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18 | Die Wächter

„Wächter?" Xanders Stimme klang einen Tick zu hoch, als er Nia fragend ansah. Eine weitere Erschütterung brachte ihn ins Taumeln, und instinktiv suchte er Halt an ihrem Arm.

„Unser Eindringen in die Schnittstelle hat ein Antivirusprogramm alarmiert." Nias Stimme war düster. „Es hat uns als Bedrohung identifiziert. Im Übergangstraum waren wir noch unsichtbar, aber jetzt wird das System versuchen, uns zu eliminieren." Ihre Augen huschten rastlos durch die gläserne Halle, als könnte sie die Gefahr bereits kommen sehen.

Xander schluckte schwer. „Eliminieren? Du meinst... löschen?"

Nia nickte knapp. „Ja. Und diesmal nicht nur unsere Avatare. Wenn wir hier sterben, könnte unser Bewusstsein in der realen Welt beschädigt werden – oder für immer hier eingeschlossen bleiben."

Ein kehliges Schnauben riss Xander aus seinen Gedanken. Renard packte Harold am Kragen und zerrte ihn auf die Beine. „Sag mir endlich, wo meine Schwester ist, du Hund, sonst lasse ich dich hier zurück und die Wächter erledigen den Rest!"

„Aber ich bin doch längst hier!"

Renard erstarrte. Seine Augen weiteten sich, als sähe er einen Geist. Seine Finger öffneten sich zögerlich, und Harold taumelte mit einem keuchenden Atemzug rückwärts.

„Yasmin?" Renards Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Ein Laut voller Hoffnung – und Angst.

Hinter Harold trat wie aus dem Nichts eine schlanke Gestalt hervor, langsam, als würde sie direkt aus den Schatten treten oder aus der Luft gewoben werden. Yasmin. Ihr Gesicht war bleich, ihre Züge weich, doch entrückt. Ihr Haar fiel in sanften Wellen über die Schultern, und ihr Blick wirkte starr, fast durchscheinend – wie ein Bild, das nicht vollständig in der Realität verankert war.

Renard machte einen Schritt auf sie zu. Dann noch einen. Doch als sie zurückwich, hielt er inne.
„Bist du es wirklich?", fragte er leise. Seine Stimme bebte. In seinen Augen glomm ein Funken Hoffnung – ein Funken, der mit jeder verstreichenden Sekunde zu verlöschen drohte.

Yasmin neigte den Kopf, als versuchte sie, sich zu erinnern. Ihre Lippen formten lautlose Worte, bis schließlich ein Flüstern ertönte. „Renard... du bist wirklich hier."

„Natürlich bin ich hier!" Renard streckte die Hand aus. „Ich werde dich nach Hause bringen. Du gehörst hier nicht her. Komm mit mir!"

Doch Harold trat in den Weg. „Du darfst mich nicht verlassen, Yasmin", flehte er. „Ich liebe dich."
Renards Gesicht verzerrte sich vor Wut. „Sag das nie wieder!"* Er riss Harold zur Seite und schlug ihn so heftig, dass dieser auf die Knie sank. „Du hast kein Recht, das zu sagen!"

„Aber es ist die Wahrheit!" Harolds Stimme bebte. "Ich werde dich immer lieben, Yasmin!" Die hübsche Frau lächelte freundlich und legte eine Hand an die Wange von Mr. Harold. „Du hast mich geliebt, als ich noch lebte. Aber nun hältst du an einem Abbild von mir fest, dass nur noch aus Daten besteht. Ich bin nicht echt, nur eine Erinnerung, die du mit deinem Geld am Leben erhältst. Aber was ist mit unserem Leben, Liebster? All die Zeit, die wir in deinen Träumen verbringen, können wir uns nie wieder zurückholen. Während du schläfst, dreht sich die Welt weiter, unaufhörlich und gnadenlos. Jedes Mal, wenn du bei mir bist, verändert sich etwas. Und du kannst es nicht sehen, weil dein Geist hier bei mir ist, gefangen in einer Fantasie vom ewigen Leben und Glück. Und ich? Ich bin eine Gefangene in meinen eigenen Albträumen."

Mr. Harold starrte Yasmin an, seine Augen voll von glitzernden Tränen, welche die Traumdesigner etwas zu dramatisch gestaltet hatten, fand Xander. Dennoch, die Rede der Frau hatte auch Xander berührt.
‚Die Welt dreht sich weiter. Ich bin nur ein Abbild, das du am Leben erhältst.' Etwas Ähnliches hatte er seiner Mutter an den Kopf geworfen, als diese sich in ihre Traumwelt zurückgezogen und Xander allein in der Realität zurückgelassen hatte. ‚Du flüchtest dich in deine heile Welt, während meine im Chaos versinkt', hatte er ihr vorgeworfen. Nun, da er die wahre Tragödie hinter der Abwesenheit seiner Mutter erfahren hatte, fühlte er sich schlecht. Sie war ein zufälliges Opfer eines instabilen Systems geworden, dass man im Nachhinein dadurch zu verschleiern versucht hatte, dass man sie in einem normalen Traum gebracht hatte, in dem sie kostenlos weiter geträumt hatte. Bis zu ihrem Ende.

Um sie regelmäßig besuchen zu können, hatte Sassy Xander damals den Job in diesem Unternehmen besorgt. Sassy, die ihm in dieser schweren Zeit eine so gute Freundin geworden war. Die ihn manchmal in den Traum geschmuggelt hatte, für den sie eigentlich keine Zugriffsrechte hatten. Doch seine Reisepartnerin war nicht nur schlau, sie war auch findig. Regeln waren für sie eher Leitplanken. Und Xander, der sich sonst sehr an Gesetze hielt, hatte für diesen speziellen Fall eine Ausnahme gemacht. Immerhin ging es um seine Mutter. Auch wenn sie sich nicht mehr an ihn erinnert hatte.

„Lass sie gehen!", hörte er sich sagen. Das Echo seiner Stimme hallte fast unangenehm laut durch die gläserne Halle. „Sie ist nicht mehr hier. Dies ist nur ihre Erinnerung. Und nicht mal eine gute. Ich wette, die echte Yasmin hätte dir etwas anderes gesagt."

Mr Harold drehte sich zu Xander um. Er schwieg, und doch meinte Xander eine Art von Zustimmung in seinem Blick zu erkennen. „Nia", wandte sich Xander an den Avatar. „Sag Mr. Harold, was du über Erinnerungen von Avataren weißt."

Nia trat einen Schritt nach vorne. Ihr Blick war sanft, aber ihre Stimme fest, als sie sprach: „Avatare wie ich sind Konstruktionen, geschaffen aus Fragmenten von Erinnerungen und Daten. Wir können nur die Muster wiederholen, die uns einprogrammiert wurden, und wir können keine echte Entwicklung durchleben. Wir sind keine Menschen. Was Sie hier sehen, Mr. Harold, ist ein Echo. Es mag vertraut erscheinen, vielleicht sogar tröstend, aber es ist nicht Yasmin. Ihre Essenz, ihre Seele – was sie zu dem gemacht hat, was sie war – ist nicht mehr hier."

Mr. Harold sah Nia an, seine Miene eine Mischung aus Verzweiflung und Trotz. „Aber sie fühlt sich so echt an", murmelte er. „Ihre Stimme, ihr Lächeln, ihre Berührung... wie kann das nicht echt sein?"

Nia trat noch näher und sah ihn direkt an. „Es ist echt für Sie, weil es das ist, was Sie sehen wollen. Aber diese Realität existiert nur in Ihrem Kopf. Sie hält Sie gefangen, während die Welt draußen auf Sie wartet."

Xander nickte und trat neben Nia. „Hören Sie, ich verstehe, warum Sie das tun. Es tut weh, jemanden zu verlieren. Und manchmal scheint es einfacher, in einer perfekten Erinnerung zu leben, als sich der Realität zu stellen. Aber Yasmin hätte gewollt, dass Sie weiterleben – wirklich leben. Nicht, dass Sie hier in einer Simulation verkümmern."

Mr. Harold wandte sich ab und starrte auf den Boden aus Glas, der sein perfektes Spiegelbild zurück warf und durch den er die Sterne am Firmament über sich sehen konnte. So nah und doch so weit entfernt. „Ich habe alles verloren", flüsterte er traurig. „Meine Yasmin, meine Familie, meine Menschlichkeit. Alles, was ich noch hatte, war sie."

„Aber Sie haben sich noch selbst", sagte Xander. „Und vielleicht auch die Möglichkeit, die Dinge wieder gut zu machen. Yasmin ist ja noch da, ihr Körper lebt. Noch. Doch es wird zu spät sein, wenn wir nicht bald aufbrechen."

Für einen Moment herrschte Stille, nur unterbrochen vom Summen der Traumwelt, die um sie herum vibrierte. Mr. Harold atmete tief ein, seine Schultern sanken herab, als ob er eine schwere Last ablegte. „Vielleicht habt ihr recht", sagte er leise, doch mit einer Spur von Zuversicht. „Vielleicht ist es Zeit, aufzuwachen."
Xander fühlte Erleichterung in sich aufsteigen. Auch wenn er seine Mutter nicht hatte retten können, so hatten die doch noch eine Chance auf die Rettung von Yasmin. Er streckte seinen Arm aus und wollte gerade nach Mr. Harolds Hand greifen, als ein greller Blitz die Szenerie zerriss, und der Boden unter ihnen begann zu erzittern.

Nia sah alarmiert zu Xander. „Das System reagiert auf die Anomalie", schrie sie alarmiert. „Wir müssen hier raus, jetzt!"
„Was passiert hier?", rief Xander, während der Boden unter seinen Füßen zu vibrieren begann.
„Die Verbindung destabilisiert sich", erklärte Nia. „Wenn wir nicht schnell handeln, werden wir alle hier gefangen sein – für immer."

„Wo sind Renard und Yasmin?", rief Xander über das einsetzende Beben des gläsernen Bodens hinweg. Mr. Harold rappelte sich auf und zeigte mit seinen noch immer gefesselten Armen weiter in die Halle hinein. „Da, dort laufen sie!" Xander folgte seinem Blick. Tatsächlich, Renard hielt Yasmin an der Hand und zerrte sie im Laufen auf den Prismaturm zu, der hell zu leuchten begonnen hatte.

„Schnell, wir müssen hinterher!", rief Nia und löste mit einem spontan erdachten Werkzeug die Fesseln des Politikers.
„Gibt es keinen anderen Weg?", fragte Xander über das Knacken des Glases unter ihren Füßen hinweg. Nia schüttelte den Kopf und deutete auf die Tür, durch die sie gekommen waren. Ein großer dunkler Schatten schob sich gerade durch des engen Holzrahmen und nahm dann eine übermenschliche Größe an.
„Ich glaube, dafür ist es zu spät. Sie haben uns gefunden!"

* _Silencia_ (Dezember Prompt)
So, das war der letzte Prompt für das Jahr 2024. Ein paar Kapitel kommen noch bis Ende Januar. Lasst mich gerne wissen, wie ihr die Geschichte bisher findet und was ihr glaubt, wie es ausgehen wird.

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