Gut pariert ist halb gekämpft
"Alex Brandt wurde vor drei Tagen entlassen. Hatte etwas mit Drogen zu tun. Und jetzt hat er seinen Partner rausgeholt." "Das wird aber eine kurze Freizeit.", lächelte Semir und hetzte dem fast nagelneuaussehenden Wagen nach. Der gab ordentlich Stoff.
"Verstärkung. Susanne wir brauchen Leute.", forderte er an.
Der Flüchtige fuhr wirklich gut. Als hätte er keine Angst und wüsste genau was er tut.
Nach einem fabulösen Crash flücheten sie. Zu Fuß.
"Natoll.", maulte Laura und sprang aus dem BMW. Sie nahm sich die Walther und lud.
"Stehenbleiben. Polizei!", schrie Semir und rannte nach. Da stellte sich einer der beiden auf das Brückengeländer und sah hinab. Der andere wirkte panisch und konnte nicht der Fahrer sein. Nach Laura's Erachtens.
Beide Polizisten hielten die Waffen auf sie. Laura beobachtete den Verkehr, da sie schon ahnte, was der andere vor hatte. Als er sprang, rannte sie, steckte die Walther ein und sprang auch. "Laura!", schrie Semir, doch er war zu spät.
Noch knapp hielt sie sich an der Kante des Containers des LKWs fest und zog sich hoch. Nun standen sie sich gegenüber. Jeder einen Blick, der töten konnte. Er wirkte in seiner dunkelbraunen Lederjacke, dem grauen T-Shirt und den brünett-braunen Haaren gar nicht nach einem Verbrecher aus. "Ich schlag keine Frauen.", sagte er und blitzte sie mit seinen eiskalten, blauen Augen an. "Pech für dich.", knurrte sie und begann den ersten Schachzug. Doch etwas an diesem Typen verschaffte ihr ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Er parierte die ganzen Schläge fast perfekt und scheint zu wissen, was sie machte. Er kannte die Polizeiausbildung. "Wer war dieser Mann?", dachte sie sich.
Also probierte sie es mal mit den kleinen Tricks der Bundeswehr. Da war er nicht mehr so schnell im Blocken und fing ein paar ein, doch er hat sich nun entschieden seinen Vorsatz zu brechen und setzte auch ein paar Schläge. Auf die Nase, in die Rippen und in das Gesicht. Jetzt hatte sie es wirklich zurückbekommen. Blut ronn aus ihrer Nase und ihre Lippen waren schon an einer Stelle aufgerissen. Ein paar Schürfwunden waren an ihren Wangen. Er sah auch nicht besser aus.
"Warte, Waffenstillstand.", hob er die Hände, "Hört mir zu, du musst dich jetzt ducken."
"Was?", fragte sie verwirrt
"Achtung!", er rammte sie auf das Dach des Containers mit einem lauten Knall.
Was sie vorher als einen Angriff gerechnet hat, war eigentlich nur die sichere Rettung vor der Stahlbrücke, an die sie volle Kanne mit ihrem Kopf gedonnert wäre. Sie hat ihm dennoch eine starke versetzt und er ist bewusstlos geworden. Die junge Frau stieß den gleichaltrig schätzenden Mann von ihr und rappelte sich auf. Laura kroch ganz nach vorne, zum Führerhaus und hat mal an der rechten Scheibe geklopft. Der Fahrer ist leicht erschrocken. "Wagner. Kripo Autobahn.", sie zog kopfüber ihren Ausweis, "Könnten Sie mal beim nächsten Pannenstreifen rechts ranfahren?", lächelte sie und er nickte.
Über die Motorhaube ist sie dann wieder mit beiden Füßen auf dem Asphalt gestanden, mit dem einen Mann in der Hand. Sie bedankte sich und wartete auf Semir, der bald da sein müsste.
Ganz angehetzt blieb er neben ihr stehen. Sie warf den tapferen Kämpfer neben den anderen auf die Rückbank und setzte sich. Auf der Fahrt zur Wache, strich sie sich erst einmal das Blut von der Nase und spürte die Kopfschmerzen, die sich langsam anbahnten.
Sie schleppten die zwei nach drinnen. Als Laura Semir folgen wollte, wurde sie aber von Krüger aufgehalten: "Frau Wagner?" "Ja." "Den wollten Sie lieber wieder zu bewusstsein bringen und dann zu mir ins Büro kommen.", deutete sie auf den Mann auf ihren Armen.
Etwas verwirrt ging Laura mit ihm in ihr Büro. Sie setzte ihn in den Stuhl, da er ihr zu schwer wurde. Sie suchte sich einen Verbandskasten und holte etwas Desinfektionsmittel heraus. Sie stellte sich vor den Spiegel und leerte etwas auf ein Taschentuch. Mit dem getränkten Stoff fuhr sie über die Wunden.
Da wachte mit einem tiefen Atemzug der Besucher auf.
"Alles gut.", drehte Laura sich kurz um.
"Wo bin ich?", fragte er außer Atem.
Sie verzog etwas das Gesicht und fuhr über die Verletzungen: "Bei der Kripo Autobahn Wache. Köln Düsseldorf. Die Chefin möchte sie nachher sprechen."
"Bedankt man sich eigentlich bei euch mit einem Schlag?", strich er sich das Blut mit dem Handrücken von dem leichten Drei-Tages-Bart ober der Lippe. Sie verdrehte nur die Augen.
"Guten Tag.", begrüßte Semir den Mann auf dem Stuhl und trat hinter Laura.
"Was macht der hier?", flüsterte er.
"Das will ich auch wissen.", sagte der Mann laut.
"Frag die Chefin.", knurrte Laura. Sie hörte ein Rattern von Handschellen.
"Muss das...", wollte der Täter sich wehren, wurde aber von Semir unterbrochen.
"Sie dürfen schon meine bezaubernde Partnerin ansehen, dann werden Sie wohl nichts dagegen haben, wenn ich Sie ankette.", lächelte Semir.
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