
FIFTEEN.
MARLENE || Mit aufgerissenen Augen sehe ich zu Sirius, der auf einem Bein durch das Gewächshaus hüpft, nachdem ich ihn mit dem Spaten abgestochen habe.
„Es tut mir so leid. Wirklich so sehr", fluche ich. „Ich habe deinen Fuß nicht gesehen und –"
„Gedacht, dass es sich um eine Pflanze handelt? Weil Pflanzen ja auch so viel Ähnlichkeiten mit Schuhen haben?"
„Ich... Vielleicht brauche ich eine Brille?", murmele ich langsam.
Sirius lacht sein raues Lachen. „Vielleicht solltest du auch einfach erst schauen, bevor du den Spaten runterkrachen lässt."
„Ist vermerkt", sage ich eilig. „Wird nie wieder passieren. Und vielleicht solltest du dir einen anderen Partner suchen. Dann lebst du nicht mehr so gefährlich."
Sirius schenkt mir ein Lächeln, der eine Mundwinkel ein wenig höher als der andere und mein Herz macht einen Sprung.
„Ich mag meine jetzige Partnerin aber."
„Ja, ich... Ich kann mich über meinen momentanen Partner auch nicht beschweren", antworte ich ein wenig zu leise, als dass es als nebensächlich bezeichnet werden kann. Ich kann nur hoffen, dass er gerade noch genug abgelenkt ist, um es nicht zu bemerken. „Musst du in den Krankenflügel?"
Er schüttelt theatralisch den Kopf, ein leichtes Grinsen auf den Lippen. „Es wird knapp werden, aber ich überlebe gerade noch so."
„Wunderbar", entgegne ich trocken. „Dann können wir allen erzählen, dass du einen Spatenstich heldenhaft überstanden hast."
„Ja, aber bitte nicht mit der Dramatik aussparen. Ich habe mich nämlich natürlich für jemand anderen geopfert und es heldenhaft ertragen."
Seine Worte bringen mich zum Lachen, lassen die Dunkelheit, die in den letzten Wochen unserer ständiger Begleiter ist, ein wenig heller werden. Sirius Black hat die Gabe, die Realität ein wenig erträglicher zu machen. In seiner Gegenwart lache ich ein wenig öfter. Nicht immer, eher schleichend, aber es sind die kleinen Dinge im Leben, an die man sich klammern muss, wenn die große Welt von Schatten verschluckt wird.
Die kleinen Momente, in denen die Freude überwiegt und Farbe in das sonst so triste Universum bringt.
„Wir könnten den Spaten auch zu einem Schwert umdichten", schlage ich vor, während wir das Gartengerät zurückbringen und uns auf dem Weg zurück zum Schloss machen.
„Gute Idee." Sirius grinst. „Wir erzählen einfach allen, dass ich dich heldenhaft vor einem Schwert gerettet habe."
Ich schnaube. „Ich war bis gerade noch nicht Teil der Geschichte. Wer sagt denn bitte, dass ich dich nicht einfach vor dem Schwert gerettet und gerade noch zur Seite geschoben habe, sodass es statt deinem Kopf nur den Fuß erwischt hat?"
„Auch absolut eine Option. Dichten wir noch einen Drachen dazu und dann kauft uns jeder die Geschichte ab."
Das Schlossgelände um uns herum verliert langsam die letzte Farbe und wird von den kalten Monaten erobert.
„Was für einen Drachen?", frage ich.
„Wie bitte?"
„Was für eine Art? Einen ungarischen Stachelschwanz? Einen Peruanischen Viperzahn? Ein Rumänischen Langhorn?"
Er sieht mich grinsend an. „Seid wann kennst du dich mit Drachen aus?"
„Mein kleiner Bruder Alec liebt Drachen", erzähle ich. „Eigentlich liebt er Tiere jeder Art. Am liebsten hat er früher Stunden im Wald verbracht und einfach nur Tiere beobachtet."
„Deine Eltern fanden, dass es bessere Hobbies gibt?"
Sirius Frage ist eigentlich keine, wissen wir doch beide, was die Antwort ist. Sind wir doch beide von Menschen erzogen worden, denen der Schein wichtiger ist als das Kind.
„Ich hoffe einfach, dass Alec nie damit aufhören wird, Tiere zu lieben", sage ich, wispernd, in der Hoffnung, dass der Traum dadurch wahrscheinlicher wird.
Einen Augenblick schweigen wir, beide in Gedanken gefangen an vergangene Zeiten und unsichere, hoffnungslose Zukunften.
„Regulus hat es geliebt zu zeichnen", meint Sirius. „Erinnerst du dich daran noch? Er hat ganze Fantasy Welten gemalt. Wirklich begabt war er nie, aber er hat so viel Spaß daran gehabt."
Ich schlucke. „Bis dein Vater all seine Blätter verbrannt hat."
Sirius nickt, den Blick voller Wolken. „Manchmal vergesse ich, wie sehr ich sie hasse und dann erinnere ich mich an all die Dinge, die sie bereits zerstört haben und hasse sie noch ein wenig mehr."
„Ich weiß. Es ist –"
„Vielleicht sollte ich doch in den Krankenflügel", unterbricht Sirius mich.
Ich reiße meinen Kopf in seine Richtung. „Tut dein Fuß noch weh? Meinst du, er ist gebrochen?"
„Nein, aber mit meinen Augen kann etwas nicht stimmen." Er starrt nach vorne. „Denn ich sehe, wie James gerade Lily küsst. Mitten im Flur. Vor allen Leuten. Und das ist absolut unmöglich."
Tatsächlich liegen James Lippen auf Lilys, ihre Hände in seinen Haaren vergraben, während seine so langsam über ihren Rücken streichen, als hätte er Angst, sie zu zerstören.
„Das ist...Wow."
Lachend sieht Sirius mich an. „Das ist wow? Was für eine wahnsinnige Feststellung. So eloquent."
Ich bin wirklich versucht, ihm auf den Fuß zu treten.
„Am besten lassen wir die beiden einfach in Ruhe, wir können später darüber reden und..."
Meine Worte verlaufen ins Leere, weil Sirius James grinsend auf den Rücken haut.
Mit roten Wangen sieht mein bester Freund uns an, während Lily so wirkt, als wäre sie der Fels in der Brandung.
„Wir sollten echt mal zum Essen", meint sie bloß und scheucht uns alle in die große Halle.
„Kein Wort", zischt James Sirius und mir zu, während wir ihr hinterherlaufen. „Kein einziges Wort, von keinem von euch."
„Wir sagen ja gar nichts", meint Sirius mit dem breitesten Grinsen. „Und ich werde auch nichts sagen. Nur ganz theoretisch darauf hinweisen, dass du, wenn du ein paar Tipps brauchst, deine Fragen direkt an –"
„Jeden nur nicht Sirius wenden kannst", unterbreche ich hastig. „Denn er hat von Beziehungen absolut gar keine Ahnung."
Sirius schnaubt empört. „Natürlich habe ich das."
„Ach ja? Wie viele Beziehungen hattest du denn schon so?", entgegne ich trocken. „Keine?"
„Eine", erwidert er beleidigt.
„Aber die zählt nicht, denn da war er Elf und hat sich nicht mal getraut, ihre Hand zu halten", mischt James sich lachend ein.
„Danke für euer Vertrauen." Sirius verschränkt die Arme. „Nur damit ihr es wisst, ich wäre ganz fantastisch in einer Beziehung, wenn ich eine wollte."
„Aber sicher doch", meint James gönnerhaft und zieht uns zu unseren Plätzen am Gryffindortisch, wo Lily bereits auf uns wartet.
„Wo seid ihr gewesen?"
„Wir mussten noch kurz besprechen, wie absolut unfähig Sirius in Beziehungen ist", grinse ich und lasse mich neben ihr auf die Bank fallen.
„Ich bin nicht unfähig!"
„Aber sicher." Lily klopft ihm auf den Rücken. „Ganz ehrlich, Sirius, du bist noch ahnungsloser als Potter und das soll schon was heißen."
Mein bester Freund lässt den Löffel in seine Schüssel fallen. „Bitte?"
„Ach komm schon, James. Du hättest einfach mal aufhören müssen, mich ständig zu nerven, dann wäre ich schon vor Jahren mit dir ausgegangen."
Anstatt beleidigt zu sein, strahlt er sie an. „Heißt das, dass du mit mir ausgehst?"
„Ich schätze ja", murmelt Lily mit roten Wangen, die ihren Haaren Konkurrenz machen können.
Dorcas, Remus und Peter kommen zu uns an den Tisch, wobei erstere einen Abdruck im Gesicht hat, der entfernt an ein Buch erinnert. Ich muss grinsen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass meine beste Freundin die Zeit in der Bibliothek mit einem Nickerchen verbracht hat.
„Was haben wir verpasst?", fragt Dorcas, während sie sich gleichzeitig einen Berg Kartoffeln auf den Teller schaufelt.
„James geht mit Lily aus, Sirius ist schlecht in Beziehungen und ich habe Sirius heute fast mit einem Spaten umgebracht", fasse ich zusammen.
Fünf Augenpaare legen sich auf Sirius, der bloß mit den Achseln zuckt. „Ich habe überlebt, keine Sorge."
„Warum hat Marlie dich abgestochen?" Lily funkelt ihn an. „Was hast du getan, Black?"
„Wer sagt, dass ich was getan habe? Frag das lieber Marlene, sie ist hier die Gewalttätige."
„Er ist wirklich unschuldig", sage ich eilig, bevor die rothaarige Hexe ihren Zauberstab zückt. „Ich weiß, schwer zu glauben, aber zumindest dieses Mal hat er nichts getan."
„Dieses Mal?" Sirius sieht mich empört an.
James klopft seinem besten Freund grinsend auf den Rücken. „Du musst schon zugeben, Padfoot, dass du ein wenig zu plötzlichen Ausbrüchen neigst."
Remus nickt zustimmend. „Gestern hast du einfach meinen Schokoladenvorrat aufgegessen, nur weil Ma-"
Sirius stopft ihm eine Kartoffel in den Mund, um ihn zum Schweigen zu bringen und sieht ihn warnend an.
„Also, was ist der Plan für heute? Was steht Aufregendes an?", meint James eilig. „Irgendwer Lust, das triste Schloss ein wenig aufzuwirbeln?"
Sirius Hand schießt in die Höhe, Remus' und Peters folgen eine Sekunde später.
Dorcas verzieht das Gesicht. „Ich wünschte, ich könnte, aber ich habe einen Haufen Hausaufgaben."
„Ich auch, aber selbst wenn nicht, ist das eine bescheuerte Idee, die ich nicht unterstützen werde", sagt Liliy trocken und schüttelt langsam den Kopf, als könnte sie es selbst nicht ganz glauben, dass sie tatsächlich mit James Potter ausgeht.
„Ich verbringe den Abend mit Jackery", murmele ich.
James wuschelt mir durch die Haare. „Wenn du noch ein wenig begeisterter klingst, könntest du der maulenden Myrte Konkurrenz machen."
„Was genau hat Jackery geplant?" Sirius sieht mich mit einem arroganten Grinsen an, das ich ihm am liebsten vom Gesicht hexen würde. „Erzählt er dir von all den Gräueltaten, die er bereits begangen hat und trinkt dabei viel zu teuren Wein? Oder tauscht ihr euch über die Sumpfkröten in Albanien aus, ein wirklich wahnsinnig spannendes Thema?"
Ich funkele ihn an. „Vielleicht tauschen wir uns auch einfach darüber aus, was für ein Arsch du bist?"
„Immerhin gehe ich nicht mit Jackery aus", kontert er.
Ich werfe mir meine Tasche über die Schulter und stürme aus der Halle.
„Da bist du ja endlich." Jackery umklammert meinen Oberarm und zieht mich bestimmt durch die Gänge. „Du hast mich viel zu lange warten lassen, Marlene."
„Lass das", zische ich und entreiße ihm meinen Arm. „Du tust mir weh."
Er legt mir einen Arm über die Schulter und presst mich an seine Seite, während er allen, die uns begegnen ein leeres Lächeln zuwirft.
„Wohin gehen wir?", will ich wissen, als wir immer weiter in die Kerkerregionen vorstoßen.
Die Gesichter der Schüler, denen wir begegnen werden immer unfreundlicher, als ich sie sehe. Ravenclaws, Gryffindors und Hufflepuffs werden zunehmend von Slytherins ersetzt. All jenen, die neidisch auf meine Familie sind und mich gleichzeitig nicht ausstehen können. Wenn sie mir Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, sind sie freundlich, mit falschen Lächeln und Versprechen. Doch sobald sie mir den Rücken zukehren, weiß ich nur zu gut, dass sie Unwahrheiten und Gerüchte über mich verbreiten.
Einzig Regulus schenkt mir ein ehrliches Lächeln, als ich an ihm vorbeigehe und runzelt die Stirn, als er Jackery an meiner Seite entdeckt. In diesem Augenblick erinnert er mich so sehr an seinen älteren Bruder, den ich heute am liebsten erwürgen würde.
„Mar, alles in Ordnung?", fragt Regulus leise, die Augen immer noch auf Jackery gerichtet. „Brauchst du Hilfe?"
„Marlene geht mit mir aus, also verschwinde, Black."
Jackery schiebt Regulus unsanft mit der Schulter aus dem Weg und zieht mich mit sich. Als ich einen Blick zurückwerfe, sieht Regulus mich immer noch an, die Augen schwarz, der Blick bohrend. Dann dreht er sich schwungvoll um und verschwindet.
„Was für ein Schwächling", meint Jackery abfällig. „Der Kerl kann froh sein, dass er von den Blacks abstammt, sonst würde er im Leben nichts bringen. Wobei auch das mittlerweile eher eine zweifelhafte Abstammung ist, nachdem die Familie so viele Blutsversager hervorbringt."
Er sieht mich auffordernd an, auf der Suche nach Zustimmung, nach Bestätigung und am liebsten hätte ich ihm ins Gesicht gespuckt.
Stattdessen setze ich ein falsches Lächeln auf. „Sirius und Drom sind mehr wert als deine ganze Familie zusammen. Vielleicht tätest du gut daran, andere Familien nicht zu verurteilen. Wenn man sich deine zweifelhafte Abstammung anschaut. Hat deine Schwester nicht letztes Jahr erst einen Muggel geheiratet und einen Halbblüter geboren?"
Ich hasse die Worte, sind sie doch so falsch, doch bereuen tue ich sie nicht. Nicht wenn Jackery zusammenzuckt und plötzlich einen Kopf kleiner wird.
„Verzeih, Marlene. Ich wollte nie über andere Gründer-Familien urteilen. Schon gar nicht in Anwesenheit einer McKinnon", meint er eilig. „Und du kannst dir versichert sein, dass meine Schwester ausgestoßen ist. Man muss die schlechten Teile töten, bevor sie den Rest vergiften können."
Ich könnte kotzen und presse meine Lippen aufeinander, um ihm nicht zu zeigen, wie ekelig ich ihn finde. Zwischen all den zweifelhaften Optionen ist Jackery immer noch eine meiner besseren Chancen, eine halbwegs ertragbare Begleitung für den Ball zu finden. Vielleicht könnte er sich ändern, vielleicht ist er bereit, Zweifel zuzulassen und aufzuhören, all den Reinblüterparolen blind zu folgen.
„Wohin gehen wir eigentlich, Jackery?"
Keine Antwort, stattdessen schiebt er mich in ein leeres Klassenzimmer und wirft die Tür hinter uns zu.
„Was machen wir hier?" Ich runzele die Stirn. „Ich dachte, du hättest gesagt, dass wir etwas unternehmen?"
Jackery legt seine Hände an meine Taillie und schiebt mich nach hinten, bis ich unsanft gegen die Wand stoße.
„Das tun wir auch", grinst er und lässt seine Finger mein Bein hochwandern.
Ich umklammere seine Hand und stöße sie weg. „Das ist nicht die Art von Unternehmung, die ich im Sinn hatte."
Das Grinsen in seinem Gesicht wird ersetzt durch zusammengekniffene Augen. „Ich habe jetzt lange genug gewartet, Marlene. Es wird Zeit, dass du mich endlich ranlässt."
Seine Hände schieben sich unter meinen Rock, sein Körper gegen mich gepresst.
„Hör auf", murmele ich und versuche ihn wegzuschieben, doch er hat mich festgeklemmt.
Jackery legt seinen Mund auf seinen Hals und fängt an, Küsse über ihn zu verteilen.
„Hör auf!"
Ich versuche mich zu wehren, versuche meinen Zauberstab zu erreichen, doch ich schaffe es nicht.
„Ich will das nicht!"
Seine Lippen pressen sich auf meine, seine Zunge zwingt sich gewaltsam in meinen Mund und ich beiße ihm auf die Zunge, bis er einen Schmerzenslaut ausstößt.
„Du Schlampe!"
Er verpasst mir eine Ohrfeige und ich spüre meinen Kiefer knacken.
„Halt gefälligst still, Marlene. Wir wissen beide, dass du es auch willst."
Ein Schluchzen dringt aus meiner Kehle, während er meinen Mund wieder mit seinem gefangen nimmt. Seine Finger fahren über meine Beine, ziehen meine Strumpfhose unsanft herunter und bahnen sich dann einen Weg weiter nach oben. Ich presse meine Beine zusammen, versuche ihn immer wieder wegzustoßen, doch er ist zu kräftig und hält mich an sich gepresst.
„Sag, dass es dir gefällt, du Schlampe", zischt Jackery mich an. „Wir wissen doch beide, wie gerne du die Beine breit machst."
„Hör auf", wimmere ich, während er sich an mir reibt und mir die Galle hochkommt. „Hör einfach auf und wir vergessen, dass das hier passiert ist."
Ein dreckiges Grinsen erscheint auf seinem Gesicht. „Warum aufhören, wenn es gerade so schön ist?"
Ich schreie, schreie, schreie. Doch niemand kommt. Niemand hört mich.
Sein Glied bohrt sich in meinen Bauch, die Lagen Stoff nur eine Barriere, die nicht ausreichend ist und ich presse die Augen zusammen. Stumme Tränen fließen, während ich einfach hoffe, dass es schnell ein Ende findet, damit dieser Alptraum vorbei ist.
Ein Knall ertönt und ich brauche eine Sekunde, bis ich realisiere, dass es die Tür ist, die aufgestoßen wurde. Einen Augenblick bleibt die Zeit stehen, während Sirius mich mit Unglauben anstarrt. Dann rennt sie weiter.
„Du verdammtes Arschloch!"
Voller Wucht trifft Sirius' Faust auf Jackerys Schläfe, woraufhin dieser ohnmächtig zu Boden fällt. Sirius tritt ihm in den Bauch und spuckt ihm dann ins Gesicht.
„Es gibt für so etwas eigentlich Zauberstäbe", versuche ich zu scherzen, doch meine Stimme ist zu dünn und Sirius zu wütend.
„Mar?" Er macht langsam einen Schritt in meine Richtung und geht vor mir in die Knie. „Geht es dir gut?"
„Mir geht es..."
Ein Schluchzer bahnt sich aus meiner Kehle und im selben Moment hat Sirius mich bereits in seinen Schoß gezogen.
„Shhh", murmelt er, während seine Hände sanfte Kreise über meinen Rücken ziehen. „Es ist vorbei, Mar. Es ist vorbei."
Ich presse mein Gesicht gegen seine Schulter, lasse die Sekunden zu Minuten werden, während die Stille um uns herum mit stummen Tränen gesegnet wird.
Sirius sanfte Stimme lässt wahllose Worte durch den Raum fliegen, doch es ist nicht das Gesagte, worauf es ankommt, sondern das Geräusch an sich, das dazu führt, dass ich mich langsam wieder beruhige.
„Soll ich dich loslassen?", flüstert er irgendwann.
Von ihm gehalten zu werden fühlt sich an wie pure Sicherheit in dieser bitterkalten Welt. Wie der letzte Sonnenstrahl, bevor die Dunkelheit der Nach gewinnt.
„Kannst du mich noch ein bisschen halten? Ein bisschen länger nur?"
„Solange du willst, Mar", wispert er und drückt mir einen Kuss auf die Haare. „Für eine Ewigkeit, wenn du das willst."
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