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12

Ich muss aus dieser Wohnung raus. Und sei es nur für ein paar Minuten. Oder ein paar Stunden. Ganz egal. Ich reisse die Tür auf und geniesse das krachende Poltern als sie in Schloss fällt. Doch der Gedanke daran, dass Jacob mir wahrscheinlich bald folgen wird, lässt mich mein impulsives Handeln bereits bereuen. Ich habe jetzt keine Lust auf eine weitere Diskussion mit ihm. Das ist alles nur die Schuld von diesem blöden Santino Müller. Dabei heisst er nichtmal in Wirklichkeit so, wispert meine innere Stimme. Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Fehlt nur noch das ich darauf antworte und mich auf offener Straße zum Gespött mache. "Merda," fluche ich.Fast wäre ich über einen Karton gestolpert, der den Eingang versperrt. Wahrscheinlich haben die Packer ihn vergessen. Ich trete mit der Schuhspitze vor den Karton und stöhne auf vor Schmerz, als sofort das vertraute Pochen zurückkehrt. Verdammt.

"Kann ich helfen?" Ich fahre herum. Vor mir steht eine junge Frau mit blassem Gesicht und langem schwarzen Haar. Im ersten Moment glaube ich, Schneewittchen persönlich begegnet zu sein. "Ähh, nein schon gut." Stammle ich. Sie deutet auf den Karton. "Ist das deiner?" Ich nicke. Hoffentlich hat sie nicht gesehen, wie ich davor getreten habe. Aber ihr Lächeln ist so unvoreingenommen, dass ich nicht anders kann als es zu erwidern. Mein Gott sogar ihre Lippen sind wie die von Schneewittchen. Rot wie Blut, allerdings ist die Haut darauf rau und aufgesprungen. "Ich trage den nachher noch hoch," erkläre ich . "Aha."Ich bemerke ihren suchenden Blick. "Hälst du nach jemandem Ausschau?" erkundige ich mich. 

"Ja. Unser Kater ist weg." Erklärt sie und ihr Lächeln verschwindet. "Eigentlich ist er so fett das er kaum laufen kann. Aber als ich ihn heute morgen füttern wollte war er nicht mehr da." Sie senkt den Blick. "Er bekommt jeden Abend seine Herzspritze. Wenn er die verpasst, macht er es nicht mehr lange."

"Ich glaube den habe ich schonmal gesehen. Einer mit orangerotem Fell? "Ja." Entgegnet sie. "Wenn er dann noch kugelrund war und faul herumlag war es auf jeden Fall.Er heißt Garfield." Sie nagt an ihrer aufgesprungen Unterlippe. "Ich bin übrigens Apollonia," stelle ich mich vor. Keine Ahnung warum ich mich ihr jetzt meinen Namen nenne. Vielleicht weil ich nicht will, dass unsere Begegnung flüchtig bleibt. Du bist einsam, höhnt die Stimme. Wie so oft hat sie Recht. Einen Moment befürchte ich, dass die Katerbesitzerin sich überrumpelt fühlt. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. "Ich bin Ylvi. Ich bin momentan ein paar Tage bei meinen Schwiegereltern zu Besuch. Sie wohnen gleich da drüben ." Schneewittchen oder besser gesagt Ylvi deutet auf die Häuserreihe gegenüber, wo sich Jugendstil- Villen mit riesigen Grundstücken aneinanderreihen. "Da wo der Kater vor der Tür gelegen hat , nehme ich an? "Genau."Sie nickt und zeigt ihre weißen Zähne, die vorne etwas schief sind, was ihrer Schönheit etwas verspieltes verleiht.

"Meine Schwiegermutter hat heute morgen einen Sprinter hier vor der Tür gesehen. Sie dachte er gehört einem Tierfänger." Das Lächeln kehrt zurück, doch diesmal liegt ein Spur von nachsichtigem Spott darin, der es umso wärmer erscheinen lässt.

Meine Wut ist plötzlich verflogen." Nee. Das war der Sprinter, der meine Sachen gebracht hat. Ich bin heute hier eingezogen. Zusammen mit meiner Freundin Ria."

"Dann sind wir fast sowas wie Nachbarn. Zumindest für ein paar Tage im Jahr,"stellt Ylvi sachlich fest."Ich wohne normalerweise am Teichweg, das ist nicht weit von der Uni entfernt. "

"Studierst du auch dort? Ich spüre wie mein Herz einen hoffnungsvollen Satz macht."

"Habe ich ,"erklärt Ylvi und klemmt sich mit ihren grazilen Fingern eine Haarsträhne hinter das Ohr." Ich bin letztes Jahr fertig geworden. Danach habe ich im Städtischen Museum angefangen zu arbeiten und nebenher meiner Schwiegermutter im Buchladen ausgeholfen." Ein Schatten verdunkelt die hübschen Züge. "Jetzt gerade habe ich sowas wie Urlaub." Ihre Hand wandert zu ihrem Bauch. Es kommt mir vor als ob sie es selber nicht merkt.

Schnell wende ich den Blick ab um nicht neugierig zu erscheinen."Ich studiere noch dort. Literaturwissenschaft. Genuagenommen habe ich kürzlich erst begonnen."

"Ach?" Ich bin fast froh das ihre Züge sich wieder aufhellen. Jetzt rate mal was ich studiert habe?

Mein Lachen verstärkt sich ." Literaturwissenschaft."

"Jop!"

Einen Moment stehen wir da und lachen uns an.

"Äh, also wenn ich deinen , also ich meine, euren Kater sehe, soll ich dann einfach klingeln oder so?" Plötzlich hoffe ich das das pummelige Tier so schnell wie möglich meinen Weg kreuzen wird.

"Du kannst mir auch schreiben . Geht beides. Ich geb dir meine Nummer wenn du möchtest." Ich verdrehe die Augen, als mir etwas einfällt." Oh Mann, mein Handy liegt oben."

"Ich kann es schnell holen."

Dann kommt mir ein Gedanke. "Oder willst du auf einen Kaffee mit hoch kommen?" Spreche ich den Gedanken überstürzt aus.

Ylvi beginnt wieder an ihrer Unterlippe zu nagen. Unschlüssig wandert ihr Blick zu unserem Wohnhaus. Sie vergräbt die Hände in den Taschen ihres offenen Trenchcoats.

"Okay," meint sie dann.

" Unser Vermieter hat mir noch keinen Schlüssel gegeben." Erkläre ich während ich den Klingelknopf drücke und kurz darauf der Türsummer ertönt. Anscheinend macht sich heute niemand die Mühe die Sprechanlage zu benutzen.

"Wundere dich nicht über die Unordnung ," erkläre ich als wir das kühle Treppenhaus betreten. Ich weiß selber nicht, ob ich damit das Chaos in meinem Herzen meine, das sich unmittelbar auf die Atmosphäre in der Wohnung ausgewirkt hat, oder das Durcheinander aus Kartons, Topfpflanzen und Regalbrettern.

Mit einem Ruck wird die Tür aufgerissen. "Ylvi!" Ria mustert mich, als wäre ich soeben nach einer 10 tägigen Episode der Unauffindbarkeit zurückkehrt.

"Wir haben gedacht ,du wärst mit Jay in deinem Zimmer, aber dann ist uns aufgefallen das du gar nicht mehr in der Wohnung warst. Du hättest ruhig mal Bescheid sagen können. Zum Glück ist Jacob so sehr mit dem Regal beschäftigt das er deine Abwesenheit nur beiläufig mitbekommen hat. Er meinte, du seist sicher nur kurz an der frischen Luft um deinen Fuß wieder ans Laufen zu gewöhnen."

Ihr Blick fällt auf Ylvi. "Und du bist?"

Ylvi antwortet nicht, sondern sieht meine Freundin nur stinrunzelnd an.

"Das ist Ylvi," erkläre ich an ihrer Stelle. "Wir sind uns unten vor der Haustür begegnet. Lässt du uns bitte rein?"Sie tritt zu Seite. "Ähh, ja . Natürlich."

"Sorry das ich so aufbrausend war. Aber wir haben uns trotz Jays Erklärung echt gefragt wo du so plötzlich hin bist," meint sie, während sie uns ins Wohnzimmer führt als wären wir beide ihre Gäste.

"Schon gut." Erkläre ich . Du kannst jetzt gehen." Ich bin selbst überrascht über die Offenheit mit der ich ihr zu verstehen gebe, das ich sie nicht mehr um mich haben will.

Warum ist die Gegenwart meiner besten Freundin mir auf einmal so unerträglich geworden?

Alles die Schuld von Santino Müller, höhnt die Stimme meines Unterbewussutseins zum wiederholten Mal. Sie ist ihm eben genauso verfallen wie du. Er hat es sogar geschafft,  ihren großen Schwarm Armando in den Schatten zu befördern. Fährt sie fort. Sicherlich wird Elias ihm dort bald Gesellschaft leisten, entgegne ich in Gedanken, den seltenen Moment unserer Einstimmigkeit nutzend.

"Keine Sorge, Loni. Du bist uns bald los. Ich habe kurzerhand beschlossen bei Eilas zu übernachten. Dann kannst du dich ganz in Ruhe mit Jay aussprechen. Natürlich nur, wenn das okay für dich ist", fügt sie eine Spur freundlicher hinzu.

" Achso.. Ja wenn du das so willst. Von mir aus," Ich zucke die Schultern.

"Vielleicht ist das wirklich das Beste."

Rias Blick fällt auf Ylvi."Oh Sorry, ich bin übrigens Ria."

" Ylvi", erwidert mein Gast ohne eine Miene zu verziehen.

Sie scheint sich nicht die Mühe zu machen, ein Lächeln aufzusetzen wenn ihr nicht danach ist.

Wie kann man einen Menschen so sehr mögen, obwohl man ihn erst ein paar Minuten kennt?

War ja bei Santino Müller auch so, Nur schlimmer, malträtiert mein Unterbewusstsein mich erbarmungslos.

Vielleicht stimmt etwas nicht mit den Menschen hier in dieser Gegend, schiesst es mir durch den Kopf. Oder mit der Gegend an sich.

" Setz dich ruhig" Ich deute auf das Sofa als Ria endlich zusammen mit Eilas in ihrem Zimmer verschwunden ist. Dumpfes Gekicher dringt zu uns herüber.

"Hallo Schatz. Wo warst du denn?" Jacob kommt aus meinem Zimmer. Er sieht leicht mitgenommen aus. Um den Daumen trägt er inzwischen ein großes Pflaster. Oh Mann ich habe meinen eigenen Freund vergessen. "Ylvi, das ist Jacob ,mein Freund. Jacob das ist Ylvi." Stelle ich die beiden einander vor. Dabei hoffe ich, dass niemand merkt, wie ich immer wieder zur Tür von Satinos Zimmer herüber schiele.

"Cool." Jacob fährt sich mit einer Hand durch das Haar und lässt sich uns gegenüber in den Sessel plumpsen.

"Woher kennt ihr euch?"

"Wir sind uns auf der Straße begegnet. Direkt unten vor der Haustür. Ylvi ist auf der Suche nach ihrem Kater. Er heißt Garfield." 

 " Und ist ziemlich dick." Fügt Ylvi hinzu. Ihr Lächeln ist zurückgekehrt. "Normalerweise muss man ihn zu jedem Schritt dreimal überreden."

"Klingt sympathisch," grinst Jacob und seine Heiterkeit steckt mich ein bisschen an. Auf einmal bin ich ihm dankbar das er mir nicht gefolgt ist, und auch jetzt davon absieht mir eine Szene zu machen. Mit den geröteten Wangen und dem verstrubbelten blonden Haar sieht er irgendwie süß aus. Und wenn man bedenkt das er das alles für mich tut...

Ich beschliesse ihm gleich vorzuschlagen den Abend für unseren Neuanfang zu nutzen. Vielleicht bei einem Film und ein paar leckeren Snacks. Beim Gedenken an Essen fängt es in meinem Bauch verräterisch zu rumoren an.

Ich frage mich was Santinos Kühlschrank wohl noch hergibt. Aber selbst wenn sich noch etwas Brauchbares darin befindet dürfte es wohl kaum zur allgemeinen Verfügung stehen.

"Alles gut Schatz?"

Offenbar ist Jay tatsächlich nicht mehr sauer auf mich. " Klar. "

"Was möchtest du denn trinken, Ylvi?"

"Du sagtest doch es gäbe Kaffee," ihre Stimme klingt erstaunt.

"Äh..ja. Okay. Schwarz oder mit Milch und Zucker?"

"Schwarz."

"Ich kann das auch machen," erklärt Jacob sich bereit.

"Nein, bleib ruhig sitzen, Ich erledige das."

"Okay, dann nehm ich auch einen. Du weißt ja mit Milch und viel Zucker". Er zieht das Wort viel übertrieben in die Länge.


In der Küche angekommen spüre ich wieder das flaue Gefühl im Magen.

Der runde weiße Tisch sieht bei Tageslicht nüchtern und kalt aus. Es fällt schwer sich die Atmosphäre aus Kerzenschein, saftigen Nudeln und Weißwein vorzustellen.

Ich könnte mich winden vor Scham, wenn ich daran denke, wie ich versehentlich das T-Shirt angehoben habe und Santino meinen fleischfarbenen BH gesehen hat. Du kannst dir ja neue Unterwäsche für ihn zulegen, neckt die Stimme. Ich lasse die albernen Worte an mir vorbeiziehen.

Nachdenklich mustere ich die Küchenzeile. Dann beschliesse ich zuerst dem Baslikum ordentlich Wasser zu geben. Danach stelle ich das Gewächs an einen Platz, der öfter von Sonnenlicht heimgesucht wird.

Doch einen Kaffeeautomaten kann ich nirgends entdecken. Immerhin lässt sich letztendlich in der Ecke neben der Mikrowelle eine herkömmliche Kaffeemaschine finden. Leichte Wehmut überkommt mich beim Gedanken an einen frischen Latte Macciato mit Caramellnote aus unserem Kaffeevollautomaten zuhause.

Neben der Kaffeemaschine steht ein aufgerissener Karton mit Filtertüten. Okay, jetzt fehlt nur noch das Kaffeepulver. Ich klettere auf die Anrichte und öffne die Schränke. Geschirr. Tassen. Teller. Moment. Im Tassenregal steht eine rosa Tasse mit einem Namen darauf. Fillipa. Das flaue Gefühl verwandelt sich in ein schmerzhaftes Ziehen. Die mysteriöse Frau aus seiner Vergangenheit hat nun einen Namen. Noch dazu einen richtigen schönen. Filipa. Das klingt verspielt und gleichzeitig elegant.

Ich greife nach der Tasse und drehe sie in den Händen.

Aus dem Wohnzimmer kann ich Santinos Stimme hören. Ylvi stellt sich ihm vor. Er lacht und sogar Jacob stimmt mit ein. Was ist in den paar Minuten meiner Abwesenheit bloss mit ihm passiert?

Egal , ich muss hier runter bevor mein garstiger Vermieter mich beim Herumschnüffeln erwischt. Umständlich drehe ich mich herum und mache einen Satz von der Anrichte.

"Oh!"Er steht so dicht hinter mir das ich beinahe auf ihn gesprungen wäre. "Sorry," entschuldige ich mich zerknirscht, ohne zu wissen wofür überhaupt. Schliesslich hat er nicht mitbekommen, wessen Tasse ich eben noch in der Hand gehalten habe. Oder doch?

"Bewegst du sich immer so lautlos als wärst du ein Geist?" Erkundige ich mich.

Entweder hat er mich nicht gehört, oder es ist ihm egal. "Kaffeepulver ist hinter der Maschine. Zucker auch. Und Milch ist im Kühlschrank." Sagt er ohne mich anzusehen . Er greift an mir vorbei und reicht mir einen silbernen Behälter. Eine Wolke Aftershave vernebelt sekundenlang meine Sinne. "Danke." Krächze ich.

Wortlos geht er zur Spülmaschine, öffnet die Schränke und fängt an das Geschirr einzuräumen.

"Ähm.. Ich habe ein Frage," wage ich es ihn nochmals anzusprechen, während ich die Kaffeemaschine mit Wasser und Pulver befülle.

"Wie ist das eigentlich mit dem Essen? Also mit Einkaufen und so?"

Als er den Schrak mit den Tassen öffnet, stockt er für den Bruchteil einer Sekunde. Ich habe das Gefühl das der Boden unter mir nachgibt. Aber er wird nicht so gnädig sein mich zu verschlucken.

"Ich habe nach Kaffeepulver gesucht," erkläre ich mit leichtem Zittern in der Stimme. Er wird doch nicht mehr wissen, wo diese verdammte Tasse vorher gestanden hat oder doch?

"Okay," entgegnet er und fährt fort die Tassen einzuräumen.

"Naja , wenigstens hast du jetzt wieder alle Tassen im Schrank," scherze ich erleichtert.

"Was?" Er schliesst den Schrank und sieht mich fragend an.

"War nur ein Witz" . Mein Herz bemüht sich lautstark, sauerstoffreiches Blut in die Umlaufbahn zu pumpen. Der Kreislauf ist überfordert. Vor allem wenn ich daran denke, wie dieser unverbesserliche Adonis mein Gesicht in seine Hände genommen hat und mich küssen wollte.

"Das habe ich schon verstanden. Ich fand ihn nur nicht besonders...gut". Meint er achselzuckend. "Das ist alles."

Er nimmt ein paar Messer aus der Spülmaschine und steckt sie in den Messerblock neben der Fensterbank.

"Ich erstelle noch einen Einkaufs und Putzplan. Hänge ich morgen auf."

"Falls du jetzt Hunger hast, steht es dir natürlich frei erstmal nur für dich einzukaufen. Und für deinen...Freund."

"Okay," Ich schlucke. Doch das Kratzen im Hals lässt sich nicht vertreiben.

Schweigend lausche ich dem Gluckern der Kaffeemaschine und beobachte wie Santino die Spülmaschinenklappe schliesset. Er hat sich umgezogen. Das Muskelshirt ist einem schwarzen Hemd gewichen, dass nicht weniger eng and seinem starken Körper anliegt. Sein Haar hat er nach hinten gekämmt. Ob er noch etwas vor hat? Wieder spüre ich den albernen Stachel der Eifersucht.

"Der Kaffee ist fertig." Er deutet auf die Maschine und den Bruchteil einer Sekunde starre ich ihn fragend an.

"Ach so.. ja." Hastig wende ich mich um.

"Du weißt ja jetzt hoffentlich, welche Tasse du nicht benutzen darfst. Die anderen stehen zur freien Verfügung. Danach gehören sie in die Spülmaschine." Ich nicke stumm.

Ratlos sehe ich zu, wie er die Küche verlässt.

Ylvi unterhält sich inzwischen mit Jacob. Ria und Eilas haben sich zu ihnen gesellt. Allerdings scheinen sie sich jeden Moment verabschieden zu wollen. Sie haben bereits ihre Jacken an und Elias hält eine kleine Reistasche in der Hand.

"Komm her, Lonilein." Ria zieht mich in eine Umarmung und drückt mir einen Kuss auf die Wange. "Macht euch einen schönen Abend ihr zwei Süßen." Sie kneift Jacob ein Auge zu, der sich daraufhin an einem halbherzigen Grinsen versucht. Die Situation scheint ihm genauso unagenehm zu sein wie mir. Nachdem die beiden die Wohnung verlassen haben, fühle ich mich etwas lockerer. Auch wenn ich weiß, das im Nebenzimmer Santino ist.

"Ich werde dann auch mal los."Ylvi trinkt ihren Kaffe aus und steht auf. Sonst gibt meine Schwiegermutter noch eine Vermisstenanziege auf."

Sie lacht nicht während sie spricht und einen Moment kommt es mir vor, als würde sie jedes Wort genau so meinen wie sie es sagt.

"Die Handynummer", rufe ich und eile in mein Zimmer. Ich fische mein Handy aus dem Hogwarts Rucksack. Auf dem Display sehe ich das ich einige Anrufe in Abwesenheit habe. Einer von Ria , ein paar veraltete Anrufversuche von Jacob. Die restlichen sind allesamt von Armando.Es sind verdammt viele. Pah. Ich werde nicht zurückrufen. Er soll ruhig ein bisschen dafür schmoren das er mich einfach so an Raffael ausgeliefert hat. Beim Gedanken an das Engelsgesicht überläuft es mich kalt.

Nachdem Ylvi und ich unsere Nummern ausgetauscht haben verabschieden wir uns mit dem Versprechen, das sie mich über den Verbleib ihres Katers auf dem Laufenden hält.

"Kommst du mit?" Jacob streckt eine Hand nach mir aus. "Ja sofort . Lass mich nur eben die Tassen in die Spülmaschine räumen." Ich nehme die leeren Kaffeetassen und gehe die in die Küche.

Als ich zurückkomme, steht Jacob in meinem Zimmer und deutet voller Stolz auf das Regal . "Nun kannst du deine Bücher hereinstellen."

"Oh, Jay das ist ja super. Ich bin stolz auf dich". Ich drücke ihm einen winzigen Kuss auf die Wange. In dem Moment ist ein verdächtiges Knarren zu hören. Kurz drauf stürzt das Regal polternd in sich zusammen.

"Äh..schätze die Einlage war nicht geplant..Schatz." Jacob reibt sich den Hinterkopf und sieht mich zerknirscht an. Ich kann nicht anders und kichere los, bald darauf fällt Jacob mit ein.

Dann zieht er mich in seine Arme." Ich war blöd, Sorry. Auch dafür." Mit dem Kinn deutet er zum Regal. "Schon gut. Wir versuchen es morgen einfach nochmal gemeinsam okay?"

Er lächelt zuckersüß."Okay."

"Jay?" Ich nestele an seinem Polokragen herum." Wie kam es eigentlich das du nicht mehr sauer auf mich bist. Ich meine.."

"Ach.." er winkt ab. "Ich habe kurz mit deinem neuen Mitbewohner geredet. Er hat mir glaubhaft klargemacht das er nichts von dir will. Er sagte, du seist nicht sein Typ und das er nicht wußte das wir zwei fest zusammen sind. Deshalb hat er wohl geglaubt du seist ein nettes Spielzeug für Zwischendurch oder sowas." Jacob verzieht verächtlich das Gesicht.Diese Macho-Typen sind eben so. Immer auf der Suche nach ner schnellen Nummer, schätze ich.Dieses ganze Beschützer Gehabe war wohl Teil seiner Taktik. Er zuckt die Schultern. "Aber nun hat er versprochen dich in Ruhe zu lassen."

"Ich kann dich beruhigen. Er hätte es niemals geschafft mich rumzukrigen." Krächze ich und schlucke die Tränen herunter .

" Das weiß ich doch. Ich war eben nur etwas eifersüchtig."

" Dazu gab es keinen Grund." Lüge ich. "Naja.."Jacob streicht mir eine Haarsträhne aus der Stirn. " Du hast ihn immer so angesehen..ich weiß nicht..."

"Das hatte nichts zu bedeuten, " erkläre ich mit lächerlicher Entschlossenheit.

" Ja. Wie gesagt. Das weiß ich jetzt." Jacob sucht meinen Blick, aber ich weiche ihm aus.

"Netflix?" schlage ich hastig vor während ich den Bretterhaufen anstarre.

"Gerne." Erklärt er.

"Wie wärs mit dunkle Leidenschaft? Uns fehlt immer noch die zweite Staffel". Ich setze ein Grinsen auf. Es schmerzt mich, dieses falsche Gesicht aufzusetzen zu müssen. Warum kann ich nicht einmal ich selbst sein? Was ist das nur für eine beschissene Rolle, die dieses Leben mir da zugewiesen hat?

Jacob stimmt zu, obwohl ich weiß, dass er die Serie eigentlich nicht besonders mag. Doch der zwielichtige Dario und seine seltsamen Spielchen scheinen heute Abend genau das richtige für mich zu sein.






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