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Hoch ging es an diesem Abend her im Gasthaus Zum Westwind, gut gefüllt war die Stube und bis auf den letzten Platz besetzt. An den groben Holztischen drängten sich die Feiernden, Gelächter und lautstarkes Stimmengewirr wurde immer wieder durchbrochen von verlangenden Rufen, die den drei Schankmädchen galten.

Schwer beladen bahnten sie sich ihre Wege durch die stickige, schweißdurchtränkte Luft, in der sich die Dünste von Alkohol mit denen der Speisen mischten. Deftiger Braten von Wild und Geflügel, geschmortes Gemüse und dunkle Soßen füllten die Mägen der fröhlichen Gäste.

So rasch sich Teller und Schüsseln leerten, wurde in der rauchigen Küche für fortwährenden Nachschub gesorgt. Über den Kochfeuern brutzelten Spieße von Fleisch, im Steinofen garte das dunkle Brot. Köche und Gehilfen waren emsig dabei, frische Platten zu richten, die Schalen neu zu füllen und sämtlichen Wünschen der dürren Mette gerechtzuwerden.

Gereizt erschien die Wirtin immer wieder in der Tür, verkündete lauthals über den Lärm hinweg, woran es zu mangeln begann. War auch schon an ruhigeren Tagen nicht gut Kirschen essen mit ihr, hütete sich heute jeder davor, ihr in die Quere zu kommen.

Froh, dem größten Trubel zu entgehen, beugte sich Brenna tief über die hölzerne Wanne, in der das lauwarme Waschwasser sich allmählich dunkel verfärbte. Verbissen schrubbte sie Teller um Teller, Töpfe und Schüsseln als auch den ein oder anderen schweren Kessel.

Längst war ihre einfache Küchentracht durchweicht und voller Schmutz, doch immerhin musste sie nicht wie die anderen zwischen den angeheiterten Gästen dienen. Von Anzüglichkeiten bis hin zu offenem Spott hatte Brenna zu den seltenen Gelegenheiten, da Mette sie in die Schankstube schickte, bereits viel erdulden müssen.

Dass sie mit ihren gerade einmal sechzehn Wintern bereits die Gestalt einer jungen Frau besaß, machte die Sache nicht besser. Kaum wusste sie, was sie mehr zu reizen vermochte – die belustigten Kommentare, die ihren feuerroten Haaren und den Sommersprossen galten oder jene schleimigen Worte, die ihre Weiblichkeit priesen.

Oft schon war der ihr eigene Jähzorn Brenna zum Verhängnis geworden, weshalb die Wirtin sie selten nur unter die Leute brachte.

Heute schien ihr das Schicksal gnädig zu sein. So mühsam die Arbeit auch war, sandte das Mädchen Dank um Dank zur großen Mutter empor. Je später die Stunde wurde, desto lauter der Lärm aus der Stube, was stets daran erinnerte, welchen Unannehmlichkeiten Brenna zum Glück entging.

Als schließlich jedoch eine scharfe Stimme ihren Namen rief, wusste sie sogleich, dass jegliche Freude zu früh gewesen war. Schon stand Mette an ihrer Seite, die langen, sehnigen Arme in ihre knochige Hüfte gestützt. Der verkniffene Zug auf ihrem spitzen Gesicht vertiefte sich, unwillig hoben sich ihre Brauen unter dem hellen, zu einem Kranz gewundenen Haar.

„Wir brauchen dort draußen Unterstützung", befahl sie und musterte das Mädchen aus schmalen Augen. „Sieh zu, dass du dich umziehst! Und bring deinen Zopf in Ordnung!"

„Aber", stammelte Brenna, während ihre nassen Hände unwillkürlich die roten Strähnen zurückschoben, die sich aus dem Flechtwerk gelöst hatten, das ihr bis auf den Rücken hinabhing.

„Ich will nichts hören", zischte die Wirtin sogleich. „Benimm dich und mach mir keine Schande! Du weißt genau, wie dankbar du sein solltest, dass wir hier für dich sorgen!"

Das Mädchen verkniff sich den spitzen Kommentar, der ihr auf der Zunge lag und nahm stattdessen die saubere Tracht entgegen, die Mette ihr entgegenhielt. Verbittert huschte sie aus dem hinteren Küchenausgang in den frischen Frühlingsabend hinaus, genoss für diesen kurzen Moment die wunderbar klare Luft.

Ihren Ärger vermochte jedoch auch dies nicht zu besänftigen. Dankbar, welch grausamer Scherz! Seit nunmehr vier Jahren schuftete sie hier nun ihren Rücken krumm und durfte sich zum Dank dafür dem Spott der Gäste preisgeben.

Im Schein einer kleinen Öllampe, die sie an sich genommen hatte, verschwand sie in der Gesindeunterkunft, die rechter Hand an die Rückseite des Gasthauses angelehnt stand. Kühl war es in der winzigen Kammer, die sie mit Ida teilte, ihre einzige wahre Freundin, die sie einer Schwester gleich in ihr Herz geschlossen hatte.

Fröstelnd fuhr Brenna aus den durchnässten Kleidern, um sich dann über der Waschschüssel notdürftig zu säubern. Geschickt wand sie die losen Strähnen zurück in ihren Zopf, damit sich Mette kein weiterer Anlass bot, Schelte zu verteilen.

Schließlich schlüpfte sie voller Unbehagen in die sauberen Stoffe hinein. Zuunterst das weiße Leinenkleid und darüber die lange Schürze, deren dunkles Rot sich aufs äußerste mit dem ihrer Haare biss.

Einen letzten sehnsüchtigen Blick warf das Mädchen auf ihre Pritsche, besann sich jedoch rasch und kehrte ins Haus zurück. An der Schanktheke angekommen empfing sie sogleich die Wirtin, schob ihr einen schweren Krug entgegen, der bis zum Rand mit dem besten Wein gefüllt war.

„Auf, mach dich nützlich!", befahl die dürre Frau, worauf Brenna innerlich fluchend ein Lächeln auf ihre Lippen zwang.

Selten nur kam es vor, dass derartig große Gesellschaft im Gasthaus zusammenkam. Sie hasste diese Tage, an denen die vom Schicksal Begünstigten sich von allen feiern ließen. Diesmal war es Thoralf, einziger Kaufmann im Dorf, der heute die vierzig Winter vollendete und seinen erwirtschafteten Reichtum auf diese Weise zur Schau stellte.

Den Rufen der Gäste folgend zwängte sich das Mädchen zwischen den Bänken hindurch, schenkte den Durstigen hastig nach, wobei sie es tunlichst vermied, den hinteren Tischen unter den Treppen auch nur nahe zu kommen.

Dort saßen die jüngeren Leute, tapfer umsorgt von Ida, einem zarten, lieblichen Mädchen das aufgrund ihrer sanftmütigen Natur meist mit Nachsicht behandelt wurde. Brenna hingegen würde an ihrer Stelle der Aufmerksamkeit kaum entgehen und gewiss einiges einstecken müssen.

Jeder wusste um ihre Reizbarkeit und gerade die jungen Burschen machten sich oft einen Spaß daraus, sie bis zur Weißglut zu treiben. Dagegen war es nahezu erholsam, zwischen den Erwachsenen und Älteren auszuschenken, die zwar ebenfalls bereits angeheitert waren, ihr jedoch keine Beachtung schenkten, sobald frischer Wein ihre Becher füllte.

Auch der zweite tönerne Krug, den die Wirtin ihr zuschob, war recht bald geleert. Auf einen knappen Wink hin lief Brenna in den Keller hinab, wo in wohlgeordneten Reihen die großen Holzfässer lagerten.

Beim Auffüllen ließ sie sich reichlich Zeit und gönnte sich ab und an einen Schluck des edlen Rebensaftes, derweil ihr Blick immer wieder voller Sorge zur Treppe huschte. Würde Mette sie hierbei überraschen, stünde ihr wohl weit mehr bevor als die üblichen Ohrfeigen, die das temperamentvolle Mädchen viel zu oft in die Schranken verwiesen.

Die leise Wärme genießend, die sich in ihrem Magen entfaltete, träumte Brenna von ihrer schmalen Pritsche, die sie in dieser Nacht jedoch sicher nicht lange belegen würde. Feierlichkeiten wie diese zogen sich meist so lang, dass nach dem Reinemachen nur noch wenige Stunden blieben, bis der nächste Arbeitstag begann.

Wie ungerecht das Leben doch war! Während sie für nichts als Nahrung und Unterkunft schuften musste für drei, ließen andere sich bedienen. Längst waren die Krüge wieder gefüllt, doch Brenna verspürte nicht die geringste Lust, erneut in den Dunst des Schankraums zurückzukehren.

Schließlich riss eine scharfe Stimme sie aus ihrem Ärger heraus.

„Brenna! Wo steckst du denn?"

Hastig erhob sich das Mädchen, als auch schon die dürre Mette die Stufen hinabgerauscht kam. Sie trug weitere Krüge bei sich, deren Inhalt viel zu rasch in den Kehlen der sauflustigen Meute verschwunden war.

„Was treibst du hier so lange?", zischte die Wirtin gereizt. „Nun bring schon den Wein nach oben, er schenkt sich nicht von alleine aus!"

Sogleich tat Brenna wie geheißen, mühte sich mit ihrer schweren Last wieder in die Stube hinauf. Die stickige Luft verschlug ihr den Atem, der durchdringende Geruch erhitzter Menschen ließ sie die Nase rümpfen.

Schon wandten sich ihr die ersten geröteten Gesichter zu, doch so beladen wie Brenna war, konnte sie lediglich entschuldigende Blicke verteilen, während sie auf die Schanktheke zustrebte. Dort entging sie nur knapp einem Zusammenstoß mit Gritt, die ein Tablett mit dampfenden Speisen aus der Küche trug.

„Gib doch acht", fauchte die kernige junge Frau, während das Mädchen sich mühte, einen der Weinkrüge abzustellen ohne dass ihr der andere entglitt.

Selbst der von ihr genaschte Trunk konnte die Wut nicht verdrängen, die sich in ihrem Magen ballte und ihre ohnehin knappe Geduld auf eine harte Probe stellte. Ihre Wangenmuskeln schmerzten, als sie erneut das vorgeschobene Lächeln auf ihre Lippen zwang.

Dann gab sich Brenna einen Ruck, tauchte in das Durcheinander ein und folgte den Rufen der Durstigen, die für ihren Geschmack bereits viel zu betrunken waren. Manch einer würde den morgigen Tag mit gewaltigen Kopfschmerzen begehen, was das Mädchen immerhin mit boshafter Befriedigung erfüllte.

Kaum wieder zurück an der Theke kam sie nicht einmal dazu, nach dem neuen Wein zu greifen. Unerwartet schob ihr Odwin ein gefülltes Tablett entgegen.

„Für die Jungs", ließ der hochgewachsene Wirt sie wissen und nickte auffordernd in Richtung der Tische unter der Treppe.

Fast hätte Brenna protestiert, verbiss sich dies jedoch rasch, da dies ohnehin nichts genutzt hätte und sie aus Erfahrung wusste, wie unschön es enden konnte, Odwin warten zu lassen. Mit zusammengepressten Lippen stemmte sie die hölzerne Platte, im Stillen darum bittend, dass ein jeder der vollen Bierkrüge dort blieb, wo er war.

Konzentriert das Gleichgewicht haltend steuerte sie dann zielstrebig auf jene Ecke zu, die sie vorher so gründlich gemieden hatte. Nun hieß es die Zähne zusammenzubeißen, nur für einen Moment die Beherrschung zu wahren.

Zu Brennas großem Glück jedoch waren die jungen Leute anderweitig beschäftigt und nahmen sie kaum wahr. Unter Gelächter und lauten Rufen hatten zwei der Burschen begonnen, sich im Armdrücken zu messen. Aller Aufmerksamkeit ruhte auf den schwitzenden Kontrahenten, niemand interessierte sich für das Bier.

Schnell war das Tablett geleert und die heikle Situation scheinbar überstanden, doch als Brenna mit einem stummen Seufzen den Rückzug antreten wollte, schloss sich aus dem Nichts heraus eine kräftige Hand um ihren Arm.

