III: Trauer und Erinnerungen
POV Angus:
„Es ist nur...ich vermisse Bon so sehr." Plötzlich fing er an zu weinen.
„Ich weiß, Mal. Ich weiß. Ich vermisse ihn auch." Flüsterte ich. Er versuchte verzweifelt, sein Weinen einzudämmen, doch er schaffte es nicht. Ich hatte ihn seid Bons Tod nicht mehr weinen sehen, weil er dachte, er müsste für mich stark sein. Er hatte innerlich getrauert, aber es nicht gezeigt. „Komm her." Murmelte ich und öffnete die Arme. Mal stand auf und ließ sich umarmen. Er weinte in meine Schulter. Ich streichelte seinen Kopf. „Sh. Alles gut. Du hast deine Gefühle fiel zu lange für dich behalten. Lass es raus, Mal." Er jammerte und schrie in meine Schulter. „Sh. Alles gut."
„Angus." Wimmerte er.
„Sh. Ich weiß. Du musst nicht mehr stark für mich sein. Jetzt bin ich für dich da, okay?" Er nickte wimmernd.
„Danke, Bruder." Flüsterte er, als er aufgehört hatte zu weinen und sich zurück zog.
„Dafür bin ich doch da, oder?" Fragte ich grinsend. Malcolm kicherte leise. Wir setzten uns an den Tisch und hörten ein wenig Radio. Mein Kopf tut so weh! Und meine Haut kratzt! Was ist los mit mir!? „Ich geh kurz raus." Murmelte ich und stand auf um aus der Blockhütte zu gehen. Vielleicht würde frische Luft helfen. Was ist nur los mit mir!? Ich ging ein wenig durch den Wald. Die Sonne ging langsam unter und es war schon fast dunkel, als ich zurück kam. Mein Kopf tat immer noch weh und ich zitterte stark. Mein ganzer Körper schmerzte, wie wenn ich einen Marathon gelaufen wäre. Ich schleppte mich in die Hütte. Mal lag im Bett, las ein Buch und hatte einen Teller auf seinem Schoß. Darauf konnte ich eine halbe Pizza erkennen. Oh! Ich hatte die Pizza vergessen! Er sah zu mir hinüber. Seine Augen weiteten sich. Malcolm legte das Buch schnell bei Seite und lief auf mich zu.
„Angus!" Er legte meinen Arm um seine Schultern und stützte mich. Sah ich wirklich so schlecht aus? Er setzte mich auf das große Ehebett. „Wo warst du, Ang?" Fragte er besorgt.
„Draußen. Ich wollte frische Luft schnappen." Er nickte. Malcolm strich mir Locken aus dem Gesicht und tastete meine Stirn ab.
„Ang, du hast hohes Fieber." Sagte er besorgt und lief in die Küche, weil wir dort unseren Medizinschrank hatten. Er kam mit Fiebersaft zurück, den er mir auf einen Löffel goss und in den Mund steckte. Ich hatte den Geschmack immer geliebt, weil es süß war. Ich leckte mir die Lippen. Malcolm kicherte. „Leg dich hin, Ang und iss die Pizza. Ich hab sie extra noch einmal warm gemacht." Ich legte mich an die Wandseite, weil dort schon, als wir Kinder waren, mein Platz war, deckte mich zu und nahm den Teller auf meinen Schoß. Malcolm legte sich neben mich und streichelte meine Haare, während ich die Pizza aß.
„An was denkst du?" Fragte ich, als ich sein besorgtes Gesicht sah.
„An viele Dinge." Murmelte er.
„An was genau?"
„An die Jungs. Was sie machen. Daran, dass ich mich ins Zeug legen muss um ein neues Album zu schreiben. Ich mache mir Sorgen um dich. Wieso hast du so lange geschlafen? Wieso hast du Fieber? Was ist plötzlich los mit dir? Ich denke darüber nach, dass ich morgen das Dach reparieren muss. Wann wir einkaufen gehen müssen. Ob es dir gut geht und, und, und." Ich sah ihn besorgt an.
„Mal. Das ist viel zu viel. Du musst nicht immer alles machen, okay? Ich helfe dir gerne. Aber du musst mir sagen, bei was du Hilfe brauchst." Er nickte.
„Danke Ang." Lächelte er.
„Ich sehe in diesen Raum und sehe alle wundervollen Momente, die wir hier als Kinder erlebt haben." Flüsterte ich.
„Ja. Sie waren schön." Nickte Malcolm lächelnd. „Weißt du noch, als hier mal ein Frosch hinein gesprungen ist?"
„Und George herum geschrien hat wie ein Mädchen?" Er fing an zu lachen und nickte. Ich lachte ebenfalls. „Ja, das war lustig. Und du hast den Frosch doch dann hinaus gebracht oder?"
„Ja."
„Ich weiß noch, wie Ma herum gekreischt hat und dich hundert Mal Hände waschen lassen hat." Wir kicherten. Ich aß das letzte Stück Pizza und murmelte dann: „Weißt du, was ich vermissen werde?"
„Nein. Was denn?" Er spielte mit einer meiner Locken, indem er sie hinunter zog und dann wie eine Sprungfeder wieder hinauf schnalzen ließ. Ich kicherte. Er spielte schon als Kind gerne mit meinen Haaren.
„Diese lilanen Dinger aus den Hotels." Sagte ich dann.
„Welche lilanen Dinger?" Er sah mich fragend an.
„Ja das was man zum Frühstück haben konnte."
„Ang, wir waren auf einer Worldtour. Heißt auf der ganzen Welt. Wie soll ich wissen, welches Hotel zu meinst." Kicherte er.
„Da waren wir in der Türkei. Aber in Bulgarien und Italien hat man sie auch bekommen." Sagte ich.
„Mh. Das was unten dick war und nach oben spitz zugelaufen ist?"
„Ja."
„Das sind Feigen, Ang. Du meinst schon das, was innen rötlich ist?"
„Ja."
„Ja, das sind Feigen. Man kann auch welche bei uns bekommen, Ang."
„Echt?" Fragte ich aufgeregt. Die hatten nämlich total lecker geschmeckt.
„Ja. Im Geschäft bei uns um die Ecke, gibt es im hinteren Raum Exotische Früchte. Unter anderem auch Feigen."
„Können wir da welche kaufen?" Fragte ich mit freudigen Ton. Er kicherte über mich und strich mir über die Wange.
„Für dich nur das Beste, kleiner Bruder." Ich lächelte.
„Danke, Mal."
„Natürlich." Er nahm mir den leeren Teller ab und brachte ihn in die Küche. Ich rollte mich stöhnend auf die Seite. Alles tat so verflucht weh. Ich hörte, wie Mal die Tür und die Fenster verriegelte, da es hier ja auch Tiere gab. Dann legte er sich neben mich. Ich sah ihn gequält an. „Was ist los, Ang?" Fragte er zärtlich und deckte sich zu.
„Mir tut alles weh." Wimmerte ich.
„Wovon?"
„Ich weiß es nicht." Murmelte ich. Mal gähnte und öffnete seine Arme. Ich kroch sofort auf ihn zu und ließ mich in seine Arme wickeln. Er küsste meinen Kopf.
„Sh. Ist gut. Ich hab dich, Angy." Ich windete mich vor Schmerz.
„Es tut weh, Mal."
„Ich weiß. Alles gut. Sh. Ich hab dich." Er streichelte meinen Rücken. Bald schliefen wir beide ein.
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro