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48. Lilo

Wir saßen lange da, um genau zu sein, zwei Stunden und unterhielten uns. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging, Fred war eigentlich nicht der gesprächige Typ, aber wenn wir uns über Musik unterhielten, vor allem über seine, blühte er regelrecht auf. Gespannt lauschte ich ihm und war wie gefesselt. Ohne Frage, der Mann lebte seine Musik.

Schließlich mussten wir doch aufhören zu reden, denn er musste sich für die Show richten und ich musste Vito noch bewegen. Erst wollte ich ihn longieren, doch dann entschied ich mich um, und ließ ihn über Trabstangen und kleine Hindernisse frei springen. Eigentlich waren Andalusier ja keine Springpferde, aber höher als 50 Zentimeter ließ ich ihn auch nicht springen. Obwohl diese Rasse auch daraufhin trainiert werden konnten. Einige springende Spanier gab es schon, aber von Natur aus waren es eher Barockpferde. Jedenfalls förderte dies seine Beweglichkeit.

Als wir nach dem Training wieder ein bisschen herumalberten, ließ ich ihn aufrecht hinliegen und schwang ein Bein über sein Rücken. Vorsichtig ließ ich mich dann auf seinen Rücken sinken, als würde ich auf ihm reiten.

Jovito war zuerst irritiert, aber er vertraute mir genug, um am Boden liegen zu bleiben, was ich ihm hoch anrechnete. Liebevoll kraulte ich ihn und lobte ihn ausführlich mit der Stimme. Nach ein paar Minuten stand ich auch schließlich wieder auf und mein Hengst rappelte sich erleichtert vom Boden auf. Er schüttelte sich den Sand aus dem Fell und ich gab ihm einen Möhre. Dann brachte ich ihn wieder zurück in seine Box.

Auf der Suche nach etwas Essbarem, lief ich gerade über dem Hof, als ich ein bekanntes Gesicht ausmachte. Bei Fred stand eine ältere Dame, mit hellgrauem Haar und unterhielt sich lächelnd mit ihm. Irgendwo hatte ich das Gesicht doch schon einmal gesehen...

Angestrengt durchforstete ich mein Gehirn, bis ich schließlich die gesuchte Information wiederfand. Rocheforts Reich, ah ja... Wirbt ständig für Freds Musik... Stimmt! Mir kam die Erleuchtung. Es war Lilo! Natürlich. Dank ihr war ich ständig auf dem neuesten Stand, was meinen Lieblingskomponisten betraf. Ständig postete sie in den Facebookgruppen etwas von ihm. Für manche vielleicht etwas nervig, doch mich störte das nicht.

Sollte ich überhaupt hingehen und 'Hallo' sagen? Innerlich wägte ich meine Entscheidungsmöglichkeiten ab. Hunger gegen jemanden, den ich noch nie in meinem Leben persönlich kennen gelernt hatte, aber es gerne ändern würde. Mein Magen knurrte und ich entschied, dass Lilo warten musste. Sie würde nachher bestimmt auch noch da sein. Ich wusste, das war nicht nett, aber sie kannte mich ja auch noch nicht.

Ich sah die Beiden wohl zu lange an, denn Fred drehte sich plötzlich nach mir um. "Oh, hallo, Hanna.", grüßte er freundlich. Jetzt konnte ich sie wohl nicht mehr ignorieren. Also gab ich meinen Traum vom Mittagessen auf und gesellte mich zu den Zweien, die sich anscheinend gerade über ein hitziges Gesprächsthema unterhalten hatten.

"Hallo.", grüßte ich schließlich zurück, "Ça va?". "Oui, merci.", kam es fast synchron. "Das ist Hanna, das Mädchen, von dem ich dir vorhin mal erzählt hatte.", stellte mich Fred schließlich Lilo vor und "Und das ist Lilo, eine langjährige Freundin von mir.", wandte er sich noch an mich. "Weiß ich.", schmunzelte ich. "Wenn man auf Facebook unterwegs ist, kommt man nicht drumherum, sie zu kennen. Das ist das gleiche wie mit Nicole. Mindestens einmal stolpert man über diese Namen im Zusammenhang mit der Arena." Als der Komponist fragend die Augenbrauen hob, fügte ich noch "Also das ist zumindest die subjektive Meinung von mir, als ich noch Fan war. Du musst wissen, dass ich damals ziemlich eifersüchtig auf alle war, die so viel mit der Arena zu tun hatten. Wobei viel ja auch schon war, wenn man nur etwas aktiver in der Gruppe war und viel darüber wusste." hinzu. Bei dieser Erinnerung musste ich breit grinsen. Wie schön war doch meine Zeit als Fan...

"Aha.", lachte Lilo nur. "Was stehen eigentlich für neue Kompositionen an?", wollte ich schließlich neugierig wissen, um irgendein Thema anzuschneiden. "Nicht so viel, eigentlich. Mario hat mich für eine eigene Musik für die nächste Show hier gebeten, für Kaltenberg soll es ebenfalls etwas Neues geben für nächstes Jahr und dann noch meine persönlichen Projekte, die verteilt in der Schublade liegen." Beim letzten Satz entfuhr ihm ein leiser Seufzer. "Und in welchem Stil wird das ungefähr?", versuchte ich ihm mehr Informationen zu entlocken. "Für die Show nächstes Jahr hat Mario etwas mexikanisches geplant, aber da kann ich dir noch nicht mehr dazu sagen. Wahrscheinlich wird es Zorro oder so etwas in der Richtung, doch, wie gesagt, es ist erst in Planung. Für Kaltenberg wird der Stil vermutlich gleich bleiben wie in den letzten Jahren. Also mit einem großen Orchester und viel Ausdruck und Power.... Doch für die persönlichen Projekte kann ich dir noch nichts sagen. Denn da weiß ich selbst noch nicht, in welche Richtung das gehen wird."

"Und...", fuhr ich fort, "Bist du nächstes Jahr wieder in Kaltenberg dabei?" Denn in meinem Hinterkopf tauchte die Information auf, dass er schon vor einigen Jahren aufhören wollte, doch immer noch den schwarzen Ritter spielte, da unser Meister keinen Ersatz für ihn fand. So blieb mir nur die Hoffnung, dass er die nächsten Jahre noch dabei war, denn als schwarzer Ritter war er echt unschlagbar, wie ich dieses Jahr gesehen hatte.

"Ouais, bleibt mir ja nichts anderes übrig. Doch auch ich werde alt, Hanna. Vielleicht nächstes Jahr noch und übernächstes Jahr, doch dann ist Schluss." Erstaunt blickte ihn an, so alt sah er doch gar nicht aus! Ich wusste, er war noch nicht einmal 50... "Aber so alt bist du doch noch gar nicht!", protestierte ich schließlich. "Doch, für das Stuntgeschäft schon. Da musst du jung, ausdauernd und beweglich sein. Du kannst das noch gar nicht verstehen, du stehst ja gerade am Anfang deines Lebens!", meinte er und wuschelte mir durch die Haare, als wäre ich ein kleines Kind. Ich kniff die Augen zusammen und blickte ihn böse an. "In spätestens dreißig Jahren wirst du es auch verstehen!", mischte sich Lilo schließlich grinsend ein. Ich sah die ältere Dame schmunzelnd an. "Da fällt mir ein... Warum spendet ihr mir nicht beide jeweils ein Jahr von eurem Alter? Dann hätte ich endlich meinen verdammten Abschluss." "Ach komm schon...", lachte Lilo, "Wie alt bist du? Die paar Jährchen bekommst du auch noch rum..." Moment, jetzt, wo sie mich daran erinnerte...

"Stimmt... Ich komme ja jetzt in die zweite Jahrgangsstufe. Mist.", stellte ich trocken fest. Das hieß so viel wie, dass ich als nächstes mein Abitur schreiben musste und momentan war ich mit der Arena so sehr beschäftigt, dass ich hinten und vorne keine Zeit zum Lernen hatte.

"Wie lange bist du eigentlich noch hier?", fragte ich Fred schließlich, um das Thema zu wechseln und mich von meinen Abitursorgen abzulenken. "Eine Woche ungefähr. Vielleicht auch mehr. Mal sehen...", antwortete er. Oh super, da hatte ich ja noch alle Zeit der Welt, ihn besser kennenzulernen.

"Kommst du nachher auch zum Zuschauen in die nächste Show?", fragte die Älteste von uns mich dann und ich nickte. "Natürlich, wenn Fred dabei ist, ist das doch selbstverständlich.", grinste ich. Besagter verdrehte die Augen. "Mon Dieu... Dann seht ihr ja, wie ich mich blamiere!", winkte er ab. "Du blamierst dich doch nicht!", kam es von mir und Lilo setzte noch ein "Du bist ein fantastischer Reiter", hinzu.

"DAS kann ich noch nicht beurteilen, ich habe dich noch nicht zu Pferd gesehen.", feixte ich frech auf den Kommentar der Frau. Fred lächelte ein wenig. "Ich werde versuchen es einigermaßen gescheit hinzubekommen." Leider musst ich die beiden plötzlich wieder verlassen, denn ich hatte gerade Chris entdeckt, der versuchte sich mit einer handvoll Heu an mich anzuschleichen. Also verabschiedte ich mich kurz mit einem "Bis später" und tat dann so, als hätte ich meinen Rivalen nicht bemerkt. Mein Weg führte mich pfeifend in Richtung Wasserschlauch. Christophe folgte mir genauso unauffällig. Zumindest versuchte er es.

Als ich kurz davor war, lief ich extra langsam um auf ihn zu warten. Kurz darauf spürte ich auch schon das Heu in meinem Haar. Blitzschnell drehte ich das Wasser auf, nahm das Heu von meinem Haupt und machte es nass. Bevor der Stuntreiter kapierte, was ich vorhatte, hatte ich ihm das nasse Heu auch schon ins Gesicht gerieben.

"Hanna, ich hasse dich.", meinte er, als er sich das nasse Zeug aus dem Antlitz zupfte. "Vielleicht solltest du mal das Anschleichen üben.", grinste ich ihn an. "War das so auffällig?", jammerte er weiter. "Ja. War es. Definitiv."

Lachend wandte ich mich von ihm ab und machte mich auf den Weg zur Kantine, um mir schnell etwas zu Essen zu holen. Mit einem belegten Brötchen tauchte ich anschließend eine viertel Stunde später wieder in der Arena auf.

Dort herrschte inzwischen wieder die Vorbereitungszeit für die nächste Show. Meine zwei Gesprächspartner von vorhin standen inzwischen bei Irmaos Box. Fred hatte alle Hände voll zu tun, sein Pferd Showreif zu machen und Lilo lehnte an der Boxentür und sah ihm zu. Neugierig hielt ich ebenfalls an und beobachtete ihn ebenfalls. Und, um ehrlich zu sein, es gefiel mir, wie der Komponist mit seinem Pferd umging. Seine Art und Weise war weder zu sanft noch zu hart, sondern irgendetwas in der Mitte. Und vor allem war sie gründlich und ordentlich. "Wohnst du eigentlich in Rust?", kam es irgendwann von Lilo. Ich schüttelte den Kopf. "Jeden Morgen bin ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, aber ich habe vor, nächstes Jahr meinen Führerschein zu machen.", erklärte ich kurz. "Sei froh, Autofahren ist auf Dauer ziemlich anstrengend...", meinte meine Gesprächspartnerin, "Gestern erst bin ich Ewigkeiten um den Park umher gefahren, als Fred und ich auf der Suche nach einem schönen Plätzchen waren. Und dann sah das alles noch so gleich aus. Meine Güte, war das nervig, sage ich dir. Aber letztenendes haben wir doch noch einen schönen Fleck gefunden...", sie erzählte noch mehr, doch ich schaltete irgendwann ab. Es war nicht so, dass es mich nicht interessierte, doch ungewollt lenkte sich meine Aufmerksamkeit wieder auf Fred. Er war konzentriert damit beschäftigt, die letzten Gurte an Irmaos Sattel fest zu schnallen.

Meine Gedanken wanderten schließlich doch wieder zu Marion, wie oft in letzter Zeit. Wie sollte es jetzt weitergehen? Was sollten wir mit Thorgal machen, damit er die letzten paar Wochen bei uns noch genießen konnte? Es war wirklich nicht fair gegenüber Marion und ich konnte mir vorstellen, was sie gerade durchmachte. Jeden Tag musste sie nun zusehen, wie Vito und ich glücklich waren, während ihr die Gewissheit blieb, Thorgal nur noch für einige Wochen zu haben. Daran zu denken schmerzte sogar mir, obwohl ich nicht die gleiche Bindung zu Thorgal hatte, wie Marion sie besaß.

Mein Gedankenstrom wurde kurz darauf, mehr oder weniger sanft, von einer Frage Lilos unterbrochen. Meine Aufmerksamkeit flog zurück zur Realität und ich lächelte gezwungen. "Kommst du gleich mit in die Arena?", war ihre Frage und ich nickte. "Natürlich, Fred will ich nicht verpassen.", antwortete ich ihr und wir gingen in die Arena, wo wir uns auf die Plätze links neben den Thron setzten.

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Anbei ein Bild vom besagten Komponisten: Frédéric Laforêt :)

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