
06. Kings Chef
Corey
"Da ist er!" Corey hatte schon seine Fähigkeit angewandt und war in Blitzgeschwindigkeit aus dem Auto verschwunden, als er in der nächsten Sekunde wieder auf seinem Sitz saß und Dahlia am Arm zurückhielt, die in der gleichen Zeit nur ihren Oberkörper in Richtung Tür bewogen hatte.
"Corey", zischte sie entrüstet, "kannst du bitte aufhören ständig deine Fähigkeit in aller Öffentlichkeit anzuwenden?!"
"Entschuldigung, aber wenn ich es nicht getan hätte, dann wären wir jetzt den Cops in die Arme gelaufen." Mit einem Kopfnicken deutete er zu dem Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite, wo sich zwei Gestalten ihrer Zielperson näherten. Sie waren zwar in Zivil, aber Corey hatte schon längst ihre Marken gesehen, die sie beide an ihrem Gürtel befestigt hatten. Zusammen mit ihrer Dienstwaffe natürlich.
"Ich denke die wollen jetzt auch mal mit Arnold Kings Chef reden nach diesem Anruf von geradeeben. Ziemlich logisch, wenn du mich fragst." Dahlia hatte sich wieder zurückgelehnt und sah die drei Gestalten nachdenklich an. "Ich wünschte wir könnten hören was sie sagen."
Corey seufzte theatralisch. "Ach, wie schade bloß, dass ich ja meine Fähigkeit nicht anwenden darf, sonst wäre ich in einer Sekunde dort hinter der Mauer und könnte alles hören was sie besprechen. Wäre bestimmt nützlich."
Dahlia blickte stur weiter geradeaus und Corey grinste. Sie waren zusammen losgefahren, um Kings Chef abzufangen und ihm ein paar Fragen über seine Leute zu stellen. Wer von ihrem Projekt wusste zum Beispiel, denn davon hatten Charlottes Entführer gewusst. Nachdem Jack sie informiert hatte, waren sie sofort losgegangen, aber anscheinend war die Polizei ihnen trotzdem ein Schritt voraus. Immerhin hatten sie die Info zur gleichen Zeit erhalten und bestimmt ein schnelleres Fahrzeug, dieser Mietwagen war nämlich ein kleines Desaster. Aber etwas Besseres hatte es wohl nicht gegeben.
"Jetzt oder nie", stichelte Corey leise weiter. Er wusste, dass nach seinem letzten Alleingang Dahlia nicht ganz so froh darüber gewesen und noch lange mit Isaac Hay gesprochen hatte, ob die Schüler so einfach ohne Absprache ihre Fähigkeiten anwenden durften. Einige von ihnen waren noch minderjährig und die Lehrer hatten die Verantwortung. Wenn etwas schief gehen sollte, dann könnte das gehörige Konsequenzen für die ganze magische Welt haben.
Aber schlussendlich hatte Alexander sich eingemischt und die beiden beschwichtigt. Er könnte ja immer noch eingreifen, hatte er gesagt und die Diskussion hatte sich beruhigt.
Vielleicht war das in diesem Moment der ausschlaggebende Punkt dafür, dass Dahlia schließlich nickte. "Na gut, aber..."
Den Rest bekam Corey nicht mehr mit, denn er war schon losgesprintet. Es war ganz leicht für ihn, brauchte kaum Anstrengung. Seine Fähigkeit hatte er schon angewendet als er noch ein kleines Kind gewesen war und er konnte nichtmal beschreiben wann er sich wirklich willentlich dazu entschied. Es war manchmal sogar anstrengender die Gabe nicht anzuwenden und alles so schrecklich langsam zu machen.
Trotzdem hob die eine Polizistin den Kopf und sah verwirrt in die Richtung, in der er vor einer Millisekunde noch gewesen war. Verdammt. Er war zwar schnell, aber eben nicht unsichtbar. Im nächsten Moment war er schon hinter der Mauer und drückte sich mit dem Rücken dagegen, damit auch sein Schatten nicht auffallen konnte. Unsicher sah er zurück zu Dahlia im Auto, die die ganze Situation überblicken konnte. Sie zögerte, sah aus als würde sie jeden Moment ebenfalls aussteigen wollen, aber entschied sich dann noch dagegen und nickte ihm zu.
Von seiner Position aus konnte er jetzt großteils hören was beredet wurde und die Polizistinnen schienen zum Glück nicht nachschauen zu wollen, ob sie jemand belauschte. Corey entspannte sich wieder etwas hinter seiner Mauer und konzentrierte sich auf das, was gesagt wurde.
"Mr. Kanawa, wir wollen Sie gar nicht lange aufhalten und gleich zur Sache kommen. Es wurde ein Mädchen entführt, die Tochter ihres Arbeitnehmers Arnold King. Jetzt wollen es die Umstände, dass eine Lösegeldforderung eingegangen ist und Wertpapiere von ihrem Unternehmen gefordert wurden. Spezifisch zu der strenggeheimen Sache an der sie arbeiten und über die uns Mr. King auch schon nicht weiter einweihen wollte."
Die Stimme der Polizistin klang etwas genervt, es musste ja wirklich kompliziert sein eine Entführung mit so vielen Geheimnissen zu untersuchen.
"Reden Sie doch bitte leiser", ertönte eine nervös klingende Stimme, die ohne Zweifel Kings Chef, Mr. Kanawa, gehören musste, "Ich wurde gerade von Mr. King angerufen und darüber in Erfahrung gebracht, aber alles über ein Prepaidhandy, dann brauchen Sie es nicht so über die Straße zu posaunen!"
Er hatte einen Punkt, aber im Moment war Corey ganz froh darum, dass sie sich so engagiert hier draußen unterhielten, wo er alles mit anhören konnte.
"Dann erklären Sie uns doch bitte wie es sein kann, dass ihr Auto als Entführungsfahrzeug identifiziert wurde."
Corey hielt den Atem an. Das war neu. Der schwarze Van, in den Charlotte gezogen wurde, gehörte also Kings Chef Mr. Kanawa? Das passte irgendwie gar nicht ins Bild.
Mr. Kanawa war ein kleiner adretter Mann im Anzug und mit Aktenkoffer, er ähnelte in keinster Weise einen der Entführer in dem Video und wenn er es geplant und den Auftrag dazu gegeben hatte, dann war er wohl kaum so dumm sein eigenes Auto für die Entführung zu benutzen. Außerdem hatte er ziemlich wenig davon, wenn er doch einfach selbst an die Unterlagen kommen konnte, nach denen heute am Telefon gefragt wurde.
"Das ist gut möglich. Mein Van wurde gestohlen von diesem Parkplatz. Ich wollte noch ein Anzeige aufgeben, aber bis jetzt bin ich nicht dazu gekommen. Können wir jetzt bitte rein gehen, um das weiter zu besprechen? Ich bin kein Verbrecher."
Auch wenn seine Stimme leise und leicht nervös klang, hörte Corey doch raus warum dieser Mann der Chef war. Und auch die Polizistinnen schienen kein Bedürfnis mehr zu haben ihm weiter zu widersprechen.
Corey hörte sich entfernende Schritte und lugte um die Ecke, nur um die drei Gestalten bereits ins Innere des Gebäudes verschwinden zu sehen.
Nur Sekunden später kam Dahlia zu ihm geeilt, die roten Locken wehend im Wind. "Und, was haben sie gesagt? Du hast ausgesehen als sei es spannend."
"War es auch. Das Entführungsfahrzeug, der schwarze Van, war wohl Mr. Kanawas Auto. Er sagt es wurde ihm gestohlen von genau diesem Parkplatz. Ich denke kaum, dass das ein Zufall ist. Das alles deutet doch sehr darauf hin, dass die Entführer irgendeine Verbindung zu diesem Ort haben. Wenn wir darüber nachdenken... sie wussten auch über das strenggeheime Projekt bescheid. Wie sonst, wenn sie nicht hier arbeiten?"
Dahlia zog eine nachdenkliche Miene. "Das stimmt zwar, aber wenn es Kings Kollegen sind, warum wollen sie dann die Papiere, wenn sie sie selbst viel leichter stehlen könnten? Warum der ganze Aufwand mit der Entführung?"
"Vielleicht weil es sonst zu offensichtlich wäre? Bei dieser Handvoll an Menschen, die von dem Projekt wissen, ist es doch leicht dahinterzukommen wer die Papiere gestohlen hat. Sie als Lösegeld bei einer Entführung zu fordern ist sicherer."
Dahlia sah immer noch nicht ganz überzeugt aus. "Ich habe das Gefühl wir übersehen etwas, etwas sehr Wichtiges. Wir müssen unbedingt Mr. Kanawa abpassen und auch mit ihm sprechen."
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Nur ungefähr zehn Minuten später kamen die beiden Polizistinnen aus dem Gebäude gelaufen, geradewegs auf ihr Auto zu. Eine der beiden hatte ihr Handy am Ohr, aber wieder waren sie zu weit weg, um sie verstehen zu können.
Corey kam eine Idee und diesmal besprach er es nicht mit Dahlia, sondern setzte es gleich um. Sie konnte in der kurzen Zeit nichtmal bemerken, dass er nicht mehr neben ihr stand.
Wie ein Blitz bewegte Corey sich zu den beiden Frauen hin, duckte sich hinter einem anderen parkenden Auto weg und konnte jetzt genau hören was die Schwarzhaarige am Telefon besprach.
"Ihr habt den Van gefunden? Wir kommen sofort, was ist die Adresse? Adenauerstraße, in einer Gasse zwischen den Hausnummern 23 und 25, alles klar." Sie gestikulierte zu ihrer Kollegin, dass diese die Adresse in das Navi eingeben sollte und Corey musste fast schon darüber lachen wie einfach das hier war.
Eine Autotür knallte zu und der Motor wurde gestartet. Zufrieden stand Corey auf und wollte gerade wieder zu Dahlia zurücklaufen, um ihr von seinem Erfolg zu erzählen, als hinter ihm jemand etwas rief.
"Hé, du da! Was hast du da zu suchen?!"
Verdammt, die Polizistinnen hatten ihn gesehen. Und in diesem Moment tat er das Dümmste, was er wahrscheinlich je hätte tun können; er wandte seine Fähigkeit an.
Nur ein paar Meter weiter realisierte er was er gerade tat und zwang sich dazu, wieder in normales Tempo zurückzuwechseln. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße.
Er konnte sie bereits nach Luft schnappen hören und sah ihre entgeisterten Gesichter vor sich, bevor er sich überhaupt zu ihnen umdrehen konnte. Kurz schloss er die Augen um ruhig zu bleiben, während er auch schon Dahlia zu ihm rennen hörte. Verdammter Mist, wie hatte er auch so unvorsichtig sein können?!
"Da bist du ja, bist du wieder völlig überge-", fing Dahlia an, bis ihr Blick auf die beiden Frauen fiel, die gerade wieder aus dem Auto gestiegen waren und entgeistert auf die Stelle starrten wo Corey eben noch gewesen war und wo er jetzt stand.
"Du- du warst gerade noch...".
Dahlia schien jedoch zu verstehen was passiert war und schaltete zum Glück sofort. "Gerade noch bei mir ja, er liebt Autos und hat immer mal wieder das Bedürfnis sich auf Parkplätzen all die ach so tollen Modelle anzusehen. Obwohl wir gerade zusammen unterwegs waren."
Dahlia funkelte ihn so wütend an, dass Corey ganz mulmig wurde. Er hatte wirklich Scheiße gebaut, wenn sogar die normalerweise so entspannte und sanftmütige Lehrerin so sauer schien.
"Ich muss mal kurz jemanden anrufen, du hälst die beiden bis dahin hin", zischte sie ihm zu, aber Corey hatte sie auch schon am Arm zurückgehalten.
"Der Van wurde gefunden in einer Gasse zwischen Adenauerstraße 23 und 25", teilte er ihr im Flüsterton mit und Dahlia nickte nur kurz abgemessen, bevor sie sich umdrehte und ihr Handy hervorkramte. Bestimmt konnte das irgendwie wieder in Ordnung gebracht werden. Felix zum Beispiel, der könnte sie das mit seiner Fähigkeit bestimmt vergessen lassen.
Corey drehte sich wieder zu den beiden Polizistinnen um und sah zu seinem Schreck, dass die Schwarzhaarige schon die Hand an ihrer Waffe hatte.
"Wow okay, ganz ruhig", sagte er und hob zur Sicherheit die Hände ein wenig an, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen konnten.
"Was bist du?", biss sie ihm zu, "du bist teleportiert oder was auch immer das war. Und sag' mir nicht, dass wir das falsch gesehen haben, wir haben keine Halluzinationen und schon gar nicht die gleiche."
"Ladies, beruhigt euch. Ich schwöre, ich habe wirklich keine Ahnung was ihr anscheinend gesehen habt, aber ich habe nichts gemacht was unmöglich ist. Teleportieren, wirklich? Ist denn alles okay? Anstrengenden Tag gehabt?"
Leider schienen die beiden es nicht mit Humor nehmen zu können. "Du bist teleportiert und auch wenn du das weiter leugnen willst, warum bist du hier zwischen den Autos hindurch geschlichen? Wolltest du uns belauschen? Hast du eine Bombe platziert?"
Die beiden mussten wirklich einen harten Job haben, wenn die nächste Assoziation im Gehirn nach "belauschen" direkt "Bombe platzieren" war.
"Ich? Was, nein! Sehe ich aus als würde ich Bomben an Autos platzieren? Und warum? Ich habe einfach nur diesen wunderschönen Landrover gesehen und wollte mir den näher anschauen und ich bin auch ganz sicher nicht teleportiert. Ich denke ihr seid verrückt geworden."
Corey versuchte so viel Nachdruck wie möglich in seine Stimme zu legen und es schien zu funktionieren. Sie wechselten Blicke, versuchten scheinbar abzuschätzen wie sicher sie waren wirklich gesehen zu haben, was sie gesehen hatten.
Es stimmte ja, er war in ihren Augen wahrscheinlich teleportiert, aber zwei ganz gewöhnliche Menschen durften nicht mal etwas davon ahnen.
Er wurde in seinem Blickduell unterbrochen, als ein Auto mit quietschenden Reifen auf den Parkplatz raste und hinter ihnen mitten im Weg zum Stehen kam.
Der ruchlose Fahrer hatte wohl keine Lust mehr gescheit einzuparken. Eine Autotür knallte zu und der ruchlose Fahrer stellte sich als Alexander heraus.
Dahlia war sofort bei ihm und schien ihm die Sache zu erklären, während die Polizistinnen sich wohl fragten, ob sie endgültig verrückt geworden waren. Verübeln könnte Corey es ihnen nicht. Die Situation war wirklich komisch und er würde später auch bestimmt darum lachen können, wenn nicht gerade die Schwarzhaarige nach vorne trat und von irgendwoher Handschellen hervorkramte.
"Umdrehen, Hände auf den Rücken, wir nehmen dich mit aufs Büro."
"Das ist jetzt nicht euer- Dahlia! Die wollen mich festnehmen, kannst du das glauben?"
Dahlia und Alexander kamen herbeigeeilt, wobei letzterer sofort versuchte die Situation zu deeskalieren.
"Das ist wirklich nicht nötig, glauben sie mir. Der Junge hat nur Unsinn im Kopf, er braucht nicht mitgenommen zu werden."
Corey protestierte für heute mal nicht, sondern spielte mit und schenkte den Polizistinnen sein unschuldigstes Grinsen.
"Entschuldigen Sie, aber wir haben das Recht-"
Corey sah nicht genau was jetzt passierte, da Alexander selbst ihm die Sicht versperrte, aber die Polizistin verstummte plötzlich.
"Hey, hören Sie auf damit!"
Ihre Kollegin kam schnell um das Auto herum gelaufen, aber stattdessen wandte Alexander sich ihr zu und gab für Corey auch die Sicht auf die Schwarzhaarige frei.
Sie blinzelte ein paar Mal, dann schüttelte sie verwirrt den Kopf und starrte ihn als, als sähe sie ihn gerade zum ersten Mal.
"Was ist passiert?"
"Sie wollten gerade ins Auto steigen", erklärte Alexander freundlich. "Und zu der Straße fahren, die sie bereits ins Navi eingetippt haben. Sie haben einen Anruf darüber erhalten und ihre Kollegen erwarten sie. Uns sind sie gar nicht begegnet."
Alexander lächelte und die Polizistinnen nickten träge und stiegen in ihr Auto ein, als würden die drei da nicht gerade noch stehen. Erst als sie den Parkplatz verlassen hatten, traute Corey sich wieder auszuatmen.
"Es ist wirklich cool, aber auch furchteinflößend", sagte er leise und blickte zu Alexander.
"Und hoffentlich ist die Anwendung nicht mehr oft notwendig", entgegnete der nur, aber das Lächeln lag immer noch auf seinen Lippen.
"Übrigens, Isaac ist ebenfalls zu der Gasse losgefahren, er hat Felix mitgenommen", wandte er sich an Dahlia. "Ich werde mich den beiden anschließen und wir werden uns ein wenig umsehen. Das Entführungsfahrzeug kann uns vielleicht weiterhelfen."
"Und wir beide gehen zurück zum Sonnenhof." Damit beantwortete Dahlia sogleich die Frage, die Corey eigentlich hatte stellen wollen.
"Ich habs verdient, richtig? Das war wirklich ein wenig... dumm."
Zu seiner Überraschung lächelte sie leicht, während sie zurück zu dem Mietwagen liefen.
"Naja, du hast herausgefunden, dass der Van gefunden wurde und wo er ist, also das Resultat ist da. Es ist nur der Weg. Wenn Alexander nicht gewesen wäre, hätten wir den magischen Rat auf den Hals bekommen. Menschen dürfen nichts über Magie wissen, bitte merk' dir das und sei nie wieder so leichtsinnig. Ich will dir nichts vermiesen, aber du musst aufpassen. Wir alle müssen aufpassen."
Corey nickte. "Ich sage nächstes Mal zumindest bescheid", gab er etwas zerknirscht zu und Dahlias Lächeln wurde breiter.
"Wenn nicht, dann lasse ich dich vielleicht doch noch verhaften."
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Auftritte:
Corey Blake
Dahlia Ignis
Alexander Lenné
Yaaay, Kapitel sechs! Und endlich hatte ich auch wieder Motivation und habe mehr Mühe reingesteckt xD. Btw sorry für die absolut falsche Darstellung der Polizei in dieser Geschichte, die dürfen halt nicht im Weg sein und den Fall vielleicht sogar noch vorher lösen, deswegen sind sie alle ein wenig blöd :').
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