
Kapitel 5 - Zurück im Unterricht
Im Gegensatz zu Hizashi wurde Shota bereits am nächsten Tag aus dem Krankenzimmer entlassen, auch wenn Recovery Girl ihn gerne noch etwas dabehalten hätte, damit sie ihn ein bisschen mehr aufpäppeln konnte und er endlich ausreichend schlaf bekam. Doch Eraser genügte es vollkommen, dass der Bruch geheilt war, und er wieder laufen konnte, auch wenn er weiterhin Bandagen am Arm tragen musste, um ihn zu schonen. Das Training für ihn würde also ein Weilchen flachfallen, was aber nicht hieß, dass deswegen seine Klasse verschont wurde.
Jene war ziemlich erstaunt ihren Lehrer schon am nächsten Tag wieder im Klassenzimmer anzutreffen, auch wenn sie sich noch daran erinnern konnte, dass er auch nach dem USJ Vorfall sofort wieder bei der Arbeit anzutreffen war, obwohl er damals weitaus schlimmer verletzt worden war. Dieser Mann war wohl einfach nicht klein zu kriegen oder gönnte sich zumindest sehr selten eine Auszeit.
„Aus gegebenen Anlass ist es sinnvoll, dass wir in der heutigen Trainingseinheit lernen, wie man mit einem Gegner umgeht, der bewaffnet ist, vor allem mit Messern. Einige von euch haben zwar Macken, die man auch auf Distanz wundervoll einsetzen kann, aber das muss nicht immer einen Vorteil bringen, wie ihr vielleicht bemerkt habt", erklärte er seiner Klasse, „also zieht euch um, wir treffen uns am Trainingsplatz!"
Doch keiner schien sich zu bewegen. „Aizawa-Sensei! Verzeihen Sie, aber ... wir würden gerne etwas über den Angriff erfahren!", meldete sich Kirishima und bekam Zustimmung von Ashido, Uraraka, Asui und Kaminari. Ihnen war bewusst, dass ihr Lehrer wohl eher genervt von der Frage war, aber einen Versuch war es dennoch wert. Sie waren einfach zu neugierig.
Wie erwartet seufzte Aizawa genervt und warf einen Blick in die Runde. „Eigentlich war es Teil einer laufenden Ermittlung, ich kann euch nicht viel erzählen, nur dass die Anhänger des Heldenmörders ein Faible dafür entwickeln, mit Messer und Schwertern zu kämpfen. Also solltet ihr darauf vorbereitet sein, falls ihr solchen Fanatikern in Zukunft gegenübersteht", empfahl er ihnen und wandte sich der Tür zu, „wer in 10 Minuten nicht auf dem Platz ist, fliegt von der Schule!"
Natürlich wusste mittlerweile so gut wie jeder, dass diese Drohung so leer war, wie Denkis Hirn nach einer vollen Voltentladung, allerdings wollte niemand prüfen, ob sie damit wirklich richtig lagen und im Moment könnte man dem Lehrer alles zutrauten bei seiner Stimmung. Tatsächlich war es am Ende Shota selbst, der als letzter am Platz ankam. Auch wenn der tiefe Schnitt geheilt war, schien sein Bein immer noch etwas in Mitleidenschaft gezogen zu sein, was ihn im Moment langsam machte. Wirklich sehr nervig, vor allem für jemanden, der sonst auf Schnelligkeit baute. Somit konnte er nicht wirklich irgendwelche Bewegungen vorzeigen, auch wenn er sich sehr bemühte, aber er würde wohl noch etwas brauchen, bis er wieder vollkommen in Ordnung war. Den Ärger darüber sah man ihm wirklich an.
„Verzeihen Sie, aber ich habe bei Gunhead im Praktikum gelernt, wie man mit Gegner umgehen soll, die mit einem Messer auf einen zugehen. Wenn Sie möchten, kann ich das vorzeigen", schlug Ochako überraschenderweise, aber auch vorsichtig, vor. Seine Klasse schien wohl schon bemerkt zu haben, wie man seine Blicke zu deuten hatte, obwohl jeder davon wirklich gleich aussah. Aizawa dachte nur kurz nach, nickte dann aber. Es war wohl besser so, also ließ er sich auf einer Sitzbank nieder und versuchte das Bein etwas hochzulagern. Er hasste es, so eingeschränkt zu sein und nicht selbst trainieren zu können. Solche Pausen waren einfach Zeitverschwendung.
Andererseits war es auch eine gute Übung für Uraraka, sich endlich etwas hervortun zu können. Die Kinder hatten sich weiterentwickelt und machten Fortschritte, was Shota ziemlich stolz machte. Für eine erste Klasse waren sie schon ziemlich weit und auf dem besten Weg große Helden zu werden. Er würde schon dafür sorgen, dass sie in jedem Bereich bestens vorbereitet waren und sich um sie kümmern, so gut es ging. Daher war es ihm auch wichtig, dass sie aus seinen Fehlern lernten, auch wenn er ihnen nicht direkt erklären würde, was er selbst falsch gemacht hatte. Ein guter Lehrer versuchte immer seine Schüler bestens auf die Gefahren vorzubereiten, die auf sie lauern konnten.
Zumindest wollte er sie davor bewahren, jemals so etwas miterleben zu müssen. Ihm war natürlich klar, dass es kaum möglich war, es wirklich zu verhindern, doch irgendetwas musste er tun, um sie darauf vorzubereiten. Noch immer sah er das Bild vor sich, dass sich ihm geboten hatte, als Yamada blutend vor ihm auf dem Boden gesessen hatte. So etwas vergaß man nicht so einfach, und sollte für immer als Mahnung gelten.
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