Kapitel 15: - Root -
Nein, nein und nochmals NEIN. Das war nicht so geplant gewesen, wie sich Root das erhofft hatte. Wäre sie doch bloss im Bett geblieben. Doch alles Nörgeln half nichts, sie sass in der Tinte und so langsam ging ihr die Munition aus. „Es wäre wirklich schön wenn Du mir helfen könntest." sagte sie und schoss dann erneut auf einen der Männer, die sie hier festgesetzt hatten. Der Mann neben ihr – der Übrigends die Nummer war, die sie Harold vor etwa 5 Stunden abgenommen hatte – schlug sich die Hände über den Kopf und jaulte: „Wie soll ich Ihnen denn helfen? Ich hab nicht mal eine Waffe." wimmerte er und Root schüttelte Augenrollend den Kopf: „Ich mein doch nicht Sie!" blaffte sie ihn genervt an und seufzte. „Wie sind Sie nur an die Mexikanische Mafia gelangt?" fragte sie den Mann, der sich wie ein kleiner Junge verhielt und nun nicht mehr ganz so attraktiv war, wie sie zu Anfang gedacht hatte. Denn vor 5 Stunden hatte sie ihn in einer Bar gefunden und da war er noch ein Mann gewesen. Nun war er nicht mehr als ein Häufchen Elend und schrie wie ein kleiner Junge nach seiner Mama. Aber so war das halt, nicht alle Kerle, die gut aussahen, gross und erfolgreich waren, waren auch automatisch Helden in Kampfsituationen. Nun, Root wusste schon warum sie sich mehr zu dem weiblichen Geschlecht hingezogen fühlte. Frauen handhabten Situationen nun mal ganz anders. Gut, auch hier gab es Ausnahmen und nicht alle Frauen waren wie Sameen. Bei dem Gedanken an Sameen wurde Root etwas wärmer um die Magengegend herum. Aber sie hatte keine Zeit sich ihren Tagträumen hinzugeben, schliesslich stand sie hier unter schweren Beschuss und hatte nun nur noch ein Magazin, das sie gerade in der Hand hielt. „Na Klasse..." seufzte sie und nervös lachend setzte sie hintendran: „Falls Du nicht allzu sehr Beschäftigt bist... wollte ich nur kurz erwähnen, dass ich gerade mein letztes Magazin in den Händen halte." Root lud ihre Waffe durch und schoss aus ihrer Deckung heraus. Ein Aufschrei verriet ihr, dass sie jemanden erwischt hatte.
Jedoch bezweifelte sie, das ihr Opfer tot war, denn es wurde immer noch gnadenlos auf sie gefeuert. „Es wäre also wirklich schön, wenn Du uns hier raus helfen könntest... Bitte?" verzweifelt atmete sie durch und biss sich auf die Unterlippe. Für einen klitzekleinen Moment hielt der Kugelhagel inne und Root rutschte so nah an die Kante, wie nur Möglich. Doch alles was sie sah, waren dunkle Gestalten in der Sackgasse in der sie sich befanden. Dann schlugen die Kugeln erneut ein und sie wich zurück hinter die Schützende Wand aus Metall. „Bitte..." flüsterte sie und schloss kurz die Augen. Sollte das hier wirklich ihr Ende sein? Nein, verdammt noch mal. Sie hatte immer noch nicht Sameen ihre Liebe gestanden. Und sie hatten sich nur ein einziges Mal geküsst. Und das war eine Ewigkeit her. Seit dem war die gefühlskalte Frau ihr so gut es ging aus dem Weg gegangen. Aber Sameen hatte ja auch einiges durch machen müssen, wie Root später herausgefunden hatte. Dennoch, es wurde totgeschwiegen und nun... nun sah es ganz danach aus, als o sie in dieser schäbigen Seitengasse sterben würde, mit einem weinerlichen Kerl an ihrer Seite und nicht der Frau, die sie liebte. Verdammt noch mal. Sie zog ihr Handy hervor und gab eine Nachricht ein. Während ihr die Kugeln um die Ohren flogen tippte sie und löschte wieder die Zeilen um sie erneut zu schreiben. Dann las sie es sich durch... 'Meine geliebte Sameen. Falls ich jetzt hier draufgehen sollte, sollst Du wissen, dass ich Dich Liebe. Root. ' Konnte sie das so abschicken? Das Zischen der Kugeln bestätigte ihr ein eindeutiges JA. Ihr Daumen schwebte über der Aufschrift Senden. Sie betrachtete ihre Waffe und dann wieder das Handy. Jetzt oder nie.
Ihre Haut berührte fast den Touchscreen, als eine Stimme durch die Gasse rief. Die Stimme eines Engels. Ihres Engels: „Hey, bist Du noch am Leben?" Erleichtert seufzte Root auf und ihr fiel buchstäblich ein Stein vom Herzen. Sie löschte alles und steckte das Handy weg, dann stand sie auf und zog den Kerl am Kragen hoch: „Na, los. Kommen Sie. Es ist vorbei." sagte sie ihm und wie ein braves Hündchen folgte er ihr. Sameen stand mit ihrer Waffe leicht breitbeinig da und Fusco legte gerade Handschellen an einem der sich am Boden krümmenden Männer. „Ich war noch nie so froh darüber die Polizei zu sehen." meinte Root und kam mit einem breiten Grinsen auf Sameen zu. „Guten Abend Lionell, danke für Ihre und Shaw's Hilfe." Sameen rollte mit den Augen: „Ich durfte nicht ein Mal scharfe Munition benutzen." beschwerte sich diese und Root lachte. „Nur diese blöden Gummigeschosse." schmollte Sameen und Root schüttelte den Kopf: „Oh, wie schrecklich. Aber als Hüterin des Gesetzes musst Du Dich an die Regeln halten meine Liebe." Schnurrte Root und flüchtig strich sie der dunkelhaarigen Schönheit über den Arm. Diese zuckte kurz zusammen und versteifte sich, was Root nun traurig lächeln liess. „Das ist Übrigends Oliver Collins." stellte Root den Mann vor, der noch immer wie ein kleiner Junge da stand und sie musste erneut mit den Augen rollen. „Er ist jetzt euer Problem." meinte Root und wollte gerade losgehen als sie von Sameen am Arm gepackt und zurückgezogen wurde: „Wo denkst Du willst Du jetzt hin?" meinte die dunkelhaarige und Root sah sie amüsiert an: „Mein Job ist hier fertig." sagte sie nur Schulterzuckend und Sameen schnaubte: „Du musst eine Aussage auf dem Revier machen." sagte Sameen und Root blickte auf die Hand, die sie fest im Griff hatte: „Willst Du mich etwa verhaften?" schnurrte Root und Sameen riss panisch die Augen auf, als ihr klar wurde, was für eine Anspielung Root hier gerade gemacht hatte.
Sameen schluckte kurz und hatte sich dann sofort wieder unter Kontrolle: „Darauf stehst Du doch nur wieder. Na los, verschwinde bevor ich es mir anders überlege und die Verstärkung hier eintrifft, denn eure kleine Schiesserei hat das halbe Revier bestimmt schon mitbekommen und bevor Dich noch jemand sieht..." den Rest sprach sie erst gar nicht aus, liess Root's arm los und drehte sich von ihr weg. Root blickte milde lächelnd zu Sameen zurück, noch einen blöden Spruch auf den Lippen, den sie sich allerdings verkniff. Seufzend ging sie los und tauche in der Menschenmasse unter. Sameen blickte sich um und musste leider zugeben, das Root wirklich gut war, denn sie konnte die Frau nicht mehr ausmachen. Sie seufzte und spürte die Vibration ihres Handy's. Lionel hatte alles im Griff mit den Typen und so holte sie es schnell hervor. Sameen runzelte die Stirn. Die Nachricht war von Root. Sie sah sich noch ein Mal fragend um, doch von der Nervensäge war weit und breit keine Spur. Erneut wandte sie sich dem Bildschirm zu und drückte auf den kleinen Briefumschlag. Sofort poppte die Nachricht auf. 'Meine geliebte Sameen. Falls ich jetzt hier draufgehen sollte, sollst Du wissen, dass ich Dich Liebe. Root.' Sameen hielt den Atem an während sie das las. Wieder und wieder las sie die Zeilen, die da schwarz auf weiss standen. „Hey, Frischling, willst Du mir hier nicht langsam mal zur Hand gehen?" meinte Lionel und beinahe hätte Sameen ihr Handy los- und damit fallen gelassen. „Ja, 'tschuldige." murmelte Sameen und machte sich daran die weiteren Mitglieder mit Handschellen zu versehen. Ein ziemlicher Kloss steckte in ihrem Hals und ein leichtes ziehen breitete sich in ihrem Unterleib aus. ' ...sollst du wissen, dass ich Dich liebe...' - diese Worte geisterten ihr noch bis zum Revier durch den Kopf.
Und irgendwo weit weg in den Strassen von New York ging Root zu ihrer Wohnung und liess sich seufzend ins Bett fallen. Sie schrieb Harold noch schnell eine Nachricht, dass der Job erledigt war und vergrub ihr Gesicht in die Kissen. Warum musste alles nur so unglaublich kompliziert sein? „Root?" fragte die Stimme in ihrem Ohr. Ihre Freundin. Die Maschine. „Mhpf?" machte Root in das Kissen und bemühte sich erst gar nicht hoch zu kommen. „Du musst es ihr endlich sagen." meinte die Stimme und Root grummelte wieder. „Sag es ihr endlich. So kann das nicht weiter gehen zwischen Euch. Es liegen jetzt 1.460 Tage, 12 Stunden, 35 Minuten zwischen dem ersten und letzten Kuss zwischen Euch." Es war verdammt nicht einfach mit einer Maschine befreundet zu sein. „Besserwisserin." grummelte Root und murmelte sich in die Decke. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, würde sie denken, dass die Maschine aufgeseufzt hätte. Doch das konnte ebenso gut auch nur ein leises Rauschen in der Leitung gewesen sein. Egal, sie wollte nur noch eines: Schlafen. Denn in ihren Träumen waren sie und Sameen ein Paar. Und wenn sie es schon im Realen leben nicht waren, wollte Root wenigstens in ihren Träumen dieses Happy End für sich haben...
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A/N: Ich weiss, heute ist nicht der 18. Dez. Aber da wir den 3. Advent haben, dacht ich mir ich Upgrade heute schon mal ;)
Nächstes Update ohne Gewähr.
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