[🗓Mittwoch, 12. Dezember 2018; 🕓 13:26; 📍Rewi's Zimmer im YT-Haus]
Leicht nervös trat ich immer wieder von einem Fuß auf den anderen, während ich mir in meinem Kopf die richtigen Worte zusammenzuwürfeln versuchte. Schließlich seufzte ich, drückte die Klingel und atmete nochmal tief durch. Nach nur wenigen Sekunden öffnete Rewi die Tür und deutete mir, einzutreten und ins Wohnzimmer zu gehen. Dort setzten wir uns auf seine Couch.
„Also, Brudi... was liegt dir auf dem Herzen?" fragte er direkt.
„Also... es ist so..." begann ich, wobei ich immer noch nicht ganz wusste, wie ich meine Gedanken in Worte fassen sollte. „Es geht um T... er hatte sich ja, bevor wir hierher kamen, von der Außenwelt abgeschottet... ich dachte erst, dass es was mit Mary zu tun hatte, aber er meinte in einem Gespräch, dass dem nicht so sei und dass er mir die Wahrheit nicht sagen könnte. Dann hatten wir uns vor anderthalb Wochen Let's Draw angeschaut und Jan hatte so eine Tardy-Anspielung reingeschnitten, seitdem war T wie versteinert... als ich ihn darauf ansprechen wollte, hat er mich aus seiner Wohnung geschmissen... diesen Sonntag war es ähnlich, bei dieser Anspielung von Jan hatte T Tränen in den Augen..."
Während meiner Erzählung hörte Sebastian mir aufmerksam zu und nickte hin und wieder, als Zeichen, fortzufahren.
„Komischerweise war er aber wieder mega gut drauf, als ich ihm von meiner Überraschung erzählt hab... vor allem, als ich gesagt hab, dass Luna nicht mitkommt... ja, soviel zu Taddl... ich hab ja Manu gefragt, ob er ein bisschen was mit uns zocken will, aber mir ist gestern aufgefallen, dass er mich mehr stört, als mir lieb ist... die Art, wie er mit T spricht, nervt mich, es ist fast als wäre ich... keine Ahnung, ähm..."
„Eifersüchtig?" vervollständigte Rewi meinen Satz.
„Ja... aber ich kann mir nicht ausmalen, warum ich das sein sollte..."
„Denk mal scharf nach, Dyzzymon... warum werden Menschen eifersüchtig?"
Ich überlegte kurz.
„Na meistens... wenn sie nicht wollen, dass ihnen jemand eine nahestehende Person wegnimmt..."
„Und warum wollen sie das nicht?" hakte Sebastian nach.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Weil sie ihnen wichtig ist?"
„Und das heißt im Klartext...?"
„Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst" seufzte ich.
„Du weißt es genau, du willst es nur nicht wahrhaben" meinte Rewi mit einem leichten Grinsen. „Du sagtest vorhin, dass dich die Art nervt, wie Manu mit T redet..."
Ich nickte zögerlich.
„In welcher Hinsicht?"
„Naja, also... Manu redet immer mit dieser behinderten Stimme und sagt dann sowas wie ‚ich hab dich vermisst' oder ‚du bist süß' bis hin zu ‚ich liebe dich'... ich weiß zwar, dass er das nicht ernst meint, aber... es löst in mir so ein Gefühl aus..."
„Ganz klar die Eifersucht" schlussfolgerte Rewi. „Ardy, du musst jetzt stark sein..."
Er legte seine Hand auf meine Schulter, worauf hin ich ihn erwartungsvoll ansah.
„Du bist verliebt" sagte er dann.
Sofort schüttelte ich den Kopf.
„Nein... das... das kann nicht sein... nicht schon wieder... Taddl ist mein bester Freund... ich... ich darf nicht in ihn verliebt sein" stritt ich ab.
„Doch, und- warte, was meinst du mit ‚schon wieder'?" fragte Rewi leicht verwirrt.
Ich senkte meinen Blick auf den kleinen Tisch vor uns..
„Ich... ich war damals schon mal ein kleines bisschen in ihn verschossen... es ist als... als wären die Gefühle zurückgekehrt, weil ich wieder im YouTube-Haus bin" erklärte ich.
„Das kann natürlich sein... die Umgebung und der typische YouTuber-Tagesablauf haben dich vielleicht unterbewusst an deine Gefühle erinnert" spekulierte Rewi. „Aber ich glaube, in einer Sache kann ich dich erleichtern... die Liebe ist nicht unerwidert."
Ich sah wieder auf.
„Was? Wie meinst du das?"
„Nach dem, was du mir über T erzählt hast, glaube ich, dass er dich mindestens genauso liebt. Vielleicht hat er sich von euch abgeschottet, weil er Angst hatte, dir unbewusst zu nahe zu kommen. Vielleicht hatte er sich bei diesen Tardy-Szenen so angespannt, weil er nicht wollte, dass du Verdacht schöpfst. Und vielleicht war er froh über die Tatsache, mal etwas Zeit nur mit dir zu verbringen, ohne Lu, die sich zwischen euch stellen könnte. Also in meinen Augen deutet alles darauf hin!"
Ich könnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. In meinem Bauch entstand ein leichtes Kribbeln und mein Herz schlug ein Stückchen schneller als zuvor.
„Und jetzt angel dir deinen Prinzen, du kleiner verliebter Boy!" sagte Sebastian lächelnd.
Ich umarmte ihn kurz.
„Danke" murmelte ich dann.
„Kein Problem, Dyzzy! Ich danke dir für dein Vertrauen!"
Ich verabschiedete mich und ging zurück in unsere Wohnung.
Ich beschloss, Taddl von nun an zu zeigen, dass er keine Angst vor Nähe haben muss. Hoffentlich lag Rewi richtig...
Halbzeit! Wie gefällt euch die Story bisher? Lasst gerne ein paar Kommentare da!
Bis morgen ^^
Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro