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Kapitel 52

Ich sehe ihn fassungslos an. »Wir? Wie wir das gegen die Wand gefahren haben?!«, rufe ich aus.

Wütend schnellt Sten zu mir herum. Die kühle Selbstbeherrschung, mit der ich ihn kennengelernt habe, ist dahin. Seine dunkelblauen Augen gleichen nun den unheimlichen Tiefen des offenen Meers bei Nacht.

Mit gefährlich ruhiger Stimme sagt er: »Du willst die Verantwortung für dieses Desaster doch nicht vollständig bei mir abladen?«

Ich schnaube. »Natürlich nicht. Aber von einem Wir zu sprechen, wenn es darum geht, was zu dem Scheitern unserer Freundschaft – oder was auch immer das hier ist – geführt hat, finde ich sehr unfair.«

»Du hast mich belogen.«

»Habe ich! Ja! Und weißt du, was ich auch gemacht hab?« Ohne seine Antwort abzuwarten, sage ich: »Als es mit uns ernst geworden ist, habe ich dir sofort alles erzählt. Die ganze hässliche Wahrheit! Und du privilegierter Arsch konntest keinen Funken Empathie für meine Notlage aufbringen oder warum ich nicht in der Lage war, mich dir von Anfang an anzuvertrauen! Himmel, ich kannte dich doch kaum, egal wie gut wir uns verstanden haben!«

Stille legt sich über uns. Ein Seitenblick verrät mir, dass Sten wieder seine kalte Maske angelegt hat. Doch in seinen Augen erkenne ich... Schmerz? Betroffenheit?

»Du hast dich so in deinem eigenen selbstgerechten Leid gesuhlt, dass du nicht eine Sekunde versucht hast, mich zu verstehen. Wirklich zu verstehen!«, spucke ich bitter aus.

»Wie kannst du es nicht nachvollziehen, dass ich verletzt war, verdammt nochmal?!«, braust er plötzlich auf. Frustriert knurre ich. »Natürlich kann ich das nachvollziehen! Ich habe es schon damals verstanden! Aber du bist nie über diesen Punkt des Verletztseins hinausgekommen und hast mich stattdessen spüren lassen, wie absolut unverzeihlich das, was ich getan habe, war, anstatt an einer echten Lösung zu arbeiten!«

»Vielleicht ist es einfach nicht möglich, über diesen Punkt hinauszukommen! Vielleicht ist es unverzeihlich!«, ruft Sten jetzt.

Ich werfe die Arme in die Luft. »Okay, was genau machen wir dann eigentlich hier? Was machst du hier?« Keine Antwort. Natürlich.

Resigniert fahre ich mir übers Gesicht. Als von ihm nichts mehr kommt, rede ich weiter: »Du musst dich ein für alle Mal entscheiden: Kannst du mir meinen anfänglichen Fehler verzeihen oder nicht? Wenn du das nicht kannst, musst du mich gehen lassen. Und zwar endgültig.«

»Ich will dich aber nicht gehen lassen!«, entfährt es ihm auf einmal heftig. Ich starre ihn an. Er starrt mich an. Schweigen erstreckt sich zwischen uns, lauter, als jedes Wort je sein könnte. 

»Okay... was war das?«, frage ich gedehnt. Natürlich bekomme ich keine Antwort. Sten blickt nur wie versteinert in die Ferne. »Ich habe dir eine Frage gestellt...«, setze ich an.

»Ich weiß, verdammt nochmal«, erwidert Sten in gefährlich ruhiger Tonlage, meidet meinen Blick aber immer noch. 

Ehrlich? Ich erwarte wirklich nicht mehr, dass ich noch ein einziges Wort von diesem Mann zu hören bekommen werde...

Doch dann überrascht er mich. 

»Ich bin nicht ich selbst in letzter Zeit...«, beginnt er. Was du nicht sagst. »... und dafür möchte ich mich entschuldigen, bevor ich dir erzähle, was in mir vorgeht. Also...«, er sieht mir in die Augen, »... es tut mir leid, Florentina. Ich habe einige Dinge gesagt und getan, auf die ich nicht stolz bin und das hat zu einem sehr großen Teil nichts mit dir und alles mit mir zu tun.«

Erstaunt blinzele ich, fast zu verängstigt eine plötzliche Bewegung zu machen, um diesen Fiebertraum hier nicht zu unterbrechen. 

Nur, dass das hier kein Fiebertraum ist. 

All die Zeit, die ich allein mit meinem Herzschmerz verbracht und mich einerseits nach Sten gesehnt, ihn andererseits in meinen Gedanken verwünscht habe... und jetzt das. Er entschuldigt sich. Übernimmt Verantwortung. 

›Aber was, wenn es zu spät ist?‹, flüstert eine zaghafte Stimme in mir. 

Stens uncharakteristisch schwerer Seufzer katapultiert mich zurück ins Hier und Jetzt. »Ich habe mich teils echt unreif und falsch verhalten. Das, was ich heute zu dir gesagt habe, war einfach... nicht in Ordnung. Das genaue Gegenteil von in Ordnung, um die Wahrheit zu sagen.« Er hält inne und scheint zu überlegen, wie er weitermachen soll. 

Schließlich scheint er die richtigen Worte in seinem Kopf geformt zu haben und sagt: »Ich verstehe, wenn du mir das nicht verzeihen kannst. Ich möchte, dass du weißt, dass ich so nicht über dich denke und auch zu keinem Zeitpunkt gedacht habe. Ich habe meinen Frust und meine eigenen Unsicherheiten auf dich projiziert und... das tut mir schrecklich leid.«

Ich möchte irgendwas darauf sagen. Doch mir fällt einfach nichts ein. Mein Kopf ist absolut, vollkommen leer. 

Er fährt fort: »Ich glaube, ich habe... nie richtig gelernt, angemessen mit Überforderung umzugehen. Arbeit war für mich immer die beste Möglichkeit, Stress abzubauen. Workouts auch, aber in erster Linie ist es die Arbeit. Ich...« Kurz zögert er. »Ich weiß, dass das ungesund ist. Und sehr verantwortungslos, auf lange Sicht. Vor allem, wenn mein Verhalten andere Menschen negativ beeinträchtigen kann. Bisher war da nur niemand.« 

Ich bin mir ziemlich sicher, Sten noch nie so lange am Stück reden gehört zu haben. 

»Es gab schlicht keine Person in meinem Leben, die irgendwas davon zu spüren bekommen hat. Zumindest in den letzten paar Jahren nicht. Mein Vater...«, seine Stimme versagt und er räuspert sich. »Die Sache mit meinen Vater hat mich einiges gelehrt. Natürlich hat mich die Nachricht, dass er an Krebs erkrankt ist, völlig am Boden zerstört. Doch auf einmal hat es nicht mehr funktioniert, ins Büro zu gehen und zu arbeiten, immer mehr zu arbeiten, bis es wieder hell und dann erneut dunkel wurde draußen.«

Er fährt sich übers Gesicht. »Nichts hat mehr funktioniert. So bin ich mit diesem ganzen Ballast durch die Gegend gelaufen, nicht in der Lage zu erkennen, dass ich Hilfe brauche. Dass ich nicht mehr so weitermachen kann, wie bisher.« Ein tiefer Seufzer. »Ich habe dich verletzt, weil ich nicht verantwortungsvoll mit meinen Gefühlen umgehen kann. Dafür möchte ich mich nochmal entschuldigen. Es tut mir leid.«

In mir toben viele verschiedene Gefühle, doch mein Kopf ist leer, nach wie vor. Es brodelt in mir, doch ich bin schlicht nicht in der Lage irgendwas davon zu verbalisieren. 

»Ich denke, es ist das Beste, wenn ich jetzt gehe. Leb wohl, Florentina.«

So schaue ich also stumm zu, wie Sten aufsteht und meine Wohnung verlässt. 


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