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Erwachen


Als sie erwachte, waren ihre Sinne völlig vernebelt und sämtliche Nervenbahnen überreizt. Der Teil ihres Körpers, den sie spürte, schien in Flammen zu stehen. Alles brannte und stach, doch ihr fehlte die Kraft, um sich gegen diese Eindrücke zu wehren. Sie übermannten sie und ihr Kopf drohte zu explodieren.

Was war nur geschehen? Was war real und was nicht? Wirre Träume hatten sie bis vor wenigen Minuten gequält. Hatten ihr Freiheit und Rettung versprochen und nun war sie aufgewacht und die Illusion, es würde nicht nach nach Urin und Verwesung stinken, blieb. Oder war es gar keine Illusion? Vorsichtig holte sie Luft. Warme Luft. Neutral. Vielleicht mit einem Hauch Kräuter. Sie war also tatsächlich nicht mehr in diesem schrecklichen Verlies! Ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen und sie konnte das Scharren von Stuhlbeinen hören, gefolgt von eiligen Schritten.

Nicht allein. Irgendwo in dieser Dunkelheit war jemand!

Sie versuchte die Augen einen Spalt zu öffnen, doch alles was sie sah, war verschwommen. Sanftes Licht ... vielleicht Kerzen? Eine große Gestalt ... einer ihrer Peiniger? Sie wusste es nicht und es war letztlich auch egal. Was würde ihr diese Information bringen? Es gab in diesem Zustand sowieso kein Entkommen.

Dennoch war die angst groß und ihr Körper reagierte darauf. Eine Welle der Übelkeit überkam sie und ihr Magen verkrampfte sich schmerzhaft. Sie würgte, hustete. Kalter Schweiß brach aus und verschlimmerte den Kampf mit dem eigenen Körper. Übergeben konnte sie sich nicht. Von was auch? Die letzte Mahlzeit, die als solche zu bezeichnen war, musste ewig her sein. Sie versuchte gerade sich daran zu erinnern, als sie spürte, wie jemand ihren Kopf anhob und etwas Kaltes ihre Lippen berührte.

„Versuch das zu trinken", hörte sie eine leise Stimme. Dunkel und ruhig. Der Klang war so angenehm und vertrauenerweckend. Völlig anders als die letzten Male, wenn sie geweckt worden war. Sie versuchte die Flüssigkeit zu schlucken, doch es ging nur sehr schwer. Ihr Hals fühlte sie wund und verkrampft an. Die Muskeln reagierten kaum. Sie verschluckte sich immer wieder und die winzigen Mengen, die sie hinunter brachte, reichten nicht, um den Durst zu lindern. Diese einfache Tätigkeit war nicht zu bewältigen und sie hatte das Gefühl zu ersticken. Als sie merkte, dass sie nicht weiterkam, traten ihr Tränen der Hilflosigkeit und Verzweiflung in die Augen.

„Kein Grund zu weinen. Wir haben alle Zeit der Welt", flüsterte die Stimme. Noch immer ruhig und fast schon fürsorglich.

Sie spürte, wie ein Kissen unter ihren Kopf gelegt wurde und die fremde Person sanft die Finger an ihren Hals legte. Warme Finger, die dafür sorgten, dass die verspannten Muskeln sich lockerten. „Angst schnürt einem die Kehle zu, sagt man. Das muss jetzt aber nicht mehr sein. Dir wird hier nichts geschehen. Versuch dich einfach zu entspannen", wurde beruhigend auf sie eingeredet und sie versuchte auf seine Worte zu hören. Versuchte, die Anspannung abzuschütteln.

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Vorsichtig strich Snape über den Hals der jungen Frau, um ihr das Schlucken zu erleichtern. Ihre Körpertemperatur war noch immer zu niedrig, daran hatte auch ein leichter Wärmezauber nichts geändert. Es war ein Kampf gegen Windmühlen, solang er nicht in der Lage war, ihren Zustand mit Tränken zu verbessern. Jetzt bekam er erstmals die Gelegenheit. Nachdem sie sich die Stunden nach seiner Rückkehr überhaupt nicht bewegt hatte, hatte er schon fast die Hoffnung verloren. Ihr Körper war einfach zu schwach. Er hatte schon fest damit gerechnet, dass sie nicht mehr aufwachen, sondern ihm einfach unter den Händen wegsterben würde. Jeden Moment erwartete er, dass sie sich ein letztes Mal aufbäumte und ihr Herz den Kampf aufgab. Deswegen war er auf der Lauer gelegen und hatte sie beobachtet. Er hatte sogar Dumbledore belogen und sich für den heutigen Tag krank gemeldet. An unterrichten war in seiner Lage auch nicht zu denken. Immerhin hatte er seit seiner Rückkehr kein Auge zugemacht und in weniger als einer Stunde, würde die Sonne aufgehen.
Den Tag konnte er nun nutzen, um liegengebliebene Arbeiten zu korrigieren und immer wieder nach seiner Patientin zu sehen. Sie allein zu lassen, wäre verantwortungslos. Dazu stolperte sie ihm noch zu nah an der Schwelle zum Abgrund entlang. Noch. Denn jetzt könnte das Blatt sich wenden. Sobald er das geringste Lebenszeichen in Form eines leisen Stöhnens vernommen hatte, war er von seinen Korrekturarbeiten aufgestanden und zu ihr geeilt. Die wenigen Schlucke, die sie seitdem trotz Husten und Würgen hatte nehmen können, sollten bereits einen positiven Effekt herbeiführen.

Er stellte das Glas wieder beiseite. Sein Blick glitt suchend über ihren Körper und er kontrollierte ein paar der frischen Verbände. Die Wunden, die noch zu sehen waren, hatte er nicht einfach heilen können. Sie stammten von Flüchen und Folter. Ihm waren diese Methoden nur allzu gut bekannt. Er hatte sie mit Salben behandelt und bald wäre sie auf dem Weg der Besserung. Ihr Körper würde lang brauchen, bis er sich vollständig erholte, doch wenn er weiterhin Tröpfchen für Tröpfchen des Heiltranks in ihren Mund bekam, war er auf einem guten Weg. Noch nicht über den Berg, doch mit größeren Chancen als noch vor wenigen Stunden.

Abgesehen davon, dass sie verletzt und abgemagert war, hatten die Wochen im Verlies eher sie eher einen Schatten als einem Menschen gleich werden lassen. Ein vorsichtiger Reinigungszauber, gleich nach seiner Ankunft in seiner Wohnung, hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Sie roch zwar nicht mehr so unangenehm, doch noch immer wirkte sie auf ihn dreckig, wie sie so vor ihm auf der Couch lag. Das lange Haar war strähnig und verklebt, das schmutzige Kleid - oder zumindest die Reste davon - hatte er entfernt und gegen ein schlichtes Leibchen getauscht, das jedoch längst wieder Flecken hatte. Blutflecken, von Wunden, die trotz seine Behandlung immer wieder aufgingen. Ihre Haut viel zu blass, fast grau, und ihre Arme und Beine ungesund mager. Kein Wunder, wo sie doch die letzten Wochen in einem düsteren Verlies ohne anständige Mahlzeiten und Sonnenlicht, dafür mit anderen sterbenden Gefangenen, verbracht hatte.

Seufzend griff er wieder nach dem Trank auf dem Beistelltisch, als sie erneut die Lippen bewegte. Er flößte ihr ganz langsam den Rest des Heiltranks ein und beobachtete aufmerksam, wie sie sich Schluck für Schluck um das süßliche Gebräu bemühte. Es dauerte lange und er musste immer wieder Pausen machen, doch schließlich schaffte sie es, den Becher zu leeren.

Schweigend betrachtete er sie, als würde er darauf warten, dass der Heilungserfolg überraschend groß war und sie munter aufspringen ließ. Doch nichts geschah. Ihre Gesichtszüge schienen lediglich etwas entspannter. Snape presste enttäuscht die Lippen zusammen und schnaubte leise. Was hatte er erwartet? Wunder? Selbst in der magischen Welt, gab es diese nicht. Noch dazu in einem solchen Fall. Noch immer fragte er sich, ob all das Blut, das vor seinen ersten Reinigungsversuchen auf der hellen Haut und ihrer zerrissenen Kleidung geklebt hatten, ausschließlich ihr eigenes war. Es würde ihn wundern, denn die Menge war nicht unerheblich.

Vorsichtig streckte er die Hand aus, um ihre Temperatur zu kontrollieren. Strich ein paar der dreckigen Haarsträhnen aus ihrem Gesicht und berührte vorsichtig ihre Stirn. Noch immer zu kühl, doch er redete sich ein, dass es besser wurde. Ein leises Stöhnen war die Reaktion auf seine Berührung. Sie regte sich leicht und er bemerkte, dass sie die Augen einen winzigen Spalt geöffnet hatte. Das intensive Blau mit den grünen Sprenkeln schimmerte leicht durch die vollen Wimpern. Nachdem sie für sich wohl festgestellt hatte, dass er keine Bedrohung darstellte, schloss sie die Augen wieder.

„Wer bist du?", fragte er leise, jedoch mehr zu sich selbst und in der Überzeugung, dass sie wieder in einen fast schon komatösen Tiefschlaf gefallen war. Sie regte sich und flüsterte etwas.

„Was?"

Snape beugte sich weiter vor und legte sein Ohr ganz nah an ihre Lippen. „Liora ...", hauchte sie und fiel dann mit einem leisen Seufzen zurück in die schon so lange anhaltende Bewusstlosigkeit.

Snape starrte sie einen Moment lang ratlos an. Dann wurde das Bedürfnis, Abstand zwischen sich und die Unbekannte zu bringen, zu groß. Er richtete sich auf und kehrte, immer wieder unsichere Blicke über die Schulter werfend, an den großen Holztisch zurück, den er eigentlich zu seinem Esstisch erklärt hatte und auf dem nun die Arbeiten seiner Schüler lagen. Es war nicht seine Art, sich Arbeit mit in seine Privaträume zu nehmen, doch aufgrund der aktuellen Umstände, erlaubte er sich, eine Ausnahme zu machen.

Sie hatte gesprochen und nun einen Namen. Liora. Ein hebräischer Name, wenn er sich nicht irrte. Snape verzog kurz das Gesicht. Er setzte sich und griff wieder nach seiner Feder. Doch statt sich an den nächsten Aufsatz zu machen, starrte er weiterhin die Frau an, die das Schicksal in seine Obhut gebracht hatte.

Jetzt, wo er ihren Namen kannte, war es schwierig die Distanz aufrecht zu erhalten! Wie sollte er weiterhin so tun, als wäre sie nur eine Aufgabe, wenn sie nun einen Namen und bald auch eine Geschichte haben würde?

Snape fluchte leise und schüttelte den Kopf, bevor er sich mit verbissener Miene wieder den Hausaufgaben seiner Schüler zu wandte. Ablenkung. Er durfte nicht weiter darüber nachdenken. Wäre das Schicksal ihr gnädig, würde sie in den nächsten Stunden doch noch ihren Wunden und der dauerhaften Mangelversorgung erliegen.

Doch was wenn nicht? Was würde Dumbledore dazu sagen? Er hatte es bisher nicht gewagt dem Schulleiter von seiner Dummheit zu berichten und er würde versuchen, es so lang wie möglich hinaus zu zögern. Mindestens so lang, bis er sich selbst erklären konnte, was an Vorabend mit ihm los gewesen war. Unkonzentriert und nachlässig, das war er gewesen, sonst wäre es nie so weit gekommen.

Dumbledore würde ihn für dieses Verhalten tadeln! Natürlich wäre der alte Zauberer insofern gnädig, dass Snape versucht hatte ein Leben zu retten, doch alles andere ging gegen jegliche Abmachung, die sie beide getroffen hatten. Es gefährdete seine Position als Spion und sein Leben. Hätte er sich doch nie auf diese dumme Wette eingelassen! Eine Wette, die er nur verlieren konnte. Von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Doch was konnte er jetzt noch tun? Er musste den Tag hinauszögern, an dem Voldemort Ergebnisse verlangte. Immer vorausgesetzt, er schaffte es, dieses Wesen, das ihm so viele Rätsel aufgab, zu retten. Wie er den Dunklen Lord hinhalten wollte, wusste er nicht und welche Opfer er dafür bringen musste, konnte er jetzt auch noch nicht sagen.

Snape schüttelte kurz den Kopf und runzelte die Stirn. Eine Struktur musste her. Er musste sich erst einmal in aller Ruhe mit der Situation auseinandersetzen, bevor er sich mit der Person „Liora" beschäftigen konnte. Wenn er eine Lösung für das Problem gefunden hatte, würde er sich um alles weitere kümmern.

Doch sein Kopf wollte sich nicht bremsen lassen. Szenarien und Gedanken wirbelten herum und stellten ihn vor die große Frage: Sie mit ins Boot holen oder sie loswerden?

Inwiefern würde sie zulassen, dass er über ihr weiteres Schicksal entschied? Theoretisch brauchte er ihre Meinung nicht erfragen. Was konnte sie schon gegen ihn ausrichten? Nichts! Sie war zu schwach und selbst wenn sie wieder zu Kräften kam, könnte er sie einfach hier einsperren. Wie ein Haustier, von dem niemand im Schloss etwas mitbekommen sollte und nur vorübergehend, bis er eine bessere Lösung gefunden hatte. Snape verzog das Gesicht und konnte sich ein unwilliges Knurren nicht verkneifen. Welch ein ausgekochter Blödsinn! Waren seine Nerven so überreizt, dass er nur noch zu solch geistigem Müll fähig war?
Er musste sich erst einmal um nichts kümmern! Sein Plan umfasste gerade mal die nächsten Stunden und bestand aus Heil- und Nährtränken, die sie zurück ins Leben holen sollten. Danach konnte er sich mit einer realistischen Problembewältigung beschäftigen. Sie würde kooperieren, wenn er sich nicht gar so ungeschickt wie der Dunkle Lord anstellte, da war er sich sicher. Vielleicht konnten sie dann auch gemeinsam einen Weg finden, das Dilemma zu beseitigen. Er würde es mit Argumenten und Erklärungen versuchen, nicht mit Angst und Gewalt.

Voldemort hatte wenig Ahnung von den Gefühlen der Menschen. Für ihn waren es nur mögliche Schwachstellen, die er nicht duldete. Snape lächelte kurz freudlos und sein Blick wanderte wieder zu der Gestalt auf seinem Sofa.

Obwohl er wusste, dass es nichts brachte, sie pausenlos anzustarren, konnte er es nicht lassen. Zum Abwarten verdonnert zu sein, zerrte an seinen Nerven. Warten und hoffen.
Ein leises Seufzen kam ihm über die Lippen und er und wandte sich wieder einem der Aufsätze zu. Überflog die Wörter und verzog das Gesicht über die miese Leistung seiner Schüler. Lange hielt er es auch nicht aus. Die eigene Müdigkeit ließ keine Konzentration auf die Aufsätze mehr zu.

Voldemort. Die Todesser. Folter und Schmerzen. Es würde sicher schwer werden, mit ihr zu sprechen, nachdem sie ihn an der Seite des Dunklen Lords erlebt hatte. Aber was hatte er erwartet? Dass sie ihn nach ihrem Erwachen unterwürfig um Gnade anflehen würde? Dass sie um ihr Leben betteln und ihm bei seiner Wette helfen würde? Ganz sicher nicht! So wie er sie erlebt hatte, war sie alles andere als umgänglich und es würde ihn wundern, wenn gerade er es sein sollte, dem sie auf Anhieb kooperativ entgegen kam. Immerhin hatte er sie dazu auserwählt, sich für den Dunklen Lord persönlich das Leben zu nehmen. Nein, so war es nicht ganz richtig. Sie sollte sich aus Zuneigung für IHN, Snape, das Leben nehmen.

Ob sie den Inhalt der Wette bewusst mitbekommen hatte? Er konnte es nicht sagen. Sie hatte am Boden gelegen, vermutlich bewusstlos. Wenn sie wirklich mitbekommen hatte, worum es ging, würde sie von Anfang an Ärger machen. Darauf sollte er gefasst sein. Doch was, wenn nicht ... Ja, was war dann? Dann konnte er sie auf einem anderen Weg gefügig machen. Sie vielleicht wirklich für sich gewinnen und sie so vor ihrem Schicksal bewahren. Eine Lüge mehr oder weniger, würde jetzt auch nicht mehr auffallen.

Er schloss kurz die Augen und zwang sich dann wieder zur Arbeit. Was hatte er sich da nur angetan? Die nächsten Tage und Wochen wären der blanke Horror und wahrscheinlich, war letztlich alles für die Katz. Noch einmal tief Luft holen und die düsteren Gedanken auf später verschieben. Morgen würde der Tag schon ganz anders aussehen ...

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Als sie wieder zu sich kam, mussten bereits viele Stunden vergangen sein. Wie lange sie geschlafen hatte, konnte sie nicht sagen. Der einzige Hinweis auf die Länge ihres Schlafs war die Tatsache, dass sie sich um einiges besser fühlte, als bei ihrem letzten Erwachen. Das Gefühl war in ihren Körper zurückgekehrt und sie war in der Lage ihre Finger und Füße zu bewegen. Wie weit würde ihre Kraft ausreichen? Sie versuchte sich aufzusetzen und schaffte es tatsächlich nach mehreren kläglichen Versuchen. Sie zitterte vor Anstrengung und kalter Schweiß bedeckte ihren Körper, als sie endlich aufrecht saß und den Kopf hob, um sich umzusehen. Ihr Körper war noch immer sehr geschwächt, doch sie spürte, dass es ihr im Verhältnis sehr viel besser ging und allein die Tatsache, dass sie ihre Umgebung wieder wahrnehmen konnte, bestätigte das.

Sie befand sich in einem Schlafzimmer. Ein sehr schönes sogar. Schlicht eingerichtet. Ordentlich. Sie saß auf einem großen Bett, dessen Bettrahmen aus schwarzem Holz gefertigt war, genau wie der Kleiderschrank an der Seite des Zimmers und das Sideboard. Alles sehr unpersönlich gestaltet, dafür hochwertig und elegant.

Auch die Lichtquelle des Raumes war schnell ausgemacht. Auf dem Sideboard standen ein paar dicke, weiße Kerzen. Sie warfen einen warmen Schein auf die Bettdecke, welche cremefarben wirkte und sich bis jetzt warm und seidig um ihren Körper legte. Ein echtes Bett. Es tat so gut, nicht mehr auf dem kalten Boden zu liegen. Natürlich hatte sie auch vor ihrer Entführung eines gehabt, doch nie solch ein großes mit solch weichen Kissen.

Wo war sie hier nur? War sie noch immer bei IHM? Wer auch immer er war. Oder auch nicht? Vielleicht war es nur eine neue Falle. Eine Illusion wie viele zuvor, die sie durchlebt hatte. Wie oft war sie schon aufgewacht und hatte sich gefragt, ob ihr Martyrium nun endlich vorbei war. Zu oft, denn jedes mal hatte sich die gefühlte Sicherheit als Trugbild herausgestellt. Sie sollte so nur gefügig gemacht und zum Reden gebracht werden.

Sie krallte ihre Finger in die wärmende Decke und dachte krampfhaft nach.

Was war passiert? Sie war in dieser Halle gewesen. Die Todesser, Voldemort, Angst. Dann hatte sie das Bewusstsein verloren und als sie die Augen etwas später wieder geöffnet hatte, war da dieser Mann gewesen, der sie so erschrocken angesehen hatte. Sie hatte es genau sehen können. Er hatte sehr bestürzt ausgesehen, als er ihren Blick erwiderte.

Das Letzte, an das sie sich erinnern konnte war, dass sie von einem Fluch getroffen wurde. Er, der Dunkle Lord persönlich, hatte die Schmach nicht ertragen, dass sie ihm seit Wochen auf der Nase herumtanzte. Er hielt sich für so mächtig und hatte es noch immer nicht geschafft, sie zu brechen. Oder sie zu töten ...

Jetzt war sie hier. An diesem seltsamen Ort. Aber wo war dieses Hier? Bei diesem Mann? Oder war sie vielleicht sogar schon tot und das hier könnte der Himmel sein?

Liora Avelon seufzte traurig und ihr Blick glitt hinunter zu ihren geschundenen Händen. Alles klebte und der Geruch von Blut hing ihr noch immer in der Nase. Sie hatte sogar die Laken beschmutzt, weil ein Verband an ihrer Hüfte verrutscht war. Es war frisches Blut. Ihr „Retter" hatte sie von den alten Blutresten befreit und sie in ein schlichtes Hemd gesteckt, wie sie es aus Krankenhäusern kannte. Das Blut, das er beseitigt hatte, war nicht ausschließlich ihr Blut gewesen. Auch das der anderen Gefangenen hatte an ihren Händen geklebt, weil sie mehr als einmal versucht hatte, den einen oder anderen zu retten. Es hatte nicht funktioniert.

Die Erinnerungen an das ganze Blut und den damit verbundenen Geruch, weckten Ekelgefühle. Sie ekelte sich in diesem Moment vor sich selbst. Wasser ... Sie hatte Durst und musste sich waschen. Dringend! Langsam und darauf bedacht, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, rutschte sie an den Rand des Bettes und versuchte dort aufzustehen. Es dauerte, doch sie konnte nicht einfach weiter in diesem Bett liegen bleiben und sich dreckig fühlen. Als sie endlich wacklig auf den Beinen stand, schlich sie langsam und mit kleinen Schritten zu einer der geschlossenen Türen.

Liora öffnete die am nächsten gelegene und sah verblüfft in den Raum nebenan. Automatisch entzündeten sich in den Ecken des Raums ähnliche Kerzen wie im Schlafzimmer und gaben den Blick auf einen Luxus frei, den sie bisher nur aus Erzählungen gekannt hatte. Das musste ein Traum sein! Sie war doch schon tot!

Das Badezimmer, in das sie eintrat, war riesig groß, auf eine kuschelige Temperatur vorgeheizt und so sauber, dass man vermutlich vom Boden essen konnte. Sie hatte hier, neben dem Waschbecken aus dunklem Marmor, auch eine große Dusche mit Glaswänden und eine riesige Wanne, in der locker zwei Menschen Platz hatten, zur Verfügung. Wer konnte sich solch eine Einrichtung leisten? Alles war in Schwarz, Weiß und Silber gehalten und wirkten so teuer, dass sie es kaum wagte, die sauberen Fließen mit ihren dreckigen, nackten Füßen zu betreten. Liora hielt die Luft an, als sie sich weiter vor wagte, doch als sie merkte, dass nichts passierte, traute sie sich schließlich ein paar weitere Schritte hinein zu stolpern. Was hätte auch geschehen sollen? Sie schimpfte sich selbst töricht und versuchte sich zu entspannen.

Zum ersten Mal huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Es verschwand jedoch gleich wieder, als ihr Blick zum Spiegel über dem Waschbecken glitt. Das konnte nicht sein ...

Die Frau die ihr entgegen sah, war nicht mehr die Liora Avelon, die sie noch vor ein paar Wochen gewesen war. Sie hatte dunkle Ringe unter den Augen, ihr Haar war verklebt und matt, ihre Augen hatten den Glanz verloren und sie war so schrecklich mager und dreckig.

Tränen traten ihr in die Augen. Sie hatte sich noch nie darum kümmern müssen, wie sie aussah. Der Spiegel hatte ihr immer ein perfektes Bild gezeigt, auch wenn diese Tatsache im Kloster nicht von Wert gewesen war. Sich selbst jetzt so heruntergekommen zu sehen, machte sie traurig.

'Deine Schwäche steht dir ins Gesicht geschrieben.', dachte sie und wandte sich ab. Der Anblick war nicht länger zu ertragen. So wollte sie sich nicht sehen. Sie fing vorsichtig an, sich von ihrer Kleidung zu befreien und warf sie achtlos in eine Ecke des Badezimmers. Das Leibchen war eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Über neue Kleidung würde sie sich jedoch erst später Gedanken machen. Das war aktuell das geringste Problem.

Was sie jetzt wollte, war Wasser. Warmes Wasser, das ihren Körper und ihre Seele reinigte. Ihr vielleicht das Gefühl, ein Mensch zu sein, zurück gab. In der Dusche drehte sie das Wasser an und strich, während sie darauf wartete, dass es warm wurde, noch einmal über die weißen Fließen.

Was war das alles hier nur? Im schlimmsten Fall wieder ein Gefängnis? Ein goldener Käfig vielleicht? Würde man nun tatsächlich versuchen, sie mit all diesen schönen Dingen zu locken, um sie anschließend gefügig zu machen, indem man ihr alles wieder wegnahm? Sie wusste es nicht und diese Unwissenheit machte ihr schreckliche Angst. Ein Zittern ergriff ihren Körper und sie ging in der Dusche langsam in die Knie. Das mittlerweile warme Wasser lief ihr über den Körper und weichte langsam den übriggebliebenen Dreck auf ihrer Haut auf. Sie schnappte nach Luft und wollte leise fluchen, doch alles was ihrer Kehle entwich, war ein jämmerliches Schluchzen.

