18. Kapitel
Hi. Puh. Ein Jahr kam kein Kapitel mehr. Sorry. Ich hab mich mehrmals hingesetzt und wollte das Kapitel zu Ende schreiben, aber es hat sich nie richtig angefühlt. Jetzt hatte ich endlich mal wieder richtig Lust auf die Story und hab das Kapitel fertig geschrieben. Ich kann nicht versprechen, dass regelmäßig Kapitel kommen, aber ich habe mir geschworen, die Geschichte auf jeden Fall zu Ende zu schreiben! Jetzt erstmal viel Spaß mit dem 18. Kapitel :)
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"Na, wie war's?", fragt Hermine, die von ihrem Buch aufsieht, als ich in den Gemeinschaftsraum zurückkehre. Sie, Harry und Ginny sind die einzigen, die noch im Gemeinschaftsraum sind. Ginny rückt zur Seite, um mir auf dem Sofa Platz zu machen.
Ich lasse mich darauf fallen und starre wütend ins Feuer. "Der absolute Horror. Snape halt. Hat mich einen Aufsatz schreiben lassen, warum man Jungs nicht anschauen sollte, wenn man Hausaufgaben macht. Habe Jake in der Bibliothek angeblich zu lange angeschaut." Und das ist nur die halbe Wahrheit von dem, was passiert ist.
Harry schnaubt. "Was zur Hölle? Was ist los mit ihm? Nur weil er verbittert ist und selbst niemanden abbekommt, soll er das doch nicht an seinen Schülern auslassen."
Jetzt heißt es wieder sehr vorsichtig sein, um nicht wieder versehentlich diese schlimmen Schmerzen auszulösen. Ich zucke mit den Schultern.
"Na ja, ist jetzt auch egal. Ich gehe morgen trotzdem zu dem Date mit Jake. Ich lasse mir das nicht kaputt machen."
***
Gesagt, getan. Am nächsten Tag, nachdem ich ausgiebig ausgeschlafen und im Bett gebruncht habe, mache ich mich fertig für das Date. Das Wetter draußen ist furchtbar - Wind und Schneeregen, ich muss mich warm anziehen und gleichzeitig möchte ich natürlich gut aussehen. Ich wähle einen dicken, grauen Oversize-Pullover, eine blaue Jeans, schwarze Boots und trage Make-Up auf, dann packe ich meine Tasche und mache mich auf den Weg nach unten.
Ich verabschiede mich von meinen Freunden, die im Gemeinschaftsraum sitzen und mir Hals- und Beinbruch für das Date wünschen - Ginny übertreibt mal wieder und sagt grinsend: "Wehe, du kommst ohne einen Kuss zurück". Ich verdrehe nur meine Augen und verlasse dann den Gryffindor-Turm.
Jake wartet unten in der Eingangshalle auf mich. Er sieht einfach umwerfenden in der Lederjacke mit Fell aus, dazu trägt er einen schwarzen Rollkragen-Pullover und schwarze Schuhe ebenfalls mit Fell. Ich registriere, dass sich einige Schüler:innen nach ihm umdrehen und kann nicht anders, als Genugtuung zu empfinden.
Als er mich die Treppe hinunter kommen sieht, breitet sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. "Hey Aurora", begrüßt er mich und zieht mich in eine Umarmung. Ich rieche sein Parfum, es riecht frisch, leicht minzig. Es riecht sehr gut. "Wie war das Nachsitzen gestern Abend? Ich hoffe, Snape war nicht zu schlimm zu dir?"
Wir machen uns auf den Weg nach Hogsmeade. Ich verziehe das Gesicht. "Ich musste einen Aufsatz darüber schreiben, warum man Jungs nicht anschaut, während man Hausaufgaben macht. Total dämlich."
Jake zieht die Augenbrauen zusammen. "Man könnte meinen, dass wir im Mittelalter sind und nicht im 20. Jahrhundert", sagt er, während wir nach draußen auf den Innenhof treten, um zur nach Hogsmead führenden Brücke zu gehen. Er zieht seinen Zauberstab und wirkt einen Zauber, der eine Art Wärmeblase um uns herum formt, sodass wir vor dem schlechten Wetter geschützt sind.
"Danke", sage ich mit einem Lächeln. So macht der Weg nach Hogsmeade definitiv mehr Spaß. "Und ja, genau das gleiche habe ich mir auch gedacht. Außerdem bin ich volljährig. Na ja, ich hab einfach einen Aufsatz runtergeschrieben und habe nun zumindest das erste Nachsitzen hinter mir. Apropos volljährig, wann hast du Geburtstag? Das will ich mir auf jeden Fall schon mal merken."
"Am 22. Mai und du?"
"Am 06. September. War dieses Jahr keine schöne Feier, bin die Treppe hinuntergestürzt und war paar Tage im Krankenflügel." Ich seufze und lasse meinen Blick über die Berge schweifen, als wir eine Steinbrücke überqueren. Gleich haben wir es nach Hogsmeade geschafft.
"Oh Mann, das tut mir leid, ausgerechnet an deinem großen Geburtstag", erwidert Jake und sieht mich voller Mitgefühl an, dann grinst er. "Ich konnte meinen 15. Geburtstag auch nicht wirklich genießen. Meine Eltern haben mir einen neuen Besen geschenkt und als ich mit meinen Cousins Quidditch im Garten gespielt habe, hat einer von ihnen mir einen Quaffel voll an den Kopf geknallt. War dann auch erst mal k.o."
"Ach Mensch! Wir haben es nicht so mit Geburtstagen, oder?!" Wir lachen und kommen von einem Gesprächsthema zum nächsten. Ich hätte gar nicht so aufgeregt sein müssen. Wir verstehen uns wirklich gut.
In Hogsmeade angekommen, schlage ich "The Owl's Nest" vor, mein Lieblingscafé, in dem ich oft mit Ginny und Hermine bin, nachdem wir shoppen waren.
"Bin dabei. Ich kenne mich hier ja noch nicht so gut aus, du weißt bestimmt viel besser, was hier gut ist", sagt Jake lächelnd.
"Wo warst du eigentlich vorher? An welcher Schule?", frage ich, als wir uns in dem gemütlichen, in lila und gold eingerichteten Café einen freien Tisch im hinteren Bereich suchen.
"Ich war in Beauxbatons, weil wir seit Sams Geburt in Frankreich gelebt haben. Und geplant war eben, dass ich mein letztes Jahr in Hogwarts mache, direkt ab September, wie ich schon erzählt hab an Halloween, aber da war noch nicht sicher, ob Sam überhaupt überlebt. Merlin sei Dank hat er das und kann bald auch in sein erstes Schuljahr starten. Er geht dann nach Beauxbatons", erzählt Jake und hängt seine Jacke über den Stuhl.
In dem Moment kommt eine Kellnerin zu unserem Tisch.
"Was kann ich euch bringen?", fragt die blonde Frau lächelnd und zückt einen kleinen Notizbuch. Sie ist relativ groß und schlank, und vermutlich nur ein paar Jahre älter als wir.
"Ich hätte gerne einen Latte Macchiato", sagt Jake. "Und einen dieser Erdbeer-Schokokuchen, den ihr in der Vitrine vorne habt, bitte."
Die Kellnerin - Lucy, laut Namensschild - nickt und wendet sich mir zu.
"Ich nehme bitte auch den Kuchen und einen Cappuccino, vielen Dank."
"Kommt sofort." Sie verschwindet wieder in den vorderen Teil des Cafés. Ich wende mich wieder Jake zu und setzen das Gespräch fort. Von seinem Bruder kommen wir zum Thema Familie und mein Herz wird schwer, als er nach meinen Eltern fragt. Aber da er mir von seinem Bruder erzählt hat, ist es nur fair, dass ich mich auch öffne.
"Das tut mir wahnsinnig leid, Aurora", sagt Jake mitfühlend, als ich die Geschichte mit der Chimära erzähle. "Niemand sollte so früh einen Elternteil verlieren. Aber hey, ich bin mir sehr sicher, dass dein Vater stolz auf dich wäre."
Eine Stimme in meinem Kopf denkt sich: "Sei dir da mal nicht so sicher. Was würde er dazu sagen, dass du Teil einer Prophezeiung mit Snape und Malfoy bist?" Ich ignoriere die Stimme so gut es geht, schließlich kann ich mit niemandem darüber reden, auch Jake nicht. Und ich möchte die ganze Sache wenigstens für einen Nachmittag vergessen, oder zumindest verdrängen.
"Ich hoffe es", murmle ich. "Lass uns bitte über was anderes reden, ja? Erzähl mir lieber, was du gerne so in deiner Freizeit machst."
Ich erfahre, dass er gerne sämtlichen magischen und nicht-magischen Sportarten ausprobiert ("Du musst unbedingt mal Bowling ausprobieren! Das ist mega cool, in London gibt es haufenweise Bahnen."), und ich erzähle ihm, dass ich gerne male und zeichne. Dann bringt die Kellnerin unsere Bestellung. Bei Kaffee und Kuchen (beides absolut köstlich) stellen wir fest, dass wir beide eine Faszination für Tierwesen haben, bei mir kommt es vermutlich von meinem Vater, der mich früher auf kleinere Expeditionen mitgenommen hat, zum Beispiel in eine Niffler-Auffangstation, wo ich gerettete Baby-Niffler bestaunen durfte.
"Leider hat mir Mama-Niffler dann meine Lieblingsglitzerkette geklaut, ich war echt verdammt traurig", erzähle ich. "Aber mein Dad hat mir danach ein Eis spendiert und gesagt, zu Weihnachten bekomme ich eine neue. Danach war ich dann wieder happy." Ich lächle, es ist eine liebevolle Erinnerung.
"Irgendwie süß, auch wenn es natürlich schade um deine Kette war"; sagt Jake und trinkt einen Schluck Latte Macchiato. "Dein Lächeln ist übrigens auch sehr süß." Er sieht mich intensiv an, sodass sich ein Kribbeln in meinem Bauch ausbreitet.
"Danke. Deins auch", erwidere ich verlegen. Puh. Ich bin etwas raus aus dem Dating-Game seit der Sache mit Cedric. Aber ich bin ehrlich, ich bin froh, endlich wieder mit jemandem anzubandeln, vor allem in diesen Zeiten. Und Jake...mit ihm fühle ich mich irgendwie super wohl.
Je länger wir in dem Café sitzen, desto mehr knistert es zwischen uns. Und ich liebe es. Auf dem Heimweg hat der Wind nachgelassen und nun schneit es richtig, es ist kein Schneeregen mehr. Die Schneeflocken tanzen im Licht der Laternen und auf halber Strecke zurück nach Hogwarts nimmt Jake meine Hand und bleibt stehen. Ich schaue auf zu ihm, mein Herz fängt an zu rasen. "Ich fand den Nachmittag sehr schön", murmelt er und streicht zärtlich eine Haarsträhne aus meinem Gesicht. "Würde ich gerne bald wiederholen." Sein Blick wandert zu meinen Lippen, dann zurück zu meinen Augen.
"Ich auch", flüstere ich und lehne mich ein wenig mehr zu ihm. Als er mich sanft küsst, fühlt es sich einfach nur zauberhaft an.
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