10. Geben? Gerne, aber wie?
In den Evangelien lesen wir, das Jesus sich öfters im Tempel in Jerusalem aufhielt. An einem dieser Tage stellten die verschiedenen Schriftgelehrten ihm verschiedene Fragen, wobei sie hofften, das er einen Fehler macht, damit sie ihn überführen und anklagen können.
Nach diesen Fragen aber nahm Jesus sich die Zeit und setze sich gegenüber dem Opferkasten hin, welcher im Tempel damals stand. Das ist eine Art Kasten (so etwas ähnliches kann es in Gemeinden für Spenden oder Kollekte geben), wo Menschen Geld rein warfen, was dann für den Unterhalt und die Instandhaltung des Tempels genutzt wurde.
Dabei sah Jesus zu, wie viele Reiche viel Geld einlegten. Bis dann eine arme Witwe kam, die zwei Scherflein einlegte. Zwei Scherflein waren ein Groschen, also sehr wahrscheinlich sehr kleine Münzen. Im Vergleich zu den Reichen, die vor ihr viel Geld einwarfen, warf sie eher einen sehr kleinen Betrag ein.
Als er das sah, rief er seine Jünger zu sich. Nicht, um ihnen zu sagen, das die arme Witwe im Vergleich zu den Reichen so wenig gab, wie man im ersten Moment vielleicht denken mag.
Stattdessen sagt er: „Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten gelegt als alle, die eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt."
(Info: Diese Begebenheit findet sich in Markus 12,21-44 und Lukas 21,1-4)
Die erste Frage, die sich da einem doch direkt stellt: Wie kann sie mehr gegeben haben, wenn es in der Summe doch weniger als all das von den Reichen war?
Nun, der Unterschied liegt in der Betrachtungsweise.
Vergleichen wir nur die Summen oder Mengen, wären wir uns alle einig, das die Reichen doch viel mehr als die arme Witwe gaben. Denn sie hat ja nicht einmal die Mittel gehabt, auch nur ansatzweise so viel zu geben, wie ein einzelner Reicher es tat.
Aber Jesus geht es hier nicht um die Menge.
Sondern um das Wie.
Die Reichen hatten eine Menge Geld und konnten daher aus ihrem Überfluss auch mal viel eher eine größere Summe abgeben. Aber diese Witwe gab alles, was sie überhaupt noch besaß. Sie gab ihren ganzen Lebensunterhalt für Gott ab. Obwohl sie das Geld - menschlich gesehen - bestimmt besser für Essen ausgeben hätte können.
Jesus schaut hier hinter die äußere Fassade und wie viel die Menschen damals gaben. Es ging nicht um die Höhe der Summen, sondern um das Herz und die Herzenseinstellung dazu. Weder damals noch heute könnten wir Gott damit beeindrucken, wie viel Geld wir Gott spenden können. Denn:
Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR der Heerscharen. (Haggai 2,8)
Auch in unseren Gemeinden gibt es die Möglichkeit zu spenden oder etwas für eine Kollekte (das bezeichnet die freiw. Sammlung von Geld während oder nach eines Gottesdienstes) mitzugeben. Was aber können wir aus dieser Begebenheit für unsere Gemeinden und vor allem unser persönliches Leben mitnehmen?
Eines ist klar: Wir können Gott weder damit beeindrucken noch damit bestechen, wenn wir viel Geld geben. Nicht die Summe ist entscheidend und wichtig für ihn, sondern wie sich unsere Herzenseinstellung dahinter verhält. Geben wir gerne, weil wir es Gott zur Verfügung stellen wollen oder geben wir, weil wir damit anderen oder uns selbst etwas beweisen und oder besser darstellen wollen?
So schrieb auch Paulus:
Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! - 2.Korinther 9,7
Nächste Andacht am: 11. August 2024
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