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" Und, wenn jene Person in der Nähe ist", sagte Mike nun ein wenig nachdenklich, und blickte Eddie an. Der ältere" Junge runzelte ein wenig die Stirn. Auch, wenn er nicht wirklich wusste, wie er das, was sein bester Freund ihm- ihnen Allen soeben erzählt hatte einordnfn sollte, so kam es ihm in gewisser Weise fast schon ein wenig bekannt vor. So, als hätte er bereits einmal von etwas Ähnlichem gehört. Als hätte er irgendwo bereits etwas Ähnliches gelese . Es einmal irgendwo dehnt gesehen, such, wenn er sich nicht ganz daran erinnern konnte.
Auch, wenn ihn in jenem Moment ein leicht irritierendes Gefühl von Verwirrung und etwas Ähnlichem wie Begreifen zugleich durchströmte. Auch, wenn er sich dennoch nicht ganz darüber im Klaren war, was all das zu bedeuten hatte. Wenn er nicht genau wusste, worum es sich handelte. Woher es gekommen war, und was es zu bedeuten hatte. Wie es erneut verschwinden würde- und das möglichst bald.
Wie jener merkwürdige Husten, jene Schmertuen in der Brust, die Eddie beschrieben hatte, zu einem Ende kommen würden. Auch, wenn er wusste, dass er vermutlich erst einmal noch eine gewisse Zeit brauchen würde, um viell eicht auf eine Weise mehr darüber zu erfahren. Dass er noch eine Weile brauchen würde, um sich umzuhören. Einihe Zeit, in der er überegen müdste, wie und ob er seinem besten Freund weiterhelfen konnte. Ob es überhaupt eine Lösung gab.
Ob er Eddie überhaupt irgendwie weiterhelfen könnte. Denn obgleich er seinem besten Freund helfen wollte, obgleich er für diesen hoffte, dass jener Husten bald ein Ende haben würde, so war er sich nicht sicher, ob er jene Informationen, die er vrauchte in einem Buch finden würde. In eine. Buch oder Erzählungen. In Erzählung von anderen Menschen, die bereits einmal von so etwas gehört hatten. Ob er jene Informationen überhaupt auf irgendeine Weise finden würde, so lange er ihnen auch nachjagen würde.
Ob er überhaupt weiterkommen würde. Aber dennich wusste er, dass er es versuchen würde. Wissre er, dass er es für seine besten Freunde- für einen seiner besten Freunde- versuchen würde. Dass er für ihn eine Lösung suchen, ihm helfen würde. So, wie die alle ihm in jenem Sommer geholfen hatten. So, wie sie alle ihn, Mike Hanlon vor Henry Bowers verteidigt hätten, obgleich sie es nicht hätten tun müssen. So, wie sie ihn gegen diese unterstützt hatten.
Ihm zu Entkomme geholfen hätten, obgleich sie gewusst hatten, dass sie sich dadurch möglicherweise auch in Gefahr begeben würden. Obgleich sie gewusst hatten, dass sie Henry's Wir dadirch auch - noch mehr- auf sich selbst lenken würden. Dass sie seine Wut noch mehr auf sich selbst lenken würde . Dass er sie noch mehr im Vidier haben würde. Noch mehr sarauf aus sekn würde, sie zu verletzen. Darauf aus sein würde, sich dafpr zu rächen, dass sie Mike damals geholfen hätten.
Dafür, dass sie die Steinschlacht gewonnen hatten. Sie, die ungefähr ein bis zwei Jahre jünger gewesen wären, als Henry selbst. Sie, denen Henry sich damals stets überlegen gefühlt hatte. Sich stärker gefühlt hatte, so, dass er niemals freiwillig eine Niederlage gegen sie hinnehmen würde. Es nicht einfach akzeptieren würde. Einen Weg finden wollen würde, es ihnen heimzuzahlen, um zu zeigen, dass er, Henry Bowers sich nicht von jüngeren, schwächeren Jungen unterkriegen lassen würde. Sie hatten damals gewusst, dass Henry wütend sein würde.
Und doch hätten sie sich dazu entschlossen, Mike zu helfen- was gleichzeitig der Beginn der Freundschaft zwischen dem dunkelhäutigen Jungen, und den anderen sechs Mitgliedern des Losersclubs gewesen war. Und obgleich Henry nicht mehr da war, nicht mehr auf die Highschool in Derry ging- schon Jahre nicht mehr- war er ihnen noch immer dankbar dafür. Obgleich er Henry seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hatte, war er ihnen noch immer dankbar für damals.
Und möglicherweise war dies auch einer der Gründe, dass er versuchte, ihnen zu helfen, wenn er konnte. Dass er versuchte, für seine Freunde da zu sein, wenn er konnte. Sie zu unterstützen, wenn er konnte. Ihnen weiterzuhelfen, wenn sie seine Hilfe brauchten. Wenn sie selber nicht so ganz weiterwussten. Wenn sie, so wie Eddie jetzt, nicht so recht wussten, wie sie mir eiber Situation umgehen sollten. Wenn sie selbst nixht genau verstanden, was,gerade passierte. Warum es passierte. Und wie es wieder aufhören würde.
Wenn sie, ähnlich wie Eddie jetzt eine Art Problem hatten, von dem sie nkchg wirklich wussten, wie sie es lösen könnten. Wenn sie gleichzeitig so irritiert, und auch ratlos wirkten, als würden sie selbst nicht ganz begreife können, was mit ihnen passierte. Als würden sie- als würde er, Eddie, sein bester Freund nicht ganz begreifen können, was mit ihm los war. Als würde er selbst es in gewisser Weise noch immer nicht ganz glauben können. Auch nach diesen eineinhalb Wochen, in denen jener Husten begonnen hatte nicht.
Auch nach diesen eineinhalb Wochen, lag noch immer ein recht irritierter, ja, in gewisser Weise sogar verstörter Ausdruck in dessen hellbraunen Augen, als er den Blick vom Boden hob. Noch immer lag jener irritierte Ausdruck in seinen Augen, als würde er seine Gedanken noch immer ein wenig ordnen müssen. Als würde er seine Gefühle noch immer ein wenig ordnen müssen. Sich über all das erst einmal klarwerden müssen. Noch eine gewisse Zeit darüber nachdenken müssen, als Mike ihm erneut eine Frage stellte. " Wird es dann besser oder schlechter?"
Eddie zögerte ein wenig, ehe er jene Frage beantwortete. " Besser", er stockte einen kurzen Moment. Würde es tatsächlich immer besser, wenn Richie in der Nähe war? Würde der Husten dadurch tatsächlich jedes mal weniger? Kurz erinnert er sich an die Pause vor einigen Tagen. Daran, wie er mit Bill und Richie auf dem Pausenhof gestanden hatte. Ganz normal auf dem Pausenhof gestanden, und sich mit ihnen unterhalten hatte. Und an den darauf folgenden, kurzen Hustenanfall, der beinahe aus dem nichts gekommen zu sein schien. " Manchmal bleibt es auch gleich, schätze ich", fügte er dann noch hinzu, und zuckte kurz mit den Schultern. Anfangs war es ihm recht schwer gefallen, es den Anderen zu erzählen.
Anfangs hatte es sich angefühlt, als wären die Worte, die er sagen wollte zwar da- als wären diese Worte bereits in seinem Gedächtnis zu recht gelegt worden, doch als würden sie ihm dennoch noch nicht ganz über die Lippen kommen wollen. Als gäbe es etwas, das ihn ein wenig daran gehindert hätte, es zu erzählen. Möglicherweise das merkwürdig Absurde, das seine momentane Situation an sich hatte. Das merkwürdig Absurde, an das er sich noch immer nicht wirklich gewöhnt hatte. Dass er noch immer als absurd, als unglaublich merkwürdig wahr nahm.
Dass er möglicherweise immer, als merkwürdig wahrnehmen würde. Dass ihm auch später einmal, wenn er daran zurück denken würde merkwürdig vorkommen würde. Dass ihn auch noch Jahre später zum Stirnrunzeln bringen würde. Wenn es denn bloß vorbei gehen würde. Ja, möglicherweise war es jenes merkwürdig Absurde, das es ihm anfangs schwer gemacht hatte, zu Reden zu beginnen.
Jener noch immer vorhandene Hintergedanke, der ihn immer wieder daran zu erinnern versuchte, wie merkwürdig, ka, Nähe zu unrealistisch jener Husten doch war. Wie unrealistisch er war, obgleich er ihn bereits seit eineinhalb Wochen plagte. Obwohl er bereits oft genug bemerkt hatte, dass jener Husten durchaus real war. Vielleicht war es jener Hintergedanke gewesen, der ihn anfangs mehr oder weniger abgehalten hatte- der Hinzergedanke, dass die Anderen es ebenso merkwürdig finden würden. Dass sie ihm möglicherweise gar nicht wirklich glauben würden, wenn er es ihnen erzählte. Dass sie einfach die Köpfe schütteln, und es für eine Art merkwürdigen Scherz halten würden. Doch andererseits hatte er gewusst, dass sie es nicht tun würden.
Andererseits hatte er gewusst, dass sie ihn ernst nehmen würden. Dass sie nicht einfach die Köpfe über ihn schütteln, ja, sich sogar lustig über ihn machen würden. Dass sie ihm zuhören würden- sicherlich ein wenig irritiert, und sicherlich würden sie anfangs nicht ganz verstehen, wovon er redete- doch sie würden ihm zuhören. Und sie würden es möglicherweise sogar verstehen können. Mehr oder weniger. So verstehen können, wie er selbst es auch verstand. Schließlich, vielleicht auch, weil er sich an die Worte von Bill und Stanley am Vortag erinnert hatte- weil er sich daran erinnert hatte, was sie zu ihm gesagt hatten. Dass es bessere Chancen auf eine Lösung geben würde, wenn er den Anderen davon erzählen würde.
Dass sie zusammen eine Lösung finden würden, wenn er ihnen nur erzählen würde, was los war. Ihnen erzählen würde, was nicht stimmte. Was bereits seit einiger Zeit nicht ganz stimmte. Dass er den Anderen vertrauen konnte. Dass sie ihm gerne helfen würden, auch, wenn er das Gefühl hatte, sich ihnen aufzudrängen. Auch, wenn er selbst das Gefühl hatte, dass er zu oft Hilfe von ihnen brauchte. Auch, wenn er es ihnen nicht sonderlich gerne erzählt hatte- nicht, weil er ihnen nicht vertraut hatte.
Nicht, weil er nicht mit ihnen darüber sprechen wollte. Nicht, weil er glaubte, dass sie ihn nicht verstehen würden, ihm nicht zuhören würden. Sondern einfach, weil er sich ihnen nicht aufdrängen wollte. Weil er ihnen nicht das Gefühl hatte geben wollen, jemand zu sein, auf den man ständig aufpassen musste. Jemand, der nicht auf sich selbst aufpassen konnte. Der stets Hilfe brauchte. Weil er ihnen, und auch sich selbst nicht das Gefühl geben wollte, dass er so jemand wäre. Weil er nicht wollte, dass seine besten Freunde so von ihm denken würden- obgleich ein kleinerer Teil von ihm ohnehin wusste, dass sie dies nicht tun würden. Auch, wenn ein Teil von ihm wusste, dass seine Freunde nicht so von ihm dachten.
Dass sie ihn nicht, so, wie seine Mutter es tat für jenen kleinen, zerbrechlichen Jungen hielten. Dass sie ihm um einiges mehr zutrauten. Ihm selbst vertrauten. Dass er ihnen vertrauen konnte. Er hatte die Blicke der anderen Sechs auf sich gespürt, als er zu erzählen begonnen hatte. Hatte ihre fragenden Blicke beinahe schon vor seinem Inneren Auge sehen können, obgleich sein Blick die meiste Zeit über auf den Boden gerichtet gewesen war. Hatte sich die Verwirrung, die ihre Gesichter vermutlich ausgedrückt hätten in gewisser Weise vorstellen können. Nun ja. Nicht alle Gesichter. Nicht alle Gesichter, denn Bill und Stan hätten es bereits gewusst. Bill und Stan hätten die Wahrheit bereits gekannt. Hatten bereits gewusst, was mit ihrem besten Freund los war.
