beine :"Kannst du bitte das Licht anmachen? Ich hab Angst."
Jimin sprang sofort auf. Seine Augen waren geweitet , und er sah mich mitleidig an. Als er das Licht anmachte erschreckte ich mich leicht , doch dann konnte ich endlich Aufsehen , und ich entspannte mich leicht. Ich war hier bei Jimin im Zimmer. Ich war zuhause , in Sicherheit. Es war warm , und hell, und Jimin war hier. Er war hier vor mir und er beschütze mich.
:"Komm her Yoongi." sagte Jimin leise. Ganz sanft , und zeigte dann auf das Bett auf dem er saß. Ich wollte zu ihm. In seine Arme. In seine Wärme.
Es dauerte etwas , bis ich es schaffte aufzustehen. Aber als ich die Angst überwunden hatte , und mich endlich bewegen konnte , trat ich langsam zu Jimin aufs Bett zu. Es war schön weich, und ganz warm.
Ich dachte , wenn ich mich aufs Bett setzte , dann sitzen wir beide nur mit einer peinlichen Spannung einfach so da. Doch sobald ich auf dem weichen Bett saß rückte Jimin an mich ran ,schlug seine Arme um mich , und lehnte seinen Kopf auf meiner Schulter ab. Er umarmte mich sanft , und lies mich keine Sekunde alleine. Er war für mich da. Und es fühlte sich so gut an.
Sanft schlang auch ich meine Arme um seinen kleinen Körper schlug , und mich völlig in die Umarmung fallen lies.
Seine Umarmung tat so gut. Seine Berührungen . Sie sagtem mir, dass es vorbei ist. Dass der Schmerz vorbei ist. Dass es endlich ruhig ist.
So saßen wir dann einfach nur da. Eine Menge Zeit vergangen Irgendwann war ich dann kurz davor in Jimins Armen einzuschlafen , und ich glaube , hätte ich die Augen geschlossen wäre das auch wirklich passiert. Zu meinem Unglück konnte ich das aber nicht mehr , da es dann genau in diesem Augenblick an der Tür klopfte. Müde löste ich mich aus Jimins Armen , und wir beiden schauten etwas verwirrt zu Tür, die sich nach Jimins Zustimmung dann leise öffnete , und Liu dann in das Zimmer trat. Sie scannte mit ihrem Blick kurz das Zimmer ab , ehe ihr Blick dann auf uns landete , und sie uns sanft ansah:"Tae schläft jetzt." Erklärte sie:"Und ich wollte nur kurz schauen ob alles in Ordnung ist."
Jimin lächelte sanft und nickte dann ;"Alles gut Mama, uns geht es gut." Während mir das Herz aufging , bei dem Gedanke , wie fürsorglich und liebenswürdig Jimins Eltern doch waren.
:"Ok Jungs , dann lass ich euch mal alleine , gute Nacht." sie winkte noch sanft , und wollte gerade die Tür wieder schließen , doch ich musste noch etwas los werden:"Liu!" hielt ich sie auf , und die Frau hielt daraufhin inne.
Sie drehte sich um und sah mich daraufhin an.
:"Danke , dass du Tae vorgelesen hast." sanft sah ich sie an:"Das bedeutet ihm echt viel."
Und Liu schmunzelte fürsorglich , als sie mit ihrer beruhigenden Stimme erzählte:"Ich konnte nicht anders. Tae konnte nicht schlafen , weil du weg warst, und das hat mich daran erinnert , wie ich Jimin damals etwas vorgelesen hatte, als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Er war zwar schon 15, aber nach der Geschichte konnte er zum ersten Mal wieder ohne Albträume schlafen." und fasziniert von ihrer Erzählung sahen wir dann zu , wie die junge Frau zu Jimins Bücherregal lief, und dann kurz etwas suchte. Dann zog sie aber ein kleines , gelbes , dünnes buch hervor , und hielt es stolz nach oben:"Das war sein Lieblings Buch, Fünf Freunde!" Erzählte sie mri amüsiert, worauf Jimin zwar peinlich berührt ein lautes :"Mama hör auf!" rief, Liu das jedoch nur mit einem stolzen:"Was denn? Wir haben jeden Tag zusammen ein neues Buch gelesen, zwei Monate lang."
Sie lief daraufhin zu uns ans Bett, und setzte sich auf die Bettkannte. Sie strich Jimin vorsichtig durch die wuscheligen Haare und meinte daraufhin:"Wisst ihr , wie viel ihr gemeinsam habt?" Fragte sie uns daraufhin:"Denn ihr seid beide zwei wundervolle Kinder ,die einfach viel zu schnell erwachsen geworden sind."
Und diese Worte würden wohl nie mehr aus meinem Kopf gehen. Denn uns war beiden bewusst , dass sie recht hatte. Wir waren keine Kinder mehr, wir waren längst erwachsen. Manchmal fragte ich mich sogar, ob ich jemals ein Kind gewesen bin:"Ich wünschte ich hätte das wieder:"Hauchte ich dann leise in die Stille:"Meine Kindheit, ich will sie zurück." Ich will meine Unschuld wieder.
Auch Jimin seufzte traurig:"Ja , ich auch:" und wir beide bekamen einen traurigen Blick von Liu. Eine traurige Liu tat im Herzen weh , und das machte die Situation und die Spannung im Zimmer noch viel trauriger , als sie sowieso schon war.
Doch das änderte sich , als sich Liu dann plötzlich zu uns beiden an die Bettkante setzte und meinte:"Na kommt Jungs." und sie klopfte dann leise neben sich auf das Bett.
Wir hingegen sahen sie verwirrt an, bevor sie dann schließlich das Buch hoch hebte und meinet :"Kommt wir holen eure Kindheit nach." und wir beide verstanden es sofort.
Jimin stand als Erster auf und kroch langsam unter die Bettdecke neben seiner Mutter. Er kuschelte sich in sein Bett und sah dann kurz zu mir rüber. Ich zögerte zwar etwas , jedoch stand ich dann ebenfalls auf und lief auf wackeligen Beinen zu Jimin , und legte mich dann ganz vorsichtig direkt neben ihm unter die Bettdecke.
Ich wollte gerade das Ende der Decke schnappen und uns beide so zudecken , jedoch stoppte mich Miss Jung indem sie die Decke selbst nahm , ehe sie diese über unsere Schultern zog und uns so Beide zudeckte.
Ich spürte Jimins Arme , die sich vorsichtig um meine Taille legten , und spürte seinen Kopf der sich dann auf meinen Schultern ablegte. Er fühlte sich so warm an. So geborgen. Sein Körper war so klein und sanft, wie er sich an mich klammerte.
Ich tat das Gleiche. Ich legte meine Arme um seine Schultern und ruhte mein Kopf neben seinem. So waren wir sicher. In unseren Armen. Wir beschützten uns gegenseitig. Uns konnte nichts mehr passieren.
Miss Jung grinste leicht als sie uns sah. Aneinander gekuschelt im schwachen Licht. Sie strich uns beiden sanft über die Stirn und sagte uns so stumm ,dass alles in Ordnung ist. Dass wir in Sicherheit sind. Dass sie uns beschützte.
Dann holte sie das kleine gelbe Buch hervor , und schlug die erste Seite auf.
Und Jimin und ich hörten aufmerksam zu , als ihre beruhigende Stimme sanft durch den Raum hallte , und sie begann , uns die Geschichte vorzulesen.
:" 'Mutter , was machen wir in den Sommerferien ?' Fragte Julius am Frühstückstisch:'Fahren wir wieder nach Maareninhen?'..."
{孤独}
Authors note :
19.01.2020
📖📍🔍📝
Medical File:
Personal Info:
Name : Sophie
Date of birth : 16.04 , year unknown
Emotional death : * exact time unknown* sometime between March and August 2019
treatment : injecting of traumatic events , followed by mental abuse and complete isolation.
Purpose : elimination of all available feelings
Current status : feelings almost complete eliminated
Next step : physically death by overworking and heartbreak
Comment on current treatment :
Lasst mich euch davon erzählen , wie es ist allein zu sein.
Und über die Schäden die es anrichtet
Wir alle fühlen uns mal allein , das ist völlig normal , das nennt sich Einsamkeit ,und irgendwo denke ich , dass das auch wichtig , damit wir uns richtig entwickeln. Aber zu viel Einsamkeit ist schädlich. Extrem schädlich (ich glaub viele unterschätzen das)
Ich bin nicht nur einsam. Ich bin allein (auch n unterschied), und das ehrlich gesagt nicht erst seit kurzem. Ich bin schon lange allein. Ich bin alleine groß geworden. Alleine aufgewachsen. Und ich glaube nicht , dass es all zu viele Dinge gibt die sich schlimmer anfühlen , als von einem einsamen Kind zu einem einsamen Teenager zu werden.
Ich habe niemanden. Keine Unterstützung, in was auch immer ich tue. Ich hab ja nicht mal die Möglichkeit irgendwie groß zu werden , etwas zu erreichen , erwachsen zu werden , Menschen zu erreichen. Sowas geht nicht , dazu brauchst du Leute die dich unterstützen, Leute die bei dir sind. Ich hab das nicht. Ich bin allein. Da ist niemand der mit mir zusammen den Weg des Erfolgs geht , niemand der mir hilft wenn ich hinfalle , der mir den Weg zeigt , der mir die Möglichkeit gibt diesen Weg zu gehen , irgendwer der mir Ausrüstung und Proviant für den harten Weg des erwachsen werdens gibt.
Ich bin ganz alleine. Dieser Weg , dieser unfassbar schwere Weg , älter zu werden , Träume zu erreichen, All das muss ich alleine bewältigen. Ganz alleine.
Und ihr könnt euch vielleicht vorstellen , dass das nicht so einfach ist wie es immer scheint.
Wenn du Unterstützung und die vorhanden Möglichkeiten hast , dann hast du schon die Hälfte des Weges geschafft. Der Weg wird dadurch nicht nur kürzer, er wird einfacher. Er ist vielleicht immer noch schwer aber einfacher
Aber wenn du alleine bist , dann ist da niemand der dir hilft. Niemand der dich begleitet , du siehst nur dein Ziel , deinen großen Traum , am Ende dieses Weges aber der Weg ist so lang und so schwer und so schmerzend. Und dann ist da niemand der sich begleitet , niemand der dich durch den Weg leitet , niemand der dich unterstützt. Da bist nur du , ganz alleine , in all dem Schmerz des erwachsen werdens , und jetzt sagt mir wie soll ein einsames Kind , nicht mal alt genug um sich einen Job zu suchen und Geld zu verdienen , diesen Weg bewältigen ? Wie soll ein einsames Kind so etwas schaffen ? Ohne Geld weil du keinen Job hast ,ohne Training weil du keinen Trainer hast. Du hast diesen Traum , du siehst ihn jeden Tag vor dir und willst ihn erreichen , weil du kennst dass wenn du diesen Traum in deinen Händen hältst du endlich glücklich sein kannst. Aber du hast nichts um diesen Traum zu erreichen. Alles was du hast sind Ängste , so viele Ängste weil du dir nicht erklären kannst warum ausgerechnet du der derjenige bist , der ganz alleine ist.
Was willst du denn auch tun ? Du kannst nur stumm dasitzen und dir langsam und schmerzvoll deinen Weg nach vorne gehen. Schritt für Schritt immer langsamer mit jedem Stück weil es immer nur steiler und schwerer wird.
Und dann , dann siehst du die anderen. Du siehst die Menschen um dich herum , die Menschen die Unterstützung haben , die Menschen die nicht alleine sind und die Möglichkeiten haben. Diese Leute die mit der Hilfe von all den anderen ihren Weg nach vorn gehen, viel schneller , sie rennen ja schon fast auf ihr Ziel zu , weil sie nicht alleine sind , so wie du. Sie erreichen ihren Traum , sie überholen dich , obwohl du doch viel stärker arbeitest. Sie sind schneller als du und sie sind glücklich , ihr weg ist so viel einfacher.
Und dann vergessen sie dich. Natürlich , du bist doch immer noch am Anfang , ganz weit hinten , du kommst nur ganz langsam voran , weil der Weg zu hart ist um ihn alleine zu bewältigen. Doch die anderen sind nicht allein , sie laufen immer weiter voran und sind ganz weit vorne , wo sie dich nicht mehr sehen , und nicht mehr an dich denken.
Und so bleibst du allein. Alleine auf deinem unüberwindbarem Weg voller Schmerz und zerplatzter Träume.
Und es gibt keine Hoffnung. Kein Ausweg. Wie auch ? Wieso sollte irgendwer dir helfen. Du bist doch nur der Verspätung , der nichts im Leben erreicht hat , der noch keinen Schritt nach vorne gekommen ist. Niemand interessiert sich für dich. Du bist alleine. Völlig alleine. Natürlich wissen manche dass du da bist. Aber das wars auch. Du bist DA. Du bist nicht vergessen. Du bist einfach nur unwichtig. Niemand interessiert es was du tust. Und es gibt einfach keine Hoffnung weit und breit.
Und nun sag mir , wieso solltest du noch weiter gehen ? Wieso solltest du aufstehen und all den Schmerz auf dich nehmen nur um ganz langsam nach vorne zu gehen , Wärend alle anderen schon am Ziel sind und dir deinen Traum wegnehmen.
Sag mir , wieso solltest du weiter machen ?
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