
In den Katakomben (Teil 2)
(Romans P.o.V)
Wir irrten schon seit gefühlten 10 Minuten durch diese Katakomben ähnlichen Gemäuer und mich ließ das Gefühl nicht los, dass irgendetwas anders war als sonst.
Ich wusste nicht was es war, aber eins wusste ich...es machte mir Angst.
Die Wände färbten sich immer mehr ins Schwarze je weiter wir vordrangen, nur einzelne Malereien erfüllten die Gemäuer mit fröhlichen Farben.
Still sah ich zu meinem Kumpel rüber, der in Gedanken versunken seinen Blick gen Boden richtete.
Er spürte wohl, dass ich ihn beobachtet hatte, schellte seinen Kopf in meine Richtung und durchbohrte mich mit seinen leuchtend grünen Äuglein, die einen Hauch von Verwirrung in sich trugen.
Meine Wangen erhitzten sich leicht und ich lächelte ihn sanft an.
Er gab mir dieses Lächeln ebenfalls zurück und mir wurde aus unerklärlichen Gründen warm ums Herz.
Ich wandte meinen Blick wieder zum gefliesten Boden, der schon Risse in sich trug, als ich urplötzlich auf einem glitschigen Algenhaufen ausrutschte und am Boden aufklatschte.
"Aua...", stöhnte ich immer noch am Boden liegend.
Flo dagegen stand einfach nur da und sah mich belustigt an.
"Bist du ausgerutscht?", fragte er, fast dem Lachen zu Mute.
"Nein, ich wollte nur den Boden umarmen. - Hab dich auch lieb Boden", antwortete ich anfangs sarkastisch und tätschelte den leider überhaupt nicht weichen Boden.
Er fing an zu kichern und ich sah ihn künstlich beleidigt an.
"Na Roman? Wann habt ihr vor zu heiraten? Wie werden deine und Bodens Kinder heißen?"
Ich schenkte ihm einen legendären Dein-Ernst?-Blick.
"Jajaja....die heißen dann Bodi, Rocky, Kleinstein und Albert...und Albert wird ein Stein", alberte ich herum.
Stille.
Wir starrten uns nur unentwegt in die Augen, als würden wir einen Starrwettbewerb abhalten.
Plötzlich fing Flo an zu schielen, einen Fischmund zu ziehen und mit den Händen Fischflossen darzustellen.
Ich prustete laut los.
Es sah so mega bescheuert aus, dass ich einfach nicht anders konnte als loslachen und ich steckte ihn mit meinem Lachen sofort an, sodass wir beide am Boden herumrollten.
Dann fiel mir plötzlich etwas Wichtiges ein, was unbedingt erwähnt werden musste...
"Hey, Flo..."
"Hm?"
"Stellst du dir manchmal vor, wie es wäre ein fliegendes Schnitzel zu sein?"
"Nein, ich stelle mir nur manchmal vor, wie es wäre eine Nachtschnecke zu sein...wie Lars."
Ich seufzte.
"Fragst du dich nicht auch, was Lars gerade so macht?", startete ich das nächste Gesprächsthema.
Er nickte.
"Glaubst du, dass er auch hierher gebracht wurde, wie wir?"
Er zuckte nur kurz mit den Schultern.
"Ich hoffe nicht, sonst könnte ihm schon etwas Schlimmes zugestoßen sein oder er irrt alleine durch die Gegend und sucht uns..."
Ich seufzte und stand auf.
Flo tat es mir gleich und wir setzten unseren Weg fort.
"Hoffentlich finden wir bald den Ausgang", dachte ich und schritt voran.
(Yukis Sicht)
Ich kickte gerade einen kleinen Stein, der vor meinen Füßen lag, weg und blickte in den gerade aus gehenden Gang.
Ein Fitzelchen von Lichterschein konnte man entdecken, der von der ersten Rechtskurve entsprang.
Oh Gott endlich! Da vorne musste der Ausgang sein!
Ich rannte den Gang entlang und betete inständig, dass ich endlich raus aus diesem Rattenloch kam.
Meine Schritte hallten durch die Gemäuer und verströmten so ein unwohles Gefühl.
Ich war alleine...oder war ich das gar nicht?
Ich fühlte mich gerade wie in einem Horrorfilm.
Wetten, dass hinter der nächsten Ecke ein Monster saß, welches mich umbringen würde?
(Ok die Wette gilt! Wenn ich gewinne krieg ich 'nen Schokokeks!)
Ich bog rechts ab und sah nichts.
Gar nichts!
Das Einzige was ich sah war ein riesiger, einem Pool ähnelnden Fluss aus Lava, Honig oder irgendeinem anderen gelblich leuchtenden Zeug.