Die Anderen wäre so merkwürdig ruhig gewesen, während er gesprochen hatte. So ruhig, dass man außer seinen Worten und hin und wieder de regelmäßigen, leisen Atemzphen der anderen Loser kaum wirklich etwas hatte hören können. So leise, dass es ihm beinahe schon unangenehm gewesen war. Unangenehm, weil ihm dies in gewisser Weise gezeigt hatte, dass die meiste Aufmerksamkeit nun auf ihm lag. Weil es ihm gezeigt hatte, dass er sozusagen im Zentrum der Aufmerksamkeit stand.
Dass sie alle ihm zuhören, sich auf seine Worte konzentrierten. Und obwohl er in gewisser Weise froh darüber gewesen war- froh, dass sie ihm wirklich zuhörten. Froh, dass es sie wirklich zu interessieren schien, was er ihnen zu erzählen hatte- war es ihm auf gewisse Weise unangenehm gewesen. Unangenehm, besonders, als er von jener einen Person erzählt hatte. Von jener einen Person, die ebenfalls in jenem Raum saß. Von jener einen Person, die Unfalls in jenem Raum saß und ihm zuhörte. Ihm zuhörte, und vermutlich keine Ahnung hatte - wie denn auch- dass es sich bei jener Person um die handelte.
Die sich vermutlich fragte- so, wie sie alle es sich vermutlich fragten- wer jene Person war, für die der jüngste Loser Gefühle hatte. Um wen es sich bei jener Person handelte. Wer es sein könnte. Ja, vermutlich fragten sie sich dies. Vermutlich war dies eine Art unausgesprochen Frage gewesen, die wie eine Art Nebel über der Atmosphäre in jenem Raum zu hängen schien. Eine Art unausgesprochen Frage, die zwar nie laut ausgesprochen worden war, aber deren Präsengeut man beinahe spüren konnte. Wer ist es?
Und obgleich es sich bei den Anderen um seine besten Freunde habsekte, hatte er ihnen nicht davon erzählt. Obgleich er seinen besten Freunden mehr vertraute, als anderen Personen- möglicherweise sogar ein wenig mehr, als seiner eigenen Mutter Sonia Kaspbrak- hatte er es nicht fertig gebracht, ihnen zu erzählen, für wen er Gefühle hatte. Nicht, wenn diese Person ebenfalls anwesend war. Nicht, wenn Richie es ebenfalls mitbekommen würde. Wissen würde, dass sein bester Freund Gefühle für ihn hatte. Wissen würde, dass er jene Person war.
Jene Person, die ihm so viel bedeutete, von der er jedoch auch wusste, dass sie seine Gefühle vermutlich nicht erwidern würde. Nicht auf diese Art. Jene Person, die er liebte, und der er sehr wohl vertraute, von der er jedoch nicht wusste, wie sie es aufnehmen würde, würde sie es erfahren. Von der er nicht wüsste, wie sie reagieren würde. Zwar hatten sie alle recht positiv reagiert, als Stan und Bill ihnen erzählt hatten, dass sie zusammen waren. Zwar hatte niemand sich dagegen ausgesprochen.
Niemand hatte das Gesicht verzogen, oder eine angewidert Bemerkung gemacht, so, wie einige andere Bewohner Derrys es möglicherweise getan hätten. Niemand hatte auf irgendeine Weise besonders angeekelt gewirkt. So, als würde derjenige nichts mehr mit den beiden Jungen zu tun haben wollen. Niemand hatte gewirkt, als würde es ihm sonderlich viel ausmachen, dass zwei seiner besten Freunde zusammen waren. Doch wenn man selbst erfuhr, dass der beste Freund auf einen selbst stand- der beste Freund, für den man vermutlich nichts als freundschaftliche Liebe empfand- dann war es vermutlich etwas Anderes.
Dann wäre es vermutlich irritierend. Überraschend. Merkwürdig. Möglicherweise wäre es auf eine Art such beinahe ein wenig verunsichernd. Verunsichert, weil man nicht wusste, wie man damit umgehen sollte. Wie man mit dem Anderen umgehen sollte. Was man von der Lage halten sollte, da man den Anderen zwar mochte- wirklich mochte- allerdings nur als besten Freund. Nicht wusste, ob dies irgendwas an dem Verhältnis ändern würde. Ob es jemals das Selbe sein würde, in dem Wissen, dass der eigene beste Freund Gefühle für einen hatte.
Eddie war so in seinen Gedanken vertieft, dass er fast nicht ganz mitbekam, wie sein Blick durch den Raum schweifte- zumindest nicht ganz bewusst- und fast schon wie automatisch an Richie hängen blieb. An dem schwarzhaarigen, frechen Jungen, für den er Gefühle hatte, die über Freundschaft hinaus gingen. Gefühle, von denen er wusste, dass er die nicht haben sollte. Dass er sie nicht haben sollte, weil Richie sein bester Freund war. Weil Richie sein bester Freund war, und nicht mehr. Fast schon zuckte er kurz ein wenig zusammen, als er feststellte, dass der andere Junge wohl bemerkt haben musste, dass er ihn längere Zeit angeblickt hatte.
Dass er es bemerkt hatte, und nun auch zu Eddie blickte. Eine kurze Zeit lang, saßen sie einfach nur so da. Eine Zeit lang, blickten sie sich einfach in die Augen. Eine Zeit lang, in denen der kleinere Junge glaubte, sich mehr und mehr in den dunkelbraunen Augen seines Gegenübers zu verlieren- dann wandte er den Blick erneut ab.
Auch Richie senkte seinen Blick allmählich wieder. Der achtzehnjährige Junge wusste, wenn er ehrlich war nicht wirklich, wie er sich fühlte. Was in ihm vorging, seit sie sich an jenem Tag bei Stanley getroffen hatten. Seit sie sich bei Stanley getroffen hatten, weil Eddie ihnen etwas hatte sagen wollen. Weil er ihnen etwas hatte erklären wollen. Etwas, das ihn scheinbar bereits seit einiger Zeit beschäftigt hatte. Dass er bereits seit einigen Tagen mit sich herumgetragen, aber ihnen nicht erzählt hatte- bis zum heutigen Tag. Richie hatte gewusst, zumindest geahnt, dass etwas mit seinem besten Freund nicht ganz stimmte.
Hatte geahnt, dass etwas nicht ganz in Ordnung zu sein schien. Dass es Eddie nicht immer besonders gut zu gehen schien- besonders in letzter Zeit. Dass möglicherweise sogar mit seiner Gesundheit etwas nicht ganz stimmte. Hatte sich sogar Sorgen um Eddie gemacht. Sorgen, dass es möglicherweise etwas Schlimmes sein könnte. Dass er darunter litt. Dass er Schmerzen hatte. Er hatte es schon immer gehasst , wenn Eddie Schmerzen hatte. Wenn sein hübsches, mit Sommersprossen bedecktes Gesicht sich schmerzerfüllte verzog.
Er für einen kurzen Moment die Augen fest zusammen kniff, und die Lippen aufeinander presste, und sein ganzer Körper sich für eine kurze Zeit anzuspannen schien. So, wie es in den letzten Tagen immer wieder der Fall gewesen war. So, wie es immer wieder der Fall gewesen war, immer, kurz bevor, oder kurz nachdem Eddie einen jener Hustenanfälle gehabt hatte. Während der letzten Zeit hatte er sich oft, sehr oft gefragt, was mit Eddie nicht stimmte. Hatte mit Bev darüber gesprochen, sich sogar vorgenommen, Eddie selbst noch einmal darauf anzusprechen, wenn er es nicht von sich aus erzählen würde.
Doch nun hatte er es getan. Eddie hätte es erzählt, und obgleich Richie verwirrt war- obgleich er etwas Ähnliches noch nie gehört hatte- so schien es in irgendeiner verrückten Weise sogar Sinn zu ergeben. So schien es auf eine verrückte, merkwürdige Weise zusammen zu passen. Der Husten. Die Schmerzen in der Brust. Und jene hellroten Dinge in Eddie's Hand, die dieser damals zu verdtecjrm versucht hatte. Die Richie noch ganz hatte einordnen können. Von denen er nicht gewusst hätte was genau sie waren. Blütenblätter. Noch immer klang es merkwürdig.
Die Vorstellung davon war merkwürdig- fast schon wie eine Art schlechter Scherz. Ein schmerzhafter schlechter Scherz- zumindest für Eddie. Richie presste seine Lippen kurz fest aufeinander, fast schon so, als könnte er die Schmerzen seines besten Freundes ebenfalls in gewisser Weise spüren, nun, da er daran dachte. So, als könnte er fast schon ebenfalls fühlen, was Eddie in den letzten Tagen gespürt hatte- noch immer spürte. Aber das stimmte natürlich nicht.
Die physischen Schmerzen des Anderen hatte er nicht, spürte er nicht. Es war viel mehr so, dass es ihm weh tat, seinen besten Freund leiden zu sehen. Dass ihm ihm weh tat zu sehen, dass es Eddie schlecht ging. Dass er immer einen Stich in der Brust verspürte, wenn dem so war, und dass er vermutlich Alles dafür geben würde, dues zu ändern. Dafür, dass sich der Zustand des Kleineren Jungen zumindest ein wenig bessern würde. Dafür, dass es ihm nicht ganz so schlecht ging. Dafür, dass er wieder gesund werden würde.
Immer und immer wieder kehrten seine Gedanken zu dem einen Satz zurück, den Eddie während er erzählt hatte ebenfalls erwähnt hatte. Jenem Satz, bei dem der Schwarzhaarige das Gefühl gehabt hatte, sein Herz würde einen kurzen Moment lang von zwei Händen gewaltsam zusammen gedrückt werden. Für einen kurzen Moment zusammen gedrückt werden, oder sich von selbst auf eine recht schmerzhafte Art und Weise zusammen zu ziehen. Das Gefühl, als würde ihm das Atmen für einen kurzen Moment schwerer fallen, und als würde auch ein unangenehmes, aber ihm dennoch bekanntes Brennen in den Augen bemerkbar gemacht hatte.
Ein bekanntes Brennen in den Augen, bei dem Gedanken daran, dass es jemanden gab, den Eddie mochte. Dass es jemanden, eine Person gab, für die der Jüngere Gefühle hatte. Eine Person, die Richie vermutlich nicht kannte- von der er zumindest nicht wusste, um wen es sich handelte. Von der er es nicht wusste, und sich auch nicht sicher war, ob er es überhaupt aus den wollte. Ob er den Namen jener Person wirklich wissen wollte. Ob er den Namen jener Person wirklich hören wollte, in dem wissen, dass es dann vermutlich noch mehr schmerzen würde.
In dem Wissen, dass er eigentlich für seinen besten Freund hoffen sollte, dass er glücklich werden würde- dass er mit jener Person glücklich werden würde- aber auch dennoch nicht davon überzeugen können würde, dass er dues Weil ich hoffte. Dass immer noch ein Teil tief in seinem Inneren nicht wollte, ja, fast schon hoffte, dass Eddie nicht mit jener Person zusammen kommen würde. Dass ein Teil tief in seinem Inneren sich nicht ganz dazu bringen können würde, sich für Eddie zu freuen. Dass er zwar äußerlich glücklich wirken könnte, sich jedoch innerlich fühlen würde, als würde er immer wieder einige, kleine Stücke in seinem Brustkorb spüren.
Sich fühlen würde, als würde er Eddie verlieren. Nicht direkt, aber mit jedem Tag ein Stückchen mehr. Sich immer weiter von ihm zu entfernen, wenn er mehr und mehr Zeit mit jener Person verbringen würde, für die er Gefühle hatte. Es war egoistisch, sich dies zu wünschen. Egoistisch zu hoffen, dass Eddie über seine Gefühle für jene Person hinweg kommen würde. Zu hoffen, dass die Gefühle für jene Person erneut nach und nach abnehmen würden. Egoistisch, so etwas zu hoffen, weil er Es die nicht verlieren wollte. Weil Es die ihm wichtig war. Weil er den kleineren Jungen liebte.
Und weil er, auch, wenn er dies eigentlich gar nicht wirklich zugeben wollte- auch, wenn er jenen Gedanken in gewisser Weise fast zu verdrängen versuchte- bereits einen gewissen Groll, gegen jene Person hegte. Einen gewissen Groll gegen sie hegte, weil Eddie sie liebte. Weil sie von seinem besten Freund geliebt wurde. Weil er selbst nie auf die gleiche Art von dem Kaspbrak- Jungen geliebt werden würde, wie er diesen liebte. Weil dieser seine Gefühle niemals erwidern würde.
Doch gab es nicht auch einen anderen, kleineren Teil von ihm, der in gewisser Weise noch immer hoffte? Einen anderen, kleineren Teil, der eine gewisse Hoffnung hegte? Eine gewisse Hoffnung, obgleich ein anderer Teil seines Bewusstseins ihm einzureden schien, wie unrealistisch, wie übertrieben jene Hoffnung war? Auch, wenn ein Teil seines Bewusstseins zu versuchen schien, ihm jene Hoffnung auszureden- sie ihm auszureden, ehe es zu spät sein würde.
Ehe es zu spät sein würde, und er verletzt werden würde, wenn jene Hoffnung such als sinnlos entpuppen würde. Jene Hoffnung, die er sich kaum erlaubte. Die er sich kaum erlaubte, aber zu der seine Gedanken immer wieder zurück zu kehren schienen. Die Hoffnung, dass möglicherweise er jene Person war, für die Eddie Gefühle hatte. Dass möglicherweise er ohne es zu wissen jene Person war, auf die er in jenem Moment so merkwürdig wütend war. Dass Eddie seine Gefühle möglicherweise erwiderte.
Doch jene Hoffnung war vermutlich so ziemlich sinnlos. Eddie würde sich vermutlich nicht in einem Jungen verlieben, und wenn doch, dann würde es vermutlich nicht Richie sein. Oder? Er war Eddie's bester Freund. Und er bezweifelte, dass der Kleinere ihm jemals als mehr sehen würde. Dass er ihn jemals als etwas Anderes als einfach seinen besten Freund sehen würde. Und selbst wenn dem so war. Selbst wenn Eddie seine Gefühle erwiderte, würde sich zwischen ihnen in einer Stadt wie Derry wirklich etwas entwickeln können, das über Freundschaft hinaus ging?
In einer Stadt wie Derry, in der die meisten Bewohner über so etwas meistens die Base rümpfen. Abfällige Bemerkungen machten. Einem angeekelte Blicke zuwarfen. Im der man für solche Dinge sogar Schläge einsteckte, wenn so etwas an die falschen Ohren geriet. Wenn jemand davon Wind bekam, der dies lieber nicht hätte tun sollen. Wenn jemand etwas davon mitbekam, der es lieber nicht hätte mitbekommen sollen. In einer Stadt, in der man so etwas lieber versteckt hielt. Es sich nicht anmerken zu lassen versuchte. Versuchte, es zu verbergen, zu verdrängen, auch, wenn man wüsste, dass dies nur ganz möglich sein würde.
Auch wenn man irgendwo tief in seinem Inneren wusste, dass es nicht sonderlich erfolgreich sein würde, zu versuchen, es zu verdrängen. Man war der man war. Man war was man war. Ob es einem gefiel oder nicht. ' Du bist widerlich, Tozier, weißt du das? Denkst du, Derry braucht so etwas...Etwas ekelhaftes wie euch? Wie dich?' Obgleich es bereits fünf Jahre her war, könnte er Henry's vor Ekel verzerrtes Gesicht noch immer vor sich sehen. Könnte er noch immer den metallischen Geschmack in seinem Mund schmecken, der aufgrund von Nasenbluren entstanden war.
Könnte er fadt noch immer die Angst spürten, die er damals gespürt hatte. Angst vor Henry. Angst davor, was passieren würde, wenn noch mehr Menschen in Derry von seinem Geheimnis erfahren würden. Angst davor, was sie über ihn denken würden. Angst. Aber, obgleich er es sich nicht sonderlich gerne eingestanden hatte, so hatte jener Kommentar von Bowers ihn verletzt. Ihn verletzt an einer Stelle, die nie ganz heil gewesen war. Ihn an einer Stelle getroffen, die besonders empfindlich gewesen war.
Eine Stelle, die in gewisser Weise ein Teil von mir war, mit dem er selbst nicht wirklich klar gekommen war- noch immer nicht ganz klar kam. Ein Teil, den er an sich selbst nicht wirklich akzeptiert hatte. Zu unterdrücken versucht hatte. Jener Teil, der anders war. Der anders war, und von den meisten Bewohnern Derrys als negativ angesehen wurde. Ben möchte eine Ausnahme sein. Seine Eltern möchten eine Ausnahme sein. Der ganze Losersclub möchte eine Ausnahme sein.
Aber dennoch war er oft genug über die Kussbröcle gelaufen- hatte ich genug zu ihrem Geländer gesehen, um zu wissen, dass sie meisten Bewohner jener Stadt seines Thema nicht gut hießen. Würde er Eddie wirklich Mitteln ziehen wollen? Wollte er wirklich riskieren, dass dieser ebenfalls jenen Hass zu spüren bekommen würde, den er aufgrund von Henry Bowers früher so oft gespürt hatte? Würde er wirklich riskieren wollen, dass Eddie möglicherweise etwas passieren würde? Dass ihm etwas passieren würde, weil er mit ihn zusammen sein würde?
Dass er in Schwierigkeiten geraten würde, an denen er, Richie indirekt schuld sein würde? Dass man ihm weh tun würde? Nein. Niemals würde er wollen, dass dem Jüngeren etwas passierte. Aber dennoch waren seine Gefühle für Eddie da. Dennoch waren jene Hoffnungen da, die ihn in gewisser Weise ein wenig glücklich, aber andererseits auch traurig machen konnten.
Ja, jene Hoffnungen waren da, aber auch so viele andere Gedanken. So viele andere Fragen. So viele andere Fragen wie die, wie Eddie wohl reagieren würde, wenn Richie ihm jemals von seinen Gefühlen erzählen würde. Die Frage, was er dazu sagen würde. Wie er es aufnehmen würde. Ob er es merkwürdig, ja, nahezu ekelhaft finden würde. Ob er ihn dennoch akzeptieren würde. Ob er ihn dann verlieren würde. Vermutlich hätte er noch längere Zeit darüber nachgedacht, wäre er nicht im nächsten Moment unterbrochen worden. Wäre er noch längere Zeit dagewesen, und hätte seinen Gedanken über Eddie nachgegangen, wäre er nicht aus den Gedanken gerissen worden. Hätte Ben's Stimme ihn nicht aus den Gedanken gerissen.
" Wir helfen dir da raus ", meinte Ben Hanscom, und blickte zu dem jüngsten Mitglied des Losersclubs. Er nickze dem Junven kurz zu, ehe er widersprach" Versprochen."
AN: Uff, hier kommt mal wieder ein neues Kapitel XD Ich bin irgendwie nicht so ganz zufrieden damit, aber na ja 😅😶 Wenn ihr wollt, könnt ihr mir gerne eure Meinung dazu in die Kommis schreiben und Joa 😊
Ansonsten dann bis bald 🙃💕
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