Luca POV
Ich stand in meinem kleinen Schlafzimmer meines Zwei-Zimmer-Appartments und sah die Klamotten an, die ich aufs Bett gelegt hatte.
Jakob hatte mir geschrieben, dass wir uns um 18 Uhr vor einem italienischen Restaurant Namens "Alberto" treffen würden und nun besah ich mir die Sachen, die ich aus dem Schrank geholt hatte.
Auf Grund meines Jobs als Erzieher hatte ich eigentlich vornehmlich bequeme sportliche Kleidung und elegante Stücke wirklich nur ganz vereinzelt.
Mein Herz klopfte schneller, als ich an diesen unglaublich hochgewachsenen Mann dachte, der mich bei meinem ersten Clubbesuch einfach an die Hand genommen hatte und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Mir waren alle Worte im Hals stecken geblieben, als ich diesen Traum von einem Mann auf mich zukommen sah. Groß, stark, breitschultrig und mit dieser Ausstrahlung, die pure Dominanz vermittelte.
Eigentlich war ich gar nicht so still, wie an dem Abend, aber die Situation, er, all das hatten mich vollkommen überwältigt und dazu gebracht, mich wie ein kleines Mäuschen zu verhalten.
Nie hätte ich gedacht, dass ich gleich beim ersten Mal in so einem Club einen Mann treffen würde, der mit soviel Karacho in mein Leben treten würde, dass ich die ganzen Tage seit dem ersten Zusammentreffen an nichts mehr anderes denken konnte.
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Als ich mich schlussendlich doch für eine schwarze Hose und ein dunkelblaues Hemd entschieden hatte, richtete ich mir noch einmal die Haare vor dem Spiegel, bevor ich mit feuchten Händen nach unten zu meinem Auto ging und die von ihm angegebene Adresse ansteuerte, die er mir gegeben hatte.
Mit wackeligen Knien lief ich vom etwas entfernten Parkplatz, den ich gefunden hatte, zum Restaurant und als ich ihn von Weitem bereits dort vor der Tür stehen sah, verabschiedete sich mein Selbstbewusstsein direkt wieder auf Nimmerwiedersehen ins Jenseits.
"Sweatheart, schön das du da bist.", sagte er, als ich nur noch ein paar Meter entfernt war und seine Augen mich direkt wieder mit einer Intensität anblickten, die mir automatisch befahl den Blick zu senken.
"Danke für die Einladung.", brachte ich mit viel Krampf heraus und sein warmes Lachen fühlte sich wie Honig in meinen Ohren an.
"Komm, lass uns direkt reingehen. Es ist verdammt kalt hier draußen", er legte eine Hand auf meinen Rücken und schob mich sanft durch die Tür.
"Ich hatte bestellt.", sagte ich zu dem Kellner, der uns begrüßte und er nickte und führte uns direkt nach hinten ins Restaurant, in ein kleines, fast privat anmutendes Separet.
"Die Karten kommen sofort, darf ich ihnen schon etwas zu trinken bringen?", fragte er und Jakob nickte.
"Ja, für mich bitte einen Brandy und für den Herren hier ein Glas Champagner.", sagte er und ich sah ihn mit riesigen Augen an, wollte etwas sagen, doch ich war sofort still, als er nur die Augenbrauen lüpfte.
"Und bitte eine Flasche Wasser für uns beide.", der Kellner nickte sofort dienstbeflissen und wieselte dann in Richtung Bar um uns unsere Getränke zu bestellen.
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"Sag mir, was machst du beruflich?", fragte mich Jakob, als wir bereits die Vorspeise, die er ausgesucht hatte, vor uns stehen hatten.
"Ich bin Erzieher.", sagte ich leise, blickte auf das Carpaccio, was so gar nicht meins war. Ich aß zwar Fleisch, aber rohe Scheiben roten Fleisches...
"In einem Kindergarten?", fragte er weiter, doch ich schüttelte den Kopf.
"Nein, ich arbeite in einer Krippe, da sind die Kinder von Säugling bis zu 3 Jahren.", unsicher sah ich zu ihm auf und dann wieder auf den Teller. Hätte ich doch nur bei der Bestellung interveniert, doch ich hatte mich nicht getraut.
"Stimmt etwas nicht?", fragte er und ließ seine Hand zu mir rüber gleiten, drückte mit einem Finger mein Kinn hoch, sodass ich gezwungen war, ihn anzusehen.
Ich schluckte und versuchte mir eine Ausrede zu überlegen, warum ich so gezögert hatte.
"Sprich.", sagte er nun strenger und ich merkte wie ich leicht zusammenzuckte und dann die Wahrheit aus mir heraus schoss.
"Ich mag kein rohes Fleisch.", sagte ich und schloss die Augen. Wie undankbar ich nur war. Er lud mich ein und ich...
"Ach Sweatheart.", er ließ mich los, strich mir über die Wange, was mir sofort eine Gänsehaut auf dem kompletten Körper bescherte.
"Warum sagst du denn nichts?", er schüttelte den Kopf und ich krallte meine Hand in meinen Oberschenkel.
