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Kapitel 85

Wir hatten keine Zeit um darüber zu diskutieren, weil im nächsten Moment zwei bekannte Gesichter das Krankenhauszimmer, in dem ich lag, betraten. Sie tuschelten leise mit einander. Ich hätte sie immer wieder erkannt, sogar, wenn Grant meine Erinnnerungen an die Situation auf dem Präsidium ebenfalls ausgelöscht hätte. Lucinda Beckett und Peter Detal. Der gute und der böse Cop, obgleich mir immer noch schleierhaft war, wer nun den guten und wer den bösen mimte. Die beiden setzten sich auf die Stühle, die meine Besucher so bereitwillig geleert hatten. "Sie dürfen nun gehen", sagte Lucinda zu Kim, der direkt die Stirn runzelte. "Warum?", empörte er sich. Warum nicht? "Dieses Gespräch geht sie in keinster Weise etwas an." Grant musste vermutlich nur hier bleiben, weil ich noch zu den Minderjährigen auf dieser Welt zählte. Kimberley grummelte etwas unverständliches, ging aber dann mit schnellen Schritten zur Tür hinaus. Grant lief zu dem einzigen Fenster in diesem kargen Raum und lehnte sich gegen das Fensterbrett. Er wirkte wie eine Statue. Lucinda und Peter begannen, mich auszufragen und jede Frage, die sie mir stellten, beantwortete ich mit: "Keine Ahnung", oder "Weiß ich nicht." Tatsächlich nahm das Gespräch nicht so viel Zeit in Anspruch, wie ich befürchtet hatte. Irgendwann schienen sie genervt zu sein, weil ich ihnen die Wahrheit abschlug und setzten sich in Bewegung. Doch Peter Detal fiel in letzter Sekunde noch etwas ein.

"Du erinnerst dich doch wohl noch an die Leiche, die du und dein Kumpel gefunden habt?" Als ich nickte, nickte er ebenfalls. "Weißt du, ob deine Freundin Corine den toten Mann zufälligerweise gekannt hat?" Sie suchten eine Verbindung zwischen ihnen? "Nicht, dass ich wüsste. Sie war genauso neu hier wie ich." Ich verbannte die Gefühle, die bei Corines Namen mein Herz überfluten wollten, in die hinterste Ecke und konzentrierte mich auf die Polizisten. Lucinda und Peter wechselten einen Blick. "Gut, danke. Das war's erst mal." Sie verabschiedeten sich, ehe die Tür hinter ihnen mit einem lauten Knall ins Schloss fiel. Ich atmete erleichtert auf. "Du hättest mich ruhig früher vorwarnen können", zischte ich Grant zu, der sich vom Fenster weg bewegte. "Wann denn? Bevor oder nachdem ich sie darum gebeten habe, noch einen Tag zu warten?" Ich kniff die Augen zusammen. Auf einmal wurde mir sagenhaft schwindelig und alles drehte sich. "Keine Ahnung. Mitten drin?", flüsterte ich. Meine Stimme gab nach und mein Körper erschlaffte. Ich verlor das Bewusstsein.

Mein fünftes Erwachen bildete den krönenden Abschluss. Dieses Erwachen konnte ich nicht beschreiben. Es gab weder Worte noch sonstiges, das dies hätte beschreiben können. Ich lag in meinem Bett, das sich nach einigen Minuten als das Bett im Waisenhaus, outete. Die Laken unter mir waren blutgetränkt. Als ich einen Blick zu meiner linken Seite schweifen lies, trat etwas dickes rosafarbenes in mein Blickfeld. Ein Schwein. Bei näherem Betrachten, fiel mir die Leere in seinen Augen auf und dann...der Schnitt an seinem Hals. Das Blut, das daraus hervortrat war bereits getrocknet. Ebenso das Blut, auf dem ich lag. Ich klebte praktisch daran fest. Von Kopf bis Fuß lag ich im Blut eines toten Tieres. Wie war ich hier hin gekommen? Tränen brannten in meinen Augen. War ich verantwortlich für das tote Schwein? Wieso lag ich in der Blutlache? Die Situation überforderte mein Vorstellungsvermögen. Nein. Niemals hatte ich ein Lebewesen ermordet. Zu so etwas war ich nicht fähig. Das Messer, das in meiner rechten Hand auftauche, bestätigte das Gegenteil. Ich keuchte. Wieso war es aus dem Nichts erschienen? Plötzlich und ohne Vorwarnung wurde die Tür zu meinem Zimmer aufgerissen.