Was auch immer hier gerade geschah, es raubte ihr auch den letzten Kampfgeist. Aus und vorbei. Sie konnte nicht mehr. Nach all den Wochen, konnte sie die Mauer der Selbstbeherrschung nicht mehr aufrechterhalten und begann, hemmungslos zu weinen. Alles weinte sie aus sich heraus. Die Angst, die Folter, die Einsamkeit ... Einfach alles ...

mehr. Nach all den Wochen, konnte sie die Mauer der Selbstbeherrschung nicht mehr aufrechterhalten und begann, hemmungslos zu weinen. Alles weinte sie aus sich heraus. Die Angst, die Folter, die Einsamkeit ... Einfach alles ...

Es dauerte lange, bis sie sich wieder soweit gefangen hatte, dass sie sich waschen und die mittlerweile durchnässten und gelösten Verbände entfernen konnte. Ihr Haar brauchte gleich mehrere Wäschen, bevor es wieder glatt und sauber war, doch dank der Auswahl an verschiedenfarbigen Fläschchen, die nur darauf zu warten schienen, dass man sie verwendete, war das kein Problem.

Liora, die sich gleich im Sitzen gewaschen hatte, erhob sich vorsichtig, schwankte kurz und hielt deswegen sich an der Wand fest, um nicht wieder zu fallen. Sie war sauber und sie fühlte sich auch so. Endlich!

Zufrieden mit sich, schaltete sie das Wasser ab und tapste unsicher aus der großen Dusche.
Handtücher lagen ordentlich neben der Wanne auf einem kleinen Tischchen und sie nahm eines davon. Auch dieses war strahlend weiß und bestickt mit zwei kleinen schwarzen Buchstaben. Sie nahm an, dass SS die Initialen des Besitzers waren.

Vorsichtig trocknete sie sich. Tupfte ihren Körper stellenweise nur trocken, um noch frische Wunden nicht unnötig wieder auszureissen. Anschließend wickelte sie sich in das Handtuch ein, setzte sich, um etwas durchzuatmen und genoss das Gefühl des weichen Stoffes auf ihrer Haut. Ihr Blick glitt zu einem schwarzen Morgenmantel, der ordentlich gefaltet neben dem Waschbecken lag. Langsam erhob sie sich vom Rand der Wanne wieder schritt durch das Zimmer. Damit konnte sie ersatzweise eine Zeit lang leben. Liora streckte ihre Hand aus und griff danach.

Das Kleidungsstück glitt sanft in ihre Hände und sie schlüpfte beeindruckt hinein. Der Stoff schmeichelte ihrer Haut und ihr entkam ein Laut der Freude, als sie spürte, dass er trotz des geringen Gewichts wunderbar wärmte. So sehr sie es gerade genoss endlich wieder etwas am Körper zu tragen, das weder nass, noch blutgetränkt oder zerrissen war, ihr Verstand mahnte sie, nicht unaufmerksam zu werden.

Sie wickelte den zu großen Morgenmantel fest um ihren Körper und trat wieder hinaus ins Schlafzimmer. Die Kerzen brannten noch und waren vermutlich magischer Herkunft, denn sie hatten sich in ihrer Größe nicht verändert. Das Zuhause eines Zauberers also. Ihr Blick glitt zu der anderen Tür und sie stutzte einen Moment. Eine Wohnung oder gar ein Haus bestanden aus mehr als einem Schlafzimmer und einem Bad. Wo führte sie wohl hin? War jemand auf der anderen Seite? Daran hatte sie bisher gar nicht gedacht! Was, wenn ER dort drüben auf sie wartete? Sie lauschte, doch es waren keine Geräusche zu hören. Liora hielt die Luft an und ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken. Warum war sie nur so nachlässig? Sie schlich zu der Türe und öffnete sie so leise wie möglich.

„Hallo?", rief sie zaghaft und riskierte einen Blick in das Zimmer nebenan.

Keiner antwortete ihr. „Hallo?", versuchte sie es lauter, doch wieder war die einzige Antwort Stille. Erleichterung machte sich in ihr breit. Sie war alleine. Vorerst. So hatte sie Zeit, sich in Ruhe umzusehen und eventuell einen Fluchtweg zu suchen. Wie schon im Schlafzimmer, war auch hier alles sehr ordentlich aufgeräumt und farblich eher schlicht gehalten, dennoch wirkte der Raum sehr einladend und man konnte erkennen, dass die Person die hier lebte, sich durchaus gerne hier aufhielt. Es war auf eine seltsame Art gemütlich hier!
Eine Couch und ein Sessel standen vor einem Kamin, zwischen ihnen ein kleiner Tisch. Die andere Seite des Raumes war als Essbereich eingerichtet und ein antik wirkender Holztisch dominierte diesen Bereich. Neben einem großen Bücherregal, befand sich eine schön geschnitzte Truhe und anscheinend war noch ein weiterer Raum in dieser Wohnung, doch als Liora versuchte die Türe zu öffnen, stellte sie fest, dass diese verschlossen war, ebenso wie die Tür, die folglich nach draußen führte.

Eine Chance zu entkommen, hatte sie nicht, denn als sie versuchte die Tür mit Magie zu öffnen, machte ihr geschwächter Körper ihr einen Strich durch die Rechnung. So kam sie nicht weiter! Ihr Zustand ließ es nicht zu, dass sie gegen die Versiegelungszauber ankämpfte. Also galt es zu warten. Sie verbrachte einige Zeit vor dem Bücherregal und bewunderte die Buchrücken und Titel. Es waren interessante Bücher dabei und sie fragte sich, wer der Mensch war, der sie alle las. Völlig vertieft, verlor sie die Zeit aus den Augen. Wie lange sie dort stand, wusste sie nicht, aber was sollte sie sonst tun?

Die Zeit, die sie nun auf den Beinen war, musste für ihren Körper jedoch zu lange gewesen sein, denn irgendwann spürte sie, dass ihre Kraft nachließ und die Schwäche sie in die Knie zwang. Bis jetzt hatte sie ihre Arme fest um den Körper geschlungen, doch um sich abzustützen, änderte sie ihre Haltung gezwungenermaßen, um sich bei ihrem Sturz abzufangen.

Liora wurde schwindlig und als sie zu Boden blickte, stellte sie fest, dass ihre rechte Hand den Teppich mit Blut verschmiert hatte. Eine der alten Wunden musste wieder aufgegangen sein. Feststellen wo es herkam, konnte sie nicht mehr.

Im nächsten Moment wurde sie wieder in die schon so bekannte Dunkelheit gerissen ...

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Snape beeilte sich, vom Abendessen in der Großen Halle zurück in seine Privaträume zu kommen. Den ganzen Tag hatte er schon an das große Geheimnis gedacht, das er dort vor neugierigen Augen versteckt hatte. Ihm war viel durch den Kopf gegangen. Zu viel und der Gedanke, dass sie aufwachen könnte, während er nicht da war, beunruhigte ihn.

Den ganzen Tag schon war er nervös und das schlug sich negativ in seiner Laune nieder. Im Unterricht waren ihm die Schüler zu langsam und die Tatsache, dass er sie alle nacheinander anbrüllte und ihnen Punkte abzog für die, seiner Meinung nach, schlechte Arbeit, ließ die Zeit auch nicht schneller vergehen.

Es war auch nicht hilfreich gewesen, dass Dumbledore ihn daraufhin in sein Büro gebeten hatte, um sich vom letzten Todessertreffen Bericht erstatten zu lassen. Der Schulleiter kannte dieses gereizte Verhalten seines Professors, nachdem dieser zurückgekehrt war. Doch anscheinend hatte er es für alarmierend befunden, dass Snape trotz zwei Krankheitstagen noch immer so griesgrämig und gereizt war. Er hatte dem Schulleiter versprechen müssen, seine Wut über das Geschehene, nicht mehr an den Schülern auszulassen und Snape hatte es zähneknirschend getan.

Wenn der wüsste, was der wahre Grund für seine Laune war!

Snape hatte es vermieden, Dumbledore zu berichten, dass er eine total absurde Wette mit dem Dunklen Lord am Laufen hatte und auch, dass er einer Gefangenen hier im Schloss Unterschlupf gewährte. Einer Gefangenen Voldemorts, die noch immer nichts von ihrem Schicksal ahnte.

Liora ...

Ja, auf sie hatte er den ganzen Tag nervös gewartet. Er wollte endlich wissen, wer sie war und warum Voldemort so einen Hass auf sie hatte. Vor allem interessierte ihn, warum sie noch lebte, obwohl der Dunkle Lord keine verwertbaren Informationen aus ihr heraus bekam und sie ihn offensichtlich an der Nase herumführte. Liora ... Der Name war ihm den ganzen Tag im Kopf herum gespukt. Snape blieb vor seinen privaten Gemächern stehen und atmete tief durch, bevor er die Türe öffnete.

Als er eintrat war alles wie immer. Es war ruhig und nur ein leises Knistern vom Feuer - das die Hauselfen immer kurz vor seiner Ankunft entfachten - war zu hören. Was hatte er auch erwartet? Eine verwüstete Wohnung? Dass sie auf ihn lauerte und ihn aus dem Hinterhalt angriff? Der Gedanke war lächerlich! Erst in der Nacht zuvor hatte sie ein Stadium erreicht, in dem er ihr eine sichere Überlebenschance einräumte. Sie konnte noch nicht annähernd stark genug sein, überhaupt an Flucht zu denken.

Er legte den Stapel Aufsätze, den er bei sich trug, auf seinem Esstisch ab und runzelte unzufrieden die Stirn. Es gefiel ihm überhaupt nicht, das Berufliche mit dem Privaten zu verbinden. Doch für seinen eigenen Seelenfrieden würde er die nächsten Tage in seiner Wohnung arbeiten müssen. Snape umrundete den Tisch, bereits in Gedanken bei einem Buch und einen Glas Rotwein, als sein Blick auf die am Boden liegende Gestalt fiel. Bei Merlin! Snape beeilte sich den Raum zu durchqueren und kniete sich neben die junge Frau, die vor dem Bücherregal bewusstlos am Boden lag.

Wie konnte das sein? Warum lag sie hier? In diesem Zustand hätte sie das Bett noch nicht verlassen dürfen! Und warum, zum Teufel, trug sie seinen Morgenmantel? Hatte sie es tatsächlich geschafft, sich zu waschen?

Er drehte sie vorsichtig auf den Rücken, immer darauf bedacht sie nicht zu verletzen und betrachtete sie erstaunt. Tatsächlich! Er konnte deutlich den Geruch seines Shampoos wahrnehmen und ihr zur Teil schon trockenes Haar glänzte wieder. Sie hatte, bis auf ihre mageren Arme und Beine, nichts mehr mit der Gefangenen gemeinsam, die er vor zwei Nächten hier her gebracht hatte!

Vorsichtig streckte er eine Hand aus und berührte die helle Haut an ihrem Hals. Ihr Puls war noch immer niedrig, aber dennoch gut zu spüren. Und das war nicht die einzige Veränderung! Ihr Körper war endlich wieder warm. Sie war definitiv auf dem Weg der Besserung. Seine Finger strichen vorsichtig weiter, bis über ihr Schlüsselbein und fanden eine Strähne der roten Haare. Snape atmete hörbar ein, als ihm klar wurde, dass sie vor ihrer Gefangennahme vermutlich auf gewisse Weise sehr ansehnlich gewesen war. Nicht diese hochgelobte, oberflächliche Schönheit, für die Frauen sich quälten und stundenlang vor dem Spiegel standen. Es war eher die Art von Schönheit, die einem auf den zweiten Blick erst auffiel und die nicht durch diese langweilige Perfektion hervorstach. Vielleicht wenn sie lachte, oder die Sonne sie aus einem ganz bestimmten Winkel beleuchtete.

Er ließ die Strähne los und sein Blick glitt über den schlanken Körper, bis hin zu ihren Beinen, die nur teilweise von der schwarzen Seide des Morgenmantels bedeckt waren. Snape fluchte leise, als ihm klar wurde, dass er bereits jetzt aufgehört hatte, sie als eine lästige Aufgabe wahrzunehmen und stattdessen den verletzlichen Menschen zu sehen. Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Was hatte er sich da nur eingehandelt?

Stirnrunzelnd wollte er seine Hände unter ihren Körper schieben, um sie hochzuheben, als er das bereits getrocknete Blut am Teppich und ihrer rechten Hand bemerkte. „Was hast du nur angestellt?", flüsterte er und versuchte herauszufinden, woher es kam. Dabei achtete er darauf, sie so wenig wie möglich zu berühren, ein Verhalten, das ihm immer wieder half, keine emotionale Bindung zu den Menschen aufzubauen, die er untersuchen sollte. Er brauchte die Distanz und im Moment noch mehr als sonst.

Wie oft hatte der Dunkle Lord ihn schon gebeten, einen gefolterten Körper zu untersuchen, um festzustellen, ob noch Leben in ihm war. Nicht selten waren die Opfer tatsächlich noch am Leben ... Er schüttelte sich und versuchte, die düsteren Gedanken zu verdrängen. Hier ging es nicht darum sich von einem sterbenden Menschen abzugrenzen, sondern von einem Menschen, für den er keinesfalls einen Beschützerinstinkt entwickeln wollte. Eine emotionale Bindung, würde seine Fähigkeit rational zu denken, zu sehr einschränken.

Mit der Spitze seines Zauberstabes, schob er ihren Arm zur Seite. Volltreffer! Da war die Stelle, an der sein Morgenmantel an ihrer Haut klebte und mit einem ergebenem Seufzen öffnete er ihn. Was für ein wunderbarer Plan! Es hatte ganze dreißig Sekunden gedauert, bis er ihn über den Haufen geworfen hatte. Jetzt ließ es sich nämlich nicht mehr umgehen, sie zu berühren.

Prinzipiell störte es ihn nicht, das hier zu tun. Er hatte schon viel gesehen in seinem Leben. Viele nackte Frauen und nicht wenige davon hatten in seinen Armen gelegen, doch bei ihr war es etwas anderes. Er konnte noch nicht sagen, wie es mit ihr weiterging und wollte sich alle Wege offen halten. Außerdem wirkte sie so unschuldig und schwach auf ihn, dass er tatsächlich darauf achtete, während der Untersuchung ihre Blöße zu bedecken.

Die Wunde befand sich an der linken Seite ihrer Taille, vermutlich hatte ein Fluch sie gestreift und Snape konnte sie mit einem Schlenker des Zauberstabes zumindest wieder verschließen. Für die vollständige Heilung, würde er Salben und frische Verbände benötigen. Ganz sachte, um sein kleines medizinisches Kunstwerk nicht zu zerstören, hob er sie hoch und legte sie auf die Couch.

Wie lang sie wohl dort am Boden gelegen hatte? Er betrachtete noch einmal ihr feuchtes Haar. So lang konnte es noch nicht sein, wenn sie erst geduscht hatte. Vielleicht kam die Wärme ihres Körpers auch noch vom heißen Wasser. Genau sagen konnte er das nicht.

Snape ging vor der Couch in der Hocke und betrachtete die Züge ihres Gesichtes. Sie sah erschöpft aus. „Liora ...", flüsterte er und wollte sich gerade erheben, als sie sich regte und die Augen öffnete.

Ein Blick traf ihn, den er nie in seinem Leben vergessen würde ...

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Die Geschichte braucht etwas Zeit sich zu entwickeln. Bitte gebt den Figuren diese Zeit und urteilt nicht vorschnell

Über Feedback würde ich mich freuen.

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Dankeschön:)

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