„He, Rotfuchs", ertönte es neben ihr, während sie ins Straucheln geriet. Nur mühsam wahrte sie das Gleichgewicht und gleichzeitig ihre Beherrschung. Wer sie hier wieder einmal derart herablassend ihrer niederen Stellung erinnerte, hatte sie anhand der verhassten Stimme sogleich ausgemacht.

Kaum gelang es ihr, das falsche Lächeln zu wahren, als sie sich dem jungen Mann zuwandte, dessen offen spöttischer Blick ihr die Zornesröte in die Wangen trieb.

Agnar war der älteste Sohn des heute gefeierten Kaufmanns, der Stolz seiner Familie und allseits beliebt in ihrem kleinen Dorf. Mit seinen knapp zwanzig Wintern war er unter den Wächtern bereits Kommandant, hatte sich einen Namen gemacht, wie die Alten sagten.

Unter der Führung des Hauptmanns hatten er und seine Männer manchen Schaden von den Menschen abgewandt, wie es den Wächtern des Nordens seit jeher zu eigen war. So sicher wie hier in Skjellvik lebte es sich nirgends, da war sich ein jeder einig.

So erfreute sich der junge Mann höchster Bewunderung. Gerade die Mädchen und jungen Frauen umschwärmten ihn wie die Mücken, war er doch zudem von stattlicher Gestalt und höchst angenehm anzusehen.

Brenna hingegen war sein großspuriges Auftreten von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen. Keinerlei Beachtung hatte sie Agnar zuteilwerden lassen, bis sie es sich schon nach kurzer Zeit mit ihm verdorben hatte.

Dass er sich am heutigen Abend die Gelegenheit nicht entgehen ließ, war vorauszusehen gewesen. Wie alle anderen um ihn herum hatte auch er dem Alkohol ausgiebig zugesprochen. Sein markantes Gesicht war leicht gerötet und in den tiefblauen Augen funkelte der Schalk.

„Bring uns den besten Wein des Hauses", verlangte er von Brenna. „Oder lässt man dich an die kostbaren Fässer gar nicht erst heran?"

Gelächter folgte seinen Worten, das sich glühenden Pfeilspitzen gleich in den Körper des Mädchen bohrte. Sie zwang sich zu einem ergebenen Nicken, obwohl alles in ihr danach schrie, ihm das Holztablett um die Ohren zu schlagen.

Mit hochroten Wangen wandte sich Brenna rasch ab. Keinesfalls, weil sie Agnar ungern warten lassen wollte, vielmehr der Tatsache geschuldet, dass sie kaum noch den brodelnden Zorn in ihrem Inneren zurückdrängen konnte. Dies war nicht der Ort, ihm Paroli zu bieten, nur Ärger brächte es ihr.

Dass vorn an der Schänke noch immer unberührt der von ihr hinterlassene Weinkrug stand, passte ihr ganz und gar nicht. Wie gern hätte sie im Schutze des Kellers in den Rebensaft gespuckt! So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich sogleich dem zu stellen, was da noch auf sie warten mochte.

Vermutlich wäre es ein leichtes gewesen, Ida darum zu bitten, den Wein an den Tisch zu bringen. Doch sich diese Blöße zu geben kam für Brenna nicht in Frage. Hoch aufgerichtet stolzierte sie auf den grinsenden Agnar zu, dessen funkelnder Blick ihr sogleich verriet, dass es noch nicht ausgestanden war.

Auffordernd streckte er dem Mädchen den leeren Becher entgegen. Die hübsche Janna an seiner Seite kicherte aufgesetzt, offensichtlich hoch entzückt, dass der begehrte junge Mann sich an diesem Abend mit ihrer Gegenwart schmückte.

Brenna beachtete sie nicht, hielt ihren Blick fest auf Agnar gerichtet, während sie vorsichtig den Krug über seinem Becher neigte. Als wäre er ein wildes Tier, das alleine dadurch zu zähmen war, ihm keinerlei Furcht zu zeigen.

Wie ein wildes Tier wirkte der junge Mann in ihren Augen in der Tat. Die langen, blonden Haare hingen ihm wirr ums Gesicht, ein lauernder Ausdruck lag auf seinen ebenmäßigen Zügen. Plötzlich ging ein boshaftes Zucken durch seine Mundwinkel, dann entglitt der Becher seinen Fingern.

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