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KEINS VON BEIDEM

„Findet euch jetzt bitte in Dreiergruppen zusammen und schreibt einen alternativen Dialog von Aurélian, seinem Vater und der Verkäuferin.", las unsere Lehrerin vor, während sie zeitgleich dieselben Worte auf das Whiteboard vor uns kritzelte. 

Noch bevor sie das letzte Wort geschrieben hatte, begannen schon einige zu flüstern und somit Gruppen so bilden. Ich warf Zarah einen kurzen Blick zu, die mir sofort mit einem Antwortblick versicherte, dass wir ein Team sein würden. Es fehlte uns also nur noch eine andere Person. Wir sahen uns um und weil auch Luka noch keine Gruppe zum Anschließen gefunden hatte, beschlossen wir, Luka in unsere Gruppe zu nehmen. Wir drehten uns nach hinten und platzierten unsere Sachen auf Lukas Tisch. 

„Okay, also, ein Dialog...", setzte Zarah an, die wohl schon mitten am Arbeiten war. Als sich jetzt jedoch Jonas zu zwei anderen Jungs an den Tisch direkt neben uns setzte, hört Zarah schlagartig auf, sich irgendwie für die Aufgaben zu interessieren. 

„Darf ich vorher fragen, was eure Pronomen sind? Ich möchte nichts falsch machen, ich weiß selbst, wie sehr es verletzt.", kam es dann von Luka. Ich spürte, wie mein Herzschlag beschleunigte. Was sollte ich jetzt sagen? Ich weiß es nicht? Das wäre so ziemlich die dümmste Antwort, die ich geben könnte. 

„Zarah!", zischte ich also meiner Freundin, die wieder komplett in ihren Schwärmereien bei Jonas versunken war. Okay, er sah nicht schlecht aus, aber aber sein Charakter war echt nicht der beste. Irgendwann würde Zarah das auch einsehen.

„Hm, was?" Sie drehte sich wieder zu uns und schenkte uns ein Lächeln mit ihren glänzenden Lippen. 

„Ich habe nach euren Pronomen gefragt." Luka lächelte freundlich. Luka wirkte wirklich total sympathisch. Ob ich Luka auf die Pronomen ansprechen sollte, die Luka verwendete?

„Ähm, ich kenne mich da nicht so aus, aber sie ist ein Pronomen, richtig?" Zarah warf Luka einen kurzen Blick zu. Von Luka kam ein Nicken. „Dann sie, ich bin weiblich." 

Gott, wie ich mir wünschte, dasselbe sagen zu können. Moment, ermahne ich mich im Kopf. Wieso konnte ich das denn nicht? Für mich benutzten auch alle sie als Pronomen. Und irgendwie war ich ja auch weiblich. Aber irgendwie auch nicht wirklich. 

Wieder beschleunigte sich mein Herzschlag und ich warf meiner besten Freundin einen hilfesuchenden Seitenblick zu. Ich wollte nicht, dass Zarah jetzt davon erfuhr, dass ich mir nicht sicher mit meinem Geschlecht war, obwohl sie so positiv gegenüber Luka eingestellt war. Luka hingegen würde ich unglaublich gerne von meinen Zweifeln erzählen. Vielleicht hatte Luka ja eine Idee, was mit mir los war. Irgendwie schien es Luka ja genauso zu gehen, oder? 

„Ach so, Ashley ist auch weiblich, also sie.", übernahm Zarah dann die Vorstellung für mich. Ich wusste selbst nicht wirklich, wieso, aber es tat auf einmal so unglaublich weh. Einfach nur diese drei Worte. Ashley ist weiblich. Wiese störte mich das so? Wieso hasste ich es so, dass ständig andere Leute mein Geschlecht wählten?  Wieso konnte mich das so stören, während Zarah kein Problem damit hatte, von sich in weiblicher Form zu sprechen?

„Okay.", antwortete Luka, aber Lukas Blick, der jetzt auf mir ruhrte, schien genau zu wissen, dass Luka merkte, dass ich das etwas anders sah. Es schien, als würde mich Luka durchschauen. Keine Ahnung, wie Luka das schaffte, aber irgendwie bewunderte ich es. Zarah schien mir schließlich nicht im Geringsten anzusehen, dass ich sie als Pronomen nicht wirklich bevorzugte. 

„Also, ähm, das soll jetzt nicht böse oder so rüberkommen, aber bist du jetzt ein Junge oder ein Mädchen?", fragte Zarah, die in den letzten Sekunden höchstens einen Blick auf Jonas geworfen hatte. Der war jedoch auch in einem Gespräch mit seinen Freunden versunken. Wahrscheinlich erledigte er die Aufgaben, was wir auch langsam echt mal machen sollten. Aber ich fand es gerade einfach zu interessant, um einen Dialog über eine nicht-existierende Person aus meinem Französischbuch zu schreiben. 

Luka grinste kurz. Es schien, als wäre Luka es gewöhnt, diese Frage gestellt zu bekommen.

„Keins von beidem", kam es dann von Luka. Ich riss meine Augen auf. Ich konnte es nicht verhindern. 

„Keins von beiden?", wiederholte Zarah verwirrt, während ich Luka einfach nur mit gleichermaßen strahlenden und überraschten Augen ansah. Keins von beidem. Keins von beidem. Keins. Von. Beidem. Die Worte ratterten wie ein Karusell immer wieder durch meinen Kopf. 

„Ja, das nennt sich nichtbinär.", kam es wieder von Luka. Nichtbinär. Gott, ich musste sofort nach Hause und diese Worte in mein Laptop eingeben. Irgendwie zog mich dieser Begriff an. Als wäre es etwas Magisches, was mir eine Antwort auf all meine Fragen schaffte. Vielleicht... war es das ja auch irgendwie? 

„Nichtbinär ist alles, was nicht komplett und immer männlich oder weiblich ist.", erklärte Luka weiter. Gott, wieso fühlte es sich gerade so perfekt an? Einfach nur dieses Wort, es war wie Magie. Nichtbinär. 

„Das... geht?", entfuhr es mir. Ich merkte zu spät, dass ich gerade meine Gedanken laut ausgesprochen hatte, sodass Zarah mich verwirrt von der Seite ansah. Sie ließ es jedoch bleiben, nachzufragen. 

„Klar" Luka grinste und sah mich mit diesem Blick an, als wolle Luka sagen ich weiß genau, wie es dir gerade geht. Mir geht es genauso. Vielleicht... Stimmte das ja wirklich? Vielleicht wusste Luka ja wirklich, wie es mir ging. 

Alles, was nicht komplett und immer männlich oder weiblich ist, wiederholten sich Lukas Worte wieder in meinem Kopf. Es gab also doch etwas anderes. Ich musste nicht eine von zwei Optionen sein. Ich konnte sein wie Luka. Nichtbinär. Keins von beidem

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