45. Love Is Just A Game
[Ich habe diese Kapitel zwei Mal neu angefangen und immer wieder etwas geändert. Trotzdem bin ich irgendwie nicht zufrieden damit. Hoffe, dass es für euch nicht zu langeweilig ist und zu unrealistisch :/ ]
Es war Montag, mitten in der Nacht, als die Jungs von ihrem Auftritt aus dem Star Club kamen. Inzwischen waren sie auf der großen Freiheit ein Gesprächsthema und somit haben es auch die anderen Clubs mitbekommen. Dass sie nun im Star Club auftreten durften, war ein großer Höhepunkt in ihrem Leben gewesen. Die Jungs waren nicht gerade leise, als sie in mein Zimmer reingetorkelt kamen. Ich öffnete ein Auge und sah drei dunkle Gestalten, eine davon kam auf mich zu. Mit seinem kompletten Gewicht ließ sich John erstmal auf mich drauffallen, bevor er mit einem Ruck sich auf die andere Seite rollte. Es war nicht gerade angenehm gewesen. Ich tat so, als würde ich weiterschlafen. Hinter mir murmelte John etwas unverständliches, bevor er seine Arme um mich schlang. Der Geruch von Alkohol und Rauch stieg mir in die Nase. Aber mir war es relativ egal. Ich war gespannt auf den nächsten Tag und was die Jungs mir zu erzählen hatten, wenn sie nüchtern geworden sind.
[nächster Tag]
Wir verließen das Schulgebäude und vom Weitem konnte ich John erkennen, der mit den Händen in den Hosentaschen auf mich wartete. Ich verabschiedete mich von Julia und Martin und rannte John entgegen. Er begrüßte mich mit einem kurzen Kuss, bevor wir zu mir nach Hause gingen. Wie jedes Mal, fragte er mich wieder wie es in der Schule war.
" Es ging. Stephan ist heute aufgetaucht ".
" Was? Ich dachte, der wäre suspendiert!".
" Ist er auch. Nur er kam unerlaubt aufs Schulgelände und hat mit seinen Kumpels abgehangen ".
" Aber dir hat er nichts getan?".
" Natürlich nicht. Er hat mich nicht einmal angesehen ".
John nickte zufrieden und nahm meine Hand. Ich lächelte ihm vergnügt zu und wir gingen weiter den Weg entlang. Zuhause wurde ich von einer glücklich Familie begrüßt. Die Jungs schienen auch wieder top fit zu sein. Vorallen George war ziemlich aufgeregt. Ich fragte ihn verwundert, was los sei.
" Gestern haben wir einen Jungen kennengelernt, Klaus Vormann. Und er hat erzählt, dass eine Freundin von ihm Fotografin ist. Heute abend möchte er sie uns vorstellen. Sie heißt Astrid Kirchherr ".
" Och, ich würde sie so gerne kennenlernen ".
" Dann komm doch heute mit ".
" Ich habe doch morgen Schule, Georgie. Das geht nicht. Außerdem muss ich für eine Arbeit lernen ".
George zog eine beleidigte Schnute. Lachend wuschelte ich ihm durchs Haar, bevor ich mich an den Küchentisch setzte und mein verdientes Mittagessen aß. John gesellte sich zu mir und schlang einen Arm um meine Hüfte. Er seufzte wohlig auf.
" Es ist auch besser, wenn du lernst ".
" Findest du?".
" Klar. Ich möchte schließlich, dass aus meiner Freundin etwas wird ".
Er grinste schelmisch, bevor er mir einen Kuss auf die Wange aufdrückte. Ich betrachtete die Sache eher skeptsisch. John würde niemals so etwas zu mir sagen, zumindest den ersten Teil nicht. Irgendetwas stimmte da nicht.
Zwischen Paul und mir lag immer noch eine gewisse Spannung. Seit unserem Kuss benimmt er sich mir gegenüber so zurückhaltend. Er denkt sicherlich, dass mich das kalt gelassen hat ... aber da irrte er sich. Jeden Abend, wenn die Jungs ausser Haus waren, musste ich daran denken. Es hatte sich gut angefühlt. Zu diesem Zeitpunkt kamen alte Gefühle zurück sowie auch die Erinnerungen. Ich hatte wirklich keine Erklärung, wie es zwischen uns weitergehen sollte. Erneut befand ich mich in einer Zwickmühle. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich Paul mehr bräuchte als John. Aber meist kam dies nur auf, wenn John und ich gestritten haben. Dann flüchtete ich immer zu dem Linkshänder, der ein offenes Ohr für mich hatte und mich tröstete. Und wenn ich mich mit John wieder vertragen hatte, dann hielt Paul sich wieder zurück. Es war ein klägliches hin und her zwischen den Beiden. Ich war mir sicher, dass John von Pauls Gefühlen mir gegenüber wusste, zumindest tat er so. Immer, wenn Paul in meiner Nähe war, wurde John anhänglich und startete Flirtversuche. Wenn Paul dann verschwand, wendete sich John wieder ab und hatte meist ein zufriedenes Grinsen auf seinen Lippen.
Ich sahs an meinem Schreibtisch und lernte für den kommenden Test. Jedoch funktionierte es nicht wirklich. Immer waren meine Gedanken bei John. Ich bekam dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf, wie er mit verstrubbelten Haaren nach Hause kam. An diesem Tag hatte mich George auch kaum beachtet und mich eher mitleidig angesehen. Ich glaube, ich muss mit diesem Jungen unbedingt reden. Es schien mir, als verheimliche er irgendetwas. Also ging ich die Treppen hinunter und erblickte im Flur John, der seine Lederjacke angezogen hatte.
" Wohin?".
" Hey Baby. Treffen mit dem Manager. Es ist wirklich anstrengend, Bandleader zu sein ".
" Warum geht ihr nicht zusammen hin? Und hattest du nicht erst letzte Woche ein Treffen gehabt?".
" Nein, das ist eine Sache zwischen mir und Allan. Wir müssen uns jede Woche treffen ... genau ".
" Okay... hab Spaß ".
John kam auf mich zu uns gab mir einen Kuss auf die Lippen. Ich erwiderte ihn nur halb, denn ich glaubte meinem Gegenüber nicht so wirklich. Man kann doch nicht jede Woche ein Treffen haben und dann auch noch so lange. Manchmal blieb John fast vier Stunden weg. Als die Tür ins Schloss fiel, sah ich ins Wohnzimmer und erblickte die anderen, die betreten zu Boden schauten. Stur verkreuzte ich die Arme.
" Sagt mal, was ist hier eigentlich los?".
Keine Antwort.
" Ihr wisst irgendetwas, dass weiß ich ganz genau. Nun raus mit der Sprache ".
Keine Antwort.
" Wirds bald!".
Von meiner aufgeregten Stimme zuckten sie zusammen, doch gaben immer noch keine Antwort. In meinen Augenwinkeln bildeten sich Tränen. Warum zum verdammten Teufel wollten sie mir nichts sagen?
" Glaubt ihr wirklich, ihr könnt alles vor mir geheim halten?".
Keine Antwort.
" Na schön. Wenn ihr eure Klappe nicht aufkriegt, dann muss ich selbst nach der Antwort suchen! ".
Mit diesen Worten schnappte ich meine Jacke und öffnete die Tür. Hinter mir konnte ich Pauls Stimme hören, wie er nach meinen Namen rief. Doch ich knallte die Tür einfach zu und versuchte John zu folgen. Kurz vor der Reeperbahn entdeckte ich ihn schließlich, wie er in die große Freiheit einbog. Schnell lief ich über die Straße und ging ihm hinterher. Vor einem Stripclub blieb er stehen. Ich versteckte mich in einer dunklen Ecke und wartete. Aus der Tür kam ein leicht bekleidetes Blondchen heraus, die ihm um den Hals fiel. Ich stand mit offenem Mund da, als sie ihn in den Puff führte. Soviel zu Treffen mit dem Manager, dachte ich mir und näherte mich zitternd dem roten Gebäude. Vor der Tür standen zwei Bodyguards. Die sahen nicht so aus, als würden sie mich reinlassen. Ich hatte da sowieso nichts zu suchen und wenn ich ehrlich sein sollte, wollte ich auch gar nicht da rein. Ich hatte nun die Antwort. Dieser Bastard. Wie konnte er nur? Er hatte es mir versprochen. Solange waren wir nun zusammen, und jetzt kam alles so plötzlich. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, als die Tränen meine Wangen hinabliefen. Langsam ging ich zum Kaiserkeller und ließ mich an der Säule runtergleiten. Meinen Kopf vergrub ich in meinen Händen. Zuerst tat er so, als wäre ich sein Ein und Alles. Und jetzt vögelt er hinter meinem Rücken eine andere, nur weil ich noch nicht bereit dazu bin. Bei soviel Ego konnte ich einfach nur den Kopf schütteln. Ich hatte diesen Jungen wirklich geliebt, verdammt!
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro