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18

Die schwere Eingangstür fiel hinter Elisabeth zu. Tief sog sie die kalte Nachtluft ein und ließ sie dann langsam wieder raus strömen. So sehr sie ihre Arbeit auch mochte, um drei Uhr morgens war die Luft im Club so stickig, dass sie stets froh war, draußen vor der Tür zu stehen. Sie rückte ihre Schultertasche zurecht, setzte ihre Wollmütze auf und machte sich auf den Fußweg heim.

»Wo geht's hin?«

Die tiefe Stimme ließ sie augenblicklich erstarren. Kurz überlegte sie, ob sie einfach weitergehen sollte, doch dann besann sie sich darauf, dass sie hier vor dem Club vermutlich noch am sichersten war. Als sie sich umdrehte, fiel ihr ein Stein vom Herzen. »Konstantin.«

Der breitschultrige Mann stand neben dem Eingang, die Hände tief in seinen Manteltaschen vergraben, und musterte sie eindringlich. »Die Bushaltestelle ist in die andere Richtung.«

Verwirrt legte sie den Kopf schief. »Danke, ich weiß. Da will ich nicht hin. Ich gehe immer zu Fuß. Wohne nicht weit von hier.«

Die Augenbrauen des Hünen zogen sich zusammen. »Zu Fuß, alleine, um diese Uhrzeit? In St. Pauli?«

Elisabeth zuckte bloß mit den Schultern. »Mache ich immer so.«

»Nicht wenn ich da bin«, knurrte Konstantin und trat auf sie zu.

Misstrauisch blickte sie zu ihm hoch. Mit seinem geöffneten Mantel, der ihm bis zu den Knien reichte, wirkte er beinahe noch größer als bei ihrer ersten Begegnung im Club. Nervös befeuchtete sie ihre Lippen. »Okay, Großer, was soll ich dann tun? Hier übernachten?«

Er lachte rau, schüttelte dabei aber den Kopf. »Natürlich nicht. Ich bringe dich heim.«

»Äh, nein«, gab sie augenblicklich zurück. »Das wirst du schön bleiben lassen, danke.«

Er beugte sich ein wenig zu ihr hinab und grinste wieder sein wölfisches Grinsen. »Das war kein Angebot. Keine Angst, ich tu dir schon nichts. Ich pass nur auf dich auf.« Als sie keine Anstalten machte, sich vom Fleck zu rühren, richtete er sich wieder auf und deutete wage mit einer Hand zum Eingang. »Anordnung vom Boss. Und von Mutter Gina. Kannst dich gerne bei denen beschweren, wenn's dir nicht passt. Ich bin nur hier, um Befehle auszuführen.«

Kurz starrte Elisabeth ihn weiter an, dann gab sie sich geschlagen. Sie konnte diesem Kerl vermutlich vertrauen. Den Gesprächen der anderen Tänzerinnen nach zu urteilen, war er in der Tat ein zuverlässiger Beschützer. Und wenn Mutter Gina darauf bestand, dann würde es schon seine Gründe haben. Also nickte sie und wandte sich zum Gehen.

»Kaum erwähnt man die Mutter, werden alle ganz handzahm«, kommentierte Konstantin amüsiert, während er mit langen, langsamen Schritten neben ihr her ging.

Sie schaute kurz zu ihm rauf. »Ich vertraue ihrem Urteilsvermögen. Was sie hier mit dem Blue Moon aufgebaut hat, ist was Besonderes. Ich hab in genug anderen Clubs getanzt, um zu wissen, dass so viel Freiheit und Respekt für Frauen nicht üblich ist.«

»Musst du mir nicht erzählen«, brummte er nur.

Für einen Moment liefen sie schweigend nebeneinander her, doch lange konnte Elisabeth ihre Neugierde nicht unterdrücken. Als sie an einer roten Ampel standen, blickte sie zu ihm auf. »Arbeitest du schon lange im Blue Moon?«

Offen erwiderte er ihren Blick. »Lange würde ich jetzt nicht sagen. Ich gehör zum Boss. Wo er hingeht, geh ich auch hin. Seit er das Blue Moon übernommen hat, bin ich auch da.«

»Und es gibt vermutlich schlimmeres für einen Mann, als für den Schutz von halbnackten Frauen verantwortlich zu sein, mh?«

Kurz weiteten sich seine Augen, doch dann brach er in lautes Lachen aus. Die Ampel schaltete auf Grün und sie setzen ihren Weg fort. Mit immer noch deutlich hörbarer Belustigung in der Stimme antwortete Konstantin: »Definitiv schlimmeres. Und es gibt auch definitiv schlimmeres, eine von den hübschesten Tänzerinnen nachts nach Hause zu bringen.«

Hitze schoss ihr in die Wangen. Dieser Mann war definitiv viel zu routiniert darin, Komplimente auszuteilen. Wieder sah sie ihn von der Seite an. Wo sie zwei Schritte machte, machte er einen. Wo sie das Gefühl hatte, in strammem Tempo die Straße entlang zu marschieren, wirkte er vollkommen entspannt, als würde er gemächlich dahin schlendern. Wo sie im eisigen Wind fror und am liebsten ihren Schal bis zu den Augen hochgezogen hätte, trug er seinen Mantel offen und darunter nur ein weißes Hemd, ohne mit der Wimper zu zucken.

