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XXXIX;

Es war wahrscheinlich eine schlechte Idee gewesen, hierher zu kommen.

So saß er mit einer Flasche Mineralwasser in der Hand und kaute auf einer Nuss von seinem Müsliriegel herum. Alleine im Lehrerzimmer.

Wie auf ein Stichwort kam der Lehrer herein, der sich als Michael vorgestellt hatte.

Er war Deutschlehrer.

Auf seinem Tisch lag schon ein Kornspitz mit Käse und Paprika, sowie seine Kaffeetasse mit Wasser gefüllt.

"Und du hast wirklich genug damit?", zeigte er auf Ryoyu, der eher appetitlos auf seinem Riegel herumkaute und seine Flasche anstarrte, als würde sie ihm Antworten auf dies alles, was auf dem Pflaster vor der Schule passiert war, geben könnte.

Ryoyu nickte stumm und seufzte kurz.

Sein Blick fiel durch die großen Fenster nach draußen auf einen Teil des Schulgebäudes.
Und irgendwo dort war Mona.

Wie sie mich abgrundtief hasst.

"Wo bist du eigentlich her?", nahm der Lehrer einen Schluck aus seiner Tasse und Kobayashi schaffte es immer noch nicht seinen Blick vom mächtigen Baum abzuwenden, von dem minütlich ein rötlich gefärbtes Blatt fiel.

"Hachimantai", kam es knapp und selbstverständlich, doch setzte das gewohnte Mhm nicht ein, worauf Ryoyu nochmals nachlegte. "Japan."

Der Laut war zu hören und er richtete seine Aufmerksamkeit nun auf das Gespräch; versuchte höflich Blickkontakt zu halten.

Auch wenn seine Hände sich zu leichten Fäusten ballten und die Flasche dazwischen leicht knarzen ließen, versuchte er seine innere Wut zu zügeln.

Sie war am falschen Zeitpunkt und am falschen Ort.

Genau wie damals diese Faust auf Ryoyus Nase durch Masamitsu verhindert hatte werden können; durch etwas Selbstbeherrschung.

Er nahm einen tiefen Atemzug und entspannte sich. Die Wasserflasche klemmte er zwischen die Oberschenkel.

"Ist aber ein weiter Weg, nur für einen Besuch", murmelte Michael hervor und konnte Ryoyu ein kurzes Lächeln abverlangen.

Mehr als die Hälfte meines verdienten Preisgelds wird für den Flug draufgehen.

"Eigentlich idiotisch", biss er leicht die Zähne zusammen und senkte seinen Kopf wieder. Er fühlte sich, als würde er von einem Psychiater therapiert, aber mit der Stunde in seine Mittagspause reichen.

"Nichts ist idiotisch, wenn es einen tieferen Sinn hat", hob Michael einen Finger und legte seinen Kornspitz zur Seite. "Aber so nebenbei, woher kannst du so gut Deutsch."

Ryoyu sackte etwas tiefer in den Sessel und hatte gerade seine schlechten Deutsch-Schularbeiten vor seinem geistige Auge. Eigentlich war es ein Wunder.

"Wir hatten es in der Schule als zweite lebende Fremdsprache neben Englisch", lächelte er leicht, da er es eigentlich gehasst hat. "Aber für Mona zuliebe habe ich es nochmals aufgerollt."

Seine Wangen färbten sich etwas pfirsichfarben.

Er war nächtelang dagesessen und hat sich Vokabeln in den Kopf geschossen. Doch anscheinend war es umsonst, weil sie nichts mehr von ihm hören wollte. Und so gut fand er sich nun auch nicht, da 20% Deutsch und der Rest mit Englisch gespickt war.

"Warum habt ihr euch gestritten?", kam die Frage direkt und meinte Ryoyu zu glauben, dass das alles vorher nur Smalltalk gewesen war.

Von einer Sekunde tauschten Tränen seine glühenden Wangen ab und er wollte nur noch weglaufen.

"Ich will dich nicht bedrängen", lehnte er sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. "Aber wir Lehrer suchen immer noch eine Erklärung für letztes Jahr."

Ryoyu hob verwirrt seinen Kopf und setzte eine ratlose Miene auf.

"Letztes Jahr?"

"Mona hat das Jahr nicht geschafft und muss wiederholen."

Eine gefühlte Ewigkeit verging, in der sich Ryoyu diese Worte im Kopf zergehen ließ. Mona hatte damals, als sie über Schule gesprochen haben, ihm von einem letztjährigen 1.0 Durchschnittszeugnis erzählt.

"Wie das?"

Es hauchte aus seinem Mund hervor, als würde nur Luft zwischen der dünnen Öffnung der beinahe geschlossenen Lippen entweichen.

"Sie war so wenig anwesend, dass sie den Stoff nicht mehr verstanden hat und deswegen schlechte Zeugnisnoten hatte", nahm Michael einen Schluck aus seiner Tasse und ging dabei Ryoyu aus dem Weg; er hatte zumindest so ein Gefühl.

"Also wäre sie eigentlich schon fertig gewesen?", schoss es ihm in seiner langsamen Denkmühle und ein flaues Bauchgefühl machte sich breit. Ihm wurde schlecht von ihm selbst.

"Eigentlich, ja", schaffte es der Lehrer nach dem Kopfnicken seinen Blick zu heben und Ryoyu direkt in die Augen zu sehen. Kobayashi spürte seine eigenen Gesichtszüge; sie waren finster und vielleicht etwas verängstigend. Doch galten sie nur ihm selbst.

"Kannst du mir erklären, warum?"

Diese Frage hallte in seinem Kopf, als wie wenn eine übergroße Hand ihn mit einem Finger schubste und er rücklings über die Kante in den endlos schwarzen Abgrund fiel.

"Wenn Sie so lange Zeit haben?", schmunzelte er leicht murmelnd in sich hinein. Dieses Lächeln war selbst ihm ein Rätsel.

"Wenn wir endlich eine Lösung finden?", scheint Michael nachzudrücken und seine Auge glitzerten wie die eines Kommissars, der knapp vor dem Durchbruch zum Lösen des Falls stand.

"Ich und Mona haben uns beim Skispringen in Innsbruck kennengelernt", begann Ryoyu klein, da er glaubte, dass der direkte Einstieg nur für Verwirrung sorgen wird.

"Bist du Therapeut oder so?", fiel sein Gegenüber ihm ins Wort.

"Sehe ich so aus?", entkam es den jüngeren sarkastisch der sich innerlich selbst ermahnte und sich wieder ins Gedächtnis rief, auch wenn er nicht seiner war, dass er eine Lehrperson war, "Ich bin Skispringer."

"Entschuldige", kam es mit leichter Reue und Ryoyu wank ab. Kobayashi musste zugeben, dass er für einen Athleten sich nicht krampfhaft an seine Trainingsbekleidung in der Freizeit klammerte, wie so manch anderer und das Klischee auch vom Großteil erfüllt wird.

"Wir sind uns näher gekommen. Jedoch war mein Bruder wenig begeistert davon und hat mir so ins Gewissen geredet, dass ich alles verbaut habe."

"Was hast du gemacht?"

Ryoyu hob seinen Kopf wieder, der leicht abgesunken war. Diese Frage war so schnell gekommen, dass es ihn beinahe erschrocken hat und er nicht wusste, wie er seine Antwort so schnell formulieren konnte.

"Ich habe mich etwas kalt verabschiedet", kam es leicht stockend und das leichte Nicken scheint zu zeigen, dass Michael langsam das große Ganze zu Gesicht bekam.

"Hat sie das getroffen?"

"Ich glaube schwer", seufzte Ryoyu und begann mit den Bändern an seiner Hose zu spielen, "Ich habe von ihr fast ein Jahr nichts mehr gehört. Deswegen bin ich auch hier."

"Dann hast du aber einiges verpasst."

Michael kratzte sich an seinem Vollbart. Das Knarzen war das einzige Geräusch zwischen den klackenden Enden der Bänder, die Ryoyu absichtlich aneinanderstieß. Er wurde langsam verärgert von sich selbst.

"Das habe ich gesehen", murmelte er wie so eine beiläufige Aussage.

"Seit dem Sommer wirkt sie wie ausgewechselt. Sie spricht kaum mehr und ich war überrascht, wie viel sie dir zu sagen gehabt hat", lehnte sich der Lehrer etwas nach vor und stützte die Unterarme auf den Oberschenkeln ab; mit verschränkten Fingern.

Ryoyu löste seinen Blick von den Bändern. Es kam ihm unhöflich vor, nicht den Blickkontakt zu halten aber hat diese Aussage etwas sein Interesse geweckt. Sein Blick war leicht ratlos.

"Wie, sie spricht nichts", verstand er nicht ganz, da sie sonst eine so redselige Person gewesen war. Mit vielen Details und voller Begeisterung. So hat er sie zumindest im Café in Bad Mitterndorf erlebt.

"Kein einziges Wort, nur Einsilber, flucht auf Japanisch und spielt nur mehr auf ihrer Konsole. Sie ignoriert jeden um sich. Deswegen ist sie auch nicht so beliebt in der neuen Klasse."

Ryoyu hörte ihm nur mit einem Ohr zu und schwelgte in Gedanken. Er hing an den Erinnerungen der Grimming Therme fest. Ihr Lächeln. Ihr hübsches Aussehen. Und dieser chaotische Abend.

Mit einem Räuspern holte er sich selbst zurück, dem Blick von Michael zu urteilen war gefühlt eine halbe Stunde vergangen, und richtete sich etwas auf. Seine Worte bereits im Mund zurechtgelegt, prallte der Satz des Lehrers in seinem Hinterkopf ab und Kobayashi stutzte.

Sein Blick verfinsterte sich.

"Mobbing?"

"Noch eine Schicht darunter, wir versuchen es so gut wie es geht, einzudämmen", wurde Michael von einem zu anderen Mal nervös, doch für Ryoyu war das kein Grund locker zu lassen.

In ihrem brennte es teuflisch und ihm überraschte es selbst, dass er sich für eine Person einsetzte, bei der er geglaubt hatte, dass sie ihn nichts bedeutete. Wie idiotisch hat er auf seinen Gefühlen geschlafen.

"Sehen Sie was in den Pausen passiert?", lehnte er sich etwas hervor und schlug mit seiner großen dürren Gestalt einen leichten Schatten auf den kleineren Lehrer vor ihm. Es wirkte als wäre dies nun ein Direktor-Lehrer-Gespräch und Ryoyu sah zu, wie Michael noch nervöser wurde.

"...nein?", stotterte er beinahe hervor und Ryoyu lehnte sich wieder zurück. Er wusste nicht aus welchem Grund er das Bedürfnis gehabt hatte, ihn gleich einschüchtern zu wollen.

"Sollten Sie vielleicht einmal darauf achten. War in meiner alten Klasse auch so."

Michael nickte zustimmend und dachte offensichtlich darüber nach.

"Und wie sieht es schulisch aus?", kam die Frage von Ryoyu und er fühlte sich, als wäre er drei Persönlichkeiten in einer.

"Stabil", kehrte wieder die Gesprächsatmosphäre von vorhin ein. "Genauso wie letztes Jahr."

"Hat sie Japanisch gelernt?", kam ihm der nächste Gedanke, auf den der Lehrer nur ein leichtes Schulterzucken parat hat.

"Wenn im Selbststudium. Wir bieten sowas nicht an beziehungsweise, nicht dass ich es wüsste."

Ryoyu nickte stumm vor sich hin und umklammerte mit festem Griff die Wasserflasche in seinem Schoß. Es galt nun zu erfahren, warum Mona Japanisch lernte, obwohl sie ihn augenscheinlich hasste; und zwar nicht nur ein bisschen.

"Glauben Sie", begann er leise, "dass sie das Jahr schaffen wird?"

Michael nickte zustimmend.
"Wenn sie nicht einen Rückfall wie letztes Jahr erleidet, dann bestimmt."

Ein erleichterter Seufzer entkam ihm und er verabschiedete sich, ehe er das Schulgebäude verließ und sich das Knie rieb.

Tapes alleine waren auch nicht das Wunder auf Erden.

So drehte er seinen Kopf in Richtung Bergisel und nach einem tiefen Atemzug wanderte er leicht humpelnd durch halb Innsbruck.

Er fühlte sich etwas nostalgisch. Sein Herz ächzte danach und vielleicht versuchte er dort auch etwas sein Handeln zu überdenken und wie er es schaffen konnte, alles wieder in die richtige Richtung zu leiten.

Denn gerade vorhin hat er bemerkt, wie sehr er Mona vermisste und dass er ein Leben lang sich nach einem Leben mit ihr sehen würde.


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