
ein neuer Tag, ein neues Leben
Darcy
Als ich am nächsten Morgen die Augen öffnete war es seltsam still. Ich drehte mich vom Rücken auf die Seite um zu schauen ob Emily noch schlief, aber alles was ich sah war die Lehne ihrer Schlafcouch. Genervt von mir selbst drehte ich mich daher auf die andere Seite. Aber an statt diesmal zu sehen ob mein liebes Schwesterlein noch schlief, machte ich Bekanntschaft mit dem flauschigen Teppichboden.
~Notiz an mich selbst: Wenn Emil dir das nächste Mal anbietet das Sofa für dich auszuziehen, dann nimmst du auch an Darcy...
Aber gut wenigstens war die Landung weich
Ich rappelte mich auf, in eine halb sitzende, halb knieende Position und lukte vorsichtig über die Kante von Emilys Bett. Es war leer. Die Decke war glatt gestrichen und all ihre 'milliarden' Kissen waren -nach Farbe und Größe sortiert- auf ihrem Bett trapiert. Eigentlich war hier generell Alles ordentlich in diesem Raum.
Naja abgesehen von der Schlafcouch, auf der ich eben noch geschlafen hatte. Das darauf ausgebreitete Laken war völlig zerwühlt und das Federkissen zu einem Klumpen geknüllt.
-Ich hatte die seltsame Angewohnheit im Schlaf alles mit meinem Würgegriff zu zerknautschen oder zu zerdrücken-
Mein Stofftier Lightning, dessen hellblaues Stummelbein einen Halben Meter von mir entfernt unter der Decke hervorlukte -die ich beim Sturz mit runtergerissen haben musste-, hatte früher nicht selten und eben jenem Griff gelitten. Ich zog an besagter Gliedmaße und drückte den blauweißen, schlappohrigen Hasen einmal fest an mich.
Er war etwa so groß wie mein Oberarm und schon fast so alt wie ich.
Mom hatte ihn mir geschenkt als ich etwa fünf war und damals habe ich ihn überall mit hingenommen. Mir huschte ein Lächeln über die Lippen als ich daran dachte, wie oft Mom ihm -wegen meinem berüchtigten Würgegriff- Arme, Beine, Ohren oder sogar den Kopf wieder annähen musste, oder als sie irgendwann seine einst rosanen Pfoten und die gleichfarbigen die Innenseiten seiner Ohren gegen gepunkteten Stoff austauschen musste, weil ein Junge aus der Nachbarschaft ihm einmal Knete in das Kunstfell geschmiert hatte....
Ja, Lightning hatte mit mir schon viel erlebt und obwohl er mit der Zeit langsam etwas gräulich geworden war, sah er -trotz zahlreicher Notoperationen in seiner Jugendzeit- eigentlich noch Recht gut aus.
Ich stand auf um in die Realität zurück zufinden und zupfte das Laken auf der Couch zurecht. Lightning setzte ich darauf ab und hob meine Decke vom Boden auf. Diese legte ich zusammen und verstaute sie dann mitsamt dem bereits aufgeschüttelten Kissen in der Kiste neben dem Sofa.
Dann rückte ich mein Top zurecht, schlüpfte in mein flauschigen Pantoffel und kramte meine Brille aus meinem Koffer. Ich streckte mich noch einmal bis mein Rückrad leicht knackte und tapste auf den Flur hinaus.
Einen Blick in den dort hängenden Spiegel vermied ich lieber. Ich wusste auch so das ich wie eine Kreuzung aus einem Guten-Morgen-Zombie und einem Zottelmonster aussah. Ich folgte dem Lockruf von frischem Kaffee, Speck und Buttertoast ins Erdgeschoss und landete in der Küche wo ein großer kahlköpfiger Mann in Kochkleidung am Herd stand.
"Morgen", lalte ich schlaftrunken und ging zur Kaffeemaschine. Ich goss mir eine Tasse des schwarzen Goldes ein, setzte mich auf einen der Barhocker an der kleinen Kücheninsel und nahm mir die Zeitung die dort lag um durch die Jobanzeigen zu blättern.
"Guten Morgen Miss.....Darcy?!", gab verdattert zurück. Ich hob mein Blick von der Zeitung und erschrak mich fast zu Tode "Vladd?!"
Na wunderbar so hab ich mir meinen ersten Tag hier sicher nicht vorgestellt. Ich sehe aus wie ne Vogelschäuche und der nette Typ von gestern arbeitet als Koch für meinen Dad...
"Was machst du denn hier", fragten wir beide gleichzeitig und mussten grinsen.
"Ich arbeite hier und du?", antwortete er auf meine Frage woraufhin ich antwortete: "Ich wohne hier."
"Oh dann bist du also die Tochter aus Australien?", fragte er lächelnd und stellte mir einen Teller mit einem Rühereispecksandwich mit geschmolzenem Käse vor die Nase. Ich nickte nur denn mir mir lief förmlich das Wasser im Mund zusammen. Ich liebte Rüherei mit Speck und ich liebte Käsesandwiches aber am meisten liebte ich beides zusammen, klar war es total ungesund und megafettig aber es war auch verdammt lecker.
Ungeduldig legte ich die Zeitung beiseite und aß das Sandwich mit großen Bissen auf. "Gab es in Australien etwa nichts zu Essen", fragte er belustigt, als ich mir den Mund mit einer Serviette abtupfte.
"Doch schon aber das ist das beste Käsesandwich mit Rüherei und Speck das ich je gegessen habe. Du bist mit Abstand der beste Koch, dem ich je begegnet bin... Wie gut das du nicht in Dads Hotel arbeitest!", strahlte ich "apropos wo sind Dad und Emily eigentlich?"
"Mr. Anderson ist im Hotel und deine Schwester ist Joggen gegangen, wie jeden Morgen", informierte er mich weswegen ich resigniert die Schultern hängen ließ. "Er arbeiten also sogar an Sonntagen im Hotel"
Na super da will ich einmal nach all den Jahren wieder was mit ihm machen und dann geht er sieben Tage die Woche arbeiten.
Plötzlich fiel die Haustür laut ins Schloss "Darcy? Bist du schon wach?", konnte ich kurz darauf Emilys Stimme hören und ein Paar Sekunden später streckte sie ihren Kopf zur Küche herein.
"Guten Morgen Schwesterlein" grüßte ich sie "Guten Morgen, du ähm... da draußen stehn zwei Typen mit einem riesigen Container in der Einfahrt. Die meinten, dass sie irgendwelches Zeug für dich hätten"
"Der Container ist schon da?", fragte ich entsetzt und Emily zuckte nur mit den Schultern, "Scheint so, keine Ahnung"
"Scheiße! Lass sie rein fahren, ich bin gleich da" sagte ich und rannte nach oben um mich umzuziehen und in aller Eile meine Haare zu einem wirren Knoten hochzubinden.
Unten vor dem Haus wurden derzeit gerade alle meine Habseligkeiten sprich: meine kleine Kakteensammlung, mein Bett mein Sofa, mein Schreibtisch, eine Stehlampe, drei Bücherkisten, mein PC, meine Musikanlage, zwei Kisten mit Klamotten, eine Kiste mit Zeug vom Studium, mein Boxsack, eine Kiste Mit Dekoration und Krimskrams und zu guter Letzt mein größter Schatz vor der Garage abgestellt.
Oh ich liebte meinen pinken "Range Rover Sports" -auch wenn mir die Farbe für gewöhnlich eher nicht zusagte- aber bei meinem Auto machte ich eine Ausnahme.
Ich hab ihn gesehen und musste ihn haben. Und ich habe lange auf ihn gespart! Ganze drei Jahre und jetzt gehört er schon fast ein ganzes Jahr mir.
Ich grinste von einem Ohr zum anderen, als ich begutachtete ob er auch wirklich heil geblieben war und musste mich stark zusammenreißen, nicht die Motorhaube zustreicheln.
"Ms. Anderson?", riss mich eine männlich Stimme aus meinen Gedanken. "Würden sie bitte noch hier unterschreiben?", Ich nickte nur, nahm den Stift den er mir hin hielt, überflog kurz den Bogen und unterschrieb dann die Lieferbescheinigung. "Wegen dem Sachschaden den wir verursacht haben wird ihnen in den nächsten Tagen dann ein Teil des Betrages zurück erstattet", teilte er mir noch mit als ich ihm seine Unterlagen zurück gab und ich bedeutete ihm mit einem Nicken, dass ich in verstanden hatte.
So fuhren die beiden Herren mit ihrem Containern davon und Emily, Vladd und ich verstauten mein Zeug vorerst einmal in der zweiten Garage die offenbar eher als Geräteschuppen diente. "Schickes Auto" meinte Vladd dann als wir alles verräumt hatten "Naja ich weiß nicht warum ist es den pink? Ich dachte du magst die Farbe nicht", kommentierte Emily leicht desinteressiert sie konnte meiner Begeisterung für Autos noch nie etwas abgewinnen. Daher sah ich es ihr auch nicht nach. "Das dachte ich auch, aber ich hab dieses Auto gesehen und musste es haben, es war sowas wie Liebe auf den ersten Blick"
Emily hob nur eine Augenbraue und murmelte etwas vor sich hin, das wie 'Na wenn du meinst' klang und verschwand im Haus. Vladd und ich folgten ihr schmunzelnd.
"Du Emil?", rief ich ihr hinterher. "Ja Dagobert?"
"Hättest du Lust mir ein bisschen Miami zu zeigen?"
"Ich muss gleich zum Training aber vielleicht kann ich dir danach ja vielleicht die Stadt zeigen", überlegte sie, "natürlich nur wenn du dann noch Lust hast, ansonsten kannst du ja auch Vladimir fragen!"
