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Diese Aussage traf Jimin so unerwartet, dass sein Mund für einen Moment offen stehen blieb und er sein Gegenüber mit großen Augen angaffte als hätte er ihm gerade ein Geheimnis von größter Bedeutung anvertraut.
Doch diese Äußerung allein ließ Jimins Herz für eine Sekunde aufhören zu schlagen, um anschließen doppelt so schnell gegen seine Brust zu hämmern.
Und obwohl der Grünhaarige so ehrlich geklungen hatte und ihm, ohne zu blinzeln in die Augen gesehen hatte, kam Jimin nicht daran vorbei, sich zu fragen ob nicht etwas Anderes dahinter steckte.
So wie der Junge ihn am Weitergehen gehindert und ganz plötzlich preisgegeben hatte, dass er ja Interesse an ihm hatte, löste das in dem Dunkelhaarigen die Alarmglocken aus.
Nicht mal das schüchterne Lächeln, mit welchem der Junge offensichtlich versuchte den Satz in seiner Bedeutung zu stärken, schaffte es das mulmige Gefühl in Jimins Bauch zu vertreiben.
"Ach ja?" der Dunkelhaarige wollte nicht sofort mit der Tür ins Haus fallen und ihm vorwerfen Lügen zu verbreiten, konnte sich aber einen bissigen Unterton nicht verkneifen.
Erbsenkopf nickte "Ja, ich finde wir hatten einen schlechten Start und deshalb würde ich gerne die Chance nutzen, um mich mit dir zu unterhalten. Hier in der Nähe ist doch ein Park. Wir könnten spazieren -".
Bevor der Junge seinen Satz beenden konnte, hatte Jimin ihn harsch unterbrochen "Das ist ja schön und gut, aber ich habe gerade keine Zeit.".
Egal ob ihm die Idee gefiel, den geheimnisvollen Jungen besser kennenzulernen, momentan wollte er nichts wie weg von ihm und herausfinden woher diese Geräusche gekommen waren.
Er wusste nicht mal was ihn gepackt hatte, dass er so versessen darauf war, zu erfahren welche seiner Theorien richtig war. Nun da er darüber nachdachte, hätte es auch nur eine streunende Katze sein können, die, auf der Suche nach Essen, Mülltonnen umgeworfen hat, doch irgendetwas in ihm sagte ihm, dass es nicht so wahr.
Vor allem das auffällige Erscheinen seines Gegenübers weckte Misstrauen in ihm, obwohl ihm auffiel, dass die Geräusche plötzlich verstummt waren.
Auch wenn er hätte einfach weiter gehen können, wartete er auf eine Antwort von dem Kriminellen, der plötzlich sein Handy gezückt hatte und vertieft auf das Display starrte, nur um es kurz darauf zurück in seine Jackentasche verschwinden zu lassen.
"Oh, was machst du denn gerade? Vielleicht kann ich dich ja begleiten."
Und als Jimin den Grünhaarigen so sah, wie er ihn aus seinen dunklen Augen aus anblickte und seine Mundwinkel leicht in die Höhe gehoben hatte, wurde ihm plötzlich klar was der Grund für all das war.
Er wollte nicht so unbedingt erfahren was der Ursprung des Geräusches war. Nein, das war es nicht.
Eigentlich wollte er nur gegen den Kriminellen gewinnen, auch wenn es nur darum ging, seinen Willen durchzusetzen und ihn loszuwerden.
Obwohl es schon Tage her war, spürte er immer noch wie sehr die Begegnungen an seinem Ego geknabbert hatten und wie oft er an diese zurück gedacht hatte.
Dass er es nicht geschafft hatte sich gegen ihn zu beweisen, obwohl es bald zu seinem Alltag gehören würde, unhöfliche Jugendliche in ihre Schranken zu weisen.
Doch Nachgeben war wohl in diesem Fall der Weg mit den wenigsten Konsequenzen - das zumindest erhoffte sich Jimin -, also antwortete er "Ich habe hier letztens beim Nachhausegehen etwas verloren und würde es gerne wiederhaben.".
Und auch wenn Jimin ein schlechtes Gefühl wegen der Lüge hatte, bereute er es nicht, diese aufgebracht zu haben, denn nun hatte er wenigstens einen Grund den Weg zu nehmen, ohne wie ein Freak zu wirken.
In Gedanken versunken hatte Jimin gar nicht gemerkt, dass ihn der Junge erwartend ansah und sein Lächeln nur noch wie eine Maske auf seinem Gesicht ruhte.
"Lass uns da lang gehen." der Dunkelhaarige deutete mit einer Fingerbewegung hinter den Jungen mit den auffälligen Haaren in Richtung der Gasse.
Er war sich sicher, dass er den Größeren damit verwirren würde, doch wider seiner Erwartungen, nickte dieser einfach nur "Dann geh voran.".
Dies tat er dann auch, ohne es sich jedoch nehmen zu lassen, die Augenbrauen in die Höhe zu ziehen und sich über die schnelle Lösung zu wundern.
Mit hastigen Schritten ließ er den Grünhaarigen hinter sich und bog kurz darauf um die Ecke, die der Schnittpunkt zweier Wege war.
Jimin war sogar so schnell, dass er ganz vergaß, vorsichtig zu sein, doch das war gar nicht nötig, denn war er alleine mit dem Größeren.
Nicht mal eine Katze fand der Dunkelhaarige in der Gasse vor, was ihn gleichzeitig beruhigte, aber auch misstrauisch werden ließ.
Nun, da er mit seinen eigenen Augen sah, dass nichts Ungewöhnliches stattfand, verwirrte ihn das nur noch mehr. Doch neben diesem Gefühl, welches schon unangenehm genug war, spürte er auch wie ihm die Röte ins Gesicht stieg.
Er hatte sich aufgeführt wie ein Geheimagent und das, wie ihm jetzt auffiel, ganz umsonst, denn es handelte sich bei den Geräuschen nicht um einen Kampf und auch sonst um nichts Angsteinflößendes.
Jimin war sich nun nicht mal mehr sicher, ob er überhaupt etwas gehört hatte und das, obwohl es möglich gewesen wäre, dass die Beteiligten in die andere Richtung hin verschwunden waren.
Doch er war mal wieder getäuscht worden und nun konnte er die Schuld nicht mal an jemandem abschieben, weil es seine eigenen Sinne waren, die ihm einen Streich gespielt hatten.
"Was ist los? Willst du nicht weitergehen?" die Stimme des Größeren ertönte hinter Jimin, was ihn zum Zusammenzucken brachte. Er hatte glatt vergessen, dass er nicht alleine hier war.
Schlürfend setzte er sich wieder in Bewegung und gab dabei vor, nach etwas Ausschau zu halten. Ob er wohl seinen Stolz wiederfinden könnte, wenn er nur lange genug danach suchte?
Enttäuscht ließ er einen Seufzer seine Lippen verlassen "Ich glaube ich habe mich geirrt. Wahrscheinlich habe ich es woanders verloren.".
Es interessierte ihn nicht mal, ob diese Lüge glaubhaft klang, denn er hatte, was er wollte oder besser gesagt, es gab dieses etwas nicht.
Jimin nahm sich vor, wenn er zu Hause war, zu googlen, ob Anstrengung Sinnestäuschungen auslösen konnte oder was andere Gründe dafür waren, auch wenn er sich sicher war, das Geräusch gehört zu haben.
Was hätte es ihm auch gebracht sich so etwas einzubilden? Den Kick hätte er sich nämlich auch auf andere Weise besorgen können, die nicht halb so nervenaufreibend wäre.
"Tja, das passiert wohl, hm? Danke für ... Auf Wiedersehen."
Nun wollte der Kleinere nur so schnell wie möglich verschwinden und den Grünhaarigen und all die dunkle Aura, die ihn umgab, hinter sich lassen, doch da machte genau dieser ihm einen Strich durch die Rechnung.
"Was wird dann aus unserem Date?"
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