Da ich eindeutig zu faul war, um durch diese Masse zu laufen beziehungsweise mich vorsichtig zur anderen Seite zu begeben benutzte ich meine, nun wieder nutzbaren, Zauberkräfte und ließ so eine pastellfarbene Glasbrücke erscheinen, die ich nun lässig überquerte.
Plötzlich hörte ich ein komisches zischendes Geräusch.
Nervös schwankte ich den Kopf hin und her in der Hoffnung den Verursacher ausfindig zu machen.
Kaum eine Sekunde später schlängelten drei riesige giftgrüne Schlangen auf mich zu.
Mein erster Gedanke war:
"Oh wie süüüüüüüß die sind!"
Mein zweiter dagegen war:
"Mami....HILFEEEEE!!!!Ich kack mir gleich in die Hose!"
Ich wurde gegen die steinerne, schon von Moos bewachsene, Wand gedrängt und meine riesige Angst stieg wieder empor.
Die Reptilien schienen aus unerklärlichen Gründen aggressiv geworden zu sein und wollten mich mit ihren langen spitzen Zähnen aufspießen und mich eventuell später noch bei einem hübschen Lagerfeuer braten, während sie das Lagerfeuerlied zischten.
In all der Panik ergriff ich jedoch die Initiative und feuerte einen weiß glitzernden Magieball auf sie ab, der die Schlangen für einige Zeit betäubte.
Doch bevor ich irgendetwas anderes tun konnte aktivierte ich wohl aus Versehen einen Mechanismus, der die Wand dazu brachte sich umzudrehen und mich so in einen anderen Raum verfrachtete.
Alles war dunkel und meine Nervosität stieg.
Ich war allein. Allein...war ich das wirklich?
In dieser Dunkelheit konnte ich nämlich ein leises Atmen wahrnehmen.
Was zum doritoförmigen Bill war hier los?! Wurde ich verrückt oder was?!
Obwohl...ich war das schon immer...
Sanft und ohne jenen Mucks schlich ich mich durch den dunklen Raum, ich kam aber nicht weit und krachte nach ungefähr drei Schritten gegen etwas.
Sofort entfachte ich ein kleines Flämmchen auf meinem pink leuchtenden Finger und erleuchtete so meine Umgebung.
In dem warm leuchtenden Schein des Feuers erkannte ich eine kleine Gestalt.
Ok was hieß hier klein? Diese Gestalt war vielleicht um 2 bis 3 cm größer als ich!
Mein musternder Blick wanderte von den Beinen der Gestalt bis hin zum Gesicht bis ich schließlich stockte.
Es war ein Mensch, ein Mensch wie ich. Okay, ein richtiger Mensch war ich jetzt ja doch nicht, da ich, als ich diese Welt betrat, in eine Mangaform gesteckt wurde und Zauberkräfte bekam.
Aber jedenfalls war diese Person keine mit Antibiotika vollgestopfte Melone und kein spongebobsüchtiger Enderman.
"Hi!", winkte mir die Person lächelnd zu.
"Uhhhh, hi?", gab ich schnell zurück und wandte meinen Blick wieder in das Gesicht dieser Person.
Jetzt erst bemerkte ich, wie familiär mir dieses Gesicht vorkam und wie schnell sich ein rötlicher Schein auf meine Wangen und meine legte.
Es war ein Junge in meinem Alter, doch ich war mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich ihn wirklich kannte, oder ob ich ihn mit jemandem verwechselte.
"Ähhh, ich bin Yuki und du bist wer?"
"Mein Name ist, uhm....", er blickte angespannt durch den dunklen Raum, "F-Finn!"
Hm...er hieß also Finn.
Interessanter Name würde ich sagen.
Aber was machte er denn hier?!
Warum war er hier?!
Warum saß er überhaupt hier drinnen, wie ein trauriger Winnie Puuh, dem sein Honig geklaut wurde?
Konnte er nicht einfach zuhause bleiben?
"Ähh, ja..tja, ich muss jetzt weiter! Willst du mitkommen? Alleine im Dunkeln sitzen kommt mir etwas deprimierend vor..."
"Damn it, Yuki!", schimpfte ich in Gedanken, packte Finn bei der Hand und schleifte ihn aus dem dunklen Raum, in dem er sich aufgehalten hatte.
Mein leuchtender Finger, der mir meine magische Flamme ermöglichte, füllte unsere Umgebung mit Licht.
Mann...ich hoffte inständig, dass wir bald draußen ankamen.
Ich hatte echt keinen Bock mehr, noch länger hier zu bleiben.
•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○•○
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro