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Verdutzt blinzele ich. »Wa-... Moment mal. Hast du mich gerade ein zähes Miststück genannt?«

»Nun, du bist ein zähes Miststück.«

»Na, besten Dank auch, Arschloch«, grummele ich und versuche, die Tatsache zu verdrängen, dass Hayes ehrlich froh zu sein scheint, dass mir in diesem Keller nichts passiert ist. Ich weiß einfach nicht, wie ich mit dieser Info umgehen soll. Ich war immer felsenfest davon überzeugt, dass er mich eigentlich nicht sonderlich leiden kann und nur toleriert, da wir zusammenarbeiten.

Scheint, als hätte ich mich getäuscht.

Und ja, gut, vielleicht habe ich realisiert, dass wir uns zumindest ein bisschen sympathischer sind, als wir vorgeben. Doch, wenn man mich gefragt hätte, hätte ich mit tiefer Überzeugung gesagt, dass Hayes meinen Tod lediglich bedauern würde – nicht mehr.

Doch seine Worte zeigen mir, dass er mich wirklich... mag. Und wenn ich tief in mich hineinhorche muss ich zugeben, dass es mir mit ihm ebenso geht. Aber das muss ich ihm nicht unbedingt auf die Nase binden.

»Wie gehen wir weiter vor?«, frage ich jetzt. Hayes nickt, als würde er den Themenwechsel begrüßen und antwortet: »Wir wissen nun, dass dort im Keller definitiv irgendwas faul ist. Was genau, das gilt es noch herauszufinden. Es kann sein, dass sich dort nur illegalerweise Assistenzärzte treffen, um ihr Gelerntes an Leichen zu anzuwenden. Aber es ist auch möglich, dass wir dem Hotspot dieser angeblichen Krebsforschung auf die Schliche gekommen sind. So oder so, wenn du das nächste Mal dort runter gehst, tust du das nur auf meine ausdrückliche Anweisung. Verstanden?«

Mit warnend gehobenen Brauen taxiert Hayes mich und ich nicke widerwillig. Er beugt sich zu mir vor und raunt: »Ich meine das ernst, Uma. Keine Alleingänge!«

»Ja, ist ja gut, Mama!«, schnaube ich genervt.

Er übergeht meine Worte und fährt fort: »Also, für das weitere Vorgehen bedeutet das, dass du aufmerksam bleibst, die Ohren offen hältst, Alizée nicht aus den Augen lässt und... naja, schau einfach, dass du nicht stirbst. Denkst du, du kriegst das hin?« Ich nicke seufzend. Zufrieden wirkend lehnt er sich in seinem Stuhl zurück und murmelt: »Gut.«

Ich versuche, dem Drang zu widerstehen, doch letztendlich kann ich nicht anders und frage: »Woher eigentlich der Sinneswandel?«

Er runzelt die Stirn. »Welcher Sinneswandel?«

Ich wedele unbestimmt mit der Hand zwischen uns in der Luft herum. »Na, dass du mich jetzt auf einmal nicht mehr hasst, oder so.«

Hayes schnaubt belustigt. »Oh, ich hasse dich sehr wohl, Uma Cunnings.« Komischerweise legt sich bei seinen Worten ein Schatten über seine Miene. Doch als er weiterspricht, ist dieser wieder verschwunden, als wäre er nie da gewesen. »Du treibst mich öfter zur Weißglut, als gut für meine Gesundheit ist. Aber ich schätze, wenn man so viel Zeit zusammen verbringt, kommt man irgendwann miteinander klar, nicht?«

»Ja, kann sein.« Eine richtige Erklärung war das zwar nicht, aber in der Hinsicht ist der Bürgermeister so verschlossen wie ich. Dass er seine Gefühle vor mir auf dem Tisch ausbreitet, habe ich auch nicht erwartet.

Ich schiebe die mittlerweile leere Bierflasche von mir und erhebe mich. »Also, ich pack's dann mal. Danke für das Bier und deinen weisen Rat, Boss.«

»Wirst du wohl aufhören, mich Boss zu nennen?«, murrt er und erhebt sich ebenfalls. »Außerdem war das kein Rat, sondern eine Anweisung, Uma«, fügt er noch hinzu. Ich winke ab. »Was auch immer, Boss.«

Da es bereits dunkel ist, zieht sich Hayes seine Lederjacke an und begleitet mich wortlos nach draußen. Ich erhebe keine Einwände, dass er mich scheinbar wieder nach Hause begleiten will – ich würde das zwar nie offen vor ihm zugeben, doch ich bin sogar etwas froh drum.

Als wir beide im selben Moment durch die Tür gehen wollen, prallen wir kurz aufeinander. Hastig stolpere ich zurück, als hätte ich mich an ihm verbrannt. Mit einer ironischen Geste lasse ich ihm den Vortritt und er schiebt sich sarkastisch lächelnd an mir vorbei. Sein herber Zitrusduft hängt ihm noch eine Sekunde nach, als ich ihm folge und die Tür hinter uns zuziehe.

Wir gehen Schweigend den Weg an den Nachbarhäusern entlang, er die Hände in den Taschen seiner Jacke vergraben, ich mich an meinem Beutel festhaltend. Hätte mir jemand vor einigen Wochen noch gesagt, dass ich mit Hayes O'Connor nach Hause spazieren würde nachdem ich ein Bier mit ihm gezischt habe, hätte ich mir nur an die Stirn getippt.

»Hast du Angst?«

Verwundert drehe ich meinen Kopf zur Seite und blicke zu ihm auf. Sein scharfes Profil hebt sich dunkel gegen das tiefe Dunkelblau des Abendhimmels ab. Sterne funkeln zurückhaltend im Hintergrund, als würden sie noch darauf warten, dass die Nacht richtig anbricht.

»Im Krankenhaus? Ja, ein wenig«, sage ich schließlich wahrheitsgemäß. »Gut. Das solltest du auch.«

»Warum?«, will ich verwundert wissen. Ich strebe es nicht unbedingt an, ängstlich durchs Leben zu gehen.

Jetzt wendet er sich mir zu und obwohl sein Gesicht im Dunkeln liegt, stechen die tiefschwarzen Augen scharf hervor. »Eines habe ich schnell gelernt bei meiner Ankunft in dieser Stadt: Hast du in Bonding Hills keine Furcht, fressen dich die Ungeheuer schneller, als dir lieb ist.«

»Sehr bildlich und poetisch, ich bin beeindruckt«, spotte ich. Dass ich immer zu den Ungeheuern gehört habe, erwähne ich nicht. Einiges hat sich geändert. Das Leben hat mich gelehrt, dass es nicht reicht, ein Ungeheuer zu sein – man muss es überleben.

Und das bin ich: eine Überlebenskünstlerin.

»Sei achtsam, Uma. Tu nichts Unüberlegtes.«

»Das hast du mir schon... wie oft gesagt? Zehn Mal?«

»Ich kann es nicht oft genug betonen.«

Daraufhin erwidere ich nichts, sondern lege bloß genervt stöhnend den Kopf in den Nacken. Manchmal komme ich mir wirklich vor, als hätte Hayes nicht einen Funken Vertrauen in meine Fähigkeiten, einen guten Job zu machen. Normalerweise würde mir das herzlich am Arsch vorbeigehen. Warum das hier nicht der Fall ist, liegt auf der Hand: Ich habe törichterweise damit angefangen, Hayes irgendwie zu mögen. Und es nervt.

»Ein Penny für deine Gedanken.«

Ich schnaube. »Ist das jetzt ›unser Ding‹, oder was?«

Er zuckt die Schultern. »Schon irgendwie.«

»Nein, Hayes. Einfach nur nein.«

»Ich wüsste aber tatsächlich gern, was du gerade denkst.«

»Tja, dann lern eben Gedankenlesen.«

»Das Kapitel wurde bei meiner Ausbildung zum Bürgermeister wohl übersprungen. Auch, wenn es wirklich nützlich gewesen wäre«, sinniert er jetzt. Ich seufze. »Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du witzig bist?«

»Ja, das ein oder andere Mal.«

»Dann haben die dich offensichtlich angelogen.«

»Sarkastische Kuh«, brummt er jetzt.

»Zweigesichtiger Fatzke«, schiebe ich hinterher.

So plänkeln wir noch eine Weile miteinander und reden über Alles und Nichts, bis wir irgendwann meine Auffahrt erreichen. Langsam kommen wir zum Stehen und starren beide nachdenklich zur Fassade meines Hauses. In der Ferne singt eine Nachtigall und der laue Wind jagt ein leises Rauschen durch die Bäume des Waldes unweit von hier.

»Ich muss gerade an meinen ersten Besuch hier denken«, sagt Hayes jetzt in die atmosphärische Stille hinein. »An was genau?«, hake ich mit einem Seitenblick nach. Er sieht mich an. »Unseren netten Plausch auf der Veranda, wenn du es genau wissen willst.«

»Fantastisch«, murre ich übellaunig. Dass ich mich im Grunde genommen aus purer Langeweile an ihn herangemacht habe, würde ich gerne aus unseren Gedächtnissen löschen. Gut, es war nicht nur Langeweile – Neugierde darüber, warum er so rastlos gewirkt hat, spielte ebenfalls eine Rolle – aber es war einfach nur... merkwürdig. Ich habe gehofft, dass er es schon wieder vergessen hat.

»Lass mich raten: Du fragst dich immer noch, was genau das eigentlich sollte?«

Sein Mundwinkel zuckt und er schüttelt den Kopf. »Nein, ich denke, ich bin mittlerweile dahinter gekommen, was das sollte. Aber...«

»Aber was?« Sein Blick trifft meinen und unsere Augen verhaken sich ineinander.

»Aber es geht mir seitdem trotzdem nicht mehr aus dem Kopf.«

★★★★★★★★★★★★★★★★★★★

Sooo, Part 2 von ›Hayes droppt bedeutungsvolle, mysteriöse Sätze am Ende vom Kapitel‹ ist gerade online gegangen! 👋🤡✨

Was haltet ihr von deren stetig wachsender Sympathie füreinander? 👀

Grüße,
Cady

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