Grinsend blickte er auf sie hinab. »Weißt du, es wäre höflich, auf ein Kompliment zu antworten, statt mich einfach nur anzustarren.«

Augenrollend schaute sie wieder nach vorne. »Ich habe mich nur gerade darüber geärgert, wie wenig dir die Kälte ausmacht. Wir haben noch nicht mal November, aber ich könnte mich auf der Stelle in einen Eiszapfen verwandeln.«

Wieder lachte er sein tiefes, wohlklingendes Lachen. »Das sind all die Muskel. Solltest du auch mal probieren.«

»Willst du damit sagen, dass ich nur aus Fett bestehe?«

Sein Blick wanderte ungeniert ihren Körper hinab. »Lässt sich gerade schwer beurteilen, aber wenn es dir so wichtig ist, könntest du es mich nochmal überprüfen lassen.«

Lily packte ihre Tasche fester. Flirtete er mit ihr? Oder war das einfach seine Art, Konversation zu betreiben, die er sich angewöhnt hatte, nachdem er tagtäglich mit Tänzerinnen zu tun hatte? Was auch immer dahinter stecktet, es gefiel ihr. Sie hatte schon immer Komplimente für ihre Figur bekommen, immerhin hatte sie jahrelang Ballett getanzt und dann Poledancing angefangen. Sie wurde nie müde, die Blicke der Männer auf ihrem Körper zu spüren.

»Hast du im Club nicht schon genug gesehen?«, gab sie provozierend zurück.

Er grinste sie breit an. »Da hatte ich andere Dinge zu tun und hatte keine Zeit, dich genau zu betrachten.«

Lachend schüttelte sie den Kopf. »Genau, weil du nur ungefähr fünf Minuten damit verbracht hast, mich von Kopf bis Fuß zu mustern.«

»Shit, du hast mich erwischt.« Er klang kein Bisschen betroffen. »Aber ich hätte trotzdem nichts dagegen, noch mal auf Nummer sicher zu gehen.«

Sie lächelte zu ihm hoch und leckte sich betonte über die Lippen. Sein Grinsen verschwand und machte einem hungrigen Ausdruck Platz. Der Blick ging ihr durch Mark und Bein und vertrieb die Kälte aus ihren Gliedern. Es sollte verboten sein, dass ein Mann wie er eine Frau so ansehen konnte. Sie zwang sich, ihn kokett anzulächeln und wieder nach vorne zu schauen. Sie spielten beide nur ein Spiel.

Außerdem waren sie nur noch wenige Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. Unter dem flackernden Licht der Straßenlaterne blieb sie stehen. »Da wären wir. Danke fürs Bringen, auch wenn's nicht nötige gewesen wäre.«

Konstantins Blick wanderte skeptisch von den parkenden Autos über die herumstehenden Mülltonnen bis hin zur Eingangstür, die seit Ewigkeiten mit Graffiti beschmiert war. »Hier lebst du?«

Sie zuckte mit den Schultern. »Es ist billig.«

Er sah so aus, als wollte er darauf etwas erwidern, doch dann schüttelte er bloß den Kopf und trat näher auf sie zu. »Also, wie schaut's aus?«

Ihre Augen weiteten sich. »Was?«

»Krieg ich noch eine Chance, deinen Körper genauer anzusehen?« Sie hörte Belustigung in seiner Stimme, doch sein Blick sagte ihr, dass er es absolut ernst meinte.

Lily schluckte. Durch den Fußmarsch durch die Kälte und das Gespräch mit ihm war sie anders als sonst nicht müde. Und sie war neugierig. Keiner der Studenten an der Uni hatte ihr dasselbe Gefühl gegeben, das sie mit Alex gespürt hatte. Konstantin hingegen hatte sie ähnlich schnell in seinen Bann gezogen wie ihr unfreiwilliger Taxifahrer. Dass die anderen Tänzerinnen alle ihr Glück bei ihm versucht hatten, gab ihr zusätzlich auf eine seltsame Weise Sicherheit.

Sie ließ ihren Blick über Konstantin wandern. Er war groß, breitschultrig und definitiv viel zu selbstbewusst. Sie meinte, den Ansatz eines Tattoos an seinem Hals sehen zu können. Er arbeitete in einem Sexclub in St. Pauli. War er wirklich die Art von Mann, die sie in ihre Wohnung einladen wollte?

Noch während sie sich die Frage stellte, realisierte Elisabeth, dass all das Gründe waren, die für, nicht gegen ihn sprachen. Und dass sie schon wieder dabei war, ihre Erregung zu zerdenken. Unwillkürlich musste sie kichern. »Komm.«

Entschlossen zog sie ihre Schlüssel hervor und marschierte auf die Tür zu. Sie war jung und dabei, gegen ihre Eltern zu rebellieren. Sie wollte Abenteuer und Abwechslung. Wann, wenn nicht jetzt, war die Zeit, sich einfach mal auf einen Mann einzulassen und zu sehen, wohin das führte?

Lachend folgte Konstantin ihr. »Das war erstaunlich einfach.«

Sie warf ihm einen bösen Blick zu, während sie die Tür aufschloss. »Ich kann dich auch wieder in die Nacht hinausschicken, wenn du noch ein bisschen Katz-und-Maus spielen willst.«

»Nicht nötig. Diese Maus«, er deutete auf sich selbst, »hast du schon längst gefangen, Kätzchen.«

Aus dem Treppenhaus schlug ihr der Geruch von abgestandenem Zigarettenqualm und Bier entgegen. Sie rümpfte kurz die Nase, ignorierte den Gestank aber ansonsten. So roch es hier immer. Das Beste, was sie tun konnte, war, ihre Wohnungstür mit einem Zugluftstopper vor den eindringenden Gerüchen zu schützen.

Mit langsamen Schritten erklomm sie die Treppe. Es gab zwar einen Aufzug, aber sie traute dem alten Ding nicht mehr. Also stieg sie jeden Tag zu Fuß in den achten Stock hinauf. Hinter sich hörte sie die Schritte von Konstantin und sie war sich sicher, dass sein Blick gerade auf einem ganz bestimmten Körperteil von ihr lag. Grinsend schwang sie ihren Hintern mehr als nötig mit jeder Stufe, die sie erklomm.

Vor ihrer Tür angekommen, drehte sie sich zu ihm um und schaute auf. Er trat dicht auf sie zu und legte einen Arm über ihrem Kopf an der Wohnungstür ab, während er sich zu ihr runter beugte. »Du kannst mich immer noch wegschicken, Lily. Aber wenn du mich reinlässt, verspreche ich dir, dass du es nicht bereuen wirst.«

Ihr Mund wurde trocken. Warum genoss sie es so, dass dieser muskulöse Mann ihr gesamtes Blickfeld einnahm und ihr seine körperliche Überlegenheit so deutlich zeigte? Sie leckte sich noch einmal über die Lippen, dann drehte sie sich wieder um und schloss ihre Wohnungstür auf. Als sie den Lichtschalter neben der Tür betätigte, ging ihr auf, dass es keine gute Idee gewesen war, einen Mann mit heimzubringen. Ihre winzige Einzimmerwohnung war nicht unbedingt in einem vorzeigbaren Zustand.

»Gemütlich«, kommentierte Konstantin, dessen Blick mit unverhohlener Neugier durch den Raum wanderte. Er blieb kurz an ihrem Schreibtisch hängen, auf dem sich Bücher und Zettel stapelten, musterte den Boden, auf dem ein uralter Teppich mehr schlecht als recht das hässliche Laminat verbarg und endete schließlich bei ihrem ungemachten Bett.

Grummelnd stellte Elisabeth ihre Tasche ab und schälte sich aus ihrem Mantel. »Ich bin hart arbeitende Studentin. Die Wohnung ordentlich zu halten, ist das letzte, was auf meiner Agenda steht.«

Er zuckte mit den Schultern und hängte seinen Mantel an einen Haken an der Tür. »Ich meinte das schon ehrlich. Man sieht, dass hier jemand lebt. Find ich gut.«

Sie schaute zu ihm auf. Sie wollte unbedingt duschen, ehe sie irgendetwas mit ihm unternahm, aber der Gedanke, ihn alleine in ihrem Zimmer zu lassen behagte ihr nicht. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, schlenderte Konstantin zu ihrem Schreibtisch, zog den Stuhl hervor und ließ sich darauf sinken. »Ich warte hier und rühre mich nicht vom Fleck. Mach, was auch immer du machen musst. Ich schnüffele nicht herum, versprochen.«

Elisabeth grinste schief. »Du machst das öfter, mh?«

Er breitete die Arme aus und schaute sie offen an. »Du nicht?«

Sie biss sich auf ihre Unterlippe und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. »Ist mein erstes Mal.« Als sie sah, wie seine Augen groß wurden und er Anstalten machte aufzustehen, hob sie schnell abwehrend die Hände. »Nicht so. Ich meine, es ist das erste Mal, dass ich jemanden in meine Wohnung mitnehme.«

Konstantin ließ sich zurücksinken und nickte. »Okay. Dann muss ich mir wohl doppelt Mühe geben, damit du es nicht bereust.«

Die Art, wie er dabei seine Augenbraue hochzog und sie durchdringlich musterte, entfachte von Neuem ein Feuer in ihr. Sie wollte nichts lieber, als sich jetzt sofort auf seinen Schoß zu setzen und zu sehen, was er zu bieten hatte. Doch ihr Verstand befahl ihr, den Schweiß der Nacht abzuwaschen, ehe sie sich ihm präsentierte. Also holte sie ihr provokantestes Lächeln hervor und erwiderte: »Na, hoffen wir mal, dass du deinen Worten auch Taten folgen lässt. Ich bin gleich wieder da.«



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