"Regel Nummer 1 für die Zukunft. Wir sind immer ehrlich miteinander, egal um was es geht. Wenn du etwas nicht magst, egal was, wirst du es mir offen und ehrlich sagen. Ich bin dir wegen nichts in der Welt böse, nur, wenn du anlügst. Und wie du siehst, tut es dir auch nicht gut, denn jetzt muss ich deine Vorspeise mitessen und du gehst zumindest in diesem Gang leer aus.", er lächelte mich an und mir rutschte das Herz in die Hose.
"Hast du die Regel verstanden?", fragte er noch einmal nach, als ich nicht reagierte und ich nickte sofort.
"Gut.", er lächelte nun wieder warm. "Ich hoffe du magst wenigstens den Hauptgang, den ich bestellt habe."
"Ja, vielen Dank Jakob.", sagte ich und dann kam er zurück zu dem Gespräch über meinen Job.
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Der Abend verlief eigentlich ein wenig entspannter, nachdem der Hauptgang verdrückt war. Er hatte versucht mich ein wenig zu beruhigen, was tatsächlich mit der Zeit auch gelang. Jakob hatte Humor und mit ein paar Anekdoten aus seiner Lehrerzeit schaffte er es tatsächlich das Eis bei mir zu brechen.
"Du bist gar nicht so introvertiert, wie ich vermutet hatte.", sagte er grinsend, als wir beide beim Nachtisch das Tiramisu genossen.
"Nein, ich bin eigentlich eher manchmal hyperaktiv. Also so ein wenig, nicht krankhaft.", relativierte ich direkt wieder und er lachte.
"Das ist mir lieber, als wenn du so ein totales Mäuschen wärst.", ich blickte wieder vorsichtig in seine Augen, aber als er mir zuzwinkerte, verschluckte ich mich fast.
"Weißt du eigentlich, dass du echt süß bist?", fragte er mich nun und ich merkte wie ich rot wurde..
"Danke.", fiepte ich und einmal mehr kam seine Hand zu mir herüber, strich mir über die Finger.
"Hey, das muss dir nicht peinlich sein. Du bist wirklich ein kleines Zuckerstück und mein Herz verzehrt sich schon jetzt danach, dich weiter kennenzulernen, wenn du es denn möchtest.", sagte er ehrlich und ich sah ihn mit großen Augen an.
"Ehrlich?", fragte ich, weil ich einfach nicht begreifen konnte, wie ein Mann seines Formats tatsächlich ernsthaft Interesse an einem kleinen blonden Erzieher haben konnte.
"Ganz ehrlich, Sweatheart und ich würde dir auch gern meine Welt zeigen, wenn du mich lässt.", ich merkte wie ich erschauderte und er schmunzelte.
"Ich weiß, es ist alles furchtbar aufregend, aber ich verspreche dir mit größter Sorgfalt und Verantwortung an deine Einführung zu gehen. Wir werden erst einmal viel reden, viel theoretisch besprechen, bevor von etwas anderem überhaupt die Rede sein kann.", er griff meine Hand und schloss sie in seine.
"Was meinst du, gibst du uns eine Chance?", fragte er und ich konnte nur eines tun, nicken. Dieser Mann hier mir gegenüber war der fleischgewordene Traum meiner Nächte. Er sah gut aus, hatte Humor, war dominant und dabei aber sanft und liebevoll. Gott, wenn er sich nicht noch als Massenmörder entpuppte würde ich ihn vermutlich nie wieder gehen lassen wollen.
"Sehr gern.", antwortete ich leise und er begann zu strahlen.
"Dann lass uns anstossen.", er orderte noch einmal ein Glas Champagner für uns beide und wir stießen an.
"Auf unsere gemeinsame Zukunft?", fragte er und ich lächelte schief zurück.
"Ja, auf eine gemeinsame Zukunft."
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Jakob POV
Es ging schnell, eigentlich zu schnell und doch fühlte es sich so richtig an. Es war als hätte ich wirklich endlich mein Gegenstück gefunden und ich hatte das Gefühl, dass es Luca genauso ging.
In den nächsten Tagen trafen wir uns jeden Tag in einem anderen Restaurant zum Reden, allerdings ließ ich absichtlich das Thema BDSM aussen vor und wollte erst sicher gehen, dass wir in eine Beziehung steuerten, bevor wir uns diesem Bereich widmen würden.
Am Wochenende hatte ich ihn erstmals zu mir eingeladen und ich war zugegebener Maßen ein wenig nervös.
Ich richtete das Haus noch einmal ordentlich her, blickte mich ein wenig unsicher um. Es war noch nicht lange her, seit ich es von meinen Eltern nach ihrem Tod übernommen hatte. Eigentlich hatte ich es runderneuern wollen, doch bis her hatte ich noch nicht die Zeit dazu gehabt.
Unten im Keller hatte ich mir jedoch schon das Zimmer eingerichtet, dass ich hoffte irgendwann mal mit dem Mann meiner Träume benutzen zu dürfen und ich war neugierig, ob ich es heute schon Luca präsentieren konnte. Natürlich nur zur Besichtigung und nicht zum Spielen.
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Die Türklingel läutete und ich lief mit stolz erhobener Brust zur Tür und öffnete. Luca stand davor, seine Hände ineinander verschlungen und den Kopf gesenkt.
"Hey.", sagte ich sanft und er brauchte einen Moment, ehe er seine Augen nach oben richtete und sich unsere Blicke trafen.
"Hey.", fiepte er fast schüchtern und ich tat das erst beste, was mir einfiel. Ich zog ihn in meinen Arm und drückte ihn fest an mich.
"Alles gut.", sagte ich ruhig, strich ihm über den Kopf, bevor ich ihn ins Haus zog und ihm dabei half, seine Jacke auszuziehen.
"Ich bin nervös.", gab er unumwunden zu und ich liebte es, dass er meine Ansage bezüglich der Ehrlichkeit wirklich zu adaptieren schien.
"Musst du nicht.", ich griff nach seiner Hand und zog ihn mit ins Wohnzimmer. Er sah sich neugierig um und ich grinste.
"Ich habe das Haus noch nicht lange, es ist von meinen Eltern. Ich wollte hier alles rauswerfen und neu möblieren, aber ich kam noch nicht dazu.", entschuldigte ich mich fast, doch sofort schüttelte er energisch den Kopf.
"Warum?", fragte er und strich ehrfürchtig über den Sekretär. "Das ist alles wunderschön und stilvoll".
Ich war überrascht, lächelte aber. "Es freut mich, wenn es dir gefällt. Setz dich doch. Ich hole uns etwas zu trinken.", er nickte, ließ seinen Blick noch weiter durch den Raum gleiten, während ich uns die Getränke aus der Küche holte.
Als ich zurück kam, sah er mich mit seinen großen grauen Augen aufgeregt an.
"Jakob, darf ich dir eine Frage stellen?", er biss sich auf die Lippe und ich schmunzelte.
"Nur wenn du sofort deine Lippe los lässt.", antwortete ich und er wurde rot um die Nase, ließ sie dann aber tatsächlich los.
"Ich, also, ich....", fing er an und begann mit dem Saum seines Hosenbeins zu spielen.
"Ja?", fragte ich nach und setzte mich neben ihn.
"Also ich habe mich gefragt, ob du vielleicht... Ob du...", er stotterte und ich wusste, ich musste ihm Zeit lassen. Es war gerade schwer für ihn und umso mehr ich ihn unter Druck setzten würde, um so schwerer würde er sich tun.
"Lass dir Zeit.", sagte ich sanft, strich über seinen Oberschenkel.
"Also ob du auch so ein Zimmer hast.", schoss er raus und ich brauchte einen Moment ehe ich die aneinander gereihten Wörter verstand.
"Zimmer?", fragte ich grinsend und wusste ja eigentlich genau, worauf er anspielte, doch es war wichtig, dass er von Anfang an lernte, offen mit mir zu reden.
"Ja.", er wurde wenn es ging noch röter um die Nase und am liebsten hätte ich ihn einfach an mich gezogen und besinnungslos geküsst.
"Esszimmer, Büro, Badezimmer, Schlafzimmer?", schmunzelte ich und sah ihn unschuldig an.
"Du weißt schon, er sah auf den Boden, tippte mit seinen Zehenspitzen auf dem Teppich auf.
"Nein, ich weiß nicht Sweatheart.", gab ich zurück und wusste das es gemein war, aber es musste sein.
Er schnaubte unwillig auf, ließ seine Hand nervös durch seine Haare fahren.
"So ein Zimmer, also zum Spielen.", sagte er leise und ich lachte warm auf.
"Ein Billardzimmer habe ich. Da steht auch ein Pokertisch drin.", ich zwinkerte ihm zu und jetzt seufzte er, schüttelte den Kopf.
"Jakob!", sagte er verzweifelt und ich griff nach seinen Händen und nahm sie in meine.
"Sag mir genau was du meinst, Sweatheart. Wir müssen von Anfang offen miteinander reden und Dinge beim Namen nennen. Also?", er schluckte laut und ich sah ihn erwartungsvoll an.
"Ich, ich meine, hast du ein Zimmer, also extra für BDSM Spiele?", ich glaube mehr rot konnte sein Gesicht nicht werden und ich lächelte zufrieden, strich ihm jetzt über die Wange und merkte, wie er sich an die Handfläche drückte.
"Ja, Sweatheart, solch ein Zimmer besitzt ich und du wirst es auch irgendwann sehen, wenn du es möchtest. Ich bin übrigens stolz auf dich, dass du es benannt hast. Das hat dich sehr viel Überwindung gekostet, dass weiß ich.", ich griff jetzt mit beiden Händen nach seinen Wangen und sah ihm direkt in die Augen.
"Jakob.", wimmerte er, sah auf meine Lippen.
"Sag was willst du, Sweatheart?", meine Stimme wurde tiefer und sein Atem hektischer, als er die Augen schloss.
"Kannst, kannst du mich küssen?", fragte er fast tonlos und ich antwortete nicht, sondern legte einfach meine Lippen ganz zärtlich auf seine.
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