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4. Oktober 2016


Rain hatte Grischa nicht gefragt, ob er mit ihr nach Hogsmeade gehen würde. Sie redete sich selbst ein, dass es nicht der richtige Zeitpunkt gewesen war, aber sie wusste sehr gut, dass das nicht das eigentliche Problem war. Sie hatte im Kopf, was ihre Freundinnen gesagt hatten und ein Teil von ihr wollte nichts lieber, als eine dieser oberflächlichen Teenager-Beziehungen zu führen. Aber da war eben noch ein anderer Teil, der ihr leise flüsterte, dass es nicht das war, was sie wollte. Sie wollte eine ernsthafte Beziehung mit Zukunft und ja, sie war erst sechzehn, aber war es so falsch, von der wahren Liebe zu träumen?

Genau diese Frage spukte ihr seit einigen Tagen im Kopf herum und ohne, dass sie etwas dagegen tun konnte, stellte sie sie eines Tages.

"Findest du es albern, an die wahre Liebe zu glauben?", platzte es einfach aus ihr heraus. Natasha sah sie lange an und tippte sich mit ihrem Bleistift gegen die Lippe.

"Albern?", fragte sie. "Nein. Aber ich tu's nicht."

Und sie wandte sich wieder ihren Notizen zu.

Rain war mehr als unzufrieden mit diesem kurzen Gespräch. Allerdings hatte sie mit Natasha auch noch nie über dergleichen geredet. Allgemein waren ihre Themen immer recht unpersönlich geblieben, was sie bisher nicht gestört hatte - jetzt aber schon.

"Warum nicht?", fragte sie deshalb mit Nachdruck. Natasha sah überrascht wieder von ihrem Büchlein auf.

"Willst du da jetzt wirklich drüber reden?", wollte sie wissen, aber es klang nicht genervt, sondern sie nutzte einen Tonfall, mit dem Rain rein gar nichts anfangen konnte.

"Naja, ich habe darüber nachgedacht und könnte eine zweite Meinung gut gebrauchen." Sie zuckte mit den Schultern. Natasha tat es ihr gleich, schlug ihre Notizen zu und legte sie mitsamt ihres Bleistifts in die Tasche und drehte sich Rain zu, als Zeichen, dass sie jetzt ihre volle Aufmerksamkeit hatte.

"Du glaubst daran, dass man irgendwann seine zweite Hälfte finden kann, mit der man glücklich bis ans Ende seiner Tage lebt?", fragte sie, weniger sarkastisch als Rain es erwartet hätte, aber doch nicht frei von Ironie.

"Ich hoffe es.", gestand Rain. Sie hatte sich im letzten Monat schon selbst zusammengereimt, dass Natasha offenbar kein Mensch war, der viel über Gefühle redete. "Wäre es nicht irgendwie schön?"

"Vermutlich eher zu schön um wahr zu sein." Natasha verdrehte leicht die Augen. "Ich meine, klar, es wäre cool, wenn man wüsste, dass man einen Seelenverwandten hat. Aber sein wir ehrlich, ist es nicht auch ein bisschen spannend, wenn man eine Beziehung mit jemandem beginnt und nicht genau weiß, ob man ewig zusammenbleibt? Man glaubt und hofft, dass man jemanden gefunden hat, mit dem man alt wird. Aber wissen tut man es nie."

"Und denkst du, man sollte eine Beziehung mit jemandem führen, auch wenn man nicht für immer mit ihm zusammenbleiben will?"

Natasha runzelte die Stirn.

"Ich denke, das sollte jeder selbst entscheiden." Sie musterte Rain einige Augenblicke. "Du wirkst auf mich nicht, wie so jemand."

Rain atmete erleichtert auf. Ob Natasha nun recht hatte oder nicht, das war es gewesen, was sie hatte hören wollen. Jetzt stand sie nur im Dilemma, dass sie von außen zwei Meinungen hatte - ebenso hilfreich also, wie die immer länger werdende Pro-und-Kontra-Liste in ihrem Kopf.

"War das hilfreich?", fragte Natasha mit einem Schmunzeln. Rain zuckte mit den Schultern.

"Keine Ahnung.", meinte sie leise und nachdenklich. Natasha lächelte und griff dann wieder nach ihrem Buch. Rain war irritiert. Natasha war noch ein Jahr jünger als sie...und doch behandelte sie dieses Thema wie eine Kleinigkeit. Ein solches Gespräch hätte sich Rain mit ihrer Großmutter Jean vorstellen können, aber doch nicht mit einer Fünfzehnjährigen!

"Was ist mit dir?", fragte sie also. Natasha sah überrascht auf.

"Mit mir?", fragte sie. "In Sachen...Liebe und so?"

Rain befürchtete, dass sie einen Schritt zu weit gegangen war. Ihre Freundschaft war noch neu und instabil, ein Schuss zu weit in die Privatsphäre konnte das Gerüst leicht zum Einstürzen bringen.

"Ja.", sagte sie trotzdem, wenn auch etwas zögerlich. Natasha sah sie lange an. Ihre Bernsteinaugen bohrten sich in Rains graue und sie hatte das Gefühl, dass die Blicke ein Kribbeln hinterließen, wo immer Natasha sie gerade betrachtete.

Fast dachte Rain, Natasha hätte ihre Frage vergessen, als Natasha meinte:

"Nicht mein Gebiet."

"Bitte was?", fragte Rain irritiert.

"Liebe...Dates...süße Jungs und der ganze Kram...ist einfach nichts, wofür ich mich begeistern kann. Vielleicht, wenn ich irgendwann den Richtigen kennen lerne...aber im Moment habe ich weder das Bedürfnis noch den Wunsch, mich mit solchen Dingen vom Lernen abzulenken.", erklärte Natasha. Rain blinzelte. Das war bei weitem das Persönlichste, was Natasha bisher zu ihr gesagt hatte. Natasha sah sie noch einen kleinen Moment länger an und raffte dann eilig ihre Sachen zusammen. "Ich muss jetzt los, wir sehen uns!"

"Ja...", murmelte Rain und sah ihrer Freundin nach, die eilig verschwand und in Rain ein nagendes Gefühl hinterließ. Sie wurde den Verdacht, so merkwürdig er auch war, nicht los, dass mehr hinter Natashas Antwort steckte, als sie preisgegeben hatte.


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