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Kapitel 95

Hunahuna ließ Nialls Handgelenk los. Für einen Augenblick schien er meine Worte tatsächlich zu überdenken. Doch der Schein trog. Im Bruchteil einer Sekunde hatte er eine zweite Pistole aus seiner Manteltasche gezaubert, aber anstatt sie Niall in die Hand zu drücken, schnellte er damit auf mich zu. Trotz der Angst, die mich betäubte, fuhr ich nicht zurück, als er plötzlich direkt vor mir stand. Ich zitterte nicht mehr. Eigentlich rührte ich mich gar nicht mehr. Das einzige, das mich davor bewahrte, in die tiefen Weiten der Bewusstlosigkeit zu sinken, war der Gedanke daran, Niall zu verlieren. Für immer. Egal, was ein Arschloch er anfangs zu mir gewesen war und egal, wie ich mit ihm umgegangen war. Er durfte nicht sterben. Ich hatte noch nie solche Gefühle gespürt, die ich spürte, wenn wir beisammen waren. Es war reichlich spät, dass ich einsah, wie heftig ich ihm verfallen war. Deswegen stand ich reglos da, beobachtete Humbalumba, der die Pistole direkt auf meinen Brustkorb legte. Zwischen meinem Herzen und ihr lagen vermutlich nur Zentimeter.

Humbalumba konnte mich töten, so wie er es vor vielen Jahren hätte tun müssen. Er hatte die Macht dazu, meinem Leben ein Ende zu bereiten, bevor ich es überhaupt vollständig ausgekostet hatte. Doch er machte keine Anstalten dazu, den Abzug zu betätigen. Stattdessen nahm er mit der anderen Hand mein Kinn und hob es an, sodass ich gezwungen war, ihm in die eisblauen, gefährlich wirkenden Augen zu schauen. Sie wirkten gefährlich, weil ich nichts anderes erkennen konnte, als Habgier, Macht und Arroganz. Kein Anzeichen von anderen Gefühlen. Er dachte ernsthaft, er sei der tollste. Ohne es zu wollen, stieß ich ein Schnauben aus. Dieser Mann sprühte nur so vor Selbstgefälligkeit. "Mutig, mutig", kommentierte Goldlocke. Kalag nickte bestätigend, wie ich aus dem Augenwinkel heraus bemerkte.

All meines Aufmerksamkeit lag auf Hunahunas Augen, seinem Gesicht, seiner Mimik. Ich würde erkennen, wann er abdrückte, bevor er es tat. Endlich erkannte ich, wie groß meine Gabe wirklich war. "Ich nenne das Wahnsinn", höhnte Humbalumba lediglich. All die Jahre hatte ich geglaubt, die Seelen anderer zu sehen, würde mich zu einer Verrückten, einer Geistesgestörten machen. Ich war anders, laut Grant besonders. Aber doch nicht, weil ich Seelen sah! Nein. Ich wusste, wie ich Hunahuna dazu zwingen konnte, sich von mir abzwenden. Besser, sich selbst zu erschießen. Ihre Gaben, Körper und Zeit anzuhalten, den Verstand zu manipulieren, die Welt zu manipulieren, waren nichts. In mir blühte etwas auf. Zuerst fühlte es sich an, als würde mein Herz explodieren. Es wuchs. Ich spürte es ganz genau.

Das Eisblau in Humbalumbas Augen erlosch. Eine andere Farbe kam zum Vorschein. Das Etwas in mir wuchs immer weiter, immer schneller und immer stärker. Während Hunahunas Gestalt sich mehr und mehr veränderte. Er schrumpfte, seine Haare wurden fettiger, der schwarze Anzug bekam Risse, Löcher und Schmutz. Seine Augen, die nicht länger vor Arroganz strotzten, nahmen einen gräulichen Schimmer an und Angst. Er fürchtete sich, denn er merkte auch, dass es für ihn derzeit nicht gut aussah. Kalag zog scharf die Luft ein, als meine Brust anfing, rot zu leuchten. Als irgendwann mein gesamter Körper anfing rot zu leuchten. Der Ring glühte wie nie zuvor. Ich fühlte mich mächtig und stark und ich konnte mir nicht ausmalen, wieso ich nicht früher auf die Idee gekommen war, dass sich hinter meiner einfachen Gabe des Augenlesens viel mehr steckte. Ich konnte die Wahrheit ans Licht bringen. Keine Ahnung, wie ich es nennen sollte.

Ich hatte Hunahunas wahres Ich zum Vorschein gebracht und wenn ich wollte, konnte ich dasselbe mit Kalag, Goldlocke, Kim und Niall anstellen. Ein Grinsen stahl sich auf meine Lippen. Doch es verschwand so schnell wie es gekommen war. Hunahuna verwandelte sich erneut. Diesmal allerdings zurück in sein selbstgefälliges, überhebliches Ich. Mein Ring hörte schlagartig auf zu glühen, ich hörte auf, rot zu scheinen und verlor den Boden unter den Füßen. Das durfte nicht wahr sein! Eben noch war er ein elendiges Wesen, kleiner als der durchschnittliche Mensch gewesen, mit vor Angst verzogenen grauen Äuglein. Und nun stand er in aller Pracht vor mir, die Pistole weiterhin auf meine Brust gerichtet. Mein Hochgefühl löste sich in Luft auf, an seine Stelle trat Angst. Verdammt. Anscheinend war meine Gabe doch nichts weiter als ein blödes Hirngespinnst. Mein Blick wanderte zu Niall, der leichenblass neben Kalag stand und mit großen Augen zu uns hinüber starrte. Ich war mir nicht sicher, ob wegen meiner Gabe oder wegen Hunahunas Pistole an meinem Herz. "Das war ziemlich unhöflich von dir", sagte Humbalumba da gerade und drückte die Pistole fester gegen meinen Brustkorb. "Das Leben ist nicht fair", röchelte ich. Meine letzten Worte sollten mich immerhin gut repräsentieren. "Nein, das ist es ganz bestimmt nicht. " Humbalumba trat einen Schritt zurück, ließ die Waffe sinken.

"Sie haben vergessen, sie zu benutzen", sagte ich. Er schüttelte den Kopf, grinsend. "Du willst ganz sicher wissen, weshalb das Leben ein unfairer Ort für dich und mich ist." Das Leben war doch kein Ort! Und schon gar nicht für ihn und mich. Ich lebte mein Leben und er seines. Keine Ahnung, warum er es wohl verabscheute, es interessierte mich einen Dreck. "Nein, das möchte ich nicht", entgegnete ich nur, kalt gelassen. Er lachte. Warum lachte er? "Kalag?" Er wandt sich an den Togatypen, winkte ihn zu sich heran. "Gewähre der jungen Lady einen Blick." Togatyp nickte. Sonst sagte er nichts. Ich runzelte die Stirn. Er sollte mir einen Blick gewähren. Worauf? Und warum? "Ach komm, Ruby. Streng dein Gehirn ein wenig an."

Hunahuna kehrte zu mir zurück. Ich wich ihm aus und starrte zu Niall, der den Blick gen Himmel hielt. Sie alle sahen in die Ferne, bloß nicht zu mir. Was zum Henker... Oh. Oh! Nein. Hunahuna folgte mir auf Schritt und Tritt, vollkommen egal, wohin ich ging. Ich wollte nicht. Ich wollte nicht in seine Seele gucken. Wenn überhaupt blickte ich in Seelen, sofern ich es selbst wollte - oder aus Zufall. Ich hatte seit längerer Zeit keinen Blick mehr gewagt. Ich hatte nicht vor, das in irgendeiner Art und Weise zu ändern. Doch Humbalumba und seine Freunde zogen mir einen Schnitt durch die Rechnung. Irgendwann reichte ihm mein Herumgehopse. Er packte mein Gesicht, fester als notwendig. Autsch. Dann zwang er mich dazu, ihm in die Augen zu sehen.

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