Chapter 26
Ragetti strich sanft über mein Haar, bis ich mich ausgeweint hatte. Niemand verlor dabei ein Wort. Als ich aufblickte, schauten mich diese vertrauten Augen an - naja, bei Ragetti ein Auge.
" Was macht ihr hier?".
" Das Gleiche könnten wir dich auch fragen ", sagte Pintel.
" Jack und ich konnten von dieser Insel fliehen. Wir sind jetzt hier gelandet wegen dem Kelch ".
" Du stellst dich also wirklich gegen uns?", fragte Ragetti.
Ich hielt inne und brach den Augenkontakt ab. Es fiel mir schwer, dass zuzugeben. Aber nachdem, was Barbossa mir angetan hat, konnte ich einfach nicht mehr dazugehören.
" E-es ... sieht so aus, ja ".
Ragettis POV
Mein Herz zerbrach in tausend Teile. Ja, ich als Pirat habe ein Herz. Das konnte sie doch nicht ernst meinen. Immerhin haben wir sie gerade vor dem Schlimmsten bewahrt. Sie durfte uns nicht verlassen - mich nicht verlassen. Ich bin mir mit meinen Gefühlen im Klaren und das weiß sie auch. Ich weiß auch, dass Barbossa sie niemals ausnutzen würde. Er war ein schlimmer Pirat, aber ich erkenne es sofort, wenn er jemanden gerne hat.
In meinem linken Auge bildete sich eine Träne. Bevor sie sich jedoch löste, strich ich sie mit meinem Finger fort. Zum Glück hat es niemand bemerkt. I-I-Ich liebe sie. Und ich weiß, dass sie mich auch gerne hat. Ich kann es doch spüren. Warum hält sie zu diesem verrückten, betrügerischen, idiotischen Sparrow?
Dani's POV
Beide sahen mich fassungslos an. Vorallem Ragetti schien es sehr hart getroffen zu haben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, warum. Aber mit uns würde es mit Sicherheit nicht funktionieren. Ich empfand etwas für Jack, auch wenn ich sehr lange gebraucht habe, mir es selbst einzugestehen. Aber ich habe es zumindest getan und mit jedem Tag wurden meine Gefühle ihm gegenüber stärker. Ich konnte einfach nichts dagegen tun. Und verlassen wollte ich ihn nicht. Es muss etwas zwischen uns sein. Aber meine Freundschaft mit den beiden Chaoten möchte ich nicht aufgeben.
" D-Das soll aber nicht bedeuten, dass ich euch nicht mehr mag - Im Gegenteil. Aber Barbossa hat mich nur ausgenutzt. Er wollte mich nicht in der Crew behalten ".
" Wir kennen Barbossa länger als du und wissen genau, wen er mag und wen nicht. Dich hat er auf jeden Fall lieb gewonnen, Dani. Woher hätte er überhaupt wissen sollen, dass er später ein Mädchen für den Schatz braucht?".
" Also ... das.. ".
Ragetti hatte recht. Als Barbossa mich aufgenommen hatte, wusste er zwar von dem Kelch. Aber nicht das, was ihm noch bevorstünde. Habe ich ihm vielleicht unrecht getan? Wenn Pintel und Ragetti hier sind, dann müsste Barbossa an Board der Black Shark sein. Ich sollte mit ihm reden. Vielleicht gab es eine vernünftige Erklärung, und ich sollte aufhören mich wie ein stures Weib zu benehmen.
Also machten wir uns zu dritt auf zum Hafen. Als wir ankamen, standen Jack und Barbossa oben an Deck. Als wir uns ihnen näherten, sprang Jack runter und kam uns entgegen. Barbossa blieb oben stehen und beobachtete uns. Mein Herz machte einen Sprung, als ich ihn dort so stehen sah. Hatte ich ihn etwa vermisst? Ich glaube schon ... zumindest etwas.
" Aye, Matrosen. Schön, dass ihr meine Prinzessin vorbeibringt ".
" Jack, wir wollen eigentlich gerade ... ".
" Wir beide müssen jetzt zurück zu Sanders und dich für heute Abend hübsch machen. Ihr beide geht zu eurem Captain und macht dort etwas, was ihr immer dort macht, klar soweit?".
Bevor ich protestieren konnte, nahm Jack meine Hand und zog mich richtung Schiff Sanders'. Ich konnte nur einen kurzen Blick von Pintel und Ragetti erhaschen, die uns verwirrt nachstarrten. Barbossa stand immer noch an Deck und blickte mir und Jack nach. Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht erkennen. Hoffentlich ergab sich noch eine Chance, mit ihm reden zu können.
" Jack, was sollte das?".
" Was sollte was, Liebes?".
" Ich wollte gerade .. ".
"Schätzchen, wir haben keine Zeit zur Diskussion. Hast du was herausgefunden?".
" Naja, nicht viel ".
" Erzähl's mit trotzdem, bevor Sanders uns von hier entdeckt ".
