Chào các bạn! Vì nhiều lý do từ nay Truyen2U chính thức đổi tên là Truyen247.Pro. Mong các bạn tiếp tục ủng hộ truy cập tên miền mới này nhé! Mãi yêu... ♥

2 | Warmes Plätzchen

„Hallo? Alles in Ordnung?" Noch immer mit rasendem Herzen kurbele ich das Fenster auf der Fahrerseite herunter, da die Tür sich bei meinem Versuch sie aufzudrücken, nicht mehr öffnen lässt. Blaue Augen schauen mich besorgt an. Lange Wimpern zieren das hübsche Gesicht und ich komme nicht umhin, mir ein wenig Mitleid von dieser wunderbaren Erscheinung zu gönnen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht fasse ich mir an die Stirn.

„Ich glaube, das gibt 'ne Beule", sage ich mit betont tiefer Stimme. Ich habe nicht viele Qualitäten, doch mein Timbre ist eines von Zweien.

„Soll ich den Notarzt rufen? Oder den Abschleppdienst", fragt der blondgelockte Engel und ich schüttele den Kopf. „Nein, geht schon. Ich denke, ich rufe meinen Onkel an. Der kann mich mit dem Pickup rausholen."

„Kann ich sonst etwas für dich tun? Ich würde dich ungern allein hier draußen warten lassen, bei dem Schneesturm. Es wird auch langsam kalt, ohne Heizung." Da hat er sicher recht, denke ich und schaue auf die Beifahrerseite. „Kannst du sehen, ob die Tür noch aufgeht?", frage ich ihn, immerhin hat er mich auch sofort geduzt.

„Ich schaue mal", sagt er und ich drehe die Scheibe des Wagens wieder hoch. Nur ein paar Sekunden später öffnet sich auch schon die Tür. „Glück gehabt", lächelt er und zeigt dann zu seinem Auto, dessen Scheinwerfer knapp über uns die tanzenden Schneeflocken in der immer dunkler werdenden Nacht erhellen. „Komm mit zu mir, während wir warten. Hier drin erfrierst du noch." Ich nicke und greife meine Jacke vom Beifahrersitz, bevor ich etwas umständlich über den Schaltknüppel klettere und aus der offenen Tür trete. Für den Weg den Hang hinauf, reicht mir der Fremde plötzlich seine Hand.

„Ich bin Jules!", sagt er und zieht mich dann hinter sich die Böschung hinauf. Mir gefällt der feste Händedruck. „Jules", wiederhole ich ehrfürchtig. „So wie in ‚Have a cool Yule'?"
Er lächelt ein wunderschönes Engelslächeln und streicht sich eine blonde Locke, die sich aus seiner Mütze gelöst hat, aus dem Gesicht. „Nicht ganz", gibt er zu. „Mein Name wird J-u-l-e-s geschrieben. Und was ist mit dir?"
„E-n-n-o", antworte ich automatisch und ernte dafür ein fast glockenhelles Lachen, dass mich sofort mitreißt. In Gedanken plane ich bereits unsere Hochzeit. Er ist traumhaft.

Nachdem ich mich neben ihm im Wagen niedergelassen habe und er den Motor für die Heizung startet, telefoniere ich kurz mit meinem Onkel und schildere, was passiert ist. Meinen Standort schicke ich ihm über den Messenger und verstaue das Handy danach wieder in der Jackentasche.

„Bist du auch auf dem Weg zu deiner Familie, Jules?", frage ich neugierig, um erneut ein Gespräch zu beginnen. „Wie man es nimmt", meint er geheimnisvoll und bietet mir ein Stück Schokolade an, dass er aus seiner Provianttasche gezaubert hat. Dankbar nehme ich es entgegen. Traube-Nuss, stelle ich angenehm überrascht fest. Ich kenne nicht viele Menschen, die diese Sorte mögen. In meiner Familie sind es ganze Null!

„Ich helfe einer guten Freundin aus, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und Weihnachten nicht allein nach Hause fahren wollte", erklärt er. „Sie will auf keinen Fall am Kindertisch landen", grinst er amüsiert und ich kann ihren Wusch sehr gut nachvollziehen. Und es gibt sicher schlimmeres, als Weihnachten mit diesem Schnuckel zu verbringen. „Und du spielst ihren Freund? Wie nobel von dir", gebe ich darum erstaunt zu.

„Naja, sagen wir mal so: Ich hatte sonst nichts besseres vor." Während er spricht, macht er ein peinlich berührtes Gesicht. Ich möchte nicht unhöflich sein und nachfragen, doch zu meinem Glück erzählt er mir von sich aus: „Meine Familie wohnt in Süddeutschland, und ich hatte dieses Jahr weder Lust noch Kraft, nach unten zu fahren und mich den Fragen nach meinem eigenen Beziehungsstatus auszusetzen. Da helfe ich lieber jemanden, der auch leiden würde, wenn er allein auftaucht." Auch für dieses Verhalten habe ich volles Verständnis. Manchmal wünsche ich mir auch, an Weihnachten einfach ganz weit wegzufliegen und die Feiertage irgendwo auf einer fernen Insel zu verbringen. Aber habt ihr euch mal die Flugpreise über Weihnachten angesehen?

„Verrückt", meine ich und starre auf die angebrochene Schokoladentafel. Grinsend bietet mir Jules ein weiteres Stück an, das ich gerne annehme „Ich komme gerade aus München. Bin heute Morgen in aller Frühe losgefahren."
„Du wohnst in München?", fragt er erstaunt.
„Ich studiere dort!", verrate ich.
„Und ich in Hamburg", grinst er.
„Meine Geschwister sind auch alle hier oben geblieben. Nur ich wollte möglichst weit weg von zuhause", gebe ich als Grund für meinen Studienort an.
„Gefällt es dir hier nicht? Oder ist deine Familie so anstrengend?", fragt er mitfühlend.
„Eigentlich weder noch", gebe ich zu. „Ich denke, ich wollte mir halt etwas Eigenes aufbauen." Er nickt. „So ähnlich war es bei mir auch. Ich komme aus einem winzigen Dorf, in dem jeder jeden kennt und alle über alles und jeden ihre Meinung haben. Und die ist nicht immer positiv. Darum wollte ich in eine Weltstadt, die etwas offener ist, gegenüber Vielfalt." Ich lächele.

„Kann man dich mieten?", frage ich spontan. Jules sieht mich verwirrt an. „Naja, für nächstes Jahr würde ich dich gerne schon mal vorbestellen, als Begleiter für meine Familien-Weihnachtsfeier. Falls deine Freundin dann wieder einen Freund hat. Dann müsste ich nächstes Jahr auch nicht am Katzentisch sitzen."
Jules braucht eine Sekunde, um meine Anfrage einzuordnen, dann fängt er fröhlich an zu lachen. „Ich bin doch kein Escort-Boy", meint er glucksend. Ich zucke mit den Schultern. „Wäre sicher lukrativ für dich. Ich meine, wer fährt an Weihnachten schon gerne allein zu seiner Familie."

Immer noch lachend, nimmt er seine Mütze ab, weil es im Auto langsam wärmer wird, und ich darf die gesamte Pracht seiner goldenen Locken bewundern. „Ich bezahle dich auch", grinse ich und hoffe, damit keine Grenze zu überschreiten, aber Jules kichert nur. „Du bist ja echt 'ne Marke! Wen habe ich mir da nur aufgegabelt?"
„Wirklich, ich würde alles tun, um ebenfalls dem Katzentisch zu entgehen!", insistiere ich.
„Aha, es geht dir also nicht um mich, sondern nur um die Schmach, als Single dort aufzutauchen!", stellt er mehr fest, als er fragt.
„Vielleicht ein bisschen was von beidem?!" Grinsend ziehe ich meine Augenbrauen hoch. Seine Augen beginnen amüsiert zu funkeln und ich frage mich, was sein Deal ist. Vielleicht sollte ich ihn nach seiner Nummer fragen?

Bạn đang đọc truyện trên: Truyen247.Pro