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Kapitel 86

Eine Woche später schickten die Ärzte mich nach Hause. Sie wunderten sich kaum über mein frühzeitiges Genesen und waren voller Zuversicht, dass ich mich schon bald nicht mehr an eine schmerzende Schulter würde erinnern können. Leider würde ich mich an so viele andere Dinge erinnern können, dass auch die Schulter nie mein Gedächtnis verlassen würde. In dieser letzten Woche waren Erinnerungen zurück gekehrt. Erst ganz langsam, wie die Sache mit der Blutlache. Mich schüttelte es bei dem Gedanken an diesen Traum. Er war absolut ...wahnsinnig gewesen und irgendwie...erleuchtend. Ich war mir zu 99 Prozent sicher, dass ich ihn richtig gedeutet hatte. Niall war der Täter. Es ergab alles Sinn. Deswegen tauchte sein Dad nicht wieder auf um mir die Wahrheit zu sagen. Deswegen hatte Niall mich kein einziges Mal im Krankenhaus besucht(nicht, dass ich mich gegrämt hätte). Und deswegen war er damals bei der Kneipe gewesen, die er bestimmt auch noch angezündet hatte. Bloß wofür? Aus Rache, weil er ein Goldener war und man ihn behandelte wie einen Misthaufen? Oder weil er dank mir dem Tod geweiht war? Egal, welche Erklärung ich mir einredete, letzten Endes, stand ich noch ahnungsloser da als zuvor. Was feststand war, Niall hatte Corine auf dem Gewissen. Niall verdiente es, genauso zu sterben wie sie. Ich sah rot, wenn ich an ihn dachte.

Die gesamte Woche über versuchte ich, einen geeigneteren Täter zu finden. Niemand schien gut genug zu sein und alles blieb an dem Jungen hängen, in den ich mich verliebt hatte. Das zu leugnen, wäre falsch gewesen. Ich hatte mich in ihn verliebt und musste mit den Konsequenzen leben. Er war nun mal ein Idiot, das hatte er von seinem Vater geerbt. Sobald ich einen von ihnen in die Finger bekam, würden sie ihr blaues Wunder erleben. Es gab noch etwas, das mich in die Irre führen wollte. Ständig hörte ich ihre Stimme. Obgleich die Ärzte mich nicht hatten da behalten wollen wegen meiner körperlichen Genesung, psychisch war ich weit entfernt von gesund. Nicht nur in meinen Träumen sah ich einen brünetten Lockenkopf durch die Gegend wuseln oder mir Geschichten über ihre Familie erzählen. Auch wenn ich hellwach in meinem Krankenhausbett lag und las, aß oder sonstiges tat. "Ruby", rief sie immer wieder. Aber sofern ich mich nach ihr umschaute, verblaste ihre Stimme und alles, das zurück blieb, war der Schmerz in meiner Brust. Corine und ich waren sowas wie beste Freundinnen gewesen. Ich hatte sie gern gehabt. Natürlich bildete ich mir ein, dass ich ihre Stimme hörte. Ich hatte ein traumatisches Erlebnis hinter mir, ihren Tod. Dennoch kam ich mir vor wie eine Geistesgestörte, wann immer sie meinen Namen rief.

Ein paar Mal war ich versucht zurück zu rufen, allerdings zweifelte ich daran, dass man mich dann tatsächlich nach Hause schicken würde. Wie gesagt, mir ging es prima. Am Sonntagnachmittag, die Woche nach dem schrecklichen Erlebnis, holten mich Grant und Kim aus dem Krankenhaus ab. Kim hatte sich als besonders fürsorglich erwiesen, obwohl ich ihm nicht verziehen oder ihn in irgendeiner Weise zur Rechenschaft gezogen hatte. Irgendwann hatte ich vor, nachzufragen, doch bis dahin...Bis dahin wollte ich mich erholt haben. Sie brachten mich sofort in mein Zimmer, deckten mich mit fünf Decken zu, sodass ich mich wie eine Ölsadine fühlte und brachten mir haufenweise zu Essen. Ich hätte mich an diese Bedienung gewöhnen können. Wäre da nicht der Grund dafür gewesen. Nämlich Corines Tod. Also schüttelte ich nur den Kopf, als Grant mit dem dritten Tablett voller Essen in mein Zimmer kam.

"Kim ist gerade mit Wodka spazieren gegangen." Aha. Danach hatte ich nicht gefragt. Ich sah ihn an und zum ersten Mal seit dieser einen Nacht, traten mir Tränen in die Augen. "Kannst du..Könnt ihr einfach so tun, als wäre alles normal?", wisperte ich. Mein Blick war schleierhaft, weil die Tränen mir bereits die Sicht versperrten. Es war unfassbar. Immer fing ich in den bescheuertsten Momenten an zu flennen. "Klar", sagte Grant. "Danke." Meine Stimme klang heiser und erschöpft. Genau wie ich mich fühlte. GGG verließ mein Zimmer und kehrte kurz darauf zurück. Er wickelte mich aus dem Deckenmonster und bracht die Decken ins Wohnzimmer, wo er einen Haufen bildete. Währenddessen setzte ich mich auf, wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und versuchte, mich zu beruhigen. "Hör zu." Als er mein Zimmer wieder betrat, ließ er sich auf die Bettkante fallen. Ich zog die Beine an. "Es ist okay, wenn du weinst, ja?", sagte er. "Mehr als das. Du solltest weinen. Irgendwann..." Er stockte und blickte zur Decke.

"Ich kann dir nicht versprechen, dass der Schmerz um deinen Verlust je aufhören wird. Aber irgendwann wirst du dich daran gewöhnt haben. Stell dir vor, du trügest einen Teil von ihr immer mit dir herum." Das konnte ich mir nicht vorstellen. Sollte ich mir ein Herz basteln und es tagtäglich durch die Schule führen? "Ruby, es ist passiert und du kannst es nicht ungeschehen machen." Doch. Indem ich den Verantwortlichen büßen ließ. Er musste es in meinem Blick gesehen haben, oder er hatte es die ganze Zeit über bemerkt. Aber schließlich entgegnete er: "Selbst wenn du dafür jemanden umbringst, wird der Schmerz nicht vergehen. Er wird bei dir bleiben und vermutlich wachsen, sobald du.." Sobald ich Niall tötete. Hah, er war doch sowieso schon theoretisch tot. So wie ich. Wo lag der Unterschied? Ob ich ihn nun tötete oder Humbalumba und seine Freunde. "Du bist so stur, weißt du das eigentlich?" Grant starrte immer noch hinauf an meine Zimmerdecke, die in einem hellen Babyblau gestrichen worden war. Ich erinnerte mich daran, dass er eine Tochter gehabt hatte. "Vermisst du sie?", fragte ich, einer Eingebung folgend. Er nickte und ich sah wie ihm eine klitzekleine Träne über die Wange lief. "Der Schmerz hat nie aufgehört", gab er zu.

"Aber...", ich seufzte, darum bemüht, nicht erneut zu weinen. Ganz egal, was er sagte. Ich hasste es zu weinen. Weil der Schmerz den ich empfand, während ich weinte, so viel schlimmer war, als alles, das ich je erlebt hatte. Denn ich empfand nicht nur Schmerz wegen Corines Tod, sondern auch wegen anderen Dinge. Meinen Eltern, zum Beispiel. Und Niall... "Aber wie kannst du damit leben?", platzte es aus mir heraus. Er drehte den Kopf ein bisschen in meine Richtung, schaute jedoch an mir vorbei. "Indem ich daran glaube, dass es ihr gut geht."

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