Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

Kapitel 3

Ich lag auf dem Hochbett in meiner Zelle und konnte nicht einschlafen. Es war tiefste Nacht und der Mond, welcher in dieser Nacht nur halbvoll war, erhellte den Raum nur spärlich durch das kleine, vergitterte Fenster. Ich legte mich auf den Rücken und sah zur Betondecke. Nachdem Ron in dem Duschraum mein Tattoo entdeckt hatte, habe ich einfach den Duschvorhang zugezogen und mich gewaschen. Was auch immer sie davon wusste, ich wollte sie nicht darüber ausfragen, während uns alle anderen dabei zuhören konnten. Somit verschob ich unser Gespräch auf den nächsten Tag.

Ich hob mein T-Shirt an und strich mit meinen Fingerkuppen langsam über die feinen Linien meines Tattoos. Es war ein Wirrwarr aus Fäden, was einen verknoteten Knoten darstellte. Es war nicht sonderlich groß. Vielleicht um die sieben oder acht Zentimeter. Man könnte meinen, dass es ein einfaches Tattoo ist, doch sie hatte es erkannt. Aber woher wusste sie davon?

Du gehörst zu ihm, hallte ihre Stimme in meinem Kopf.

Ja, das tat ich. Ich tue es immer noch und werde es auch auf ewig tun. Das hatte ich ihm geschworen. Und ich hatte nicht vor, diesen Schwur jemals zu brechen.

Tränen stiegen mir in die Augen, doch noch bevor es eine schaffte zu entkommen, schluckte ich meinen Schmerz hinunter und ließ sie wieder verschwinden. Zittrig atmete ich aus und drehte mich wieder auf die Seite.

*~*~

In unserer Nachmittagspause im Freien hielt ich Ausschau nach Ron. Sie stand bei ihren Leuten am Zaun und schien mit ihnen etwas auszudiskutieren. Sofort lief ich auf sie zu und wartete, bis sie mich bemerkte. Als sich unsere Blicke trafen, nickte ich mit dem Kopf nach links auf eine freie Fläche etwas abseits von den anderen und lief vor. Nachdem wir genug Abstand zwischen uns und den anderen gebracht haben, blieb ich schließlich stehen.

,,Hast du es jemandem erzählt?", fragte ich sie sogleich, nachdem ich mich zu ihr gedreht habe.

,,Seh ich so aus, als wäre ich lebensmüde?", schnaufend drehte sie ihren Kopf von mir weg. Meine Mundwinkel zuckten leicht nach oben.
Sie weiß nichts von seinem Tod. Das könnte mir in die Hände spielen.

,,Woher weißt du von der Bedeutung meines Tattoos?", stellte ich die nächste Frage.

Sie drehte ihren Kopf ruckartig wieder zu mir und sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. ,,Denk nicht, dass du die Einzige bist, die er jemals ausgewählt hat".

,,Es gab noch Mayla", sagte ich nickend. Ich wusste von ihr. Liam hatte mir von ihr erzählt.

,,Ja, ganz genau", keifte sie. ,,Es GAB!"

Mayla und Liam hatten sich Jahre vor mir kennengelernt. Sie war die Tochter eines seiner Kunden. Die Einzelheiten kannte ich nicht, jedoch wusste ich, dass es ernst zwischen den beiden wurde und er sie in seine Geschäfte einweihte. Zu diesem Zeitpunkt waren sie verlobt.
Mayla nahm ihm etwas Arbeit ab und erledigte Aufgaben, wie die Übergabe der Ware vor Ort. Eines Nachts musste sie eine Ladung AK-12 Gewehre an Jay übergeben. Jay und Liam verstanden sich schon ab Tag eins ziemlich schlecht. Sie wären verfeindet, würde Jay Liam als seinen Lieferanten nicht brauchen. Normalerweise schickt Jay zur Übergabe immer seine Leute, doch in dieser Nacht kam er persönlich. Das war der Tag, an welchem Mayla Jay kennenlernte. Sie trafen sich von da an hinter Liams Rücken. Nicht lange. Liam bemerkte das ständige Verschwinden von Mayla recht schnell und stellte sie vor die Wahl.

,,An ihrem Tod war sie selber schuld", meinte ich emotionslos. ,,Sie ist zu seinem Feind gegangen. Es gab keinen anderen Ausweg für ihn. Mayla hätte Jay über Liam und seine Geschäfte aufgeklärt und dann wäre alles vorbei für ihn gewesen".

,,Sie hätte ihm nichts gesagt", flüsterte sie nun unter Tränen. ,,So war sie nicht", sie schüttelte ihren Kopf.

,,Sie war ein Risiko. Es war zu riskant für ihn sie am Leben zu lassen", sprach ich.
Wie konnte sie das den nicht verstehen?

,,Du bist Maylas Schwester, hab ich recht?", fragte ich.
Das war meine einzige Erklärung dafür, dass sie so viel wusste.

Ein Nicken ihrerseits folgte.

,,Weswegen wurdest du inhaftiert?", fragte ich. Sie war auf jeden Fall schon viel länger hier als ich, das stand schon mal fest.

,,Nach dem Tod meiner Schwester ging mein Leben ziemlich bergab. Drogen, Alkohol, Partys. Ich kam mit ihrem Tod einfach nicht zurecht. Konnte es nicht akzeptieren. Eines Nachts war ich stark zugedröhnt und auf dem Weg nach Hause. Mit dem Auto. Ich fuhr und bemerkte irgendwann einen Mann den Gehweg entlang laufen...."
Sie sah abwesend in die Ferne und fing an zu flüstern. ,,Ich habe ihn überfahren. Mit Absicht. Ich habe den Mörder meiner Schwester in ihm gesehen und einfach auf Vollgas gedrückt''. Ihre Stimme bebte bei diesen Worten.

,,Verstehe''. Ich nickte leicht.

,,Und du?'', fragte sie und atmete ein Mal tief ein und aus.

Ich schüttelte meinen Kopf.
,,Das ist unwichtig. Was ich dir aber sagen kann ist, dass ich hier jedenfalls viel schneller raus bin als du".
Ich zwinkerte ihr zu. Mitgefühl war noch nie meine Stärke.

,,Keach!'', rief plötzlich einer der Wärter und winkte mich zu sich ins Gefängnisgebäude. ,,Du hast Besuch".

Na endlich, dachte ich und lief ohne mich zu verabschieden wieder rein.

Mir wurden Handschellen angezogen, bevor mich die Wärter durch einen der Gänge in den Besucherraum führten. Von Weitem erkannte ich auch schon Luke. Der Blondschopf saß lässig auf einem der Plastikstühle und begutachtete die graue Wand neben ihm. In ihm spiegelte sich kein Funke Reue oder Bedauern. Er verhielt sich so, als wäre nicht er derjenige gewesen, welcher Scheiße gebaut hatte.
Ich nahm ihm gegenüber Platz.
Mit ernster Miene sah ich ihn an. Er sollte wissen, dass er es verbockt hatte und ich ziemlich unzufrieden mit ihm war.

,,Keiner konnte wissen, dass er sich selber der Polizei ausliefern würde", verteidigte er sich und hob die Hände an.

Ich rollte mit den Augen. Er hat es wohl immer noch nicht kapiert.
,,Du solltest dich lieber fragen, warum er es genau an dem Tag gemacht hat, an dem wir ihn uns schnappen wollten!"
So hirngeschädigt konnte er doch nicht sein und denken, dass es nur ein Zufall war.

,,Ich habe alle durchchecken lassen. Wir haben keinen Maulwurf", rechtfertigte er sich.

,,Dann hast du es nicht gründlich genug getan!". Wütend stand ich auf. ,,Finde ihn! Ansonsten wird es für euch alle sehr unschön enden", zischte ich und entfernte mich wieder von ihm. Sollte er diese Aufgabe jetzt auch noch verbocken, dann war's das für ihn. Und das wusste er. Wenn er zuvor so unbekümmert da saß, dann wurde er nach meinen Worten eindeutig angespannt. Oder eher wütend. Denn als mir die Tür geöffnet wurde, damit ich den Besucherraum wieder verlassen konnte, hörte ich, wie einer der Plastikstühle krachend auf den Boden fiel.

Und genau deshalb macht man seine Arbeit gleich gründlich.

Hätte er mir den Maulwurf wenigstens genannt, wäre es nur halb so schlimm. Da er jedoch auch noch zu unfähig dafür gewesen ist, ließ mich das noch mehr an ihm zweifeln. War er wirklich der Richtige für diesen Posten während meiner Abwesenheit? Oder habe ich die falsche Entscheidung getroffen, als ich ihn auswählte?

Wird er es nicht wieder gerade biegen, werde ich meine Entscheidung nochmal überdenken müssen, dachte ich kopfschüttelnd.

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro