Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

• 69 •

Harry

Vielleicht blieb die Zeit kurz stehen, vielleicht hörte aber auch mein Herz für einen Moment auf zu schlagen. Wahrscheinlich war es nichts von beidem, aber, als was auch immer mich betäubte wieder aussetzte, spürte ich meinen rasenden Herzschlag bis in die Fingerspitzen.

Vergeblich versuchte ich die Worte zu erfassen, die Louis ausgesprochen hatte, aber sie schienen sich mir zu entziehen, als flüchteten sie in eine andere Dimension.
Ich fühlte mich, als müsste mein Gehirn sich übergeben.

»Harry?« Louis sah mich besorgt an, ich erkannte, dass beide seiner Hände bereit waren, sich um meine Hüfte zu schließen, sollte ich umkippen. »Geht es dir gut?«

Nein. Nein, es ging mir nicht gut.
Ich spürte die Tränen sich in meinen Augen sammeln. Louis liebte mich.

Schuld breitete sich wie ein schnell tötendes Gift in mir aus. Ich hatte ganz einfach noch nicht so weit gedacht. Oder gelebt. Gefühlt.
Bei uns war alles schnell gegangen, schnell von unserem ersten Kuss an. Das war niemals etwas schlechtes gewesen, nur eine Bestätigung. Aber ich hatte noch nicht über eine Betitelung von tieferen Gefühlen für Louis nachgedacht. Es war einfach richtig, es waren Louis und ich.

Ich schluckte, als könnte das irgendetwas in mir aufklären. »Louis, es tut mir so leid.« Krampfhaft versuchte ich, nicht zu blinzeln, um die Tränen am Fallen zu hindern.

Louis schüttelte energisch den Kopf, und ich wünschte mir, er hätte so viel mehr in seinem Leben. »Nein, Harry, hey, es ist alles okay!«

Ich schüttelte meinen Kopf energischer als er es getan hatte. »Bitte, Louis, hör mir zu. Ich versuche- ich kann versuchen... Ich fühle mich so schlecht, Louis. Bitte, bitte glaube nicht, dass ich dir wehtun will oder du mir nicht ernst bist. Ich kann das jetzt nicht zu dir sagen, ich weiß nicht, ob es stimmt. Und du bist der allerletzte Mensch, der es verdient, über Liebe angelogen zu werden.« Liebe. Das Wort hörte sich so verräterisch an, wenn ich es nicht so aussprach, wie Louis verdiente es zu hören. Ich hatte noch nicht einmal darüber nachgedacht, dass das, was ich für Louis empfand, Liebe sein könnte. Wie konnte ich nur so ungerecht sein? Louis gestand mir seine Liebe, und ich hatte noch nicht mal einen Gedanken an Liebe verschwendet.

»Harry, ich verstehe das!« Louis legte allen Nachdruck in seine Stimme, aber es änderte nichts daran, dass ich mich wie ein Heuchler fühlte. »Glaub mir, wenn du in meinen Kopf hättest sehen können, als ich mich zum ersten Mal gefragt habe, wie ich weiß, dass...du weißt schon«, ich wusste, dass er es nicht aussprach, damit ich mich nicht noch schuldiger fühlte, »alles hier oben war irgendwie plötzlich komplett durcheinander.« Er zeigte auf seinen Kopf, um seine Worte zu unterstützen. »Ich kann es vielleicht nicht genau erklären, Harry. Aber ich verstehe, dass du Zeit brauchst, um dir klar zu werden. Ich habe es geschafft, also kannst du es auch. Du musst verstehen, dass es keine Pflichten für dich gibt, und keine Fristen. Ich kann warten.«

Ich hasste es, dass Louis so verständnisvoll war. Es gab mir das Gefühl, als wäre alles okay. Als wäre es nicht das schlimmste, was einem überhaupt passieren könnte, wenn man seine Liebe gestand, und die Worte nicht erwidert wurden.

Wie war es möglich, dass Louis mit dieser Situation besser umging als ich? Ich realisierte, wie unfair das für Louis war. Er war es, den die Ungerechtigkeit traf, ich sollte es ihm nicht noch schwerer machen. Also zwang ich mich zu nicken.

»Danke, Louis.«

Er nickte sichtlich erleichtert. »Wir haben die Zeit, zu warten, Harry. Und ich werde warten. Das verspreche ich dir. Das einzige, was du nicht vergessen darfst, ist, dass ich dich verstehe, und alles gut ist, solange du dir selbst ebenso die Zeit lässt.«

Seine Worte schienen zu lindern, was nicht gelindert werden sollte. Wenn ein schlechtes Gewissen seine Kraft verlor, verlor das Richtige an Bedeutung. Louis wollte nicht, dass ich mir Vorwürfe machte. Aber ich wusste, dass es falsch wäre, sie zu ignorieren.

Und doch hatte er recht. Wir konnten nichts anderes tun, als uns Zeit zu nehmen. Wenn es Zeit war, was ich brauchte, dann stand es in unserer Macht, den Gefühlen zu folgen. Und ich wusste, dass Louis warten würde. Ich war das Problem, wieder einmal.

»Louis, ich weiß, dass du warten kannst. Aber bitte, du musst ebenso wissen, dass ich dich auf keine Probe stelle. Ich will dich nicht ausnutzen, und ich werde daran arbeiten, meine Gefühle so schnell wie möglich einordnen zu können. Du darfst niemals glauben, dass ich dich warten lassen will, oder irgendetwas in der Art.«

»Hey, hey«, beschwichtigend legte Louis seine Finger auf meinen Unterarm, »das weiß ich doch.« Er griff jetzt nach meiner Hand und sah mir mit einem der Blicke in die Augen, die man erwidern musste. »Ich vertraue dir, Harry.«

Ich zögerte keine Sekunde mit der Wahrheit. »Ich vertraue dir, Louis.«

Und zum ersten Mal seit Louis die drei Worte ausgesprochen hatte, lächelte er sanft. Zwar hasste ich mich dafür, dass ich derjenige gewesen war, der sein Lächeln überhaupt erst zu Fall gebracht hatte, aber immerhin war es jetzt wieder da.

Natürlich wusste ich, dass ein ›Ich vertraue dir‹ kein ›Ich liebe dich‹ war, aber es war ein Anfang, und vielleicht die wichtigste Voraussetzung. Ich bräuchte nur ein bisschen Zeit, um auch dem Rest meiner Gefühle Namen zu geben. Und Louis verdiente es, dass mir das so schnell wie möglich gelang.

»Also gut, Harry. Mach dir keine Vorwürfe, ja? Du konntest diesen Zeitpunkt so wenig kontrollieren wie ich.« Er drückte meine Hand und ließ sie dann los. »Aber weißt du, welchen Zeitpunkt wir kontrollieren können? Den, wann wir Niall von der Liam-Wache ablösen. Den haben wir zwar schon ziemlich überzogen, aber wahrscheinlich sollten wir gerade deswegen jetzt mal wirklich zurückgehen. Ja?«

Ich nickte, sah ein letztes Mal auf den See, und drehte mich dann zusammen mit Louis in Richtung des Internats. In weder langsamem noch schnellem Schritt machten wir uns auf den Rückweg dorthin.

Der gleichmäßige Schritt vermochte es aber nicht, Ruhe in das Chaos in meinem Körper zu bringen. Ich konnte noch immer nicht fassen, dass ich Louis so enttäuschen musste. Das schlechte Gewissen schrie noch immer innerhalb meines Kopfes.

Zum ersten Mal wünschte ich mir, ich wüsste, wie Louis' Gedanken aussahen. Wie viel Schuld schrieb er mir zu; wie verletzt war er; was konnte ich jetzt tun, damit er sich besser fühlte? Abgesehen davon, so schnell es ging zu erwidern, was Louis fühlte.

Plötzlich traf mich die Realisation der Situation wie ein Schlag. Meine Füße stoppten in ihrer Bewegung, genauso tat es der Rest meines Körpers. Es war, als wären all meine Gehirnverbindungen gekappt worden.

Louis bemerkte es erst, als er schon fast zehn Meter zwischen uns gebracht hatte. Verwirrt blieb er stehen und wandte sich zu mir um.

»Harry?« Seine Stimme klang verloren und besorgt gleichzeitig. »Alles okay?«
Schnell kam er zu mir zurück, sah mich durchdringend an, als würde ihm das Antworten verschaffen. Aber in meinem Kopf gab es nur eine einzige Frage.

»Ehrlich?« Ich hörte mich so absolut ungläubig an, wie ich mich auch fühlte. Verzweifelt nach einer Antwort. Aber Louis sah mich nur verständnislos an. »Es ist wahr?«, setzte ich also hinzu.

Jetzt zeichnete sich Louis' Gesicht weicher, es leuchtete auf, als er verstand. Dann nickte er, und lächelte überwältigend. In mir brach irgendetwas ein. Alles wurde von verführerischer, unbeschreiblicher Wärme durchflutet.
Louis wartete, bis ich wieder sprach.

»Bitte«, meine Stimme war nicht weit davon entfernt zu brechen, aber trotzdem klang sie vorsichtig, als könnte ich es trotz Louis' Bestätigung noch immer nicht ganz glauben, »sag es.«

Jetzt begann Louis zu strahlen, und ich fühlte das Lächeln auch an meinen Mundwinkeln ziehen.

»Ich liebe dich, Harry.« Er beobachtete, wie ich mir ehrlich lächelnd auf die Unterlippe biss. »Ich liebe dich.« Das hier konnte doch nicht einfach so wahr sein.

Ich steckte all meine Anstrengung darin, nicht zu weinen. Ich durfte mich nicht noch mehr überwältigen lassen. Louis liebte mich. Verständnislos haftete ich meinen Blick an Louis' Lippen, und er schien zu verstehen.

»Ich liebe dich, Harry.«, sagte er nochmal, und ich wusste, dass es ihm so viel bedeutete, es zu sagen, wie für mich, es zu hören. Ich versuchte so sehr ich konnte, zu begreifen, wie viel das bedeutete. Liebe.

Louis beugte sich vor und küsste zärtlich meine Lippe aus den Fängen meiner Zähne. Atmen war nichts, das ich noch regelmäßig beherrschte, aber es spielte auch keine Rolle. Ich war so glücklich. Louis machte mich glücklich.

»Ich liebe dich.«, flüsterte er, als er eine Hand an meine Wange legte, seine Lippen noch auf meinen. »Ich liebe dich.«

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro