26. First Steps
[ 1 Woche später]
Heute war mein erster Schultag in einer neuen Schule in Hamburg. Ich hatte mich wieder ein wenig an Deutschland gewöhnt und fand mich damit ab, meine Muttersprache zu sprechen. Als ich runter zum Frühstück ging, fragte ich meine Mutter nach der Schuluniform. Das Einzige, was sie tat war Thomas anzuschauen und in ein schallendes Gelächter auszubrechen. Ich sah zuerst beide komplett verwirrt an, bis mir wieder einfiel, dass es in Deutschland gar keine Schuluniform gibt. Soviel zum Thema ich hatte mich wieder ein wenig an Deutschland gewöhnt. Teddy leistete uns Gesellschaft am Tisch und bettelte mit seinem Hundeblick nach Essen. Geschickt und ohne, dass es jemand bemerkte, gab ich ihm einige Brötchenkrümel. Wie mit dem Hund, hatte ich mich auch etwas an Thomas gewöhnt. Er entpuppte sich als ein herzlicher, hilfsbereiter Mann. Noch war ich nicht bereit ihn Papa zu nennen, aber es freute mich, dass er mich und meine Mutter gut behandelt. Ich glaube, er erwartet auch nicht von mir, ihn Papa zu nennen. Stattdessen bot er mir an, mich zur Schule zu fahren. Mit einem Nicken stand ich auf und holte meine Schultasche.
Die Fahrt dauerte nicht lange, bis wir vor einem großen Gebäude standen. Oben stand in einer beleuchteten Überschrift Staatliche Gesamtschule an der Reeperbahn. Komischer Name für eine Schule, dachte ich mir und stieg aus dem Auto. Thomas begleitete mich ins Sekretariat, wo ich von einer etwas strengen Dame aufgenommen wurde.
" Sie müssen wohl Frau Lange sein, richtig?".
" J-Ja, ganz genau ".
" Freut mich, dass Sie sich für unsere Schule entschieden haben. Wie Sie wohl erkannt haben, Siezen wir hier alle Schülerinnen und Schüler. Schließlich sind wir eine staatliche Schule, und deswegen gehört hier auch Anstand hinzu. Ich hoffe, Sie verstehen ".
" Ja, natürlich ".
" Nun gut, ich werde Sie in ihre Klasse begleiten. Folgen Sie mir bitte ".
Ich verabschiedete mich von Thomas und folgte der äußert höflichen Dame durch die Flure. Dabei kam uns eine Jungs Gang entgegen. Im ersten Moment hatte ich gedacht, der Vordere wäre John. Aber es war doch jemand anderes. Ein Jemand, der mich ziemlich schief anstierte. Ich weichte seinem Blick aus und folgte weiterhin der Frau. Sie blieb vor einer blauen Tür stehen, auf dessen Schild 10c stand. Mit Zeigefinger klopfte sie drei Mal gegen die Tür, bevor eine Lehrkraft diese öffnete.
" Hier ist die neue Schülerin Daniela Lange. Ich hoffe doch, ich komme nicht ungelegen ".
" Nein, nein Frau Knapp. Vielen Dank. Kommen Sie schon mal herein ".
Mit einer Handbewegung führte mich die Lehrerin in den Klassenraum. Sofort wurde ich von zwanzig weiteren Köpfen angeschaut. Etwas Mut konnte ich aufbringen und schaute mich im Klassenraum um. Hinten war komplett eine Reihe frei, während alle anderen Plätze besetzt waren. Ich musterte einige Schüler, die mir sympathisch rüberkamen. Ein Mädchen sowie ein Junge, die mit ihren Einzeltischen nebeneinander saßen, lächelten mir aufmunternd zu. Der Rest der Klasse schaute gelangweilt drein. Als die Lehrerin ihre Stimme erhob, erwachte ich etwas aus meiner Starre und schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. Sie lächelte mich an und sagte, ich solle mich auf den hintersten Platz am Fenster setzten. Alle Blicke verfolgten mich, als ich durch die Reihen ging. Mir war etwas unwohl bei der ganzen Sache. In England habe ich mich nicht so fremd gefühlt wie hier. Als die Lehrerin sich mir gegenüber vorstellen wollte, platze die Gang von vorhin in den Raum, was einige Schüler kichern ließ. Ohne ein Wort der Erklärung gingen die Jungs nach hinten. Jeder von ihnen musterte mich und ausgerechnet der Idiot, der mich angestarrt hatte, setzte sich neben mich auf den Einzelplatz. Als er nicht hinschaute, erhaschte ich kurzzeitig einen Blick auf ihn. Er trug eine braune Lederjacke und hatte einen Eddie Cochran Haarschnitt.
[Wow, das Bild ging echt nicht größer. Sorry! ;D ]
Als unsere Blicke sich trafen, schaute ich schnell in eine andere Richtung, während er ein genervtes Brummen von sich gab.
" Also Herr. Kingston. So geht das nun nicht, dass Sie ständig zu spät kommen ".
" Sorry, wird nicht wieder vorkommen ".
" Das sagen Sie gefühlte hundert Male ".
Genervt rollte er mit den Augen und lehnte sich schließlich in seinem Stuhl zurück. Die machtlose Lehrerin seufzte gestresst und wendete sich mit einem Lächeln zu mir. Sie stellte sich als Frau. Jansen vor und bat mich, kurz zu berichten von woher ich käme. Alle Schüler drehten sich zu mir, als ich mich mit wackeligen Beinen erhob.
" Ehm.. also ich bin Dani und komme ursprünglich aus Mölln, bin dann mit meiner äh.. Familie nach England gezogen. Und da sich meine Eltern vor kurzem getrennt haben, sind meine Mutter und ich zurück nach Deutschland gekommen und wohnen jetzt in Hamburg ".
" Hat jemand Fragen?".
Die Lehrerin schaute sich um, während ich mich wieder hinsetzte. Ich hoffte darauf, dass sich einfach niemand für mich interessiert und der Schultag seinen Lauf nimmt. Aber ein gewisser Kingston musste seine Hand heben. Mit einem nervösen Blick nickte ich ihm zu.
" Ja?".
" Wie sind so die Frauen in England? Gibt es da auch Nut..?".
" Herr. Kingston, ich muss doch sehr bitten!".
" Was denn? Sie haben doch gefragt, ob jemand Fragen hat. Und das war eine Frage, oder irre ich mich da, liebe Frau. Jansen?".
Die Klasse kicherte unaufhörlich und die Lehrerin bekam einen ziemlich roten Kopf. Kingston legte lässig seine Hände hinter dem Kopf und zwinkerte mir zu. Mit einem angewiderten Blick schaute ich aus dem Fenster und wünschte mir sehnlichst John her. Mein Nachbar hatte auch eine gewisse John Art, aber dafür eine ziemlich Hässliche.
[in der Pause]
So gut wie alle Schüler drängelten sich raus in den Flur, als ich langsam meine Sachen einpackte und Geld für die Cafeteria rausholte. Als ich meinen Blick erhob, standen vor mir das Mädchen und der Junge, die mich bei der Ankunft angelächelt haben.
" H-Hey ".
" Hallo ".
" Wir wollten fragen, ob du Lust hättest mit uns zum Bäcker zu gehen?".
" Ehm.. klar ".
Vielleicht war es besser, dass Geld für frische Brötchen auszugeben als für schlappes Cafeteria Essen. Die Beiden stellten sich als Julia und Martin vor. Zusammen entfernten wir uns vom Schulgelände und gingen runter zur lauten Hauptstraße. Julia fragte mich interessiert über England aus und wo ich genau gewohnt habe. Ich erzählte ihr von Liverpool und wie die Menschen dort waren. Ich beschrieb alles genau, vor allen wie die Schulen sind und was dort der geregelte Tagesablauf ist. Als sie mich mit einem frechen Grinsen fragte, ob ich einen Freund habe, wurde ich zuerst rot und murmelte ein leises Ja. Martin und Julia grinsten sich gegenseitig an, bevor beide mich in eine fette Umarmung zogen.
" Oh, hat da jemand Heimweh?".
" Halt die Klappe, Stephan!".
" Jetzt werde mal nicht gleich beleidigend, Julchen. Sonst hat Dani einen schlechten Eindruck von mir ".
" Ich denke, dass hat sie bereits ".
Julia und Martin packten mich jeweils an einem Arm und schoben mich in den nächsten Bäcker. Dort setzten wir uns an einen freien Tisch. Ich holte mein Geld aus der Jackentasche, doch Martin bestand darauf zu bezahlen. Dankbar lächelte ich ihn an. Abgesehen von diesem Stephan, hat mein Tag ziemlich gut begonnen an der neuen Schule.
[ Ja Julchen_Beatlelover . Du bist ab heute ebenfalls in meiner Story verewigt. Danke für deine mit unter lustigen Kommis ^^ ]
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