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37. Heimweg

Felix sitzt hinter dem Steuer seines Wagens und fährt seiner  Beifahrerin nach ihren Anweisungen  nach Hause. Dabei traut er sich eine Frage zu stellen, die ihn schon seit ihrer ersten Begegnung im Restaurant beschäftigt. "Warum machst  das? Ich meine das mit dir selbst reden." Sie lächelt ihn an. Wieder ist in seinem Ton nur Neugier und Interesse und keine Ablehnung oder Verachtung oder gar Mitleid enthalten. "Die lange oder die Kurzversion?" Mit ihrer Gegenfrage will sie prüfen, wie ernst es ihm wirklich ist, doch wie immer enttäuscht er sie auch dieses Mal nicht. "Die Wahrheit," erklärt er schlicht und lächelt ihr kurz zu, muss sich aber ansonsten auf die Straßen der Stadt konzentrieren, durch die er fährt.

"Beide sind wahr." Ihre lapidare Antwort bringt ihn erneut zum Schmunzeln, aber er lässt sich davon nicht abhalten oder verschrecken. "Okay, dann fang mit der Kurzversion an und wir schauen Mal, ob sie reicht damit ich es verstehe." Sie sieht ihn überrascht an. Sie ist es gewohnt, dass Männer sich bei so einer Frage für die Kurzversion entscheiden, besonders wenn sie die Antwort nicht wirklich interessiert, doch bei ihm ist es offensichtlich anders. Sie ist sich sicher, dass er ohne zu Zögern nach der langen Version fragen wird, wenn die kurze nicht ausreicht. Wieder einmal ist sie aufs höchste angetan davon, dass er sich wirklich für sie interessiert und nicht nur Fragen stellt um die Stille zu füllen. "Weil es sonst keiner tut," erklärt sie deshalb rundheraus .

Felix runzelt die Stirn. Sie muss doch dauernd mit Leuten sprechen, wenn sie ihre Informationen für ihre Reisegeschichten sammelt und sie ist so fröhlich und offen, dass er sich das einfach nicht vorstellen kann. Doch als er seine Bedenken diesbezüglich äußert zuckt sie nur mit den Achseln. "Das ist etwas anderes. Ich stelle ihnen Fragen und rede mit ihnen über Ihre Geschichten." Ihr Gesprächspartner nickt langsam denn er versteht, worauf sie hinaus will. "Es gibt niemanden mit dem du über dich und deine Belange sprechen kannst."

Das war eindeutig keine Frage, daher  zwinkert sie ihm einfach mit einem bestätigenden Lächeln zu. Sie will nicht, dass er jetzt Mitleid mit ihr bekommt, denn ihr geht es nicht schlecht damit. Deshalb konzentriert sie sich weniger auf ihre Einsamkeit und mehr auf seine eigentliche Frage. "Kennst du diese Momente wenn du mit deinen Gedanken ins Stocken gerätst? Du kommst einfach nicht weiter und dann fällt dir die Lösung in der Sekunde ein, in der du jemand anderem von deinem Problem erzählst?" Felix stöhnt auf und verdreht die Augen, denn er versteht genau, wovon sie spricht. "Oh ja, dieser Moment wenn Conall mich zweifelnd ansieht ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, weil ich ihn damit nerve obwohl ich die Antwort offensichtlich längst kenne." 

Die junge Frau kichert. Sie mag es, wie offen er mit ihr über seine Beziehung zu seinem Geliebten spricht und nicht versucht etwas zu verheimlichen oder auszuschmücken. Das lässt sie um so mehr spüren, wie nah die beiden sich stehen aber gibt ihr auch irgendwie die Hoffnung, dass sie bereit sind, sie mit einzubeziehen. "Nun, ich habe heraus gefunden, dass es nicht wichtig ist, dass jemand zuhört sondern nur, dass man es laut ausspricht." Sein überraschter Blick lässt sie auflachen was ihn ebenfalls zum Grinsen animiert. Doch schnell wandelt sich seine Fröhlichkeit in eine leise Sorge. "Erntest du dafür nicht dauernd neugierige Blicke?"

Heya weiß es zu Schätzen, dass er neugierig und nicht mitleidig sagt. "Warum sollte ich? Schau dich doch um. der Mann dort drüben? die Frau an der Bushaltestelle? Sie alle sehen so aus als ob sie mit sich selbst reden. Allerdings werden die meisten wohl über Ohrstecker und Handy mit anderen telefonieren und wer weiß schon, ob ich nicht das gleiche tue." Felix lacht vergnügt auf und eine gewisse Erleichterung schwingt darin mit. Als sie ihn deshalb skeptisch ansieht werden seine Wangen rot, was ihn unglaublich süß aussehen lässt. Er schluckt bevor er gesteht, dass er sie auf keinen Fall beleidigen will aber doch froh ist, dass es sich nur um eine kleine Macke von ihr handelt und keine Zeichen von Wahnsinn ist. "Das heißt aber nicht, dass ich nicht verrückt bin, weißt du?" Erklärt sie ihm ernst und beginnt bei seinem entsetzten Blick laut zu Lachen woraufhin er einstimmt und dann voller Inbrunst erklärt: "Das ist okay, damit können wir leben."

Eine Weile muss er sich etwas mehr auf den Verkehr konzentrieren und sie wird still, weil sie über alles nachdenkt, was sie bisher mit ihm besprochen hat. Die Augenbrauen zusammen gezogen bildet sich eine senkrechte Falte über ihrer Nase während sie sich angestrengt zu erinnern versucht, was sie ihn noch unbedingt fragen wollte. "Was ist?" Sein Interesse ihr gegenüber lässt sie zufrieden aufseufzen und sie erwidert seinen besorgten Blick erneut mit einem Lächeln. Gott, sie mag es, wie aufmerksam er ist. "Irgendwas wollte ich dich noch fragen aber ich habe vergessen, was das war." Er kann sehen, wie sehr sie das nervt und versucht ihr daher zu helfen. "Etwas über mich? Oder über Conall? Oder über uns?" Ihre Augen erstrahlen hell als endlich die Frage in ihr Hirn zurück springt.

"Ach ja genau, über uns, danke. Du hast gesagt wir hätten uns schon mal getroffen." Nun sieht sie ihn neugierig von der Seite an und Felix erinnert sich jetzt  erst wieder an diese unerwartete Enthüllung seines Katers. "Oh ja, stimmt. Mein Puma hat sich an dich erinnert. Das war vor 12 Jahren." Ihre Augen weiten sich überrascht und ihre Augenbrauen wandern ungläubig nach oben. "Das warst du? Das goldene Kätzchen das sich in einen freundlichen Jungen verwandelt und mich gerettet hat, als ich mich in den Bergen verlaufen hatte?"

<Ich bin kein Kätzchen,> beschwert sich der Puma sofort doch Felix fragt seine Begleitung lieber, wie es damals zu dieser Situation kam. "Ich traf dich ziemlich weit entfernt vom Waisenhaus, und du warst noch viel zu jung um dort allein herum zu laufen. Wie alt warst du damals?" Sie schmunzelt und zwinkert ihm zu als er nach ihr sieht, weil sie nicht sofort antwortet. "Netter Trick um heraus zu finden wie alt ich bin." Als er erneut errötet lacht sie jedoch nur fröhlich auf und beantwortet die Frage ohne zu zögern. "Ich war 10 und bin einigen anderen Kindern gefolgt um mit ihnen zu spielen doch sie rannten weg. An diesem Tag habe ich eine Menge über das Leben gelernt." Dann beginnt sie, an ihren Fingern abzuzählen, was es war, dass sie damals erfahren hat.

"1. Glaube anderen nicht wenn sie behaupten sie fangen an dich zu mögen obwohl es bis dahin anders war.
2. Lass dich nicht sorglos irgendwo hin führen ohne auf den Weg zu achten.
3. Tiere sind nicht unheimlich sondern niedlich, besonders Kätzchen."

<Ich bin nicht niedlich. Lass mich ihr zeigen wie beängstigend ich sein kann.> Der Beschwerde des Pumas begegnet Felix nur mit einer ungläubigen Frage: <Du willst unsere Gefährtin in die Flucht schlagen?> Wie erwartet kommt sofort ein fast schon entsetztes <nein> von dem so befragten was Felix innerlich auflachen lässt während er gleichzeitig versucht, Heyas Aufzählung weiter zu folgen. 

"4. So leicht wie man einen Freund finden kann so schnell kann man ihn auch wieder verlieren."

Sie schaut ihn jetzt entschuldigend an, denn sie möchte ihm kein schlechtes Gewissen einreden doch Felix verzieht gequält das Gesicht. "Das tut mir Leid. Mein Puma wollte bei dir bleiben aber du warst viel zu jung und deshalb hat keiner von uns verstanden, warum." Jetzt ist sie überrascht und daher kommt die Frage wie aus der Pistole geschossen und ohne groß nachzudenken. "Das wollte er?" <Wollte ich und jetzt wissen wir, dass ich recht hatte.> Das Gefühl von Stolz gemischt mit einem leisen Schmollen berührt Felix, der auf Heyas Frage hin nickt. Sie bemerkt dabei erneut das goldene Aufblitzen in seinen Augen und weiß jetzt, was es bedeutet, weshalb sie sanft lächelt. "Da gab es noch eine Sache die ich gelernt habe:

5. Phantasie und eine gute Vorstellungskraft sind eine mächtige Kraft.

Wärst du geblieben wäre ich vielleicht nicht die geworden die ich heute bin." - "Magst du mir das erklären?" Wieder klingt er nur interessiert und kein bisschen skeptisch. Sie liebt es so sehr, dass er sie mit ihrer Meinung stets ernst nimmt und sie nur hinterfragt, aber niemals abwertet. "Du hast mich damals gebeten niemanden von dem Mann zu erzählen der aus der Katze kam. Doch der Erste, dem ich erzählt habe dass ein Mann mich gefunden hat, nannte mich eine Lügnerin. Denn wieso sollte ein Mann mich nur in die Nähe und nicht zum Haus zurück bringen, wenn er so nett sei wie ich behauptete? Und die Erwachsenen begannen mir Fragen über Dich zu stellen die ich nicht beantworten wollte."

Mit verträumten Blick erinnert sie sich an die damalige Zeit zurück und Felix lässt ihr Zeit, bis sie von selbst weiter spricht. "Da war dieser Moment in dem ich begann jedem zu erzählen dass ich von einem goldenen Kätzchen zurückgeführt wurde welches verschwand, sobald ich in Sicherheit war." Sie lacht jetzt leise als ihr die Gesichter der anderen von damals wieder ins Gedächtnis gerufen werden. "Nachdem ich meine Geschichte bei jedem Mal, in der ich sie erzählte, noch mehr ausfeilte und schöner machte, gaben die Erwachsenen ihre Fragen schließlich auf."

Sie macht keinen Hehl daraus, dass das eine Erleichterung war und bevor er weiter nachfragen kann, kommt sie zu dem Punkt, auf den sie von Anfang an hinaus wollte. "Die Kinder, die mich vorher schon geärgert haben, taten es auch weiterhin. Aber ich fand neue Freunde denen meine Geschichte gefiel und so ist es bis heute geblieben. Leute lieben mich für meine Geschichten." Mittlerweile haben sie ihr Haus erreicht und einen Parkplatz davor gefunden. Felix stellt den Motor ab und funkelt sie fröhlich an. "Also wurdest du wegen mir eine tierliebende, berühmte und sehr erfolgreiche Geschichten-Erzählerin?" Sie funkelt genauso amüsiert zurück und hebt ihren Zeigefinger während sie ihn erinnert: "Vergiss nicht den Teil mit dem verrückt sein!"

Beide lachen und es fühlt sich gut an und schweißt sie irgendwie zusammen. "Ich bring dich noch rein." Erklärt ihr Fahrer und schnallt sich ab. Heya tut es ihm gleich. "Das musst du aber nicht." Sie hat kein Problem ihn mit hinein zu nehmen, sie will ihm nur die Mühe ersparen, doch Felix steigt zusammen mit ihr aus  und kommt um den Wagen herum zu ihr, während er ihn mit einem Knopfdruck auf die Fernbedienung verriegelt. "Ich weiß aber ich möchte es gerne." Sie schmunzelt und als er ihre Hand ergreift, bevor sie gemeinsam hinein gehen freut sie sich sogar, denn die Begegnung mit dem Jungen an der Rezeption dürfte so ein echtes Erlebnis werden. Eine Sahneschnitte wie Felix würde der ihr nicht im Traum zutrauen und sie fragt sich, wie er reagieren wird. Ein bisschen Angeben muss doch erlaubt sein, oder?

Wie erwartet winkt der Mitarbeiter am Empfang sie herbei, um ihren Ausweis zu prüfen. Felix nutzt die Gelegenheit, seine neue Freundin näher im Profil zu betrachten während ihre Blicke auf den Jungen mit ihrem Ausweis fixiert sind. Als er ihr diesen endlich zurück gibt ist er wohl enttäuscht, dass sie so zufrieden aussieht und sich nicht beschwert, deshalb versucht er sie von sich aus zu provozieren. "Na, sind ihnen die Beleidigungen ausgegangen? So ruhig hab ich sie ja noch nie erlebt."

Felix runzelt bei diesem unverschämten Verhalten die Stirn aber Heyas Augen beginnen vor Freude zu leuchten. "Du erinnerst dich also an mich und hast es schon früher getan? Sehr interessant." Ihr Begleiter schüttelt nur den Kopf und will sich schon einmischen aber Heya beruhigt ihn mit einem festen Händedruck, auf den er wie gewünscht reagiert und schweigt. Der Junge, der sich erst jetzt bewusst wird, welchen Fehler er gemacht hat, beginnt zu stammeln und versucht sich heraus zu reden doch sie lacht ihn nur fröhlich aus. "Jungchen, das spielt jetzt alles keine Rolle mehr. Nun habe ich einen Zeugen dafür, dass du mich kennst. Wenn du mich noch ein einziges mal an den Tresen bittest und mich aufforderst mich auszuweisen werde ich mich bei deinem Boss beschweren. Dann ist es deine eigene Schuld wenn du gefeuert wirst, hast du mich verstanden?"

In einem letzten Versuch die Oberhand zu bekommen erklärt der jedoch frech, dass sie das schon einmal erfolglos versucht hätte. "Man hat ihnen damals nicht geglaubt und einer ihrer Bekannten als Zeuge wird daran sicher auch nichts ändern." Ihre Augen funkeln weiterhin vergnügt, denn dass er ihr Felix maximal als einen Bekannten zutraut und nicht mal als Freund, geschweige denn als den Freund, passt genau zu dem, was sie erwartet hat. Fröhlich lacht sie seine Behauptung einfach weg, denn damals stand ihre Aussage gegen seine, heute jedoch nicht mehr.

Felix schaft es, ihren Spaß an dieser Auseinandersetzung noch zu verdoppeln, als er dem Jungen einen eigenen Ausweis zeigt der ihn augenblicklich blass werden lässt. "Du glaubst also wirklich, einem unhöflichen Laufburschen wie dir wird man mehr Glauben schenken als einem bundesweit lizenzierten Rechtsanwalt?" In seiner Frage steckt soviel Ironie, dass Heya strahlt. Sie hat es normalerweise nicht nötig, dass andere ihre Kämpfe bestreiten, doch dies hier gefällt ihr ungemein. Nicht mehr gewillt auch nur eine weitere Sekunde mit diesem Schwachkopf zu verschwenden zieht sie ihren Begleiter vom Tresen weg und in ihre Arme. Dieser schlingt sofort seine eigenen um sie und zieht sie fest an sich während er sie anlächelt. Wieder ruht seine Aufmerksamkeit sofort und ausschließlich auf ihr und sie beginnt zu glauben, was ihr scheinbar gerade passiert.

"Du bist Anwalt?" Fragt sie bewundernd und er zwinkert ihr zu. "Unter anderem." Er will nicht hier in der Eingangshalle über seinen aktuellen Beruf reden, doch sie ist sowieso eher an genau diesem Teil seiner Ausbildung interessiert. "Vielleicht brauche ich demnächst deine Hilfe." Erklärt sie seufzend und Felix sieht sie schmunzelnd an. "Warum? Hast du ein Gesetz gebrochen?" Sie lacht auf diese Frage aber nur kopfschüttelnd und winkt ab. "Nicht das ich wüsste. Aber mein eigener Anwalt hat sich vorgestern sehr seltsam benommen und ich muss ihn vielleicht ersetzen." Seine Augen funkeln vor Zuneigung, er liebt es, sie Lachen zu hören und so glücklich und zufrieden zu sehen. "Meine Tür steht die immer offen," erklärt er und dann wird sein Blick sogar zärtlich als er leise ergänzt: "Mein Herz auch." 

"Verdammt Felix," es fühlt sich an, als ob ihr eigenes Herz bei seinen Worten anschwillt und warm wird. "Du und Conall, ihr habt mir gerade die beste Zeit meines bisherigen Lebens geschenkt. Ich will euch wirklich wiedersehen." Sein Kopf hat sich längst zu ihr herab gesenkt und als ihre Blicke zu seinen Lippen wandern nimmt er dies als Einladung und küsst sie sanft aber intensiv. Dabei ist es beiden ganz egal wer gerade zusieht. Dann verabschiedet er sich von ihr und als sie sich von ihm löst und auf den Weg in ihre Wohnung macht, folgen ihr seine Blicke noch, bis sie im Treppenhaus verschwunden ist. 

Bevor er sich wieder auf den Heimweg macht, dreht er sich noch einmal zum Empfang um und seine Blicke treffen auf die noch immer ungläubig aufgerissenen Augen des unverschämten Jungen dort. Mit Zeige- und Mittelfinger einer Hand zeigt er auf seine Augen, dann auf den Jungen und wieder zurück um ihm klar zu machen: Ich hab dich im Blick.

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