Ich erzählte ihm kurz und knapp von den Worten des Prinzen. Jack schien keineswegs überrascht zu sein. Selbst als ich ihm von dem Angebot des Prinzen erzählt habe, hat er nicht eine Miene verzogen. Etwas wütend machte mich es schon. Ich dachte, er würde zumindest etwas Eifersucht zeigen. Vermutlich war er nur nicht der Mensch dafür. Wir kletterten auf Sander's Schiff. An der Seite erkannte ich den Namen Great Sanders. Hat er wirklich das Schiff großer Sanders genannt? Erbärmlich, wirklich. Ich würde es vielleicht Jack zutrauen, dass er sein Schiff Great Jack nennt. Stattdessen hieß sie Black Pearl, die hoffentlich irgendwo auf uns wartet. Ich vermisste die Crew, Gibbs, Marty, Elizabeth. Ob sie mich auch vermissten? Hoffentlich konnten sie mir verzeihen. Ich habe ziemlichen Mist gebaut und alle in Schwierigkeiten gebracht. Ich wurde von einem lauten Sanders aus meinen Gedanken gerissen, der uns grinsend musterte. Seine Augen blieben auf unsere verhakten Hände.
" Wie ich sehe, seit ihr wohlauf ".
" Aber natürlich, Sandy .. verzeiht Sanders. Die Prinzessin muss sich etwas ausruhen, damit sie nachher zum Ball gehen kann ".
" Gebt mir zuerst Informationen!".
" E-Es gab keine. Sie wollten mich nicht reinlassen. Ich kann erst heute Abend rein, wenn der Ball anfängt", sagte ich.
" Na schön. Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Ich hoffe stark für dich, dass du heute Abend alles Wichtige erledigst. Du weißt sonst, was passiert ".
Sein Blick glitt zu Jack, als er die letzten Worte aussprach. Verwirrt schaute ich zwischen den Beiden hin und her. Jack schluckte, fasste sich jedoch wieder und winkte mit der Hand ab.
" Mach dir keine Sorgen, Sanders. Alles im Griff! ".
Er zwang sich zu einem Lächeln, bevor Jack mich unter Deck zog und in seine Kajüte, die er von Sanders freigestellt bekommen hat. Als die Tür ins Schloss fiel, wurde ich von Jack dagegen gepresst. Sein Atem strich über meine Haut. Ein leichter Hauch von Rum stieg mir in die Nase. Mit hungrigen Augen musterte er mich. Sein Blick blieb auf meinem Kleid hängen. Es schien, als würde er mich innerlich bereits ausziehen.
" Das Kleid steht dir, Süße. Ich würde es an deiner Stelle jedoch ausziehen ".
Seine Stimme war rau. Meine Augen weiteten sich, als er plötzlich seine Lippen auf meine legte. Normalerweise würde ich mich ihm hingeben und es genießen, aber wir befanden uns in einer heiklen Situation. Wie konnte er an sowas gerade jetzt denken? Außerdem bin ich immer noch verwirrt von Sander's Worten. Jack wanderte mit seinen Lippen meinen Hals entlang. Ich hatte es schwer, mich auf den Beinen zu halten, wollte allerdings nicht nachgeben. Leicht schubste ich ihn von mir, doch Jack ließ sich davon nicht beirren. Er fand meinen Punkt am Hals und fing an daran zu saugen. Bevor Rückstände dieses Ereignisses blieben, drückte ich ihn nochmals von mir weg, allerdings mit mehr Kraft, und sagte seinen Namen.
" Was denn? Du ruinierst gerade alles!".
" Ich ruiniere alles? Du bist derjenige, der alles ruiniert. Das ist der wohl gerade unpassendste Moment überhaupt, den du dir ausgesucht hast. Ist dir der Ernst der Lage denn nicht klar? Außerdem will ich wissen, was Sanders gemeint hat bei seinen letzten Worten ".
" Kann mich nicht daran erinnern ".
" Du weiß sonst, was passiert ".
" Ach, das ... unwichtig. Also, wo waren wir gerade?".
Er näherte sich wieder meinen Lippen. Allerdings wurde mir das alles zuviel und ich stieß ihn grob von mir. Was sollte das auf einmal? Erst war er total nett und lieb zu mir, und jetzt kommt wieder das Arschloch in ihm hoch.
" Hör auf damit, Jack!".
" Liebes ... ".
" Geh jetzt bitte. Ich muss mich fertig machen ".
" Aber .. ".
" Verschwinde! Ich will dich jetzt nicht sehen!".
Erschrocken über meine Stimme, verließ Jack die Kajüte. Ich stand für einige Minuten schweigend da und in Gedanken versunken, bis ich mich in die Koje schmiss und in das Kissen schrie. Dieser Pirat machte mich einfach verrückt. Wie kann man nur so ...? Verträumt zog ich den Duft des Kissens ein, was nach Jack roch. Kurz vergaß ich meinen Ärger und dachte an seine dunklen Augen, die mich immer wieder verzauberten. Vielleicht war ich auch etwas zu hart vorhin, aber dieser Moment war einfach nur unromantisch von ihm gewesen. Ich blieb etwas in der Koje liegen, bevor ich mich fertig machte. In dem Schrank fand ich eine unbenutzte Bürste, um mir die Haare zu kämmen. Es war auch etwas Schmuck im Schrank zu finden, was ich mir anlegte. Unter einem Haufen von Klamotten fand ich passende Schuhe mit ein wenig Absatz. Hoffentlich konnte ich in denen so lange tanzen.
Als ich fertig war und mich etwas zur Ruhe setzte, bemerkte ich durchs Bullenauge die langsam untergehende Sonne. Bald ist es soweit. Und ich darf es auf keinen Fall vermasseln. Wenn ich dem Prinzen gefalle, müsste er mir praktisch alles erzählen können, oder? Nur hoffte ich darauf, dass Jack's Plan funktioniert.
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