Menschen kamen herein gestürmt, sahen das Schwein dort liegen und mich daneben. Sie blieben stehen und es entstand eine Art Domino. Die vorderste, Heimleiterin Barbara, blieb stehen und ließ die hinter ihr stehenden dadurch umfallen. Sie begannen, wild durcheinander zu reden, missbilligten mich immer wieder. Ich fühlte mich immer kleiner und schuldiger, dabei hatte ich doch gar nichts getan. Das war ich nicht gewesen! Oder? Ich erinnerte mich nicht. Vielleicht hatten sie recht und ich trug die Schuld. Ja, alles deutete auf diese Tatsache hin. Das Blut an meinen Händen, die Blutlache unter mir, das Messer in meiner Hand. Irgendwann steuerte Barbara auf mich zu, die Hand an den Mund gepresst. Wonach stank es hier? Verwesung? "Ich glaube es nicht", sagte sie, gefasster denn je. Ich glaubte es doch auch nicht! Verzweifelte Tränen rannen mir über das Gesicht.

"Was hast du nur getan?", brüllte sie. Ihr Brüllen jagte mir eine fürchterliche Angst ein. "Nichts", krächzte ich. Mein Hals tat weh und ich schaffte es nicht, mich zu bewegen. Ich fühlte mich hilflos. "Lüg nicht!", tadelte sie. Die Menschen hinter ihr, unter anderem andere Waisenkinder, die mit mir in diesem Heim lebten, riefen lauter durch einander. Worte wie: "Mörderin!" und "Ich habe immer gewusst, dass sie nicht nur stiehlt!", drangen zu mir durch. Ich kämpfte gegen den Schmerz in meiner Brust an. "Das ist nicht wahr!", rief ich ihnen entgegen. Doch sie lachten nur. Barbara raufte sich die Haare. "Was mach ich denn jetzt?", flüsterte sie. Und irgendwie tat sie mir leid. Ich hatte Mitleid mit ihr, weil das tote Schwein und ich, wie ich mit dem Messer in der Hand vor ihr lag...Weil wir.. Wir waren ein Inditz für ihre Unfähigkeit als Heimleiterin. Sie hatte mich nicht richtig erzogen.

Im nächsten Moment kam ein Junge in das Zimmer gelaufen. Er bewegte sich anmutig und so, als sei er der einzige auf dieser Welt. Seine langen Haare kräuselten sich um den Ansatz eines Dreitagebartes. Er wirkte zwar unausgeschlafen, aber nicht erschöpft. Seine Augen schimmerten verräterisch golden. Was tat Niall hier? Ich konnte ihn doch gar nicht kennen. Im Waisenhaus war er nie gewesen! "Barbara. Beruhigen sie sich." Seine Stimme klang beschwörend. Ich holte rasselnd Luft. Niall. Ich elende Idiotin. Und dann begann ich lauthals zu schluchzen und während ich das tat, wachte ich auf. Aus einem der schlimmsten Alpträume, die ich je gehabt hatte. Niall. die ganze Zeit über war es Niall gewesen. Plötzlich erinnerte ich mich daran, in einer Blutlache neben Corine aufgewacht zu sein. Die Blutlache. Wie damals im Waisenheim. Niall war der einzige gewesen, dem ich davon erzählt hatte. Niall. Er hatte versucht, mich um den kleinen Finger zu wickeln. Wofür das alles? Damit ich ihm vertraute? Damit er letzten Endes meine beste Freundin ermorden konnte?

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