Vladimir? Meinte sie etwa Vladd? Oder gab es hier noch jemanden der für Dad und Emily arbeitete wohl eher kaum zumindest wäre es seltsam, dass sie fast den gleichen Namen hätten.
"Okay dann heute Nachmittag ich wäre jetzt eh an den Strand gegangen, schließlich muss ich ja irgendwann mein neues Board einweihen"
Sie nickte nur und verschwand in ihrem Zimmer. Vladd blickte ihr einen leicht angesäuerten nach.
"Steht da irgendwas zwischen euch?"
Es wirkte als wollte er etwas sagen, als er seinen Blick von der Treppe zu mir schweifen ließ. Aber dann schüttelte er nur den Kopf und hielt mir meine Kaffeetasse unter die Nase. Als er seine Aufmerksamkeit wieder den Herd widmete konnte ich ihn etwas nuscheln hören, das sich verdächtig wie "Ich hasse diesen Namen" anhörte.
Ich trank meinen Kaffee aus und half ihm dann beim Abwasch. "Würde es dich stören, wenn ich mit an den Strand komme?", fragte er plötzlich und haute mich damit fast aus den Socken. Ich hatte es gestern nicht einmal mehr fertig gebracht, seine Nummer in meinem Smartphone zu speichern und er fragte mich, ob er mich begleiten könne?
Am liebsten wollte ich gerade die Beine in die Hand nehmen und schreiend bis nach Nevada laufen. Von Männern hatte ich die Nase gerade wirklich gestrichen voll. Nichts gegen Vladd, ich schätzte ihn wirklich als einen echt netten Kerl ein, er sah auch echt nicht schlecht aus und er konnte wirklich gut kochen.
-vor allem im Vergleich zu mir, ich brachte sogar Wasser zum Brennen-
Aber ich musste erst einmal von der geballten Ladung Testosteron, die mich in Australien immer belagert hatte erholen und so genoss ich es dass mich hier niemand außer Emily und Das richtig kannte.
Ja ich war jetzt vielleicht nicht so bekannt wie Justin Bibi oder wie dieser Vogel heißen mochte oder seine Freundin Selena Fernandez oder war es Lopez? Ist ja auch egal. Diese Leute interessierten mich noch nie besonders und bevor das hier jemand in den falschen Hals bekommt: Ich bin jetzt wirklich keine große Nummer, aber in der Surferszene und gerade in Australien ist der Name 'Darcy A.M. Anderson' dem ein oder anderen ein Begriff. (Darcy Aveline Maria Anderson)
Ich hatte bereits einige Preise bei kleineren Wettbewerben gewonnen und ab und zu hatten mich ein paar Sponsoren gefragt, ob ich nicht für ihre Marken Werbung machen will. Einmal hatte ich sogar an einem größeren Wettbewerb teilgenommen und es immerhin auf den vierten Platz, knapp hinter Bethany Hamilton geschafft.
Ich bewunderte diese Frau sehr. Hätte ich einen Arm durch einen Haiangriff verloren, wüsste ich nicht ob auch ich diese Stärke, diesen Mut, oder gar diese Willenskraft hätte aufbringen können und noch einmal völlig neu zu beginnen. Von daher war es auch nicht ganz so schlimm, dass sie besser war als ich. Sie hatte es verdient und ich hatte Glück überhaut eine so hohe Punktzahl zu bekomme.
"Darcy, bist du noch da?" Vladd wedelte mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum. Ich blinzelte mehrmals. "Hä, ja klar und ähm wegen eben", setzte ich wieder an und nickte als Zeichen, dass er mich verstanden hatte. "Wenn du Lust und Zeit hast, hab ich nichts dagegen das du mitkommst" ich lachte und räumte das Wischtuch weg, das ich bis eben noch zum Geschirr abtrocknen verwendet hatte. "Aber nur wenn es dir nicht zu langweilig ist mir beim Surfen zu zuschauen"
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So ihr lieben ich weiß bis jetzt hat das ganze wenig mit tanzen zu tun aber ja Darcy kann zwar Tanzen aber wie Emily glaube ich schonmal erwähnt hat tanzt sie mittlerweile nicht mehr so oft wie früher. Ich hoffe trotzdem das euch das Kapitel gefallen hat auch wenn ich damit so irgendwie überhaupt nicht zufrieden bin^^
Und naja ich glaube es wird so langsam losgehen... Und ich sag euch eins ich freue mich schon mega drauf Tripp den ein oder anderen reinzuwürgen XD ich mochte diesen Schleimer wirklich so gar nicht XD keine Ahnung woran es genau lag aber der Moment als Vladd ihm das Maul mit einem Donut gestopft hat war im Film einfach mega.
Na ja wie dem auch sei
Liebe Grüße Noah~* ;3
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