50. Kisses and Words
Ich erwachte an diesem wundervollen Morgen, neben mir eine Wärmequelle. Beide Arme waren um mich geschlungen und ich kuschelte mich enger an den neben mir liegenden Körper. Der Duft dieser Person vernebelte meine Sinne und ich wäre im nächsten Moment wieder eingeschlafen, wäre meine Zimmertür mit voller Wucht nicht aufgerissen worden.
" Dani? Die Schule fängt gleich an!".
Sofort stand ich senkrecht im Bett. Beim schnellen Aufstehen stützte ich mich ausversehen auf Pauls Gesicht ab, der ebenfalls wach wurde und ein nicht gerade leises " Aua!" von sich gab. Der einzig Schlafende im Raum war George. Ihm schien das Gequake meiner Mutter nichts auszumachen. Steif wie ein Brett lag er da, sein Brustkorb hob und senkte sich langsam.
Ohne mich bei Paul entschuldigen zu können, scheuchte mich meine Mutter ins Bad und schmiss mir die Klamotten wortwörlich hinterher. Ihr schien gar nicht aufgefallen zu sein, dass Paul und ich heute nacht zusammen geschlafen haben. So schnell wie noch nie zuvor war ich angezogen und schulfertig. Ich nahm meine Tasche vom Stuhl und wollte aus dem Zimmer laufen, als ich mich nochmal umdrehte. Paul saß völlig bedröppelt auf dem Bett und starrte mich verwirrt an. Mit einem kurzen Kichern ging ich auf ihn zu und küsste ihn zärtlich.
" Tut mir leid wegen eben. Ich muss jetzt los ".
" O-okay .. Hab Spaß ".
Ich warf kurz einen Blick auf den schlafenden George, bevor ich nach unten raste und beinahe gegen John gelaufen wäre. Unsere Blicke trafen sich. Er sah irgendwie besser aus als gestern abend ... fröhlicher.
" Wohin so schnell?".
" Zur Schule. Hab verpennt ".
" Na dann. Auf, auf ".
Er gab mir einen liebgemeinten Klaps auf den Rücken, bevor er mir Platz machte und ich nach draußen lief. Das John amüsiert lächelte, ist mir nicht aufgefallen.
[ in der Schule ]
" Frau Lange, Sie sind fünf Minuten zu spät!".
" Tut mir wirklich leid, Herr Thies. Wird nicht wieder vorkommen ".
" Setzten Sie sich bitte ".
Völlig ausser Atem und dem folgenden Blick der Klasse, ging ich zu meinem Platz am Fenster und folgte weiterhin dem Unterricht. Am Ende war Herr Thies doch zufrieden mit mir gewesen, da ich mich viel beteiligt hatte. Das eifersüchtige Brummen der Kingswood Gang war nicht zu überhören. Als ich meinen Blick zu ihnen wandte, duckten sie sich jedoch schnell weg und taten so, als würde es sie null interessieren.
In der Pause setzten Julia, Martin und ich uns an einen freien Tisch in der Cafeteria. Eigentlich sind wir nur hergekommen, um zu lernen. Ich hatte gestern schließlich kaum Zeit dafür gehabt. Und der Test wird gleich stattfinden. Julia und Martin schienen es gelassen zu nehmen, während bei mir die Pumpe auf 100 schlug.
" Was hast du, Dani? Für heute nicht gelernt?".
" Nein .. ich hatte gestern nicht wirklich Zeit dafür gehabt ".
" Oh, hat John dir etwa die wertvolle Zeit genommen?".
" Ehm ... in gewisser Weise .. ja ".
Julia sah mich skeptisch an, als dieser Satz halbwegs stotternd rauskam. Ich wollte beiden noch nichts von der Trennung erzählen. Im Moment wusste ich schließlich selber nicht genau, wo mir der Kopf stand. Und gleich noch unvorbereitet in einen Test reinspazieren. Der Tag kann nur schlimmer werden.
[ nach der Schule]
Es wurde schlimmer. Ich konnte im Test so gut wie gar nichts beantworten. Ein großes Black-Out hat mich begrüßt. Mit mieser Laune stapfte ich nach Hause. Wie es kommen musste, kam eine mir allzubekannte Person entgegen. Doch statt irgendwelche Sprüche von sich zu geben, ging Stephan mit dem Kopf nach unten gerichtet an mir vorbei. Vor Überraschung musste ich mich selber nochmal umdrehen. Er schien mich nun endlich in Ruhe zu lassen. Ich atmete tief durch, bevor ich den restlichen Nachhauseweg antrat.
Jeder schien zu merken, dass mein Tag nicht gimpflich abgelaufen ist. Ich bekam von den Jungs nur ein müdes Lächeln geschenkt, bevor ich nach oben ging. Meine Schultasche landete in die nächste Ecke und ich schnappte mir meine Gitarre. Irgenwie hatte ich Lust zu spielen. Ich versuchte mich an neuen Akkorden und spielte ein Elvis Lied. Ein leises Klopfen an meiner Tür unterbrach mich und die Person trat sogleich ein.
" Hey luv ".
" Hi Paulie ".
Er setzte sich mit einem Lächeln neben mich und strich mir durchs Haar. Ich spielte unbeirrt weiter und ließ Paul zuhören. Er nickte manches mal und wenn ich ihn anschaute, trafen sich unsere Blicke und er lächelte süß. Als ich die letzten Akkorde spielte, lehnte sich Paul rüber und küsste mich. Ohne den Kuss zu unterbrechen, nahm Paul mir die Gitarre aus der Hand und lehnte sich gegen mich. Ich fiel in das weiche Kissen und schlang meine Arme um seinen Nacken. Die Gefühle wurden mit jedem Kuss stärker und ich fühlte mich wieder wie am Anfang meiner Schwärmerei.
Seine Hände wanderten unter mein T-Shirt und zogen es langsam aber energisch hoch. Ich hatte diesmal kein beklemmendes Gefühl wie bei John. Stattdessen fühlte ich mich wohl und sicher. Pauls und mein T-Shirt lag nach wenigen Minuten auf den Boden. Ich erkundete seinen Oberkörper mit meinen Fingerspitzen und fuhr immer wieder seinen Rücken hinauf und hinab. Er gab ein zufriedenes Brummen von sich, als meine Finger sich in seinen Haaren verfingen. Seine Hände fuhren meine Hüfte entlang, hoch zu meinem BH.
" Ich liebe dich, luv ".
" Ich dich auch, Paul ".
Er wollte einen Schritt weitergehen, jedoch war von unten Georges Stimme zu hören, wie er nach Paul rief. Mit einem unzufriedenen Grummeln ließ Paul von mir ab und zog sich sein T Shirt wieder an. Ich blickte etwas traurig drein. Mein Freund bemerkte meinen Gesichtsausdruck und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
" Es dauert nicht lange, luv. Wir müssen zum Indra und uns auf alles vorbereiten ".
" Okay, aber Paul ... Bitte kein Streit anfangen, ja. Ihr seit eine Band und ihr gehört zusammen ".
" Ich gebe mir Mühe ".
Ich seufzte missmutig, bevor er seinen Gitarrenkoffer schnappte und nach unten ging. Er war immer noch sauer auf John, und das konnte ich auch nachvollziehen. Vielleicht sollte ich ihm von unserer Versöhnung erzählen. Dann läuft alles mit Sicherheit besser ab. John braucht Paul ... und Paul braucht John.
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro