Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

19 | Der Prismaturm

„Wir haben keine Zeit mehr!" Nias Stimme klang dringlich. „Xander, wir müssen den Turm erreichen! Von dort können wir vielleicht Kontakt zur realen Welt herstellen. Aber wenn die Wächter uns einholen—"

„Dann war's das!" Xander riss Mr. Harold auf die Beine. „Los jetzt!" Nia packte Xanders Arm und zog ihn mit, während der Boden hinter ihnen aufbrach, splitterte und in die sich öffnende Tiefe stürzte. Mr. Harold stolperte hinter ihnen her, bleich und wacklig.

Mit jedem Schritt zerfiel die Welt weiter. Als wollte sie sich selbst vernichten, bevor die Eindringlinge die Kontrolle übernahmen. Trümmer der Wände stürzten in die Tiefe, dahinter nur ein schwarzes Nichts offenbarend, doch der Turm vor ihnen flackerte wie ein Leuchtturm im Sturm — ihr letzter Hoffnungsschimmer.

Renard und Yasmin waren weit voraus. Xander hatte zu lange versucht, Harold zu überzeugen, Yasmin gehen zu lassen und hatte ihre Flucht zu spät bemerkt. Jetzt waren sie zurückgefallen, und Renard würde die Traumwelt garantiert nicht friedlich verlassen.

„Wir müssen schneller sein als die Wächter!" Sie rannten bereits so schnell sie konnten, doch die Wächter waren ihnen dicht auf den Fersen. Nias Stimme kämpfte gegen das Klirren des zerbrechenden Bodens an. „Denk dir was aus, Xander!"
„Was ausdenken?" Xander wusste nicht, wie er das anstellen sollte, bevor Nia ergänzte: „Irgendwas, das uns schneller macht! Nutze die Traumwelt!"
Xander zögerte — bis ihm klar wurde, was sie meinte. Sie waren noch immer im System. Gedanken formten hier die Realität.

Rollschuhe!

Die Idee blitzte auf, und kaum hatte er daran gedacht, rollen sie dahin. Xander glitt über die glatte Oberfläche, schneller als jemals zuvor. Ein kurzer Moment der Euphorie packte ihn — bis er zurückblickte.
Mr. Harold lag am Boden. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. Er hatte diesen Geistesblitz nicht kommen sehen.

„Nia, hilf Harold!" Xander wirbelte herum. Nia drehte scharf ab, während Xander den Blick wieder nach vorn richtete. Renard war fast über die Brücke aus flackernden Datensträngen, Yasmin dicht hinter ihm.

„Renard! Was hast du vor?" Xanders Ruf hallte durch die zerfallende Welt. Keine Antwort. Nicht mal ein Blick zurück.

Der Boden bebte, als würde er unter ihren Füßen atmen. Aus den Schatten wuchsen weitere Wächter, stumm, gesichtslos—und viel zu schnell.
„Zum Turm! Jetzt!" Nia war wieder bei ihm, Harold stützend. Eilig setzte Xander einen Fuß auf den Datenstrang. Dann den zweiten. In diesem Moment verschwanden die Rollschuhe, als hätte er eine andere Ebene betreten. Die Tiefe unter ihm flimmerte, pulsierte wie ein lebendiges Wesen. Er fröstelte, doch er hatte keine Angst vor der Höhe. Er wagte einen weiteren Schritt. Dann geschah es: Unsichtbare Wände schienen neben ihm aufzusteigen, engten ihn unangenehm ein. Ein Schraubstock zog sich um seine Brust zusammen. Die Enge erstickte ihn, während sein Blick in den schwindenden Abgrund fiel. Seine Beine weigerten sich zu bewegen. Wenn er jetzt für immer hier gefangen war...

„Xander, beweg dich!" Nias Stimme schnitt durch den Nebel in seinem Kopf. „Es ist nur ein Traum. Das System versucht dich aufzuhalten."

Xander schloss die Augen und dachte daran, dass Nia und Mr. Harold hinter ihm waren. Ohne seinen Mut, das Richtige zu tun, hätten sie keine Chance, hier heil rauszukommen. Also zwang er sich, den nächsten Schritt zu machen. Dann noch einen. Die Enge griff nach ihm wie unsichtbare Hände, doch Xander zerriss die Fesseln in seinem Kopf. Schritt für Schritt stürmte er voran, bis nur noch das Licht des Turms vor ihm lag.

„Wir sind da." Xanders Stimme zitterte, als könnte er selbst kaum glauben, dass sie es geschafft hatten. Doch die Gefahr lauerte noch immer.

„Hoch, sofort!" Nia schob sich an ihm vorbei, ihre Schritte hallten auf den Stufen wider, während sie die enge Wendeltreppe des Turms hinaufstürmte. Xander folgte ihr, dicht auf den Fersen.

Oben angekommen fanden sie Renard bereits an der Kontrollkonsole. Seine Finger huschten hektisch über die Tasten, während auf den Bildschirmen Datenströme flackerten.

„Renard, hör auf!" Xanders Stimme hallte durch den Raum. „Du bringst uns alle in Gefahr!"

Renard drehte sich nur kurz um, seine Augen funkelten vor Entschlossenheit. „Gefahr? Diese Welt ist die eigentliche Gefahr! Sie ist ein Käfig aus Lügen und Betrug . Warum hältst du daran fest?"

„Weil sie nicht nur eine fiktive Welt ist!" Xander trat näher. „Es sind Menschen, Renard! Menschen mit Hoffnungen und Träumen. Menschen wie Mrs. O'Hara. Wenn du Elysium Haven zerstörst, vernichtest du auch sie!"

Renard lachte bitter. „Träume? Und was ist mit der Realität? Mit den Menschen, die dort leiden? Mrs. O'Hara hatte ihr Leben. Warum verdient sie ein schönes Ende, wenn draußen andere sterben – vergessen und allein? Weil sie es sich leisten kann?"

Seine Hand zuckte zum Hebel. Ein greller Alarm ertönte, rote Lichter flackerten an den Wänden auf, während die Monitore um sie herum aufleuchteten. Xander sah aus der sie umschließenden Glasfront des Turmes und sah, dass die Wächter den Turm inzwischen umzingelt hatten.

„Systemabwehr aktiviert," dröhnte eine synthetische Stimme aus den Lautsprechern. „Eindringlinge identifiziert. Vernichtung einleiten."

Renard zuckte zusammen, seine Finger bebten. Die Wächter hoben ihre Waffen, bereit zum Angriff. Doch bevor er den Hebel umlegen konnte, legte Nia sanft ihre Hand auf seine.

„Renard, bitte." Ihre Stimme war ruhig, aber eindringlich. „Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, indem du alles zerstörst. Das hier ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist nicht deine Entscheidung, allen anderen die Hoffnung zu nehmen."

Renard's Blick flackerte. Der innere Kampf spiegelte sich in seinen Augen, während die Maschinen tiefer brummten und die Wächter auf die Spitze des Turmes zielten.

„Hoffnung..." Er spuckte das Wort beinahe aus. „Du sagst das so, als wäre sie wirklich real. Aber da draußen gibt es Menschen, die schon lange keine Hoffnung mehr haben. Warst du in letzter Zeit mal draußen, Nia? Hast du das Leid gesehen? Die, die hungern und erfrieren? Die allein sterben, während hier drinnen Menschen träumen?" Er zeigte auf Xander. „Seine Mutter gehört zu ihnen. Hast du das vergessen?"

„Nein." Nia hielt seinem Blick stand. „Ich habe die Traumwelt nie verlassen, Renard. Aber ich habe einen besseren Plan, als aus blinder Wut alles zu zerstören. Wir können es reparieren. Vertrau mir einfach!"

Ein Schuss von einem Wächter zischte knapp an Nia vorbei, brannte sich in die Wand hinter ihr. Die Maschinen summten lauter, der Boden vibrierte bedrohlich. Mr. Harold sank zitternd auf den Boden und hielt sich die Hände über den Kopf.

Doch Renard blieb einfach stehen, sein Lachen klang bitter. „Vertrauen? Du bist nur eine KI! Eine Illusion, erschaffen von denen, die uns in diesen Käfig gesperrt haben. Glaubst du wirklich, ich vertraue dir?"

„Vielleicht nicht mir." Nia trat einen Schritt näher. „Aber meiner Programmiererin. Sie ist auf unserer Seite. Ich bin der kleine Streich des Universums, Renard!"

Xander blickte verwirrt zwischen ihnen hin und her. Doch Renard's Miene veränderte sich. Er kniff die Augen zusammen, während die Maschinen ringsum ein gefährliches Sirren ausstießen. „Sie hat dich erschaffen...?" Seine Finger umklammerten den Hebel, doch er bewegte ihn nicht.

Nia nickte entschlossen. „Sie hat die ganze Zeit über dich gewacht. Wie sie es versprochen hat. Ich bin gekommen, um dir zu helfen – und um dich davon abzuhalten, alles zu vernichten. Lass mich das hier zu Ende bringen. So, wie ihr es geplant habt! Ich verspreche dir, dass es gut ausgehen wird! Ich bin gekommen, um dich und Yasmin hier rauszubringen!"

Renard's Griff lockerte sich. Er trat zögernd zur Seite. Nia trat eilig neben ihn und ihre Finger huschten flink über das Bedienfeld. Mit einem Mal begann der gesamte Turm zu vibrieren. Ein gleißendes Licht erfüllte den Raum. Die Wächter hielten inne – als hätte das System selbst gezögert.

„Nia!" Xander's Stimme überschlug sich. Er klammerte sich am Geländer fest. „Was passiert hier?"

„Es ist vorbei, Xander." Nia drehte sich zu ihm um, ein seltsames Funkeln in ihren Augen. „Die Reise ist zu Ende. Es wird Zeit, aufzuwachen."

„Aufwachen?" Xander wich zurück, während sich die Wächter neu ausrichteten. „Was passiert hier? Warum hilfst du Renard"

Nia's Blick wurde weich – fast bedauernd. „Weißt du, Xander..." Sie legte ihre Hände auf seine Schultern. „Es hätte gar nicht so weit kommen sollen. Du hättest wirklich im Institut bleiben sollen – nachdem ich dir die Gummistiefel gegeben habe."

Xander erstarrte. „Was...?"

Ein Alarm durchbrach die Stille. Die Wächter aktivierten erneut ihre Waffen.

„Es tut mir leid, Xander."

Bevor er reagieren konnte, packte Nia ihn. Ihre Finger schlossen sich wie ein Schraubstock um seine Arme.

„Nia! Was machst du?"

Ein Schuss zischte knapp an ihnen vorbei und tausend Scherben wirbelten um Xanders Gesicht. Das Glas des Fensters, das sich eben noch kalt an Xander's Rücken gedrückt hatte, war plötzlich fort. Ohne zu zögern stieß Nia ihn durch die Öffnung.

Xander schrie auf. Er griff nach dem Rahmen, seine Finger rutschten ab. „Nia!"

Doch sie stand nur da und sah ihm hinterher, während die Wächter auf sie zukamen.

Der Abgrund öffnete sich unter ihm, als er immer weiter in die endlose Tiefe fiel.

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro