Chapter 4
Wir trieben lange auf dem Meer umher, bis es langsam dunkel wurde. Der Sonnenuntergang war wirklich wunderschön. Niemand schien mich zu suchen. Es befand sich auch keiner an Deck, außer der Steuermann mit seinem sprechenden Papagei. Ich zog meine Beine an meinen Körper, als kalter Wind aufkam. Dieser fuhr durch mein Haar und ich schloss für einen kurzen Moment die Augen, um alles um mich herum zu vergessen. Jetzt kamen Probleme auf, die ich zu bewältigen hatte. Doch ich durfte mein Ziel dabei nicht aus den Augen lassen. Wenn Jack mich nicht wollte, dann muss ich zurück zu Barbossa. Er wusste von meinem Anliegen als Pirat und er war bereit, mir zu helfen. Ob er mich schon suchte?
Ich vernahm ein Geräusch und öffnete blitzschnell die Augen. Jemand kletterte die Takelage hinauf, doch ich war zu müde um hinunterzuschauen. Als sich eine weibliche Stimme räusperte, wusste ich, dass es Elizabeth war. Etwas enttäuscht schaute ich drein. Innerlich hatte ich gehofft, dass es Jack war. Sie lächelte mich mitfühlend an und bat mich, hinunterzukommen und etwas zu essen. Ich bemerkte, dass ich seit heute morgen nichts mehr gegessen habe. Das Mittagessen hatte ich ausfallen lassen. An einem Tisch mit Jack zu sitzen, wollte ich jedoch vermeiden. Ich war immer noch sauer auf ihn, da er mich offensichtlich nicht verstand und mir nichts zutraute.
" Geh ruhig ohne mich. Hab kein Hunger ".
" Es ist wegen Jack, nicht wahr?".
Verwirrt schaute ich sie an, während sie sich zu mir in das Krähennest setzte. Kurz blickten ihre Augen gen Horizont, bevor sie wieder auf mich weilten.
" Ich hab euch beide gehört. Und ich kann dich verstehen. Aber ich kann auch Jack verstehen. Er hat Sorge, dass dir etwas passiert. Und glaub mir. Das Jack sich über einen anderen Sorgen macht als die Black Pearl ist fast unmöglich ".
" Ach, was soll das schon heißen? Er denkt, dass alles für mich sei ein Kinderspielplatz. Dabei ist es genau das Gegenteil. Ich möchte so leben ... gerade wegen meinen Eltern ".
" Deine Eltern?".
" Ist eine andere Geschichte ".
" Na gut, aber erzähle sie mir bald. Ich bin immer für dich da, okay. Und weißt du, ich glaube Jack mag dich einfach ".
Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen kletterte sie die Takelage hinab und verschwand unter Deck. 'Jack mag mich? Eigentlich unmöglich. Wenn er mich mögen würde, dann würde er mich nicht abschieben wollen. Obwohl Jack eigentlich gar nicht schlecht aussieht. Ach, was denke ich denn da. Ich muss neutral bleiben '.
Die Nacht trat ein und unter den Matrosen wurde der Steuermann gewechselt. Mein Magen knurrte wie wild, dass ich Angst hatte jemand könnte es von unten hören. Das Meer war ruhig und die Wellen schlugen leicht gegen die Pearl. Ich konnte nicht Tage hier oben verbringen. Ich musste etwas essen. Also kletterte ich hinab und verschwand unter Deck. Fast jede Tür probierte ich aus, um die Kombüse zu finden. Erfreut quiekte ich, als ich sie endlich fand. Das Abendessen war noch auf dem Tisch. Leise schlich ich dorthin und nahm mir eine Keule, biss herzhaft hinein. Meinen Magen und mir selbst tat das wirklich gut.
" Was machst du da?".
Vor Schreck ließ ich die Keule fallen, die auf dem Teller landete. Ich drehte mich um und erblickte Jack, der mit Händen in die Hüfte gestemmt am Türrahmen stand. Er hatte zuerst einen verwirrten Blick aufgesetzt, bevor er anfing frech zu grinsen. Sein Goldzahn kam dabei zum Vorschein.
" Da schleichst du dich mitten in der Nacht in die Kombüse und bedienst dich am Tisch. Miss, wir haben auch Essenszeiten und du hattest deine Chance ".
" Und was machst du dann hier?".
" Ich bin der Captain, Aye ".
Tolle Antwort, Jack.
" Außerdem wollte ich sehen, wie es dir geht. Ich habe dich den ganzen Tag nicht gesehen ".
" Komisch, dass dich das wundert ".
Ich wollte an ihm vorbeigehen, doch er hielt mich am Handgelenk zurück und zog mich ein Stück zu sich, sodass ich seinen Atem spüren konnte. Ausnahmsweise war kein Rum zu riechen. Mit geweiteten Augen starrte ich ihn an, während Jack nur dämlich grinste und noch ein Stück näher kam, bis sich fast unsere Nasen berührten.
" Kein Crewmitglied ist mir egal. Und immerhin bist du auf meinem Schiff. Also habe ich eine gewisse Verantwortung für dich ".
Ich riss mich aus seinem Griff und starrte ihn mit hasserfüllten Augen an. Doch Jack ließ sich davon nicht beirren. Sein Grinsen wurde nur breiter.
" Ich bin kein kleines Kind. Ich kann gut auf mich selbst aufpassen ".
" Auch auf einem Piratenschiff mit einem berüchtigten Piraten als Captain?".
" Auf was willst du hinaus, Sparrow?".
" Machen wir einen Deal. Wenn du dich auf meinem Schiff gut anstellst und meinen Befehlen folgst, dann darfst du bleiben. Wenn ich jedoch merke, dass du Schwierigkeiten hast und dich zu sehr in Gefahr bringst - was auch Auswirkungen auf mich hat - bringe ich dich ohne Widerrede zurück zu deinen Eltern, klar soweit?".
Ohne lange zu überlegen, schlug ich in seine Hand ein.
" Klar soweit ".
" Ah, ah. Erstens ' Klar soweit ' ist mein Spruch. Und Zweitens heißt es ab heute für dich Aye, Aye, Captain ".
" Aye, Aye, Captain ".
Jack führte mich hinaus aus der Kombüse und zeigte mir eine freie Kajüte, die nun meine werden sollte. Ohne zu überlegen, fiel ich ihm um den Hals und bedankte mich lautstark. Jack erwiderte halbwegs die Umarmung, wahrscheinlich aus Verwirrung. Außerdem krümmte er sich mehr oder weniger, da ich ihn zu mir runtergezogen habe und kleiner bin als er. Mit einem peinlich berührten gute Nacht schloss er hinter mir die Tür und ließ mich in meinem Zimmer allein. Ohne wirklich auf die wenigen Möbel zu achten, schmiss ich mich in die Koje und vergrub mein Gesicht in das Kissen. Vielleicht war Jack doch gar nicht so egoistisch wie ich dachte. Immerhin lässt er mich auf seinem Schiff. Meinem Ziel war ich weitaus näher gekommen. Ich konnte meinen Eltern helfen.
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