Zum Duell habe ich schon ziemlich viel erzählt. Es ist, wie bei jedem Kampf, wichtig, dass beide Seiten eine Motivation haben und einen Preis bezahlen müssen oder bekommen, wenn sie verlieren oder gewinnen.
Viele unerfahrene Autoren machen den Fehler, bei einem Duell jeden einzelnen Schlag zu beschreiben. Bitte macht das nicht! Ich weiß, viele versuchen ihre Kämpfe wie Filmszenen zu beschreiben, aber das läuft dann auf sowas hinaus:
»Kayla schlug sein Schwert weg und trat einen Schritt zurück, wobei sie ihren eigenen Säbel hob. Der Räuber griff sie erneut an, doch wieder schlug sie sein Schwert weg. Dann sprang sie nach vorne und hieb auf ihn ein, doch er wich aus. Dabei schlug er mit dem Schwert wieder nach ihr, aber sie hüpfte darüber hinweg und griff von oben an. Aber der Räuber parierte und stach erneut nach ihr. Zum Glück duckte sie sich rechtzeitig. Dann holte sie aus...«
Irgendwann ist so eine Beschreibung einfach nur noch langweilig. In Filmen funktioniert das, weil dort alles schnell passiert. In Büchern jedoch nicht. Der Leser muss sich durch jeden Satz quälen, der eigentlich nur beschreibt, wie jemand angreift oder sich verteidigt.
Besser ist es, nicht nur die Angriffe und Verteidigungen im Kampf zu sehen, sondern auch die innere Welt der kämpfenden Figuren. Versucht, ihre Gefühle mit einfließen zu lassen. Ein Kampf ist nicht leicht. Man fürchtet, keine Kraft mehr zu haben. Man hat Angst, einen Fehler zu machen. Man überlegt, ob man vielleicht schon einen Fehler gemacht hat, als man sich überhaupt darauf eingelassen hat. Man verspürt Wut auf den Gegner oder hat Respekt vor ihm. Vielleicht bemitleidet man ihn sogar.
Wenn ihr ein Duell beschreibt, solltet ihr alle Sinne mit einfließen lassen. Man hört das Klirren von Schwertern, ein erschöpftes Keuchen, einen verzweifelten Schrei. Man riecht Schweiß, man atmet aufgewirbelten Staub ein. Man rutscht fast auf dem nassen Stein aus oder stolpert über einen herumliegenden Ast. Man spürt die Hitze der Sonne auf der Haut oder den kühlen Regen. Man spuckt Blut oder muss sich eigentlich die Tränen von den Wangen wischen, kann es aber nicht.
Ich mache immer den Trick, wo ich mir erstmal vorstelle, ein Außenstehender zu sein, der den Kampf beobachtet. Was sieht man dann? Man kann nicht genau sagen, der wieviele Angriff das eben war. Man sieht nur, dass Schlag auf Schlag kommt. Dann stelle ich mir vor, dass ich näher komme und genau zwischen den Kämpfenden stehe. Was sehe ich jetzt? Ihre Gesichtsausdrücke vermutlich. Was rieche ich? Was höre ich? Und zuletzt tauche ich in die Figur ein, aus deren Perspektive ich gerade schreibe. Da kommen dann die Gefühle ins Spiel.
Manchmal passiert es trotzdem, dass das Duell sich irgendwie flach und langweilig anfühlt. Jetzt kommt ein etwas seltsamer Tipp: Verändert das Wetter XD In 90 % der Fälle lässt sich der Kampf dann viel leichter schreiben und hat auf einmal eine ganz andere Dynamik. Keine Ahnung, woran das liegt O.o Allgemein gibt es auch anderes Wetter als Sonnenschein. Bewölkter Himmel, verschiedene Arten von Regen, Schnee, Hagel, sehr windiges Wetter, einfach nur Kälte oder sengende Hitze usw.
Wie schon im vorherigen Kapitel beschrieben, kann ein Kampf in jeder beliebigen Umgebung stattfinden, nicht nur in Wäldern oder auf Wiesen. Außerdem bleiben die Kämpfenden nicht immer an einem Ort stehen und fuchteln mit ihren Waffen rum. Häufig legen sie während des Kampfes mehrere Meter zurück, weil jemand zurückweicht und der andere nachzieht. Ein Kampf ist normalerweise sehr dynamisch. Könnt ihr euch vorstellen, dass er in einer kleinen Box stattfindet, wo keiner sich von der Stelle bewegt? Ich ehrlich gesagt nicht wirklich.
Selbst in einem Duell kann es Strategien geben. Meistens versucht man immer, auf einem höheren Terrain als der Gegner zu sein. Der Grund: Die Schwerkraft hilft einem, von oben auf den Gegner einzuschlagen. Eure Figuren können also gerne auf Felsen springen oder eine Treppe hochlaufen.
Beim Stichwort Treppen fällt mir ein: In alten Burgen gibt es ja oft diese Spiraltreppen. Sie sind fast immer so gebaut, dass man sie im Uhrzeigersinn hochgeht. Warum ist das so? Nun, Schwertkämpfer haben häufig das Schwert in der rechten und den Schild in der linken Hand gehabt. Als Verteidiger kommt man von oben und hat bei solchen Spiraltreppen genug Platz auf der äußeren Seite, um mit dem Schwert auszuholen. Der Angreifer hingegen muss sein Schwert irgendwie in der enger gewundenen inneren Seite zum Einsatz bringen :)
Bei Duellen oft unterschätzt: Der Boden. Er kann rutschig oder bröselig sein, fest oder weich. Je nachdem, wie er aussieht, lohnt es sich vielleicht, die Schuhe auszuziehen (falls man Zeit dafür hat). Barfuß kommt man auf rutschigem Boden oft besser klar als mit Stiefeln. Bei einem Kampf in der Wüste würde ich die Schuhe vielleicht anlassen (aufgewärmter Sand ist HEISS), aber ich würde darauf achten, nicht zu viel Sand in die Schuhe zu bekommen (sonst werden sie zu schwer).
In einem Duell bietet es sich auch an, die Umgebung mit zu benutzen. Bestimmt kennt jeder den Trick, wo man Staub oder Sand aufhebt und dem Gegner ins Gesicht schmeißt, um ihn zu blenden. Sowas in den Augen zu haben ist äußerst unangenehm. Man kann auch darauf achten, immer die Sonne im Rücken zu haben, und sich rechtzeitig wegzuducken, um den Gegner so zu blenden. Man könnte auch Sonnenstrahlen von der Klinge reflektieren lassen. Man könnte dem Gegner Äste ins Gesicht schlagen. Man könnte ihn zu einem Loch im Boden locken, wo er dann mit einem Fuß reintritt und stecken bleibt. Jede Umgebung hat ihre eigenen Vorteile und Möglichkeiten :)
Neben diesen Methoden hat man natürlich noch den eigenen Körper, den man benutzen kann. Man kann treten, schlagen, Fausthiebe verteilen, Kopfnüsse geben. Je nachdem, was sich gerade anbietet. Allerdings hängt all das stark von dem Charakter eurer Figur ab. Wenn sie sehr ehrenvoll kämpft, würde sie das wahrscheinlich eher nicht tun und sowas als »faule Tricks« bezeichnen.
Kommen wir jetzt zu den Waffen...
JA, es GIBT andere Waffen als Schwerter!!!!!!!!!!!!! Und selbst bei Schwertern gibt es GROSSE Unterschiede!!!!!!
Erstmal werden verschiedene Schwerter in verschiedenen Ländern normalerweise anders genannt. Es kann sogar sein, dass sie von der Form her genau gleich aussehen, aber trotzdem unterschiedliche Namen haben. Daher bietet es sich sehr gut an, sich eigene Namen für verschiedene Arten von Schwertern auszusuchen.
Alle Arten von Schwertern hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, aber auf Wikipedia gibt es unter dem Stichwort »Liste der Schwerttypen« eine wunderschöne Übersicht :)
Denkt daran, dass Schwerter vor allem Hieb- und Stichwaffen sind. Das bedeutet übersetzt, dass man damit nur gut kämpfen kann, wenn man Platz zum Ausholen hat. Nicht umsonst wird in Fantasy-Büchern oft gesagt, dass man einem Gegner, der mit dem Schwert kämpft, dicht auf die Pelle rücken soll, wenn man einen Vorteil haben möchte. Der Gegner kann dann nämlich nicht ausholen, um einen ernsthaft zu verletzten. Allerdings sollte man dran denken, dass er natürlich auch einen Dolch bei sich haben könnte. Das wäre dann eher nicht so gut O.o
Wo wir schon bei Dolchen sind: Dolche sind ebenfalls Waffen, mit denen man gut kämpfen kann. Sie sind meistens leichter, weswegen man bequem auch mit zwei Dolchen kämpfen kann. Häufig werden sie von Auftragsmördern benutzt, weil man sie gut am Körper verstecken kann, um sie dann schnell zu ziehen und jemanden damit abzustechen.
Sicheln und Sensen sind Klingenwaffen, die oft übersehen werden. Sie sind vielleicht nicht sonderlich gut für einen Anfänger, aber wenn man viel mit ihnen geübt hat, hat man so einige Vorteile. Durch ihre gebogene oder zur Seite abstehende Klinge kann man aus Winkeln angreifen, die oft nicht gedeckt werden. Außerdem hält der längere Griff den Gegner auf Abstand.
Auch oft vergessen oder relativ unbeliebt: Alle Arten von Speeren. Mit Speeren kann man mehr machen als hinter einem Schild hervorschauen. Durch ihre Länge hält man den Gegner auf Abstand und wer die Waffe gut beherrscht, kann damit sowohl parieren als auch präzise angreifen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Außerdem sind Speere extrem wirksam gegen Kavallerie, also Reiterei. Man kann ein herankommendes Pferd oder den Reiter einfach aufspießen.
Es gibt auch noch andere Arten von Waffen, die den Speeren ähneln. Solche Waffen werden »Stangenwaffen« genannt. Die Hellebarde gehört da zum Beispiel zu. Das sind dann quasi lange Stangen, deren Ende allerdings unterschiedlich aussehen kann. Es können auch beide Enden Klingen haben.
Streitaxt und Streithammer: Vom Namen her kann man sich denken, wie sie aussehen. Wikinger haben nicht umsonst mit Streitäxten gekämpft. Sie sind so gebaut, dass man sie hinter ein Schild klemmen kann, um es umzureißen. Außerdem kann man sie werfen (wobei man natürlich darauf achten sollte, noch eine weitere Waffe bei sich zu haben). Durch ihre Wucht und ihre Form können sie sogar wortwörtlich Schädel spalten oder durchlöchern (Stichwort viel Kraft auf eine kleine Fläche).
Etwas grob und plump, aber trotzdem wirkungsvoll: Jede Form von Knüppeln und Keulen. Einfach draufhauen XD Man muss dafür entsprechend viel Kraft haben und das lange Ausholen ist ein Nachteil bei flinken Gegnern.
Alle möglichen Wurfwaffen inklusive Messer, Wurfäxte, Morgensterne und auch Peitschen. Man kann mit ihnen aus größerer Entfernung angreifen, muss aber natürlich entsprechend gut zielen können. Es dauert hier auch länger, bis man diese Art von Waffen gemeistert hat. Insbesondere bei morgenstern- und peitschenartigen Waffen kann man sich schnell selbst verletzen.
Nicht sonderlich gut geeignet für den Nahkampf, aber trotzdem nützlich: Pfeil und Bogen sowie Armbrust. Sie sind aus großer Entfernung am wirkungsvollsten. Man ist nunmal relativ lange mit dem »Nachladen« beschäftigt und in dieser Zeit schutzlos ist (insbesondere bei der Armbrust). Außerdem können die Pfeile/Bolzen schnell ausgehen. Die wiederum sind auch im Nahkampf nützlich. Stellt sie euch einfach wie ein kurzer Speer vor XD
Es steht euch natürlich auch immer frei, euch eigene Waffen auszudenken! Ich finde das immer extrem interessant und spannend :) Und es lässt den Leser tiefer in eure Welt eintauchen.
Jede hier erwähnte Klingenwaffe kann vorher auch in Gift getaucht worden sein. Dann reicht nur ein kleiner Schnitt und man hat gewonnen, weil der Gegner sowieso in den nächsten Tagen sterben wird.
Bedenkt noch folgende zwei Sachen:
1. Nicht jede Klingenwaffe ist beidseitig geschliffen. Einige Schwerter, Dolche usw. haben eine stumpfe Seite. Stellt euch vor, dass ihr am Boden liegt und jemand über euch sein Schwert immer weiter auf eure Kehle zu drückt, während ihr mit eurem Schwert dagegen haltet. Ihr werdet es ja wahrscheinlich mit aller Kraft umfassen, um gut zurückdrücken zu können. Und dann wäre es blöd, wenn beide Seiten scharf wären, weil ihr euch sonst einfach selbst die Finger abschneiden würdet.
2. Es kann sein, dass nicht jede Waffe im Kampf benutzt werden darf. Es ist nicht unüblich, dass es Waffen gibt, die nur für religiöse Rituale benutzt werden dürfen. Einige sind auch nur zum Schmuck da und andere zeigen den Stand der Person an, die sie trägt. Und nein, es gibt KEINE goldenen Schwerter, mit denen man kämpft! Gold ist viel zu weich! Das Schwert würde nach einigen Hieben völlig krumm oder nur noch ein Stumpf sein!
Genauso wichtig wie die Waffen, wenn nicht sogar wichtiger, ist die RÜSTUNG!!!!!!!!! Es gibt soooooo viele Bücher, in denen die Leute NUR mit Waffen rumlaufen ohne sich um ihre Defensive zu kümmern. Dabei ist das extrem wichtig!!!!!!!!!!!!
Es muss ja nicht unbedingt eine vollständige Ritterrüstung sein, aber wenigstens ein Brustpanzer! Es gibt auch Lederrüstungen, wenn ihr nicht so auf Metall steht. Kettenhemden reichen normalerweise auch völlig aus und man kann sie sogar unter der Kleidung tragen (so wie Frodo von »der Herr der Ringe«).
Es gibt Stellen am Körper, die ihr unbedingt schützen wollt! Dazu gehören der gesamte Brust- und Achselbereich, der Kopf- und Halsbereich sowie mindestens eure Oberschenkel und Unterarme. Es gibt einen Grund, aus dem man Brustpanzer, Helme, Waffenröcke und Armschienen getragen hat! Sie schützen genau die Stellen, an denen man tödlich verwundet werden kann.
Die Sache mit den Helmen ist in Büchern und Filmen, aber BESONDERS in Filmen, wirklich tragisch. Ich verstehe ja, dass man das Gesicht des Schauspielers zeigen möchte. Oder dass man das Gesicht des Gegners beschreiben möchte. Aber WARUM sollte man ohne Helm in einen Kampf ziehen??????? Es regt mich immer SO HEFTIG auf, wenn Leute mitten im Kampf einfach den Helm abziehen oder von Anfang an keinen haben!!! Hlfhghbhhdfjlkhbj...
Ich meine, der ganze Hals und Nacken schreit dann doch förmlich danach, durchstochen zu werden! Selbst, wenn man um einen gefallenen Kameraden trauert, würde man nie den Helm abziehen! Man wird doch vom nächstbesten Gegner einfach getötet!
Helme sind übrigens hinten auch länger als man vermutet. Schließlich sollen sie den gesamten Nackenbereich abdecken und am besten bis zum Ansatz des Brustpanzers gehen. Auch der Nasenschutz wird oft vergessen. Ja, es tut weh, wenn jemand einem den Schwertknauf ins Gesicht schlägt und einem dabei die Nase bricht. Der Nasenschutz soll das verhindern. Der Helm lässt eigentlich nur die Augen und einen Teil des Mundes frei (es sei denn, man kämpft mit Visier). Der Nachteil: Man hat natürlich ein eingeschränktes Sichtfeld.
Und: VERGESST DEN SCHILD NICHT!!!!!!!!!!! (Und ja, es heißt »der Schild«, nicht »das Schild«. Letzteres findet ihr nur im Straßenverkehr.)
Bei Brustpanzern ist die Schwachstelle oft der Achselbereich. Man möchte ja noch irgendwie die Arme bewegen können ohne dass einem Metall in die Achseln und Oberarme schneidet. Deswegen ist man dort häufig nur durch ein Kettenhemd geschützt, das man unter dem Panzer trägt. Eure Figuren sollten also eher nicht von oben zustechen, weil sie dann ihre Schwachstelle offen präsentieren. Die Arme immer möglichst dicht am Körper halten.
Ich hoffe, ich konnte euch helfen :)
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